Grundsicherung abgelehnt weil zu vermögend

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Maluka
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Grundsicherung abgelehnt weil zu vermögend

Beitragvon Maluka » 22.08.2019, 08:57

Hallo,
ich bin hier stille Mitleserin, jetzt bräuchte ich eure Hilfe. Unser Sohn geht demnächst in eine WfbM, wohnen tut er zu Hause bei uns. Wir haben für unsere Söhne gespart, und jetzt wurde die Grusi abgelehnt weil die Geld Obergrenze knapp überschritten worden ist. Der Rückkaufwert von zeitbegrenzter LV und Bausparer haben es gemacht. Hatte jemand sowas ? Kann man da was dagegen machen? Dazu muss ich sagen, dass mein Mann volle arbeitet (normales Gehalt, nicht reich), ich bin Hausfrau. Es war nicht immer leicht mit einem Gehalt, aber für unsere Kinder wollten wir was ansparen.

LG Maluka

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Markus_1974
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Re: Grundsicherung abgelehnt weil zu vermögend

Beitragvon Markus_1974 » 22.08.2019, 09:23

Hallo Maluka,

viel machen kannst du da nicht.
Bei Beantragung der Grundsicherung muss verwertbares Vermögen aufgebraucht werden.
Du kannst nur im Vorfeld schon tätig werden und Gelder gar nicht erst auf deine Kinder anlegen.

Evtl. könnt ihr die Summe wieder drücken weil ihr die LV umstellt, so dass die erst im Alter ausgezahlt wird.
Google mal nach Verwertungssausschluss.

viele Grüße
Markus

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Jakob05
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Re: Grundsicherung abgelehnt weil zu vermögend

Beitragvon Jakob05 » 22.08.2019, 09:37

Habt ihr nicht vielleicht schon ein konkretes Wohnobjekt für das der Bausparer vorgesehen ist ? Wenn das schlüssig zu belegen ist, lässt das Amt mit sich reden.
Wir hatten das mal mit einem speziellen, nicht ganz billigen Fahrrad das zum Zeitpunkt der Überprüfung zwar bestellt, aber noch nicht geliefert und damit bezahlt war.
So konnte das "Zuviel"-Vermögen rausgerechnet werden, da er das Fahrrad für den Weg zur Arbeitsstätte unbedingt brauchte.
Ab 2020 steigen die Freibeträge so weit ich weiss, vielleicht kann man den Antrag zurückziehen und dann neu beantragen ?
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Rachenfehlbildung,Tracheostoma)

Susanne Th.
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Re: Grundsicherung abgelehnt weil zu vermögend

Beitragvon Susanne Th. » 22.08.2019, 10:25

Hallo Maluka,

als uns klar wurde, dass unser Sohn zeitlebens auf Grundsicherung angewiesen sein wird, haben wir diese Versicherungen aufgelöst, bzw. verwertet.
Diese Ansparungen, die auch wir nicht aus dem Ärmel geschüttet haben, hätten zur Ablehnung der Grundsicherung geführt. Die abgeschlossene private Rentenversicherung im Alter sogar zur Kürzung der Grundsicherung geführt. Es wäre ihm also nichts, was wir für ihn angespart hatten, zugute gekommen.

So erfüllen wir ihm lieber regelmäßig Wünsche, statt für die Katz zu sparen.

LG
Susanne

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Re: Grundsicherung abgelehnt weil zu vermögend

Beitragvon monika61 » 22.08.2019, 11:05

Jakob05 hat geschrieben:Ab 2020 steigen die Freibeträge so weit ich weiss, vielleicht kann man den Antrag zurückziehen und dann neu beantragen ?


Hallo Jakob,

soviel ich weiß gilt das nur für erwerbstätige Menschen.

Hier auf Seite 4 u. 5 :
https://bvkm.de/wp-content/uploads/2019 ... 17-1-1.pdf

Bei Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung bleibt es wohl bei dem Vermögensfreibetrag von 5000 Euro.

