Welche finanziellen Hilfen gibt es? (kurz vor dem Ruin)

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Leasanne
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Re: Welche finanziellen Hilfen gibt es? (kurz vor dem Ruin)

Beitragvon Leasanne » 24.08.2019, 13:05

Mal überschlägig habt ihr ohne den Zuschuss aus deiner Altersvorsorge und ohne Pflegegeld rund 1700 EUR netto, abzüglich Miete noch 900 EUR.
Bei H4 kommen etwa als Bedarf 764 EUR (Regelsatz Partner) und für das Kind 245 EUR (Kind bis 6 Jahre) sowie 650 EUR angemessene Wohnkosten zusammen. Macht dann 1659 EUR.

Der Bedarf wird dem Einkommen gegenübergestellt, also 1700 Einkommen und 1659 Bedarf. Da wird demnach wahrscheinlich nix rauskommen. oder nur sehr wenig.

LG Michael
Die Berechnung hinkt etwas, da von den 1.500,00 € Einkommen aus Erwerbstätigkeit Freibeträge abzurechnen sind: min. 100,00 € Grundfreibetrag plus 20% vom Bruttoeinkommen bis 1000,00 und 10% bis 1.500,00 €. Darüber hinaus wird alles abgezogen.

Demnach dürften nur etwa 1.200,00 € angerechnet werden als Einkommen.

Sind in den Mietkosten Nebenkosten und Heizung enthalten? Wie hoch sind die angemessenen Wohnkosten bei euch? Das spielt alles bei der Berechnung eine Rolle mit.

So gerechnet dürfte das ALG II bei euch gar nicht so knapp ausfallen.
Liebe Grüße
Leasanne
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Re: Welche finanziellen Hilfen gibt es? (kurz vor dem Ruin)

Beitragvon MichaelK » 24.08.2019, 15:10

Demnach dürften nur etwa 1.200,00 € angerechnet werden als Einkommen.
ok, aber das Kindergeld musst schon zum EK rechnen.
Ich denke, dass Wohngeld schon etwa auf die gleiche Leistung hinauslaufen würde und das ist wesentlich stressfreier.

LG Michael
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"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
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Re: Welche finanziellen Hilfen gibt es? (kurz vor dem Ruin)

Beitragvon Leasanne » 24.08.2019, 16:10

Demnach dürften nur etwa 1.200,00 € angerechnet werden als Einkommen.
ok, aber das Kindergeld musst schon zum EK rechnen.
Ich denke, dass Wohngeld schon etwa auf die gleiche Leistung hinauslaufen würde und das ist wesentlich stressfreier.

LG Michael
Ja, ich hatte damit gemeint, dass vom Erwerbseinkommen ca. 1.200,00 € angerechnet werden dürften. Die Aussage bezog sich auf meine obige Berechnung zur Anrechnng von Erwerbseinkommen. Insgesamt, mit Kindergeld zusammen, wären das dann rund 1.400,00 € und somit würde ein ungedeckter Bedarf von round-about 260,00 € bestehen, der alleine durch Kinderzuschlag (185 €) nicht gedeckt werden kann.
Wohngeld dürfte es in etwa 190,00 € (Hessen, Mietstufe 4) geben.

Lt. Internetberechung würde das aber immer noch nicht reichen, um den Gesamtbedarf zudecken.
Das ganze gilt natürlich nur, wenn kein anrechenbares Vermögen da ist.

Wie man es auch dreht und wendet: Anspruch auf Sozialleitungen besteht allemal. Die Frage ist nur, in wie weit evtl. vorhandenes Vermögen berücksichtigt werden muss und ob der rechnerische Bedarf dann immer noch bestünde.

@steffi: Mache am besten einen Termin bei einer Sozialberatung wegen dieser Themen. Nehme dazu die Gehaltsabrechnungen deines Mannes mit, den Mietvertrag (ich hab das gerade nicht mehr so im Kopf: Wohnt ihr zur Miete oder habt ihr Eigentum? Wenn Eigentum, dann nehme die Finanzierungsunterlagen mit) und die letzte Betriebskostenabrechnung. Mache eine Aufstellung aller eurer Versicherungen, die ihr habt (von Haftpflicht über Kfz bis Lebensversicherung) mit evtl. Rückkaufwerten, Sparverträgen und Konten mit den jeweiligen Kontoständen. Wenn ihr ein Auto habt, dann solltest du den ungefähren Zeitwert kennen.
Danach kannst du dann die entsprechenden Anträge stellen. Somit hat du zumindest finanziell Klarheit.

