Umzug, um Einschulung zu umgehen

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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eval
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Umzug, um Einschulung zu umgehen

Beitragvon eval » 29.08.2019, 13:19

Hallo zusammen :)

unser Sohn wird kommenden August 6 Jahre und wäre damit schulpflichtig. Unser Direktor lehnt Rückstellungsanträge konsequent ab, was für uns einen eventuellen Rechtsstreit zur Folge hätte.
Was wäre denn, wenn wir unseren Wohnsitz für August und September, also dann wenn er eingeschult werden würden, in ein anderes Bundesland, wo der Einschulungsstichtag der 30.06 ist,verlegen würden?
Hat jemand Erfahrungen damit? Machen wir mit unserer „Idee“ einen Denkfehler?
Dass es Probleme mit dem Kindergarten geben könnte, ist mir bewusst, allerdings ist mir die spätere Einschulung auch einen fehlenden Kindergartenplatz wert.

Über Meinungen würden wir uns freuen, liebe Grüße

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LovisAnnaLarsMama
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Re: Umzug, um Einschulung zu umgehen

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 29.08.2019, 13:43

Hallo Eval,
das fällt vermutlich auf, weil der Vorlauf für die Einschulung ja länger ist und man sich im November anmelden muss...
Da müsstest du für einen wesentlich längeren Zeitraum " umziehen". Mit der oben genannten Konsequenz...
Was ist denn so schlimm daran, wenn dein Kind mit sechs in die Schule kommt? Habe eure Geschichte nicht im Kopf.
Lg
LG
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Re: Umzug, um Einschulung zu umgehen

Beitragvon IlonaN » 29.08.2019, 14:02

naja, auch wenn der Direktor ds ablehnt, kannst du nicht mit Attesten übers Gesundheitsamt gehen? Gegebenfalls übers Förderausschußverfahren? Wir haben mit der KITA zusammen das jetzt auch auf den Weg gebracht, sonnst müßßte mein Jüngster auch noch kurz vor seinem 6. Geburtstag zur Schule.
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Re: Umzug, um Einschulung zu umgehen

Beitragvon RikemitSohn » 29.08.2019, 14:43

Hallo,

ich denke, dass dein Sohn für längere Zeit umziehen müsste. Denn in dem Moment, in dem er zurückkommt, wird die Schulpflicht wieder aktuell sein. Kinder, die aus dem Ausland kommen, haben auch Schulpflicht. Die Idee würde ich verwerfen.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

rena99
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Re: Umzug, um Einschulung zu umgehen

Beitragvon rena99 » 29.08.2019, 15:20

Hallo Eva,

es geht um 2020, richtig? Ein Umzug wird nur nutzen, wenn ihr das über einen längeren Zeitraum macht, aber da würde ich mich beim jeweiligen Schulamt mal freundlich erkundigen. Du kannst ja angeben, dass ihr wegen einer beruflichen Auswärtstätigkeit mehrere Monate umziehen müsst.

Ich würde aber auch noch mal meine eigenen Motivtion dabei hinterfragen. Bis jetzt hast du deinen Sohn zwar als hier und da ein wenig langsam, aber ansonsten fit beschrieben. Warum würdest du ihn denn gerne zurückstellen? Und was ist die Einschränkung bei deinem Sohn dass dir das sogar einen Rechtsstreit wert wäre? In den nächsten 12 Monaten wird sich dein Kind noch deutlich entwickeln. Bist du sicher, dass eine Rückstellung unumgänglich ist? Schließlich wird er ja nicht das einzige Kind sein, dass im Einschulungssommer erst 6 wird. Wie sieht das denn der Kindergarten und (soweit das überhaupt Sinn macht, das mit dem Kind zu reflektieren) dein Sohn? Sieht der sich jetzt als Vorschulkind?

Ich wünsch dir gute Erkenntnisse.

LG
Rena
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"Jeder Zwang ist Gift für die Seele." (Ludwig Börne)

Martina H.
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Re: Umzug, um Einschulung zu umgehen

Beitragvon Martina H. » 29.08.2019, 16:01

Neue Bestimmung seit 2018

Am 27. Februar 2018 hat der Niedersächsische Landtag jedoch ein neues Schulgesetz beschlossen. Eine zentrale Änderung mit hoher Relevanz für viele Eltern war die Flexibilisierung des Einschulungsstichtages:

Eltern, deren Kinder das sechste Lebensjahr zwischen dem 1. Juli und dem 30. September vollenden, haben nunmehr die Möglichkeit, den Einschulungstermin um ein Jahr zu verschieben. Dabei sollen die Eltern sich bis zum Stichtag 1. Mai eines jeden Schuljahres entschieden haben, ob die Einschulung des Kindes um ein Jahr hinausgeschoben werden soll. In diesem Fall reicht eine formlose schriftliche Erklärung gegenüber der Schule aus.

Das klingt doch nicht so, als hätte der Direx da mitzureden, weil ihr mit August eben zwischen diesem Zeitraum liegt. Ganz genau so wie zitiert steht es im Niedersächsischen Schulgesetz.
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Martina H.
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Re: Umzug, um Einschulung zu umgehen

Beitragvon Martina H. » 29.08.2019, 16:17

Bis zum 1. Mai muss man sich entschieden haben und den Antrag auch bei der Schule eingereicht haben. Hier empfiehlt sich natürlich besondere Umsicht, damit es nicht heißt, es habe kein Antrag vorgelegen. Hier blockt er evtl.? Die Kommunen haben mit dieser flexiblen Einschulung erhebliche Planungsprobleme, daher wohl auch seine Verweigerungshaltung.

