Hat die (mögliche) Behinderung eurer Beziehung geschadet?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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RikemitSohn
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Re: Hat die (mögliche) Behinderung eurer Beziehung geschadet?

Beitrag von RikemitSohn »

Hallo Susi,

da diese Situationen aus den Erzählungen immer wieder geschehen, gibt es da aus meiner Sicht keine Entschuldigung mehr. Carsten weiß, wie seine Frau ist und anstatt seine Kinder zu schützen, entscheidet er sich immer wieder dafür auf sie einzugehen und die Kinder dafür zu benutzen. In meinen Augen ist er für die Kinder mittlerweile eine genauso große Gefahr wie die Frau selbst.
Als Vater hat er die Pflicht seine Kinder zu schützen und nicht seiner Frau zu Willen zu sein.

LG Rike
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Regina Regenbogen
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Re: Hat die (mögliche) Behinderung eurer Beziehung geschadet?

Beitrag von Regina Regenbogen »

susi_muc hat geschrieben:
29.10.2020, 10:49
Dass man einen spontanen Kompromiss hinterher überdenkt, ist menschlich. Es ist auch menschlich, zu versuchen, beim nächsten Mal eine andere, nach Möglichkeit bessere Lösung zu finden.
Ja. Und diese bessere Lösung sucht der TE schon seit zwei Jahren, immer wieder und immer wieder, aber nur für sich und seine Frau.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Karsten1981
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Re: Hat die (mögliche) Behinderung eurer Beziehung geschadet?

Beitrag von Karsten1981 »

Ich will jetzt nicht undankbar klingen, aber statt Anteilnahme und Tips kommt nur immer Kritik, wie denk an die Kinder und so und das tue ich auch, weil ich sie über alles liebe.

Aber wenn ich die Kinder meiner Frau wegnehme ist Ihre Situation viel schlechter als jetzt. Die 2 lieben Ihre Mama über alles und Ihre Mama liebt sie auch über alles und tut alles für sie. Die kleinen würde nirgendwo anders die gleiche Zuwendung finden wie bei Ihr. Dass sie ab und zu ausraster hat, ist das Problem. Das ist ja besonders in letzter Zeit eher die Ausnahme als die Regel. Seit meiner letzten email gab es auch keinen Vorfall mehr.

Dass mit der Ernährung meines Sohnes, da sollte man auch nicht gleich so urteilen ohne ihn zu kennen. Er war schon immer etwas schwierig bei der Fütterung, so dass selbst die Ärzte sagten er müsse mehr essen, da er nicht genug Gewischtszunahme hatte. Daher kann ich meine Frau auch verstehen wenn sie nicht so leicht aufgeben möchte, weil man bei ihm es einfach nicht weis ob er satt ist oder nur nicht essen möchte aus irgendwelchen Gründen. Er wacht auch immernoch nachts auf und will Milch trinken, was dafür ein Indix ist, dass er Abends einfach nicht genug isst. Auf der anderen Seite, denke ich mir teilweise auch manchmal dass es besser ist nach einer gewissen Zeit aufzuhören es zu probieren, wobei meine Frau dann nachts wohl wieder öfters raus muss. Also es ist nicht so, dass wir ihn überfüttern, es ist einfach so, dass es manchmal nicht ersichtlich ist.

Zusammenfassend kann ich sagen, den Kindern geht es sehr gut, sie lieben Ihr Leben, was mir unsere Tochter auch immer wieder bestätigt und unser Sohn auch zeigen kann. Es geht also nicht darum die Familie zu trennen, sondern eher um die Ausraster auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.

Lisaneu
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Re: Hat die (mögliche) Behinderung eurer Beziehung geschadet?

Beitrag von Lisaneu »

Hallo Karsten!

Ich habe hier nicht viel mitgesenft, aber es kam auch für mich so rüber als würdest du dich einfach sehr nach den - sagen wir mal - "Launen" deiner Frau richten und daher gegen deine eigene Überzeugung ein sattes Kind füttern. Es kam auch nicht so recht rüber ob das eine einmalige Aktion war oder ob es generell so ist, dass das Kind einfach so lange gefüttert wird, bis alles weg ist.

Der Ernährungsrhytmus ist sehr individuell und wenn es klappt, am Abend mehr zu füttern damit das Kind in der Nacht nicht hungrig aufwacht, dann ist es ja okay. Nur funktioniert das eben nicht bei allen Kindern.

Es kam halt so rüber als hätte das Aufessen in der von dir beschriebenen Situation eine enorme Wichtigkeit gehabt, und als hättest du nicht aus eigener Überzeugung weiter gefüttert, sondern um deine Frau zufrieden zu stellen. OB es tatsächlich so war kannst nur du selbst beurteilen. Was die anderen meiner Meinung nach hier kritisieren ist, dass die Bedürfnisse des Kindes in diesem Konflikt überhaupt nicht berücksichtigt wurden.

Wenn das EINMAL passiert ist oder in größeren Abständen so vorkommen kann, ist es keine große Sache. Schlimm wird es dann, wenn eine Person (in dem Fall die Mutter) - bei aller Liebe - grundsätzlich glaubt, zu wissen, was das Kind zu tun hat, wie es (re-)agieren sollte, unter welchen Bedingungen es glücklich zu sein hat und wie es ANDERE (du, die Schwiegereltern,..) zu behandlen haben. Und wenn so einem Menschen aus Harmoniebedürfnis nie oder nur selten bzw. halbherzig widersprochen wird, kann das langfristig wirklich sehr, sehr belastend für die Kinder werden.

Für mich ist auch wichtig, dass ein Kind von klein auf mitbekommt dass verschiedenen Menschen verschiedene Dinge wichtig sind. Es müssen nicht alle in allen Belangen immer "an einem Strang ziehen". Es darf Dinge geben, die der Papa anders macht als die Mama und die die Mama anders macht als die Oma,..da ist nichts schlimmes daran!