Letztendlich könnt ihr eine ganze Reihe eurer Belastungen durch Tom von der Steuer absetzen (ich denke mal, Tom hat einen SBA mit Mz H?), ihr müsst dazu lediglich eine Einkommensteuererklärung machen.

Danach würde ich mir einen Überblick verschaffen, welche Pflegeleistungen du bekommen kannst. Auch dazu gibt es Beratungsstellen. Du bist auch nur ein Mensch und mit eurer Familiengeschichte brauchst du auch mal Luft zu Atmen und Zeit für dich. Wann hast du z.B. das letzte Mal mit Freunden gequatscht? Warst auf einer Geburtstagsfeier oder im Kino? Oder im Fitnessstudio? Wann warst du zum letzten Mal mit deinem Mann alleine? Und auch du musst mal zum Arzt, zur Vorsorge, zum Friseur (NEIN! Das ist nicht egoistisch!), einkaufen. Dazu gibt es z.B. die zusätzlichen Betreuungsleistungen und die Verhinderungspflege. Das würde dich im Alltag deutlich entlasten.
Sicher ist es nicht leicht, da jemand passendes zu finden, man muss es halt nur einfach mal in Angriff nehmen.
Liebe Grüße
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Re: Welche finanziellen Hilfen gibt es? (kurz vor dem Ruin)

Beitragvon MichaelK » 24.08.2019, 21:40

Wohngeld dürfte es in etwa 190,00 € (Hessen, Mietstufe 4) geben.

Lt. Internetberechung würde das aber immer noch nicht reichen, um den Gesamtbedarf zudecken.
....
Hallo,

naja Bedarfe würde ich die Freibeträge nicht nennen. Da ist schon auch eine Prämie mit dabei. Trotz eventueller Kosten. Mit 190 EUR Wohngeld wäre ja auch erstmal was erreicht und vermutlich spielt da der "Spargroschen" keine Rolle.

LG Michael
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Re: Welche finanziellen Hilfen gibt es? (kurz vor dem Ruin)

Beitragvon Sabine1970 » 25.08.2019, 10:23

Hallo Toms Mama,

ihr hattet einen schweren Start. Nun heisste es nach vorne zu sehen und alle Möglichkeiten abzuchecken.
Etwas sonderbar finde ich persönlich, dass ihr so lange in der Klinik wart und dort offensichtlich niemals eine Beratung vom Sozialdienst hattet. Diese sind nämlich dazu da, in solchen Fällen auf den Alltag vorzubereiten.
Konntest Du in der Klinik keine Kontakte knüpfen, zu den Pflegekräften ? Wäre hier eventuell jemand bereit Deinen Sohn im Rahmen der Verhinderungspflege zu betreuen? Macht ihr Ergo? KG? Gibt es da eine Fachkraft, die Du ansprechen könntest, die sich etwas dazu verdienen möchte?

Und es ist ganz sicher möglich, im Einzelhandel etwas zu finden, um stundenweise am Abend/ Wochenende etwas zu finden. Die Läden haben Öffnungszeiten zum Teil bis 24 Uhr, da werden immer Kräfte gesucht.
Ich habe als mein kleiner Sohn ( gesund) 2 Jahre alt war, angefangen, in der Altenpflege am WE zu arbeiten. Geteilte Schichten und mein Mann hat beide Kinder ( Sohn behindert war damals 8 Jahre) in dieser Zeit übernommen. War nicht immer spassig für das Familienleben, ist aber machbar. Manche machen das über Jahrnzehnte. Und Du kannst beruhigt gehen, Kind ist beim Vater.
In Sachen " Flexibilität" sagtst Du beim Einstellungsgespräch ganz klar, dass Du Wochentags und kurzfristig nicht greifbar bist. Und auch warum. Das geht und wird auch funktionieren.
" Ich kann nix" funktioniert einfach nicht. Und etwas unter Leute kommen, andere Menschen zu treffen tut Dir bestimmt auch gut.
Mir hat es jedenfalls gut getan, wenn jemand sagte " schön dass Sie mal wieder kommen" und ich auch zeigen konnte, ich kann mehr als staubsaugen und eigene Kinder betreuuen.

LG Sabine


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