Haftpflichtversicherung, Brille kaputt

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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CoShiMa
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Haftpflichtversicherung, Brille kaputt

Beitragvon CoShiMa » 09.09.2019, 09:00

Hallo an alle,

habe hier auch schon einiges gelesen dazu.

Welche Haftpflichtversicherung habt ihr für euer Strafunmündiges geistig behindertes Kind?

Nun hat er vor 3 Monten einem Mädchen in der Schule (Förderschule) die Brille heruntergerissen, darauf getreten und sie aber vorher geschlagen.
Eigentlich hieß es, dass trage die Schule. Nun hat man uns einfach mal die Rechnung für unsere Versicherung mitgeschickt. Es lag nur ein Zettel dabei, dass die Rechtsabteilung der Diakonie (Träger der Schule) meinte, es müsse über uns laufen, nur wenn keine Versicherung vorläge, dann würde es die Versicherung der Diakonie tragen. Kann ja nicht sein, die Aufsicht lag nicht bei uns. Die Rechnung ist nun wieder zurück zur Schule gegangen. Die Sekretärin könnte keine Auskunft geben. Es hätte jm anderes bearbeitet.

Habt ihr rechtliche Grundlagen, auf die ich mich berufen kann?

Danke und liebe Grüße

Conny
Tochter 2002, Sohn 2007 Autismus Spektr. (frühkindl. Autismus), ADHS und "special effects"😋

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 09.09.2019, 09:20

Hallo,

1. Du hattest nicht die Aufsichtspflicht, kannst diese also nicht verletzt haben. Ist also kein Fall, wo die Haftpflicht für die Eltern einsetzt.
2. Dein Kind mit gB ist nicht deliktfähig. Also auch keine Haftung. Allerdings: ziemlich häufig zahlt die Haftpflicht trotzdem, aus Kulanz.
3. Die Brille ist ein Sonderfall, und wird von der Unfallversicherung übernommen, siehe Link.
4. Schulen sollten eigentlich eine Betriebshaftpflicht haben, die ist aber sehr teuer, und nicht verpflichtend, wurde mir erklärt. Deshalb haben viele Schulen sie nicht. Auf die einzelnen Aufsichtspflichthabenden will man es auch nicht abladen, deshalb bleibt uns Eltern bei Schäden in Schule/Tagesstätte oft die Ar***karte (aus dem Grund haben wir eine Haftpflichtversicherung mit Deliktunfähigkeitsklausel, das wäre mein Tipp für andere Fälle, falls Dein Sohn sowas öfter macht). Außer bei der Brille :wink:

ftopic86445.html

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

CoShiMa
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Re: Haftpflichtversicherung, Brille kaputt

Beitragvon CoShiMa » 09.09.2019, 11:30

Hallo Engrid,

vielen Dank für deine Antwort und die Links dazu.
Alles sehr aufschlussreich. Auf jeden Fall müssen wir uns anders versichern.
Trotzdem regt es auf, wenn jetzt so ein Thema daraus wird seitens des Schulträgers.
Ich werde auf jeden Fall erstmal das o. g. Argument stehen lassen.
Da wir ja nicht dabei waren.

Liebe Grüße
Conny
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kati543
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Re: Haftpflichtversicherung, Brille kaputt

Beitragvon kati543 » 09.09.2019, 14:04

Hallo,
also bei mir würde das die Haftpflicht tragen...
In meiner Haftpflicht sind einmal Schäden inkludiert, die Personen verursachen, die einen PG haben und in meiner Wohnung wohnen und wenn ich geschädigt wurde übernimmt meine Haftpflicht auch Schäden, die sonst niemand zahlt (fehlende Versicherung, unklare Zuständigkeit,...) und versucht dann später das Geld einzutreiben.
Die Unfallkasse würde normalerweise die Brille zahlen. Aber die Voraussetzung dafür ist, dass die Brille getragen wurde zum Zeitpunkt der Beschädigung - das war bei deinem Sohn eher nicht der Fall. Er hat die Brille ja auch den Boden geworfen und ist darauf getreten.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Nicole5kids
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Re: Haftpflichtversicherung, Brille kaputt

Beitragvon Nicole5kids » 09.09.2019, 14:17

Hallo,

bei unserem Sohn lag der Fall wie folgt : ein Mitschüler am Gymnasium hat unserem Sohn mit voller Absicht aus Frust über ein verlorenes Basketballspiel den Basketball ins Gesicht geschmissen. Das hat die Brille unseres Sohnes nicht überstanden. Sowohl die Lehrer als auch wir waren der Ansicht, dass in diesem Fall zumindest die Versicherung des Jungen ( wärs meiner gewesen, hätte er es vom Taschengeld bezahlen müssen...) zahlen sollte, da solches Verhalten absolut nicht geht ( ich spreche hier von einem voll einsichtsfähigen Gymnasiasten ohne jeden Förderschwerpunkt).
Aber selbst in diesem Fall hat die Versicherung der Schule den vollen Schäden getragen.
Also müsste dies in eurem Fall ja auf jeden Fall auch greifen.
Viele Grüße
Nicole
5 Kinder, davon 3 mit oculärem Albinismus und davon eine Tochter mit zusätzlicher visueller Wahrnehmungsstörung


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