LG
Monika

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Re: Grundsicherung abgelehnt weil zu vermögend

Beitragvon Leasanne » 22.08.2019, 11:12

Habt ihr vielleicht die Möglichkeit, die Versicherungen umzuschreiben auf euch? Oder aufzulösen und das Geld anderweitig auf euren Namen anzulegen (soweit das rechtlich überhaupt möglich ist)? Dann könntet ihr für den Erbfall in einem Behindertentestament festlegen, dass das Geld für bestimmte Zwecke für euren Sohn genutzt werden soll, z. B. für Urlaube, Finanzierung eines (teuren) Hobbies, Freizeit, aber auch für eine persönliche Assistenz, Begleitung z.B. im Urlaub o.ä. Somit darf es, ganz vereinfacht gesagt, nicht angerechnet werden. Das hilft ihm zwar, solange ihr lebt nicht weiter, aber wenn ihr dann versterbt,darf er sein erbe dann wenigstens nutzen.
Liebe Grüße
Leasanne
_________________________________________
Eva (*’76), Burn-out, alleinerziehend
Jonas (*’95), Lutz (*’02), ASS, ADHS, Dyskalkulie, extreme Knick-Senk-Füsse, Skoliose, seit 2019: LQTS, Til (*’05) extrem nervendes Pubertier

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Re: Grundsicherung abgelehnt weil zu vermögend

Beitragvon Christine4711 » 22.08.2019, 11:32

Hallo
ich hänge mich mal mit dran
Wo bei uns klar war das unsere Tochter immer auf Unterstützung angewiesen sein wird
Sparen wir nur für (uns)
Gemeinsame Urlaube und andere Sachen
die wir als Familie unternehmen
Im Hindergrund läuft jetzt die Ausarbeitung eines Behindertentestamentes da mit Sie für später
Möglichkeiten hat.
Meine Vorschreiberin hat da schon sehr viele Möglichkeiten aufgezählt

Liebe Grüße
Christine
Mami von Lea , Sprach und Entwicklungsverzögert, ein Sonnenschein . ADHS,
A-Autismus
SBA 80 % B G H
PF 4

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Re: Grundsicherung abgelehnt weil zu vermögend

Beitragvon monika61 » 22.08.2019, 13:36

Maluka hat geschrieben:
und jetzt wurde die Grusi abgelehnt weil die Geld Obergrenze knapp überschritten worden ist.



Hallo Maluka,


Du schreibst:

..."Geld Obergrenze knapp überschritten"...

Der Vermögensfreibetrag bei Grundsicherung (SGB XII) liegt bei 5000 Euro.
Wenn die Obergrenze nur "knapp" überschritten wurde kann das doch nicht soviel sein.

Dein Sohn würde eine Grundsicherungsleistung (Regelbedarfsstufe 1) von 424 € bekommen, ohne Miete, Mehrbedarf usw.
https://www.hartziv.org/regelbedarf.html

Nehmt das Geld vom Sohn für einen Monat für Essen usw und dann müsstet ihr doch schon unter die 5000 Euro gekommen sein.
Dann stellt ihr nochmals einen neuen Grundsicherungsantrag.
Der müsste doch dann durchgehen....oder habe ich da jetzt einen Denkfehler :?:

LG
Monika

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Re: Grundsicherung abgelehnt weil zu vermögend

Beitragvon Engrid » 22.08.2019, 13:56

Hallo Maluka,

ich bin nicht sicher, nachdem das die 5000€-Grenze überschreitende Vermögen schon dem Soziahilfeträger bekannt ist, ob man als Eltern dem Kind das nun so einfach wieder abzweigen kann. Ich würde mich an einen Anwalt wenden, der sich in diesem sehr speziellen Rechtsgebiet auskennt („Behindertentestament“). Das Amt ist ja verpflichtet, eigenes Vermögen „aufzuspüren“ und einzufordern vor Gewährung von Sozialhilfe.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Re: Grundsicherung abgelehnt weil zu vermögend

Beitragvon MichaelK » 22.08.2019, 13:57

monika61 hat geschrieben:Nehmt das Geld vom Sohn für einen Monat für Essen usw und dann müsstet ihr doch schon unter die 5000 Euro gekommen sein.
Dann stellt ihr nochmals einen neuen Grundsicherungsantrag.
Der müsste doch dann durchgehen....oder habe ich da jetzt einen Denkfehler :?:



hallo Monika,

nö, im Prinzip richtig.
Bei den "Spargroschen" ist auch fraglich, ob die Ablehnung zurecht war. Beispielsweise bei Lebensversicherung zählt ja der Rückkaufwert usw. Ob das schon so richtig festgestellt ist, können wir hier ja mit den wenigen Infos gar nicht beurteilen.
Da müsste schon mal ein Anwalt drüberschauen, der die Rechtsprechung im Detail zur Verfügung hat.

Aber grundsätzlich sehe ich das dann genauso, wie Monika.

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)


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