Harnleiterneueinpflanzung

Mit einem besonderen Kind sind Eltern oft Dauergäste beim Kinderarzt. Hinzu kommen Krankenhausaufenthalte und Besuche bei Spezialisten und im Sozialpädiatrischen Zentrum.
Welche Untersuchungen machen Sinn? Wo ist mein Kind in guten Händen? Zahlt die Krankenkasse alle Behandlungen? Fragen über Fragen...

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henri2014
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Harnleiterneueinpflanzung

Beitragvon henri2014 » 10.09.2019, 12:47

Hallo zusammen,
das ist das erste Mal, dass ich in einem Forum etwas schreibe... Wenn ich irgendwas falsch, doppelt oder so eröffnete habe, dann seid bitte gnädig mit mir. :oops:

Zu meiner Frage... Mein Sohn (wird im November 5) hatte im Alter von 6 Monaten seine erste Nierenbeckenentzündung und bekam dann aufgrund eines beidseitigen VUR II bis er 2,5 war eine Antibiotikaprophylaxe. Mit 2,5 wurden beiden Seiten unterspritzt und er hatte so über 2 Jahre Ruhe vor weiteren Infekten. Anfang August kam es dann leider richtig dicke, erneute Nierenbeckenentzündung mit Blutvergiftung. Letzte Woche wurde eine MCU gemacht, der Reflux ist wieder da. Links Grad III, rechts Grad II. Unser Urologe hat nicht erneut unterspritzt, da wohl die Harnleiteröffnung sehr weit auseinander liegt und dazu noch in einem falschen Winkel in die Blase mündet (wenn ich ihn richtig verstanden habe, bekommen den genauen Befund erst im Laufe der Woche). Er würde eine offene Reflux-OP (Harnleiterneueinpflanzung) nach Politano-Leadbetter machen, hat aber gleich eingeräumt, die OP nur sehr selten zu machen und gesagt er würde es gut verstehen, wenn wir uns dafür eine andere Klinik suchen. Wir haben eigentlich großes Vertrauen zu unserem Urologen, aber das er die OP so gut wie nie macht, hat uns dazu bewogen uns eine neue Klinik zu suchen.
Achso gestern wurde ein ING gemacht und die Funktion der Nieren ist super.
Habe jetzt die letzten Tage alle möglichen Berichte und Informationen über Reflux-OPs gelesen und bin sehr verunsichert. Lich-Gregoir ist wohl die „einfachste“ Variante, bin mir aber nicht sicher ob das bei meinem Sohn möglich ist.
Hat jemand Erfahrungen und kann eine Klinik empfehlen? Wir kommen aus NRW, würden aber durch ganz Deutschland fahren um ihm die bestmögliche Behandlung zu ermöglichen.
Die Klinik in Regensburg wird wohl sehr empfohlen, auf der anderen Seite lese ich aber auch oft, dass Prof. Rösch generell erstmal die vorgeleistete Behandlung in frage stellt und prinzipiell zur OP rät. Köln, Amsterdamer Str. soll wohl chirurgisch gut, aber sehr dreckig und unfreundlich sein. Über die Klinik Lippe in Detmold habe ich gutes gelesen. Werde bei mehreren Kliniken nachfragen, aber vielleicht hat hier jemand einen Tipp für eine gute Klinik.
Wie ging es euren Kids nach der OP? Konnten sie sich normal, schmerzfrei bewegen und hatten sie seitdem Ruhe vor erneuten Infekten?

Vielen vielen Dank für eure Antworten & liebe Grüße
Silke
Henri • 11/2014 • Asphyxie nach Notkaiserschnitt • Apgar 1/3/8 • Muskelhypotonie • Oligodaktylie • VUR II + III

Ursula M.
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Re: Harnleiterneueinpflanzung

Beitragvon Ursula M. » 10.09.2019, 21:29

Hallo Silke,

die Amsterdamer Straße ist ein altes Gebäude und sicherlich gebäudetechnisch nicht auf dem allerneuesten Stand.
Ja, wenn man abends in die Notaufnahme kommt, dann könnte man manchmal das Gefühl haben, dass dort seit Tagen nicht geputzt worden ist.
Wenn du allerdings miterlebst, wie sich so manche Familien mit ihren ach so kranken Kindern dort aufführen bis sie drankommen, dann verschlägt es dir die Sprache.
Da müsste man eine Putzkolonne ständig im Einsatz haben, damit es dort sauber und ordentlich aussieht.

Meine Tochter war schon so einige Male stationär in der Amsterdamer Straße. Gerade in der chirurgischen Station haben wir uns immer sehr "wohl" gefühlt, soweit man das von einem Krankenhaus sagen kann. Unfreundliche Schwestern habe ich dort noch nicht erlebt. Auch über die Ärzte kann ich nichts schlechtes schreiben. Als schmutzig habe ich es dort auf der Station auch nicht empfunden. Direkt neben der Kinderklinik ist das Ronald McDonald Haus, dort kann vielleicht ein Elternteil schlafen, während das andere Elternteil beim Kind bleibt.
Meine Tochter wurde übrigens in der Amsterdamer Straße nach Lich-Gregoir operiert und seitdem ist auf dieser Seite auch Ruhe gewesen. Die andere Seite wurde mehrmals unterspritzt, im Nachhinein ärgere ich mich, dass nicht direkt beide Seiten operiert worden sind. Bei ihr wurde der Harnleiter übrigens auch neu eingepflanzt.

Ich würde mir an deiner Stelle in der Amsterdamer Straße eine zweite Meinung einholen. Dr. Boemers ist sowohl Kinderurologe wie auch Kinderchirurg. Pro Jahr werden dort rund 5000 operative Eingriffe durchgeführt. Die Chance, dass die notwendige OP dort häufiger gemacht wird, ist also recht groß. Ich habe übrigens erlebt, dass dort Kinder aus halb Europa von Dr. Boemers operiert werden.

Viele Grüße
Ursula


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