Mir ist zum heulen

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

Moderator: Moderatorengruppe

Forumsregeln
Beate1978
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 12
Registriert: 10.07.2019, 12:02

Mir ist zum heulen

Beitragvon Beate1978 » 09.08.2019, 21:31

Hallo ihr Lieben,

Kindergarten hat mit 3 Jahren und auch mit 4 Jahren nicht geklappt. Er ist motorisch leicht zurück und hochsensibel. Jetzt soll er ab 9.September mit dem Bus in die heilpädagogische Kleingruppe. Ich darf nur einmal mitfahren. Und aufgrund der gescheiterten Erfahrungen kann ich es einfach nicht positiv sehen. Ich denke, dass es wieder nicht klappt. Er wird 5 und ist viel offener und selbstbewusster geworden. Bei den anderen Kindergärten hatte ich ein gutes Gefühl und war doof. Ach meno, er würde nur bis 12 Uhr gehen und ich könnte wieder durchatmen, weil er schon fordert :(. Ich weiß auch nicht was ich hören will:-(

Werbung
 
LunaBluna
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 86
Registriert: 03.03.2019, 11:42

Re: Mir ist zum heulen

Beitragvon LunaBluna » 09.08.2019, 21:50

Hallo,
wäre es eine Möglichkeit ihn erstmal selbst hinzufahren oder einen I-Helfer zu beantragen, der den Fahrtweg erstmal mit begleitet?
Finde das nicht so gut, dass du nur einmal mitfahren kannst. Nicht das daraus nachher noch mehr Ängste entstehen und ein Kita Besuch nur noch schwierig bis gar nicht mehr klappt.
Würde noch mal mit dem Kindergarten darüber sprechen.
Kann deine Ängste verstehen.

Benutzeravatar
Engrid
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 13793
Registriert: 24.10.2011, 10:36

Re: Mir ist zum heulen

Beitragvon Engrid » 09.08.2019, 21:54

Hallo Beate,

sei nicht böse, aber ich möchte Dir ein wenig den Kopf waschen: Dass Du Deinem Sohn das nicht zutraust, wird sich übertragen. Und das ist dann genau der Grund, dass er es sich auch nicht zutraut.

Unsere Kinder sind wunderbare Gelegenheiten für uns Eltern, über uns selbst hinauszuwachsen. Unsere Schwächen zu überwinden. Aus Liebe.

Schnauf tief durch, trau ihm das zu, und überlege, ob Du für Dich selber therapeutische Hilfe beim Umgang mit Ängsten in Anspruch nimmst.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Benutzeravatar
LasseUndJohannes
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 217
Registriert: 28.03.2015, 11:41
Wohnort: BW

Re: Mir ist zum heulen

Beitragvon LasseUndJohannes » 09.08.2019, 21:56

Hi Beate,
Kopf hoch, dran glauben, nur an den Moment statt an die Zukunft denken. Und egal was passiert, weiter dran glauben und durchhalten. Am Ende des Tunnels ist immer Licht. Das war meine Methode letztes Jahr.

Ich hatte bis letztes Jahr September ein knapp vier jähriges nicht betreubares Kind. Der "Sonder-Kinder" hat es geschafft. Es sind einfach andere Rahmenbedingungen räumlich, personell und von der Ausbildung her als im Regelkindergarten. Was mich verwundert ist, dass du auf das Thema "nur einmal mitfahren" fokussierst. Davor kommt doch die Eingewöhnung und bei der bringst du dein Kind doch selber? Oder ist gar keine Eingewöhnung geplant? Wir hatten beides mal. Beim Großen gings auch mit knapp 5 von jetzt auf gleich mit dem Bus in den Sonderkindergarten. Beim Kleinen im Fröbelkindi waren es am Ende 4 Wochen Eingewöhnung. Sind aber auch zwei völlig verschiedene Kinder und damals völlig andere Ausgangssituationen gewesen. Braucht dein Kind eine Eingewöhnung? Wenn nein, dann wird auch die Bus-Fahrt kein großes Thema sein. Und denke daran, der Heilpädagogische kann viel mehr auffangen als der Regelkindi. Und du schreibst ja, dass er offener und selbstbewusster geworden ist. Er entwickelt sich. Irgendwann ist er reif dafür. Egal was früher war.
Johannes 2008, extremes ADHS, Fehldiagnose (?) Autismus
Benedikt 2014, non verbal, auto aggressiv, ADHS, atypischer Autismus

Beate1978
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 12
Registriert: 10.07.2019, 12:02

Re: Mir ist zum heulen

Beitragvon Beate1978 » 09.08.2019, 22:17

LunaBluna hat geschrieben:Hallo,
wäre es eine Möglichkeit ihn erstmal selbst hinzufahren oder einen I-Helfer zu beantragen, der den Fahrtweg erstmal mit begleitet?
Finde das nicht so gut, dass du nur einmal mitfahren kannst. Nicht das daraus nachher noch mehr Ängste entstehen und ein Kita Besuch nur noch schwierig bis gar nicht mehr klappt.
Würde noch mal mit dem Kindergarten darüber sprechen.
Kann deine Ängste verstehen.


