Rollstuhl für laufendes Kind , Hypoton

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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melly210
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Re: Rollstuhl für laufendes Kind , Hypoton

Beitragvon melly210 » 28.08.2019, 13:48

Hallo!
Mein Sohn ist mit 5 Jahren auch nicht unendlich viel gelaufen. Ich hab damals den Fahrradanhänger genutzt um ihn zu schieben wenn wir irgendwo ankommen mussten und er nicht mehr konnte. Das Ding bekommt man aber ganz klar nicht in einen Bus rein.
So wie ich dich verstehe willst du den Buggy nur nutzen wenn du zu Terminen musst. Das kann ich verstehen und ich sehe das Argument da nicht als Ausschlussargument dass er dann weniger Rad fährt. Ja, das tut er, aber ihr kommt stressfrei zum Termin und zurück. Rad fahren kann er zu anderen Zeiten wenn du keinen Zeitdruck hast.
Melly wie händelst du das denn wenn du mit deinem Sohn zb zur Physiotherapie willst, der Weg ist 30Min und nach 20 Min streikt dein Kind? Oder es weigert sich nach der Physio den Rückweg noch mit dem Rad zu machen?
Den Weg zu Terminen würde ich jetzt nicht unbedingt zu Therapiezwecken nutzen.
Viele Grüsse, AnnalenaO
Wir lassen unseren IMMER mit dem Rad fahren. Oder eben zufuß gehen. Dh jede Strecke ist quasi Therapie, und das hat ihm viel gebracht. Wir fahren allerdings längere Strecken am Weg zur/von der Therapie immer mit den Öffis. Am Rückweg, wenn er müde ist, fahre ich mit ihm eine Route die zwar etwas längere Fahrzeit benötigt, dafür aber fast ohne Fußweg auskommt. Das Rad nehmen wir ganz klar mit in den Bus, wie jeden Kinderwagen und Rolli ja auch. Dh, ich würde wenn ich schon weiß er wird müde sein die Strecke so planen daß er auch nicht länger als 5 Min fahren/gehen muß.

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LovisAnnaLarsMama
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Re: Rollstuhl für laufendes Kind , Hypoton

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 28.08.2019, 16:29

Inzwischen habe ich genau diese Frage auch für mein Kind geklärt und bin ganz klar dafür.
Auf unser Rad warten wir immer noch...
Uns wurde der Vorschlag auch von Seiten des SPZ gemacht, ich gewöhne mich jetzt mal gedanklich dran. Der Rücken wird es auf jeden Fall danken- denn ich schleppe das Kind auch zu viel.
Ich bin mal gespannt, welches Modell es wird und dass es nicht all zu lange braucht. Für den Kiga wäre eine Beförderungsmöglichkeit auch extrem wichtig, dort werden regelmäßige Ausflüge unternommen.
@ Melly: wie groß ist das Rad denn? Ich glaube dass die Busfahrer hier so etwas nicht mitnehmen würden, wenn es eine gewisse Größe hat.

Vom Vorgehen her: SPZ kontaktieren, dort nochmal Termin ausmachen, am besten auch gleich ein Sani- Haus nennen lassen, mit dem das SPZ zusammenarbeitet. Bei uns sind nämlich gar keine in der Nähe, bzw. daher ziemlich schwer zu finden. Termin mit Orthopädietechniker machen, gucken was passt, dann das entsprechende Rezept ausstellen lassen...
Wenn sich dann nicht die Krankenkasse querstellt soll es sogar schnell gehen. Unsere ist allerdings extrem Skeptisch- da braucht man 100 Zusatzberichte und Gutachten und am Ende geht es zum MDK ...
LG LovisAnnaLarsMama
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

AnnalenaO
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Re: Rollstuhl für laufendes Kind , Hypoton

