Elvans - Kind wie aufgedreht

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

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MarcelundMama
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Elvans - Kind wie aufgedreht

Beitragvon MarcelundMama » 31.08.2019, 12:07

Hallo!

Marcel hat heute um 10 Uhr zum ersten Mal 30mg Elvanse bekommen. Nach ca. 1 Stunde hat er angefangen viel zu reden, mittlerweile hört er nicht auf damit und ist wie aufgedreht. Ist das normal, oder ist die Dosis evtl zu hoch? Kann niemanden anrufen oder fragen, erst am Donnerstag zwischen 13 und 13:30 Uhr ist die Ärztin erreichbar...

Gruss!

Jo
Joanna (49) & Marcel (11.2011) ASS Diagnose Juni 2014 und ADHS im Januar 2018 als "Sahnehäubchen" oben drauf... ;o)

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BauerM
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Re: Elvans - Kind wie aufgedreht

Beitragvon BauerM » 31.08.2019, 12:22

Hallo Jo,

https://de.wikipedia.org/wiki/Lisdexamfetamin

> Lisdexamfetamin (LDX) ist eine synthetisch hergestellte Prodrug aus der Stoffgruppe der Amphetamine. <

Das nennt man auf der Straße "Laberflasch". Normal sollte die Dosis so hoch sein, dass eine normale Aufmerksamkeit und bei Kommunikation vorhanden ist. Ein "Laberflasch" ist bei "zu hoher Dosis" (bei medizinischer Verwendung) nicht erwünscht, beim Fortgehen ist das ua anders. Aber da bekommt man das auch nicht dafür verschrieben. ^^ Kann sich auch legen nach einiger Zeit. Aber kann passieren, dass ihm das gefällt und das ist dann nicht optimal...

Also akut wird da eher nichts passieren (wenn sonst keine NW vorkommen). Ich würde zwar die Dosis verringern, aber ich weiß nichtmal wie genau das verabreicht wird, ich meine es gibt bei den Amphedervitraten Saft und Kapseln. Normal gibts immer einen hausärztlichen Notdienst wo man nachfragen kann. Es ist nunmal ein BTM. Wird schnell zu Schlafstörungen führen, wenn die Dosis nicht passt.

MFG
Selbst betroffen & beschäftige mich zwar seit 8, bald 30, intensivst mit Psychologie, Neurobiologie, seltenen Erkrankungen und Medizin allg., schreibe zwar viel mit Ärzten & führte Foren dazu, aber ich habe kein Studium! Meine Publikationen wurden privat publiziert! Meine Ideen bitte als Laie verstehen & mit Ärzten absprechen!

MarcelundMama
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Re: Elvans - Kind wie aufgedreht

Beitragvon MarcelundMama » 31.08.2019, 13:10

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Werde nöchste Woche im SPZ versuchen die Vertretungsäeztin an die Strippe zu bekommen und ein Rezept für eine niedrigete Dosierung nämlich 20 mg zu bekommen.

Lieben Gruss!

Jo
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BauerM
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Re: Elvans - Kind wie aufgedreht

Beitragvon BauerM » 31.08.2019, 13:36

MarcelundMama hat geschrieben:Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Werde nöchste Woche im SPZ versuchen die Vertretungsäeztin an die Strippe zu bekommen und ein Rezept für eine niedrigete Dosierung nämlich 20 mg zu bekommen.

Lieben Gruss!

Jo


Hi,

gerne. Ich hab auch nochmal nachgeschaut, die Dosierung ist von 20-70mg (Quelle Wiki, ohne Gewähre). Die Dosierschritte sind 10mg, das hei0t die 30er Dosierung ist bereits 50% plus im Vergleich zur Anfangsdosis. Ich verstehe die Dosierung irgenwie nicht, warum schon deutlich mehr wie dir Mindestdosierung verschrieben wird. Normal gibts nämlich die kleinen Dosierungen immer zum antesten. Wobei ich 20mg jetzt auch nicht für wenig halten, wenn bereits 30mg diese typischen NW haben. Kann aber auch sein, dass dein Kind ADS hat und nicht ADHS, bei ADS ist das natürlich schon häufiger. (oder bei Menschen ohne ADS und ADHS, wird ja gerne von Studenten eingesetzt :roll: ). Es kann im übrigen sein, dass sich diese NW sehr schnell legt und dann muss man wieder erhöhen, wenn das Medikament unbedingt benötigt wird.

