Regelkindergarten - jetzt hab ich doch ein bisschen Angst

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Henrymami
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Re: Regelkindergarten - jetzt hab ich doch ein bisschen Angst

Beitragvon Henrymami » 15.08.2019, 21:51

Henry hatte keine Probleme.
Er hat sich im Regelkindergarten sehr wohl gefühlt.
Seine schwere Mehrfachbehinderung ist allerdings sehr offensichtlich, damit vielleicht einfacher im Umgang.
Dumme Eltern gibt es immer, die Ihre Kommentare loswerden müssen
Henry 25.06.13 Goldberg sphrintzen megakolonsSyndrom
PEG, spastische zerbraparese Katarakt bds, Glaukom

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LovisAnnaLarsMama
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Re: Regelkindergarten - jetzt hab ich doch ein bisschen Angst

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 15.08.2019, 23:30

Manche Eltern leben halt hinter dem Mond. Mein Kleiner ist vorletztes Jahr als schöne rosa Glitzefee im Kindergarten gewesen und war ziemlich zufrieden damit. Ich habe auch erst geschluckt, aber das Feenkostüm war das einzige, was er sich anziehen ließ. ;)
Zu den Erfahrungen im Regelkindergarten: wir haben es zwei Jahre in der Krippe versucht. Ich denke aber, dass mein Kind aktuell im HP- Kindergarten besser aufgehoben ist, weil bei ihm einige Probleme zusammenkommen. In einer ganz normalen Gruppe mit 24 oder mehr Kindern würde er aktuell untergehen. Er versteckt sich jetzt schon auf dem Spielplatz, wenn dort Kinder kommen, die ihn aus dem Kiga kennen und freudig begrüßen- warscheinlich werden ihm die Unterschiede jetzt langsam bewusst.
Ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht...
Sorgen brauchst du dir warscheinlich keine machen, die meisten Kinder kommen im Kindergarten besser klar, als von den Eltern erwartet.
Lg
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

Schlum(sa)bine
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Re: Regelkindergarten - jetzt hab ich doch ein bisschen Angst

Beitragvon Schlum(sa)bine » 16.08.2019, 08:19

Ihr habt ja Recht - Idioten gibt es überall :? . Da müssen wir wohl leider durch.

Der Zwerg ist übrigens seit Anfang diesen Jahres ohne I-Status. Auch im Kindergarten. Wenn der Kindergarten das Gefühl hat er bräuchte nen I-Status, dann stellen wir nochmal einen Antrag. Der letzte wurde vom Versorgungsamt abgelehnt (wundert mich nicht, wenn in den Arztbriefen aus der Neuropädiatrie 3x in Folge steht "entwickelt sich super, wir sind sehr zufrieden).
Im Kindergarten kommt der Zwerg super klar. Er spielt und tut und macht. Er geht auch ganz bestimmt nicht unter ... da hab ich eher Sorgen, dass er zu sehr im Mittelpunkt steht. Der ist ne kleine Rampensau :D .

Und ja, wir sind so unglaublich stolz auf ihn. Er hatte einen schweren Start und entwickelt sich durch die Medis wie mit angezogener Handbremse. Er kämpft um jeden Entwicklungsschritt ... und das super ausdauernd und erfolgreich.
Vor 3 Jahren hätten wir das nicht Mal zu hoffen gewagt.

LG
Sabine mit J (4/2005 - fittes Pubertier), B (3/2009 - fiitter Duracell-Hase), S (5/2016 - Epilepsie, aktuell anfallsfrei unter Luminaletten, leichte allgemeine Entwicklungsverzögerung, starke Sprachentwicklungs-Verzögerung)

Schlum(sa)bine
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Re: Regelkindergarten - jetzt hab ich doch ein bisschen Angst