Beitragvon AnnalenaO » 28.08.2019, 17:16

Hallo!
Mein Sohn ist mit 5 Jahren auch nicht unendlich viel gelaufen. Ich hab damals den Fahrradanhänger genutzt um ihn zu schieben wenn wir irgendwo ankommen mussten und er nicht mehr konnte. Das Ding bekommt man aber ganz klar nicht in einen Bus rein.
So wie ich dich verstehe willst du den Buggy nur nutzen wenn du zu Terminen musst. Das kann ich verstehen und ich sehe das Argument da nicht als Ausschlussargument dass er dann weniger Rad fährt. Ja, das tut er, aber ihr kommt stressfrei zum Termin und zurück. Rad fahren kann er zu anderen Zeiten wenn du keinen Zeitdruck hast.
Melly wie händelst du das denn wenn du mit deinem Sohn zb zur Physiotherapie willst, der Weg ist 30Min und nach 20 Min streikt dein Kind? Oder es weigert sich nach der Physio den Rückweg noch mit dem Rad zu machen?
Den Weg zu Terminen würde ich jetzt nicht unbedingt zu Therapiezwecken nutzen.
Viele Grüsse, AnnalenaO
Wir lassen unseren IMMER mit dem Rad fahren. Oder eben zufuß gehen. Dh jede Strecke ist quasi Therapie, und das hat ihm viel gebracht. Wir fahren allerdings längere Strecken am Weg zur/von der Therapie immer mit den Öffis. Am Rückweg, wenn er müde ist, fahre ich mit ihm eine Route die zwar etwas längere Fahrzeit benötigt, dafür aber fast ohne Fußweg auskommt. Das Rad nehmen wir ganz klar mit in den Bus, wie jeden Kinderwagen und Rolli ja auch. Dh, ich würde wenn ich schon weiß er wird müde sein die Strecke so planen daß er auch nicht länger als 5 Min fahren/gehen muß.
Das ist ja toll dass das bei euch so gut klappt. Da hat dein Kind sich ja super im Griff. Sei froh. Du kannst allerdings davon ausgehen dass das bei vielen hypotonen Kindern nicht so einfach geht.
Wenn meiner meinte an meiner Hand zu Pudding werden zu müssen dann war das egal ob 3 oder 20 Min Fußweg sind, ein Pudding läuft halt nicht mehr.
Sohn 5/2009 Asperger Syndrom
Tochter 10/2012 Topfit

Minnie
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Re: Rollstuhl für laufendes Kind , Hypoton

Beitragvon Minnie » 28.08.2019, 21:26

wir haben ein Rolli bekommen... mit der Begründung das sie nicht so teilhaben kann wie andere Kinder in ihrem Alter, weil ihr die Möglichkeit fehlt das Tempo zu halten, die Ausdauer und Kraft... und um das zu können gab es ein Rollstuhl weil die wenigsten Kinder mit Vorschulalter im Buggy sitzen und sie so auch selbstbestimmt dort hin fahren kann wo sie hin möchte, aber bei kraft Verlust geschoben werden kann.
Kind1: Myoklonus-Dystonie Syndrom,
ADHS, Autismus, Komplexer Herzfehler OP 08/11 (VSD- ASD- Ductus- Pulmonalklappe geweitet- Gewebe unter Aortenklappe Entfernt- Kardiomyopathi),Microzephalie,
26+2 Blasensprung,
31+5ssw Frühchen,
Sondenernährung bis 09/11,

Kind2: 25+0 410g
Transgenderkind, keine Relevanten Besonderheiten
ASSISTENZHUND

melly210
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Re: Rollstuhl für laufendes Kind , Hypoton