Hey,

gibt es da echt die Möglichkeit eines I Helfers?Ich habe noch vor Kindergartenbeginn ein Termin bei einer Beratungsstelle vom Jugendamt. Meinst du , die können mir dabei helfen. Danke, dass du mich verstehst.

Liebe Grüße

Bea

Beate1978
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 12
Registriert: 10.07.2019, 12:02

Re: Mir ist zum heulen

Beitragvon Beate1978 » 09.08.2019, 22:20

Engrid hat geschrieben:Hallo Beate,

sei nicht böse, aber ich möchte Dir ein wenig den Kopf waschen: Dass Du Deinem Sohn das nicht zutraust, wird sich übertragen. Und das ist dann genau der Grund, dass er es sich auch nicht zutraut.

Unsere Kinder sind wunderbare Gelegenheiten für uns Eltern, über uns selbst hinauszuwachsen. Unsere Schwächen zu überwinden. Aus Liebe.

Schnauf tief durch, trau ihm das zu, und überlege, ob Du für Dich selber therapeutische Hilfe beim Umgang mit Ängsten in Anspruch nimmst.

Grüße



Hallo Engrid,

ich bin dir nicht böse.Nein, überhaupt nicht. Ich kann erst therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, wenn er dann morgens in den Kindergarten geht. Das möchte ich sowieso und bin dran.

Liebe Grüße

Bea

Sinahali
Neumitglied
Neumitglied
Beiträge: 6
Registriert: 21.09.2016, 21:18

Re: Mir ist zum heulen

Beitragvon Sinahali » 09.08.2019, 22:30

Hallo Beate,
wir fahren unseren Sohn schon drei Jahren in den Kindergarten und holen ihn auch selbst ab. Unsere gesunde Tochter haben wir ja auch immer in den Kindergarten gebracht und abgeholt. Warum muss denn ein Kind mit Beeinträchtigungen immer umbedingt mit dem Bus bzw. Taxi fahren? Das kann und darf man ja zum Glück selbst entscheiden. Es muss sich gut anfühlen und machbar sein. Unser Sohn ist in einem Schulkindergarten mit klaren Zeiten und bisher haben wir das sehr gut in unseren Tagesablauf einpflegen können auch wenn wir beide arbeiten. Einfach auf den Bauch hören. :)
Herzliche Grüße und einen schönen Abend.
Sin
5.Mose 31,8

Beate1978
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 12
Registriert: 10.07.2019, 12:02

Re: Mir ist zum heulen

Beitragvon Beate1978 » 09.08.2019, 22:56

LasseUndJohannes hat geschrieben:Hi Beate,
Kopf hoch, dran glauben, nur an den Moment statt an die Zukunft denken. Und egal was passiert, weiter dran glauben und durchhalten. Am Ende des Tunnels ist immer Licht. Das war meine Methode letztes Jahr.

Ich hatte bis letztes Jahr September ein knapp vier jähriges nicht betreubares Kind. Der "Sonder-Kinder" hat es geschafft. Es sind einfach andere Rahmenbedingungen räumlich, personell und von der Ausbildung her als im Regelkindergarten. Was mich verwundert ist, dass du auf das Thema "nur einmal mitfahren" fokussierst. Davor kommt doch die Eingewöhnung und bei der bringst du dein Kind doch selber? Oder ist gar keine Eingewöhnung geplant? Wir hatten beides mal. Beim Großen gings auch mit knapp 5 von jetzt auf gleich mit dem Bus in den Sonderkindergarten. Beim Kleinen im Fröbelkindi waren es am Ende 4 Wochen Eingewöhnung. Sind aber auch zwei völlig verschiedene Kinder und damals völlig andere Ausgangssituationen gewesen. Braucht dein Kind eine Eingewöhnung? Wenn nein, dann wird auch die Bus-Fahrt kein großes Thema sein. Und denke daran, der Heilpädagogische kann viel mehr auffangen als der Regelkindi. Und du schreibst ja, dass er offener und selbstbewusster geworden ist. Er entwickelt sich. Irgendwann ist er reif dafür. Egal was früher war.