Beitragvon Schlum(sa)bine » 17.08.2019, 12:52

Gestern war ich bei der Teambesprechung im Kindergarten dabei.
Ich hab erklärt was bei einem Anfall zu tun ist. Und ein bisschen seine Eigenheiten. Und sein UK- Buch hab ich kurz gezeigt.
Es kamen dann noch etliche Fragen zum allgemeinen Umgang ... z.B.
- ob er sich ohne direkte Aufsicht durch eine Erzieherin im Kindergarten bewegen darf (ja natürlich, wenn dauerhafte Überwachung nötig wäre, hätten wir keinen Regelkindergarten gewählt).
- da heftige Wut schon Anfälle ausgelöst hat, ob er irgendwie besonders behandelt werden soll, damit er nicht wütend wird (bloß nicht - er muss lernen Frust auszuhalten, Sachen zu teilen, abzuwarten etc. - ihm immer seinen Willen zu lassen aus Angst vor nem Anfall, wäre super schlecht).
Grundsätzlich sind natürlich Ängste vorhanden, aber das Interesse und der Austausch waren sehr gut.
Beim Elternabend werden die anderen Eltern informiert (ich kann vermutlich nicht hin wegen Dienstreise - die Kita-Leiterin spricht das dann an).
Und den Kindern wird erklärt, was Epilepsie ist. Dazu habe ich jetzt 2 Bilderbücher gefunden und bestellt.

Die Erzieherinnen und die Leitung sind echt gut und kriegen das bestimmt gut hin.

Ich schwanke immer noch zwischen Angst und totaler Überzeugung, dass das alles richtig ist.
Aber auch ich werde mich da dran gewöhnen.

Ich hab mich nach der Diagnose für einen offenen Umgang mit der Krankheit entschieden und bin bisher gut damit gefahren ...

LG
Sabine mit J (4/2005 - fittes Pubertier), B (3/2009 - fiitter Duracell-Hase), S (5/2016 - Epilepsie, aktuell anfallsfrei unter Luminaletten, leichte allgemeine Entwicklungsverzögerung, starke Sprachentwicklungs-Verzögerung)

Ayden
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Re: Regelkindergarten - jetzt hab ich doch ein bisschen Angst

Beitragvon Ayden » 18.08.2019, 15:36

Liebe Sabine,

Klasse, dass sich Euer Kleiner so gut macht!

Nicht umsonst heißt es bei kleinen Kindern Entwicklungsverzögerung und nicht automatisch Behinderung.

Ich wäre also bei der Wortwahl zurückhaltend mit dem Begriff ´behindert´.

Gerade eine Epilepsie löst häufig eine verzögerte Reifung aus und vielleicht haben die Anfälle auch das Sprachzentrum mitbetroffen? (also meist linkshirnisch).

Dann wäre es völlig klar, dass die Sprachentwicklung verzögert ist.

Hätten wir unsere Kleine früh in den Kindergarten geschickt, wäre sie, aufgrund ihres damals nicht bekannten angeborenen Cortisonmangels sicher als ordentlich `behindert´ aufgefallen- sie war soooo schlapp und konnte mit ihrer hypotonen Muskulatur im Mund nur verwaschen sprechen, obwohl alle Lautbildungen da waren!

Aber da hatte sie auch noch nicht ihre Cortisonsubstitution.

Wir sind also froh darüber, dass wir unsere Kleine diesem Spießrutenlauf tratschender und urteilender Eltern nicht schon im Kindergartenalter ausgesetzt haben.

Nach der Hormonsubstitution ging es rasch aufwärts und funktional/kognitiv war bei Schuleintritt die Norm bereits erreicht.

Und trotzdem : Mit ihrem sie asymmetrisch verbiegenden Korsett haben alle Eltern getratscht, dachten, unsere Tochter würde bevorzugt, weil sie (sie kann nicht so gut sehen) alles in größer bekommt und um 11.30 Uhr wegen des Rückens nach Hause `darf´. Die Kinder waren kein Problem, nur als einige Eltern ihren Kindern verboten, länger als 10 Minuten mit unserer Tochter zu spielen, gab es schon Diskussionen. Da mussten wir unserer Tochter dazu raten, aktiv von ihren guten Noten (zumeist im 2er Bereich) zu erzählen und die Feststellun des IQs mittels (113, hochnormal) hat definitiv geholfen.