Beitragvon melly210 » 28.08.2019, 22:57

Hallo!
Mein Sohn ist mit 5 Jahren auch nicht unendlich viel gelaufen. Ich hab damals den Fahrradanhänger genutzt um ihn zu schieben wenn wir irgendwo ankommen mussten und er nicht mehr konnte. Das Ding bekommt man aber ganz klar nicht in einen Bus rein.
So wie ich dich verstehe willst du den Buggy nur nutzen wenn du zu Terminen musst. Das kann ich verstehen und ich sehe das Argument da nicht als Ausschlussargument dass er dann weniger Rad fährt. Ja, das tut er, aber ihr kommt stressfrei zum Termin und zurück. Rad fahren kann er zu anderen Zeiten wenn du keinen Zeitdruck hast.
Melly wie händelst du das denn wenn du mit deinem Sohn zb zur Physiotherapie willst, der Weg ist 30Min und nach 20 Min streikt dein Kind? Oder es weigert sich nach der Physio den Rückweg noch mit dem Rad zu machen?
Den Weg zu Terminen würde ich jetzt nicht unbedingt zu Therapiezwecken nutzen.
Viele Grüsse, AnnalenaO
Wir lassen unseren IMMER mit dem Rad fahren. Oder eben zufuß gehen. Dh jede Strecke ist quasi Therapie, und das hat ihm viel gebracht. Wir fahren allerdings längere Strecken am Weg zur/von der Therapie immer mit den Öffis. Am Rückweg, wenn er müde ist, fahre ich mit ihm eine Route die zwar etwas längere Fahrzeit benötigt, dafür aber fast ohne Fußweg auskommt. Das Rad nehmen wir ganz klar mit in den Bus, wie jeden Kinderwagen und Rolli ja auch. Dh, ich würde wenn ich schon weiß er wird müde sein die Strecke so planen daß er auch nicht länger als 5 Min fahren/gehen muß.
Das ist ja toll dass das bei euch so gut klappt. Da hat dein Kind sich ja super im Griff. Sei froh. Du kannst allerdings davon ausgehen dass das bei vielen hypotonen Kindern nicht so einfach geht.
Wenn meiner meinte an meiner Hand zu Pudding werden zu müssen dann war das egal ob 3 oder 20 Min Fußweg sind, ein Pudding läuft halt nicht mehr.
Ja wir sind auch sehr froh, daß das so gut klappt. Wir haben eben bei ihm gesehen wie immens wichtig Bewegung auch für die kognitive Entwicklung ist. Ein paar Wochen nachdem er angefangen hat draußen zu laufen und Laufrad zu fahren ist er auch kognitiv förmlich explodiert. Da kamen Zahlen, die Uhr, das ABC, Sprache hat einen großen Sprung gemacht...und es geht seitdem auch die gesamte Entwicklung deutlich schneller. Wir haben kein Auto, dh es ist jeder Weg mit Öffi und Rad oder zufuß gehen verbunden. Klar kann man auch anders für viel Bewegung sorgen. Aber draußen geht es halt nebenher, ohne daß man da noch bewusst was tun muß. Und ich denke, daß auch das orientieren im Straßenverkehr kognitiv sehr motiviert. Wenn sie mit dem Rad unterwegs sind, können sie das Hirn nicht so abgeben wie in einem Buggy. Da müssen sie selber auf andere Verkehrsteilnehmer achten, auf die Ampel etc pp.
Ich glaube auch absolut, daß das bei anderen hypotonen Kindern noch schwieriger ist als es bei meinem war, auch wenn bei meinem auch alles andere als einfach war. Da hat die Tagesmutter damals ein halbes Jahr sehr kleinschrittig mit ihm geübt daß er den Weg zum Spielplatz zufuß geht. Das waren so 10 min pro Richtung. Sobald das dann ging, ging auch der Rest.

Eventuell ist da dann ein Dreirad/Therapierad mit Schubstange was, so daß wenn man den Eindruck hat es reicht dem Kind das dann die Füße wegnehmen kann und man schiebt eben ?

Und weil vorher die Frage kam: wir nutzen aktuell noch ein Laufrad, das erste richtige Rad gibt es dam im Februar zum 5. Geburtstag. Aber ich würde auch ein Therapierad genau wie einen Rolli ganz selbstverständlich in jeden Bus mitnehmen.

Lexxli
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Re: Rollstuhl für laufendes Kind , Hypoton

Beitragvon Lexxli » 29.08.2019, 09:25

Mein Sohn ist auch 5 Jahre alt und wir haben seit 1 Jahr den Rolli. Ich möchte diesen nicht mehr missen. Er kann, wenn er drin sitzt, selber steuern wo er hin will , wie gehende Kinder auch. Wenn er lust zum Laufen hat, kann ich den Handgriff (wie sagt man dem richtig? :lol: ) runter stellen, dann kann er den Rolli als Laufhilfe nutzen oder er lässt sich auch einfach von mir fahren.
Einen Rehabuggy wollte ich nie und als der Kinderwagen zu klein wurde, war halt der Rollstuhl die logische Nachfolge. Therapierad haben wir auch, aber das finde ich ungünstig in Bahn und Bus und für ihn auch nicht passend auf längeren Strecken.
Nael 10.6.14, Muskelhypotonie, Gaumenspalte ( verschlossen), Ptosis (2x Operiert), Skoliose, Kyphose (Korsettversorgt seit April 2018) und stolzer Kindergärtner.
Kann seit September '15 sitzen und seit April 2018 gehen, frei und am Rollator

AnnalenaO
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Re: Rollstuhl für laufendes Kind , Hypoton

Beitragvon AnnalenaO » 29.08.2019, 11:14

Zitat von Melly:
Ich glaube auch absolut, daß das bei anderen hypotonen Kindern noch schwieriger ist als es bei meinem war, auch wenn bei meinem auch alles andere als einfach war. Da hat die Tagesmutter damals ein halbes Jahr sehr kleinschrittig mit ihm geübt daß er den Weg zum Spielplatz zufuß geht. Das waren so 10 min pro Richtung. Sobald das dann ging, ging auch der Rest.

