Langzeitstillen ein no go?

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Marlin
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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon Marlin » 09.09.2019, 21:40

Ich habe meinen Sohn 22 Monate,meine Tochter 27 Monate gestillt. Überall. Wir konnten das Dezent. Als sie größer waren eher nur noch Morgens,Abends und bei sich fies weh getan haben. DAs war ab 1.5 Jahren grob. Wir Deutschen haben da echt einen knall, was in vielen Ländern dieser Erde normal ist kreischen wir auf...

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GretchenM
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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon GretchenM » 09.09.2019, 21:59

@Marlin

Es sitzt eben tief, da spielt viel mit rein. Es hieß ja früher sogar, Fläschchennahrung sei besser, da "hygienischer". Dazu noch ein verkrampftes Verhältnis zur weiblichen Brust gepaart damit, dass sie oft auf ihre sexuelle Anziehungskraft reduziert wird... Das führt zusammen dann zu "seltsamen" Gefühlen wenn eine Frau ihr Zweijähriges stillt, obwohl das völlig gesund so ist und einfach der menschlichen Natur entspricht.

Jolichen
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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon Jolichen » 10.09.2019, 06:36

Liebe marlin
Es freut much dass fu solange stillen konntest, sei beruhigt vzu wissen dass es kein deutsches problem ist mit der stillerei. Als ich mein erstes kind bekommen hatte sass ich in der kaffeeteria vom spital mit meiner zimmer nachbarin. Wir sassen im ecken hinten und ihr kleines bekam hunger. Irgendwie hat es jemand gestört und sie wurde gebeten das doch in ihrem Zimmer zu machen.
Lg aus der Schweiz
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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon YvonneE » 10.09.2019, 07:30

Hallo!

Ich mal kurz aufgeschrieen, das passiert eh automatisch wenn mir überraschend jemand weh tut und dann sofort Finger zwischen Brustwarze und Mund und den Busen mal aus der Gefahrenzone gebracht. Dann gabs noch eine Chance, wenn sie wieder zugebissen haben, war Pause bis zur nächsten Stillmahlzeit. Ich hatte das Gefühl dass sie das eh erst machten als sie schon halbwegs satt waren, wenn sie hungrig waren haben sie gut getrunken.

Ich hab Ihnen auch gesagt dass ich sie abstille wenn sie das öfters machen (das meinte ich ernst). Ich glaub sie verstehen zwar in dem Alter noch nicht die Bedeutung aber sie können teilweise schon am Ton hören dass das nicht schlau ist

Lg
Yvonne
Lara (11.01.2008 - 2.2.2018), Schwere Peripartale Asphyxie, schwere ICP, kaum Kopf- Rumpfkontrolle, kein Saug- Schluckreflex (PEG), fehlende Primitivreflexe, Tracheostoma

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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon Jolichen » 10.09.2019, 07:48

Hallo Yvonne
Ich stelle mir das unheimlich schmerzhaft vor. Vielen dank dass du deine Erfahrung mit mir teilst. Lg
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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon GretchenM » 10.09.2019, 10:03

Hallo Jolichen,

Hier stehen zum Beispiel bei Ikea sogar Schilder "Stillen willkommen!"

Ich glaube, ich wäre echt perplex gewesen wenn mich hier jemand "gebeten" hätte mein Einjähriges nicht in der Eisdiele zu stillen... Habe ich so auch nie erlebt, eher im Gegenteil viel auch ungebetene Zustimmung.

Und bei einem winzigen Säugling finde ich das gleich nochmal lächerlicher... Manche denken bei Brust = Sexualität... Oder denken gar nicht erst sondern entwickeln nur "seltsame Gefühle" weil da eventuell ein Baby oder Kleinstkind an der Brust liegt...

Diskutieren bringt da nicht viel, weil es eher um Gefühle geht als um Logik. Daher würde ich wohl auch eher den Rückzug antreten in so einer Situation.

Schönen Gruß,

GretchenM

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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon Jolichen » 10.09.2019, 10:28

Hallo gretchenM
Ja leider versexuellen viele diese schöne art von nähe, auch mein mann gat damit Probleme damit gehabt die ersten wochen/monate. Er wollte nicht dass andere meine brüste sehen, aber mal ehrlich muss man sich als stillende mutter zuhause einschliessen nur weil man "angst" hat den Säugling in der Öffentlichkeit stillen zu müssen? Klar mit steigendem Alter muss man unterwegs auch nicht zwingend mehr stillen, mein schatz bekommt mit 11 monate etwa 3 stillmahlzeiten unter tags fiese verteilen sich jeweils zum einschlafstillen. Thema stillen willkommen kann ich auch noch eine schöne Anekdote erzählen: Wir hatten einen tollen osteopath hier in der Nähe als ich dazumal mit meinem älteren sohn da war bekam er hunger und wollte die Therapie nicht mehr mitmachen da fragte der Osteopath ob ich stillen wolle, verdutzt stammelte ich hier sofort?? Er sagte ja klar und führte mich in ein nebenzimmer. Ich sage euch mir sind die Augen zum kopf ausgefallen, ein gelb gestrichenes helles Zimmer mit wunderschönen bilder an der wand von stillenden müttern. Ein grosses sitzsofa, diverse stillkissen in diversen grössen, eine voll eingerichtete wickelkomode mit windeln in jeder Grösse und feuchttücher. Die hatten sogar still kompressen da. Völlig erschlagen bin ich nach 10 min da raus und habe erstmal gefragt ob ich ihn umarmen dürfe. Ich habe gesagt ich sei noch nie so stillfreundlich irgendwo aufgenommen gewesen, da sagte er: dass sei doch normal, eine zufriedene mutter gibt auch ein ruhiges ausgeglichenes kind.
Schaade musste der Osteopath zu machen, er hst kein Nachfolger gefunden. Lg
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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon Sandra1978 » 10.09.2019, 10:40

Hallo,

wie lange gestillt wird sollte an erster Stelle das Kind entscheiden und an zweiter Stelle die Mama und kein anderer.