Die Schuleingangsuntersuchung muss für den Einschulungstermin 2020 mitgemacht werden. Kommt dabei eine Schulfähigkeit heraus, muss für die Einschulung 2021 keine erneute Untersuchung mehr durchlaufen werden.
alias Martina L.
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eval
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Re: Umzug, um Einschulung zu umgehen

Beitragvon eval » 29.08.2019, 16:49

Hallo zusammen :)
erstmal danke für die Antworten und Meinungen!
Wir wohnen inzwischen in BaWü, wo es eine andere Stichtagsregelung als in NDS gibt.
Bezüglich seiner Schulreife: er ist wahrscheinlich schon schulreif. Körperlich fit (fährt Fahrrad seit er drei ist, letzten Monat hat er das Seepferdchen gemacht) und kognitiv sehe ich auch keine Einschränkungen (kann beispielsweise schon sicher im Zahlenraum bis 20 rechnen). Sozial-emotional ist er nicht ganz so fit, aber nichts, was uns Sorgen macht.
Für mich ist es prinzipiell besser, wenn Kinder später eingeschult werden. Es wäre gerade erst 6 Jahre alt und damit immer einer der Jüngsten. Insofern wäre es eben wünschenswert, weil ich glaube, dass er so den besseren Schulstart hätte.
Ich muss das nochmal mit meinem Mann besprechen !
Liebe Grüße ;)

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Re: Umzug, um Einschulung zu umgehen

Beitragvon kati543 » 29.08.2019, 16:57

Hallo,
bei uns gingen damals kurz nach den Sommerferien die Briefe an die Eltern der Vorschulkinder raus. Damit bist du bereits mit deinem Kind im System jetzt. Du hättest eher umziehen müssen...spätestens jedoch jetzt und müsstest auch deutlich länger bleiben als geplant. Mit 2 Monaten ist das nicht getan - die Sommerferien dauern ja schon 1,5 Monate. Du solltest deutlich vor den Sommerferien hier weg. Je nachdem, wie umfangreich dein Kind betroffen ist und wie stark es in der Schule Hilfe brauchen wird, willst du die Schule ja auch nicht verärgern. Es ist ja kaum sinnvoll jetzt vorzutäuschen, dass du fleißig alles beantragst und dann plötzlich umziehst. Also je nachdem was dein Kind hat, um so eher musst du weg. Es kann schon Dezember sein, vielleicht aber auch erst März...und zurück ich würde sagen nicht vor den Herbstferien...das ist September/Oktober.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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Ayden
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Re: Umzug, um Einschulung zu umgehen

Beitragvon Ayden » 29.08.2019, 17:47

Hallo eval,

hier in Hamburg gilt als Stichtag meiner Kenntnis nach weiter der 1. Juli, alle Kinder, die später geboren sind, sind sogenannte `kann´ Kinder.

Unseren Großen, der in allem allerdings ganz normal entwickelt war und mit keinen körperlichen Besonderheiten kämpfen musste, haben wir als Kannkind seinerzeit eingeschult, er war körperlich seinerzeit bereits sehr sehr groß (über 135 cm).

Wir hatten seine tatsächliche `schulfähigkeit´ damals überprüft, indem er Klavierunterricht erhielt. Das klappte gut. Außerdem konnte er die Uhr lesen. Lesen konnte er seiner Zeit nicht.

Schwierigkeiten hatte unser Sohn in der Schule bisher zum Glück nicht. Er ist jetzt in der 11. Klasse (Gymnasium) , mit gerade 16 sehr jung, aber weil er sehr groß ist und sehr muskulös (Leistungssport) hatte er auch emotional nie Probleme.

Wie groß ist denn dein `Kleiner´?

Wenn Euer Sohn eigentlich in der Schule mitkommen könnte, würde ich ihn eher nicht zurückschulen - ich denke noch heute mit Schrecken an den vermeintlich `weisen´ Schritt der Eltern meiner besten Schulfreundin (beide Lehrer, die Mutter unterrichtete meine Schulfreundin sogar selber in der Schule), die ihre Tochter die 4. Klasse wiederholen ließen (trotz Gymnasialempfehlung!), weil die `Kleine ´ noch nicht reif genug für eine weiterführende Schule wäre.

Von diesem emotionalen Schlag hat meine Freundin sich nie erholt und hält sich bis heute für unreif und allen gleichaltrigen Frauen unterlegen. Das hat bei ihr Auswirkungen bis in ihr Beziehungsleben gehabt. Wirklich schade!

Ich würde von daher auf jeden Fall Euren Sohn fragen, ob er denn in die Schule möchte und auch darauf schauen, ob er vielleicht nicht doch mit seinen Freunden eingeschult werden möchte! Schließlich wäre ein Umzug in ein vermutlich weit von BaWü entferntes Bundesland um seine Einschulung zu vermeiden womöglich für ihn auch ein Signal, sich unter Umständen vor der Schule zu fürchten? Das wäre sicher unnötig belastend.

Ich wünsche Euch eine weise Entscheidung!

Liebe Grüße, Ayden


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