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Melly da ist halt der Unterschied zwischen deinem Kind und anderen Hypotonie Kindern. Bei meinem ging es einfach nie rund mit dem laufen, und ich habe weiß Gott viel mit ihm geübt. Mit Laufrad das war absolut kamikaze. Er konnte den Abstand zu Menschen nicht richtig abschätzen und auch nicht zu parkenden Autos. Ich bin von einer Schrecksekunde in die Nächste gerutscht, musste ständig irgendwen oder irgendwas retten. Außerdem kam er gerne auf lustige Ideen wie: heute probiere ich mal aus wie es ist wenn man mit Augen zu Laufrad fährt. Hat er wirklich gemacht und nicht nur einmal. So laufen hieß: dauerndes stolpern, häufiges hinfallen und nach spätestens 15 Min ging gar nix mehr. An der Hand hat er wahlweise den Quatschkasoer gegeben oder ist zu Pudding geworden. Um bei Punkt A loszugehen und zu einer gewissen Zeit dann bei Punkt B zu sein müsste ich ihn lange Zeit schieben. Das war einfach so bis er gut 6 Jahre alt war. Er wurde auch von der Einschulung zurückgestellt. Da half auch alles kleinschrittige Üben nichts auf die Schnelle. Klar hab ich immer geübt, Weg zum Kiga und wieder heim wo es nicht auf die Zeit ankommt oder zum einkaufen zB. Das kostet nur Nerven, mehr passiert nicht. Wenn ich aber zu spät zu einer Therapie komme oder zu einem anderen wichtigen Termin dann ist das blöd. Das geht mit manchen Kindern einfach nicht. Und so scheint es beim Kind der TE auch zu sein, ich glaube allein aus Spaß oder weil man zu faul ist mit dem Kind zu üben denkt niemand über die Anschaffung eines Rollstuhls nach.
Sohn 5/2009 Asperger Syndrom
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Katja_S
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Re: Rollstuhl für laufendes Kind , Hypoton

Beitragvon Katja_S » 29.08.2019, 12:15

Hallo,
ich glaube allein aus Spaß oder weil man zu faul ist mit dem Kind zu üben denkt niemand über die Anschaffung eines Rollstuhls nach.
Das glaube ich auch! Ich glaube, bei der ganzen Diskussion ist auc das Problem, dass sich die Geschichte des eigenen Kindes nicht bzw. kaum auf andere Kinder übertragen lässt. Hypoton und Hypoton ist nicht unbedingt das gleiche, das kann unterschiedlich ausgeprägt sein, sich unterschiedlich auswirken und auch jedes Kind an sich ist ja anders. Genau wie die "Umgebungsbedingungen". Da hilft es wenig zu sagen, dass es bei einem ja auch klappt.
Die Aussage von Melly
Aber ich würde auch ein Therapierad genau wie einen Rolli ganz selbstverständlich in jeden Bus mitnehmen.
ließe sich bei uns in der Gegend z.B. gar nicht so selbstverständlich umsetzen (selbst wenn man selbst das unbedingt wollte), da die Fläche in vielen Bussen einfach zu klein ist. Da passen oft gerade mal ein Rollstuhl plus 1 Kinderwagen rein und es stehen gerade zu Stoßzeiten (und bei Therapien kann man die ja nicht unbedingt umgehen) zusätzlich noch viele Menschen im Gang rum. Aus- und Einsteigen muss man ja auch noch können. Da wäre es mit einem Therapierad schwierig (ganz abgesehen davon, dass die Mitnahme von Rädern im Bus gar nicht erlaubt ist (da könnte man ja evtl auf eine Ausnahmeregel hoffen)).
Sorry, wenn ich mich hier kurz in die Diskussion einmische. Wir selbst sind von der Entscheidung/ Situation ja gar nicht betroffen, da mein Sohn gar nicht frei laufen kann und von daher natürlich auf länegren Strecken einen Rolli benutzt (in der Schule, auf kurzen Strecken nutzt er einen Rollator oder läuft an der Hand).
Ich würde aber auch auf alle Fälle zu einem Rolli und nicht zu einem Rehabuggy tendieren. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Kind dann nur noch im Rollstuhl sitzen will, wenn es auch die Möglichkeit hat, zu laufen (da ist es ja dann viel mobiler). Das mag in seltenen Fällen so sein, dann muss man ggfs klar regeln. Hier ist z.B. klar, dass der Rolli im Haus nicht benutzt wird, in der Schule ist er gar nicht dabei (außer bei Ausfügen).
Viele Grüße
Katja
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung

HeikeLeo
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Re: Rollstuhl für laufendes Kind , Hypoton

Beitragvon HeikeLeo » 29.08.2019, 13:09

Liebe Sacht736,

wir haben uns mit meinem Sohn auch durchgekämpft bis er 10 jahre alt war - mit Therapierad, Dreirad mit Schiebestange, Buggy, Bollerwagen, Fahrradanhänger....- letztlich lief es immer darauf raus, dass ich ihn tragen musste. Einen 10-Jährigen zu tragen, der schon 50 kg wiegt, ist eine Herausforderung - auch wenn er gut mitgemacht hat und sich geeignet festgehalten hat.