Solange es für euch passt macht weiter so.

Gruß Sandra
Mama Sandra (Asperger Autist)
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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon grace » 10.09.2019, 11:00

Guten Morgen,

Es tut mir leid wenn meine Beiträge kränkend und hart rübergekommen sind, das war nicht meine Absicht und ich bitte um Entschuldigung.

Und es stimmt, ich hatte bis vor wenigen Jahren tatsächlich keine Ahnung das es Mütter gibt die lange bis über das 2. Lebensjahr ihres Kindes hinaus stillen; keiner von meinen Bekannten und Verwandten hat das getan, weder in Deutschland noch in anderen Ländern wo ich gewesen bin, ganz im Gegenteil viele Mütter haben nur ganz kurz gestillt oder eben gar nicht und hatten oft große Schwierigkeiten; alle haben aber dann spätestens mit 18/24 Monaten komplett abgestillt und alle waren froh das diese anstrengende Zeit endlich vorbei war.

Selbst meine Schwiegermutter kennt keine Frau aus ihrem Zeitalter die das getan hat; sie selbst hat meinen Mann mit 12 Monaten von einem Tag auf den anderen abgestillt weil sie ihn als zu groß empfand und er sowieso alles gegessen hatte, sie findet und fand das ganz normal, das hat ihr auch keine multinationale geraten die Milchprodukte verkaufen wollte, meine Schwiegereltern waren Landwirte und es gab Kuhmilch direkt aus dem Stall.

Das was mir übrigens meine Omas aus den „guten alten natürlichen Zeiten“ erzählt haben ist alles andere als idyllisch und Bedürfnissorientiert: Junge Mütter arbeiteten alle auf dem Feld und die Kinder blieben zuhause und schrieen sich in den Schlaf...sie wurden fest gewickelt damit sie sich nicht viel bewegen konnten und die Mütter kamen alle paar Stunden mal schnell vorbei um zu stillen und dann waren die Babies oft alleine oder eben mit Geschwistern oder einer alten Oma zum „aufpassen“ selbst meiner Oma graute es damals von diesen Zuständen und jeden Tag klangen die Glocken in der Kirche weil ein kleines Kind gestorben war, meine Oma war eine der glücklichen die nicht aufs Feld musste weil der Mann außerhalb arbeitete und ihr das Geld zur freien Verwaltung nach Hause brachte und sich selbst nur etwas Geld für seine Zigaretten nehm, das war zu ihren Zeiten (wir reden von Südeuropa) ganz selten - wer es nicht glaubt ist zu jung um so eine Oma gehabt zu haben.

Das stillen bis zu 10 Jahren das habe ich nicht in der Blöd-Zeitung gelesen, sondern es gab zu dem Thema hier vor circa 2 Jahren eine Sendung im Fernsehen die ich zufällig gesehen habe; inwiefern die seriös recherchiert worden war kann ich euch nicht sagen, es waren aber verschiedene Mütter mit großen Stillkindern (3 bis 5 Jahren) eingeladen und die haben nicht gesagt das es nicht stimmen kann, deren Meinung war das es das Kind entscheiden muss wann es der richtige Zeitpunkt ist, die Teilnehmenden Pediater und Psychologen dagegen waren damit nicht einverstanden, aber jetzt alles zu erklären würde zu lang werden.

Meine persönliche Erfahrung mit dem Kind meiner Kollegin war auch alles ander als positiv, die Mutter wollte eigentlich schon lange aufhören, konnte sich aber nicht durchsetzen, ihr wurde mehrmals täglich das T-Shirt runtergezogen und genuckelt, der Junge war groß, lebhaft und jedesmal gab es ein Riesen Theater, wir fanden es alle schrecklich. Aufgehört hat er nur weil er irgendwann dann halt als „Baby“ ausgelacht wurde und ihm das zu peinlich wurde.

LG

Grace

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Jolichen
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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon Jolichen » 10.09.2019, 11:11

Hallo Sandra
Vielen dank für deinen Zuspruch
Lg

Grace auch dir danke für den ausführlichen Bericht. Auch ich habe mich sm text vergriffen und dafür entschuldigt. Auch ich habe noch keine Erfahrung als langzeitstillende. Ich kenne auch keine mütter die langzeitstillen, aber ich bin mit sheila via PN in kontakt und sie schreibt als langzeitstillende was durchaus sehr interessant ist. Ich denke es macht auch einen unterschied ob das kind gesund ist oder eine Behinderung hat, stiilen hat ja viele positive Eigenschaften. Aber egal ob kurz, lang oder gar nicht, letztendlich sitzen wir alle im gleichen boot wir sind liebende mamis die alles für ihre kids tun würden.
Lg
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