Unsere Tochter geht übrigens ohne I Status seit Beginn (jetzt 4. Klasse) in eine Regelgrundschule.

Viel Glück Eurem Kleinen!

Ayden

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Re: Regelkindergarten - jetzt hab ich doch ein bisschen Angst

Beitragvon Anika14 » 18.08.2019, 17:49

Hier ist das Projekt Inklusion bis jetzt gelungen. Mini geht mit Vollzeit-I-Kraft in einen Regelkindergarten und ist dort voll akzeptiert, bei den Kindern sowieso, bei den Eltern steht der Respekt vor dem Alltag mit Mini im Vordergrund. Die meisten Erzieher gehen super mit ihm um, Berührungsängste gibt es natürlich, aber im normalen Rahmen.
Allerdings ist unsere I-Kraft megatoll, und daran hängt einfach auch ganz viel. Und auch an der Kiga-Leitung, die steht voll hinter der Sache und hat schon viel gegen Widerstände durchgesetzt.
Anika mit
Maxi Bub (*04/11) fit & überschlau
Mini Bub (*11/14) 33+0 SSW, Katarakt, Fütterstörung, Kleinwuchs, Reflux, muskuläre Hypotonie, starker Hypotonie & Hypersensitivität im Mund- & Rachenbereich, massiv gestörte Körperwahrnehmung, Hypoglykämien, Kamikaze mit viel Verstand, großem Herz & stets gut gelaunt, PG 3 und 80% G,B,H

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Re: Regelkindergarten - jetzt hab ich doch ein bisschen Angst

Beitragvon Schlum(sa)bine » 22.08.2019, 20:45

Ich danke euch für eure Erfahrungen. Das hilft mir wirklich sehr.
Der Zwerg macht sich im Kindergarten wirklich toll. Morgens ist immer ein bisschen Drama beim Abschied, aber nach wenigen Minuten tobt er los und hat den ganzen Tag viel Spaß.
Nachmittags hole ich ein sehr zufriedenes Kind ab.

Regelkindergarten war ganz offensichtlich wirklich die richtige Entscheidung ...
Seine Kinderärztin hat ihm das nicht annähernd zugetraut - die wird vielleicht Augen machen ...
Sabine mit J (4/2005 - fittes Pubertier), B (3/2009 - fiitter Duracell-Hase), S (5/2016 - Epilepsie, aktuell anfallsfrei unter Luminaletten, leichte allgemeine Entwicklungsverzögerung, starke Sprachentwicklungs-Verzögerung)

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Re: Regelkindergarten - jetzt hab ich doch ein bisschen Angst

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 23.08.2019, 09:33

Hallo Sabine, das klingt doch ziemlich gut.
Bei uns ist auch die Eingewöhnung durch und dem Kind gefällt es auch. Er ist allerdings schon im Kindergarten ziemlich früh müde und das in einer Kleinstgruppe - im normalen Kindergarten hätten wir jetzt ein fettes Problem.
Lg
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

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Re: Regelkindergarten - jetzt hab ich doch ein bisschen Angst

Beitragvon Schlum(sa)bine » 23.08.2019, 10:27

Hallo,

Das klingt bei euch dann ja auch nach dem richtigen Kindergarten für euer Kind.
In der ersten Woche war der Zwerg auch ziemlich platt nach dem Kindergarten. Das war halt ziemlich viel Neues auf einmal.
Jetzt ist er hinterher super drauf.
Gestern war er nach 7 Stunden Kindergarten fit ohne Ende. Er ist nachmittags noch ganze 2 Stunden gut gelaunt mit Ball und Laufrad über den Sportplatz getobt (und dabei wesentlich mehr gerannt als der große Bruder, der Fussballtraining hatte).

LG
Sabine mit J (4/2005 - fittes Pubertier), B (3/2009 - fiitter Duracell-Hase), S (5/2016 - Epilepsie, aktuell anfallsfrei unter Luminaletten, leichte allgemeine Entwicklungsverzögerung, starke Sprachentwicklungs-Verzögerung)


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