Wir haben dann einfach einen Faltrollstuhl selbst gekauft. Damals hat der 300 € gekostet - inzwischen haben iwr einen neuen gekauft, der billiger war.
Es ist auch nicht so, dass er die ganze Zeit im Rolli sitzt. Wenn er laufen KANN, dann tut er das auch. Der Rolli ist eine enorme Entlastung.

Bie uns hatte die Krankenkasse das Therapierad als Rollstuhl verbucht :P

Übrigens ist so eine Rolli auch ein nützliches Symbol. Wenn Kind im Kinderwagen quengelt, wird man doch manchmal dumm angemacht. Wenn Kind im Rollstuhl quengelt, dann gibt es eher Verständnis.

Liebe Grüße
Heike

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melly210
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Re: Rollstuhl für laufendes Kind , Hypoton

Beitragvon melly210 » 29.08.2019, 13:28

Zitat von Melly:
Ich glaube auch absolut, daß das bei anderen hypotonen Kindern noch schwieriger ist als es bei meinem war, auch wenn bei meinem auch alles andere als einfach war. Da hat die Tagesmutter damals ein halbes Jahr sehr kleinschrittig mit ihm geübt daß er den Weg zum Spielplatz zufuß geht. Das waren so 10 min pro Richtung. Sobald das dann ging, ging auch der Rest.

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Melly da ist halt der Unterschied zwischen deinem Kind und anderen Hypotonie Kindern. Bei meinem ging es einfach nie rund mit dem laufen, und ich habe weiß Gott viel mit ihm geübt. Mit Laufrad das war absolut kamikaze. Er konnte den Abstand zu Menschen nicht richtig abschätzen und auch nicht zu parkenden Autos. Ich bin von einer Schrecksekunde in die Nächste gerutscht, musste ständig irgendwen oder irgendwas retten. Außerdem kam er gerne auf lustige Ideen wie: heute probiere ich mal aus wie es ist wenn man mit Augen zu Laufrad fährt. Hat er wirklich gemacht und nicht nur einmal. So laufen hieß: dauerndes stolpern, häufiges hinfallen und nach spätestens 15 Min ging gar nix mehr. An der Hand hat er wahlweise den Quatschkasoer gegeben oder ist zu Pudding geworden. Um bei Punkt A loszugehen und zu einer gewissen Zeit dann bei Punkt B zu sein müsste ich ihn lange Zeit schieben. Das war einfach so bis er gut 6 Jahre alt war. Er wurde auch von der Einschulung zurückgestellt. Da half auch alles kleinschrittige Üben nichts auf die Schnelle. Klar hab ich immer geübt, Weg zum Kiga und wieder heim wo es nicht auf die Zeit ankommt oder zum einkaufen zB. Das kostet nur Nerven, mehr passiert nicht. Wenn ich aber zu spät zu einer Therapie komme oder zu einem anderen wichtigen Termin dann ist das blöd. Das geht mit manchen Kindern einfach nicht. Und so scheint es beim Kind der TE auch zu sein, ich glaube allein aus Spaß oder weil man zu faul ist mit dem Kind zu üben denkt niemand über die Anschaffung eines Rollstuhls nach.
Nein um Gottes Willen, natürlich denkt keiner aus Spaß über einen Rolli nach oder weil er zu faul ist, so habe ich es auch nicht gemeint ! Mir ging es nur darum aufzuzeigen, wie wichtig die motorische Entwicklung/Bewegung für die gesamte Entwicklung, besonders die kognitive, ist. Unsere Ergo predigt das auch immer und sagt den meisten Eltern ist nicht klar wie stark dieser Zusammenhang ist. Darum sollte man da einfach sehr gut überlegen, ob man den Schritt bei einem ansich gehenden Kind so gehen will, ob es nicht andere Wege gibt, oder wenn nicht wie man dann sonst mehr Bewegung für das Kind einbaut wenn eben dann ein Teil der Alltagswege wegfällt.


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