Ich bin zwar pro Amphetamine bei gewissen Indikationen, aber die dauerhafte Verschreibung (für den von mir angestrebten Effekt, das war ein ganz andere wie bei zB ADHS) ist dieser beginnende Laberflasch gewünscht. Rein bzgl Konditionierungseffekt. Dauerhafte Anwendung von den BTM in dieser Dosis (wo ihr schon drüber seit etwas) ist nicht gesund. Diese extreme Energie die das Kind hat (jetzt wohl ungerichtet) hat nämlich einen gewissen psychischen Suchteffekt bei manchen. Darum diese Phasen besser vermeiden, auch wenn der Arzt meinen sollte das legt sich eh bald und ist nicht so wild. (ist es zwar jetzt neurologisch nicht unbedingt, wenn man es nicht "übertreibt", aber die psychische Komponente sollte nicht unterschätzt werden, oft erheblich gesteigertes Selbstvertrauen, manchmal Euphorie etc).

MFG
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MarcelundMama
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Re: Elvans - Kind wie aufgedreht

Beitragvon MarcelundMama » 31.08.2019, 14:11

Hallo!
Das sind ganz wichtigr Aspekte, die Du ansprichst, unso wichtiger halte ich daher eine niedrigere Dosierung.
Bis auf den starken Redensfluss bin ich jedoch positiv überrascht, drnn mein Sohn sitzt nun seit 1 Stunde ruhig am Tisch und beobachtet spielende Kinder - was allerdings ununterbrochen kommentiert wird...

LG

Joanna
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SimoneChristian
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Re: Elvans - Kind wie aufgedreht

Beitragvon SimoneChristian » 31.08.2019, 14:28

Hallo Johanna!

Wenn ich das jetzt richtig auf dem Schirm habe, ist dein Sohn sonst so gar nicht kommunikativ?
Dann würde ich jetzt sagen, du hast das ADHS therapiert und dafür kommt jetzt der Autismus durch.

Grundsätzlich ist ja "kommentieren" ein wichtiger Schritt zum Erfassen sozialer Interaktion.

10mg ist jetzt nicht sooo viel, weil es über einen sehr langen Zeitraum freigesetzt wird.
10 Uhr morgens war allerdings mutig. ;)
Es sollte so bis mindestens 18 Uhr wirken und dann würde ich mit Einschlafproblemen rechnen.

LG
Simone
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)

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Re: Elvans - Kind wie aufgedreht

Beitragvon MarcelundMama » 31.08.2019, 15:27

Mit den Einschlafproblemen rechne ich auch... Allerdings wollte ich das Wochenende ruhig angehen mit erstmal halbwegs ausschlagen, frühstücken und schauen wann und wie Elvanse wirkt.
Marcel ist schon sehr kommunikativ, jetzt aber noch mehr... Allerdings hat sich sein Redensfluss jetzt ewas gelegt, Gott sei Dank...

LG

Jo
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JohannaG
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Re: Elvans - Kind wie aufgedreht

Beitragvon JohannaG » 31.08.2019, 18:20

Hallo Johanna,

ich schreib dir mal als Mutter, die mit zwei Kindern schon jahrelang Erfahrung mit verschiedenen ADHS-Medikamenten hat.

a) dass sich ca 1 Std nach der Einnahme das Verhalten ändert, passt - nach ca 1 Std sind Retardmedikamente, wie z.B. Elvanse, angeflutet. D.h., das Medikament zeigt auf jeden Fall eine Wirkung.

b) wenn Kinder zum ersten mal eine ADHS-Medikation bekommen, verhalten sie sich oft sehr anders als bisher gewohnt. Das ist ja auch nicht so verwunderlich, denn sie nehmen plötzlich ihre Umwelt sehr anders wahr. Das sollte sich aber nach einigen Tagen, spätestens nach 2 Wochen geben, und sie sollten dann ein einigermaßen "normales" Verhalten zeigen. Ich setzte das ganze in "", denn das ASS macht bei deinem Sohn ja auch noch mal anderes Verhalten als man es so von Durchschnittskindern gewohnt ist. Meine Kinder zeigen unter Medikation ganz sicher auch kein "Durchschnittsverhalten", aber wir kommen gut zurecht (definitiv für alle besser als ohne Medikamente!).