Schreib ich jetzt mal so als stille Mitleserin...und ich wünsche euch und vor allem den Kindern von Herzen alles Gute.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

RikemitSohn
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Re: Hat die (mögliche) Behinderung eurer Beziehung geschadet?

Beitrag von RikemitSohn »

Hallo Karsten,

ich gehöre zu denen, die dich hart kritisiert haben und ich bleibe dabei. Das was du in dem letzten Post zu dem Leben deiner Kinder erzählst, deckt sich nicht mit den Erzählungen vorher. Deine Frau neigt zu Gewalt, hat immer wieder unkontrollierbare Ausbrüche, die sie auch an den Kindern auslässt, wenn niemand aufpasst. All das hast du geschrieben und du hast dich räumlich von ihr getrennt, weil du es nicht mehr ausgehalten hast. Das macht man nicht, wenn es sich um gelegentliche Ausbrüche handelt. Deine Kinder konnten deiner Frau bisher nicht ausweichen und sich erholen.
Natürlich lieben deine Kinder ihre Mutter. Und trotzdem werden sie unter ihr und auch unter dir als Vater leiden. Das eine schließt das andere nicht aus.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

Anjali
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Re: Hat die (mögliche) Behinderung eurer Beziehung geschadet?

Beitrag von Anjali »

Tut mir leid, aber immer noch darauf zu warten, dass sich die Probleme irgendwann von alleine wieder geben werden (z.B. durch Abstillen) ist einfach zu wenig.
Dieses Aussitzen und das immer noch stattfindende Appeasement gegenüber deiner tyrannischen Frau zu Ungunsten deiner Kinder machen es mir schwer, Anteilnahme zu empfinden. Ehrlich gesagt, würde ich dich gerne schütteln.

Wenn Du ehrlich zu Dir bist, hast Du das Problem lediglich räumlich verlagert.
Wieviel Schutz können Großeltern, die sich aus ihren eigenen Wohnzimmer vertreiben lassen, wirklich bieten?

Deine Frau scheint die Behinderung eures Sohnes nicht verarbeitet zu haben und nicht akzeptieren zu können.

Vor diesem Hintergrund finde ich eine 1,5h lange Fütterung alles andere als „harmlos“, ebenso das häufige „abschieben“ eurer Tochter zu Dir und die anscheinend nervenaufreibenden und sehr zeitintensiven Therapien.

Deine Frau gehört dringend in Behandlung, auch zu ihrem eigenen Wohl.

Mein Tipp: alles daran setzten dass deine Frau endlich ärztliche Hilfe erhält. Die Großeltern müssen hier mitziehen.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)

Karsten1981
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Re: Hat die (mögliche) Behinderung eurer Beziehung geschadet?

Beitrag von Karsten1981 »

Ich wollte mal wieder ein Update geben, da ich verstehen kann, dass sich viele Leute um unsere Kinder Sorgen machen.

Meine Frau und die Kinder sind im November wieder bei mir eingezogen. Und meine Frau war anfangs noch schnell auf der Palme allerdings gab es keinen super großen Streit mehr seitdem. Ganz im Gegenteil, ich erkenne jetzt die meiste Zeit die Person, die ich auch geheiratet habe und sie scheínt die meiste Zeit sehr glücklich zu sein. Einzig mit Ihrer Mutter spricht sie immernoch nicht und will auch nicht sagen warum sie sich derart verstritten hat. Ich persönlich habe inzwischen wieder ein gutes Verhältnis zu Ihren Eltern, da sie nach der langen Zeit selbst erlebt haben, dass Ihre Tochter nicht sie selbst ist.

Ich glaube ein großer Grund für die Enspannung ist die Tatsache dass unser Sohn seit einer Woche endlich durch die Nacht ohne Probleme schläft und auch beim Essen keine Probleme mehr macht (im Gegenteil wir sind beide in letzter Zeit überascht wieviel er isst und desöfteren rum schreit wenn er seine Portion gegessen hat bis man ihm einen Nachschlag gibt. Das Abstillen ist praktisch über Nacht passiert ohne dass wir es geplant haben und meine Frau ist sogar etwas traurig dass wir keine Fotos beim letzten Abstillen gemacht haben wie bei unserer Tochter. Ich werde in meinem alten Vorstellungsbeitrag noch was über die letzten Entwicklungen unserer Sohnes schreiben, das passt hier ja nicht so richtig rein.

Den Kindern geht es beiden auch sehr gut, man sieht ihnen an, wie sehr sie sich freuen wieder als Familie zusammen zu leben. Inzwischen versteht meine Frau (oder es scheint mir so), dass desöfteren Ihr Verhalten nicht in Ordnung war und ich merke es auch, dass sie jetzt eher auf Harmonie aus ist, zum Beispiel wenn sie mal einen Ausraster wegen einer Kleinigkeit hat, ist dieser nur von kurzer Dauer und bald wieder vergessen.

Es geht inzwischen sogar soweit, dass meine Frau mich drauf ansprach, wie es wäre wenn wir in ein oder zwei Jahren versuchen noch ein drittes Kind zu bekommen, was unser Wunsch am Anfang war, der aber dann in Weite ferne getreten ist. Ich sagte auch dass ich dafür offen bin, aber wir natürlich noch ein oder zwei Jahre warten sollten, um zu sehen wie sich unser Sohn weiterentwickelt. Aber wenn es wirklich mal soweit sein sollte werde ich wohl nur einstimmen, wenn wir uns vorsorglich von einem Experten beraten lassen, wie wir Ihre Launen beim nächsten mal in den Griff bekommen.

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