Hallo,

Eingewöhnung in dem Sinne nicht, aber er geht ab Anfang Mai einmal die Woche für eine Stunde in die Einrichtung und kennt schon die Erzieher. Die letzten Stunden, mit zwei Jungen, die mit ihm gemeinsam im September anfangen. Danke für deine Antwort.

Liebe Grüße

Bea

Benutzeravatar
LasseUndJohannes
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 217
Registriert: 28.03.2015, 11:41
Wohnort: BW

Re: Mir ist zum heulen

Beitragvon LasseUndJohannes » 10.08.2019, 18:40

Beate1978 hat geschrieben:
gibt es da echt die Möglichkeit eines I Helfers?Ich habe noch vor Kindergartenbeginn ein Termin bei einer Beratungsstelle vom Jugendamt. Meinst du , die können mir dabei helfen.

Bea


Hi,
einen I-Helfer kann man überall bekommen, auch im Heilpädagogischen Kindergarten. Du brauchst allerdings eine wirklich gute Begründung dafür. Denn normalerweise ist im Sonder-Kindergarten der Bedarf des Kindes abgedeckt durch die höhere Personaldecke und Ausbildung. Du kannst beim JA nachfragen, ich denke aber Mal, dass du dann vertröstet wirst. Wenn du es wirklich willst, dann müsstest du einen schriftlichen Antrag stellen und, wie gesagt, gut begründen.
Johannes 2008, extremes ADHS, Fehldiagnose (?) Autismus
Benedikt 2014, non verbal, auto aggressiv, ADHS, atypischer Autismus

Werbung
 
AnnalenaO
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 371
Registriert: 08.02.2018, 17:32

Re: Mir ist zum heulen

Beitragvon AnnalenaO » 10.08.2019, 20:17

Hallo Beate!

Dass du deinen Sohn selber fährst halte ich für gar keine gute Idee. Er geht ja nur bis 12.00 in den Kindergarten, wenn du dann noch selber fahren würdest hättest du wieder keine Zeit dich um deine Belange zu kümmern.
Dein Sohn ist schon 5 Jahre alt und du fährst ja einmal mit. Auch wenn er sehr sensibel ist, das ist wirklich nicht unrealistisch dass er das schafft! Er wird es aber nur schaffen wenn du ihm das zutraust, da bin ich ganz bei Engrid.
Er muss im Bus ja gar nichts machen, wird dort nicht gefordert oder muss irgendwelche Aufgaben bewältigen.
Ich kann dich verstehen dass du dir Sorgen machst weil es in der Vergangenheit sehr schwierig mit Betreuung war. Aber dein Kind wird älter! Und es geht nur um eine Fahrt im Bus. Hierfür einen I Helfer zu beantragen, vor allem bevor man erstmal versucht hat ob es nicht vielleicht doch ganz normal klappt, das halte ich wirklich für stark übertrieben, sei mir bitte nicht böse.
So würde ich das machen (mein Sohn ist Autist und wirklich sensibel wenn es darum geht neues alleine zu machen):
Setz ihn in das Auto, gib ihm ein Kuscheltiere in die Hand, sag ihm "bis du bei x(Name der Bezugserzieherin) bist kannst du noch ein bisschen mit Teddi (Oder wie auch immer sein Kuscheltiere heißt) kuscheln, ich wünsche dir einen Tollen Tag im Kindergarten". Sag ihm am ersten Tag dass du ihn heute begleitest dass du auch mal siehst wie es im Bus ist und dass ihr euch morgen an der Haustüre Tschüss sagt. Mehr würde ich das gar nicht thematisieren. Nur wenn er nachfragt. Und sollte er nachfragen ob er wirklich alleine fahren soll kannst du ihm sagen "klar, so wie die anderen Kinder im Bus auch. Du kannst ja Teddi mitnehmen, dann bist du gar nicht alleine".
Wie gesagt das wäre jetzt mein Weg. Ob das für euch passen kann weiß ich natürlich nicht, ist nur als Gedankenanstoss gedacht wie man positiv mit der Situation umgehen kann.
Ich drücke ganz fest die Daumen dass es klappt!

Alles Gute, AnnalenaO
Sohn 5/2009 Asperger Syndrom
Tochter 10/2012 Topfit


Zurück zu „Kindergarten und Schule“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Sandra F und 21 Gäste