c) wenn du den Eindruck hast, die Dosis ist zu hoch, versuche so bald wie möglich eine kompetente Person dazu an die Strippe zu bekommen, und lass dich bloß nicht abwimmeln. Falls du die Möglichkeit hast, eine etwas niedrigere Dosis zu geben, würde ich das tun (wird aber vermutlich nicht der Fall sein, oder)? Üblicherweise werden ADHS-Medikamente langsam eingeschlichen, meist auch erstmal in nicht-retardierter Form, scheint ja bei euch anders zu sein. Bei uns war es so, dass meine Tochter schon relativ lange ADHS-Medikamente bekommen hatte, dann wurde sie auf Elvanse umgestellt, und bekam auch gleich von Anfang an 30 mg. Damals war sie 9 Jahre alt und vielleicht so 30 kg schwer. Sie war die ersten zwei Tage wie auf Autopilot, dann war sie zwei Tage sehr weinerlich, dann nochmal ein oder zwei Tage total aufgedreht, und dann hatte es sich eingespielt. (Wir sind trotzdem nicht dabei geblieben, s.u.)

d) Elvanse ist normalerweise nicht das Mittel der ersten Wahl, hat er schon etwas anderes bekommen? In der Regel probiert man es erst mit Methylphenidat. Aber ich nehme an, der Arzt hat Gründe für das Elvanse.

e) ohne dir Angst machen zu wollen: Beobachte deinen Sohn genau. So weit ich das mitbekommen habe, neigt er zu Aggressionen. Diese können sich aufgrund von ADHS-Medikation auch verschlimmern - müssen aber nicht! Bitte jetzt keine Panik bekommen! Falls das der Fall ist, dass seine Aggressionen sich verschlimmern sollten - dann solltet ihr schnellstmöglich mit dem Arzt darüber reden und das Elvanse wieder absetzen. Dann kann man aber andere ADHS-Medikamente probieren. Nur als Beispiel - meine Tochter hat tatsächlich unter Elvanse nach etwa einem halben Jahr große Aggressionsprobleme entwickelt (davor aber nicht!), seit wir auf Methylphenidat umgestellt haben, ist das aum noch ein Problem. (Ohne Medikamente gehts aber auch nicht, da ist sie auch ziemlich aggressiv drauf).

Falls du noch mehr wissen willst, kannst du auch gern eine PN schreiben.

Liebe Grüße!

Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
C., (w), 11/2004, adoptiert, FASD, Bindungsstörung, lernbehindert, juvenile Polyarthritis;
J. (m) 01/2008, adoptiert, ADHS; Depressionen und ???,
M. (w) 01/2012 FG bei 23+6 SSW, Kleinwuchs, GÖR, Nahrungsmittelallergien, leichte ICP, Schielen, Weitsichtigkeit, allg Entwicklungsverzögerung

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Re: Elvans - Kind wie aufgedreht

Beitragvon MarcelundMama » 31.08.2019, 19:17

Hallo!

Also, nach 1 Tag mit Elvanse kann ich nur sagen: never ever gebe ich das meinem Kind noch einmal!!!
Mehr dazu später, da wir gerade auf dem Spielplatz sind und ich mein Kind langsam wieder zurück habe. Die Ticks z.B. die er entwickelt hat sind aber noch da, auch wenn deutlich milder als vorhin.

Bis später!

Jo
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Re: Elvans - Kind wie aufgedreht

Beitragvon MarcelundMama » 01.09.2019, 10:26

Kurzes Update: wir sind im Krankenhaus wegen erheblicher Nebenwirkungen... der Arzt hat auf die Pharmaindustrie geschimpft, den bei Elvanse erlebt er sehr häufig schwere nebenwirkungen, bei Ritalin & Co. hingegen kaum und wenn dann nicht so schwer. Das sagt wohl ziemlich viel.
Wir sind jetzt auch nicht gerade irgemdwo im "Provinzkrankenhaus" sondern in der MHH...

Gruss!

Jo
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