Rehabuggy oder Rollstuhl (Grundsatzdiskussion)

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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Yvonne und Kjeld
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Re: Rehabuggy oder Rollstuhl (Grundsatzdiskussion)

Beitragvon Yvonne und Kjeld » 08.08.2019, 21:34

Hi,

wir standen vergangene Woche vor dem selben Problem und ich habe mich ganz klar für den Rolli entschieden, da ich die Aussage "der ist aber faul" wenn Kjeld im Buggy sitzt nicht mehr hören kann und weil Kjeld selbst fahren kann.

Überlegungen sind im Prinzip:
- wieviel liegt der Kleine im Buggy (wenn er viel liegt, bleibt fast nur der Buggy, aber es gibt auch einen kantelbaren Rolli von Sorg z.b. aber deutlich schwerer)
- für welche Strecken braucht ihr den
- ist selbstfahren möglich
- was passt ins Auto von Gewicht und Maßen her
- Reaktionen andere, kümmern sie euch oder nicht

im Zweifelsfall meinte unsere Rehatechnikerin, ist es sogar möglich, sollten wir feststellen, dass der Rolli doch nicht immer optimal ist, wir mit entsprechender Begründung einen Rehabuggy zusätzlich bekommen können, nicht ganz einfach, aber möglich.

Wir waren im Sanihaus und haben getestet, bzw. ich habe Kjeld testen lassen, da haben wir dann gleich das passende gefunden.

Viel Erfolg bei der Entscheidung. Vileleicht fahrt ihr auch ienfach mal bei eurem Sanihaus vorbei und lasst euch beraten und testet das ein oder andere mal aus.

LG Yvonne
Enya *08.14 gesund
Kjeld *03.16 globale Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörungen, Brille, Hörgerät, Epilepsie, insgesamt auf dem Stand eines ca 18-20Monate alten Kindes PG4, GdB100
Svea *10.18 gesund

Ikki
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Re: Rehabuggy oder Rollstuhl (Grundsatzdiskussion)

Beitragvon Ikki » 08.08.2019, 22:22

Hallo,
also wir haben uns jetzt zum Schuleintritt für einen Rolli entschieden. Unser Sohn schafft keine weiten Strecken und müsste also für Schulausflüge eine Unterstützung haben. Ein Rolli erschien uns hier angemessener, da ein Buggy ja auch immer sehr nach "Baby" aussieht.
Der Praxistest hat allerdings ergeben, daß wir für Ausflüge oder Urlaub eigentlich doch lieber den Buggy nutzen. Grund: das Teil hat deutlich mehr Stauraum und ist um Längen komfortabler zu schieben als ein Rolli. Er lässt sich besser mal eben Bordsteinkanten oder Stufen hochschieben, man kann problemlos einen beladenen Rucksack an die Griffe hängen.
Wir haben einen Aktivrolli, der sich bei der geringsten Zusatzbelastung am Rückenteil nach hinten kippt, der kaum höhere Bordsteinkanten hochkommt etc. Da wir eh nur bei längeren Strecken etwas brauchen, entfällt da das selber rollen, da wird eher geschoben. Also: für Schule isf Rolli gut wegen der Aussenwirkhng und der Selbständigkeit, für den privaten Gebrauch halte ich den Buggy für besser.
Wir nutzen übrigens immernoch einen "herkömmlichen" Buggy, obwohl Sohn inzwischen 21 kg wiegt und gute 122 groß ist. Sollte diese Buggy irgendwann nicht mehr machbar sein, werde ich mich nach einem bezahlbaren, gebrauchten Rehabuggy umschauen.
LG
Christiane
mit T. * April 2013, Frühchen 28ssw, Hirnblutung Grad III, Hemiparese, Epilepsie seit 2018

s.till
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Re: Rehabuggy oder Rollstuhl (Grundsatzdiskussion)

Beitragvon s.till » 08.08.2019, 22:25

Hallo,

wir hatten auch erst einem Rehabuggy und seit M. 5 Jahre alt ist einen Aktivrolli. Das war für uns die beste Entscheidung. Er kann laufen aber nicht so weite Strecken. Klar schauen die Menschen eher wenn ein Kind im Rolli sitzt aber ab einem bestimmten alter schauen sie erst recht wenn ein Kind im Buggy sitzt. Den meisten ist ja gar nicht bewusst, dass es sowas wie einen Rehabuggy gibt. Unser Sohn ist mit seinem Rolli auch mobiler da er ihn auch alleine bewegen kann. Das war uns wichtig. Das einzige was ihn und mich manchmal am Rolli stört, ist dass er darin nicht schlafen kann. Das könnte man zwar auch mit einem entsprechenden Rolli lösen wäre aber total überdimensioniert und die KK würde das nie bezahlen. Wir haben einen faltbaren Aktivrolli von Berolka.

Lg
Susanne
M *2010 Frühchen der 27SSW, Pneumothorax, Meningitis, diverse RSV Infektionen, Pneumonien, dystroph, kleinwüchsig, stimulationsbedürftige Apnoen, Asperger Autismus, Koordinationsstörung, PEG/PEJ seit 07/16 weg :D Pflegegrad 4 und SBA von 80% aG,B,H.
B*2008 ADS

Karin2308
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Re: Rehabuggy oder Rollstuhl (Grundsatzdiskussion)

Beitragvon Karin2308 » 08.08.2019, 23:10

Hallo,
Mein Kind hat mit 5 Jahren laufen gelernt.
Mit 4 Jahren hat es einen Aktiv-Rolli bekommen mit dem es allerdings nicht alleine fahren kann. Der Rolli ist leichter und wendiger als der Reha-Buggy. Das Kind wird im Rolli als älter wahrgenommen und kann aktiver am Leben teilnehmen. In Menschenmengen wird mit Rolli immer Platz gemacht - beim Kinderwagen gemotzt. Für Wanderausfüge haben wir weiterhin einen normalen Kinderwagen genutzt. Die Reha-Buggys waren uns zu schwer und der Rolli untauglich.

Allerdings fand mein Kind folgende Transportmittel besser:
- Dreirad mit Schiebestange und Fussbefestigung
- Roller von Mikro mit 3 Rädern: Kind draufstellen, am Nacken halten und schieben. Leicht, wendig und schult das Gleichgewicht. Irgendwann konnte es auch selber fahren, noch bevor das Laufen klappte.
- Jetzt braust es uns auf dem Laufrad davon und läuft kurze Strecken.
Der Rolli verstaubt und was nächstes Jahr in der Einschulung passiert, weiß ich nicht.

LG und gute Entscheidung

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Re: Rehabuggy oder Rollstuhl (Grundsatzdiskussion)

Beitragvon Felicitas E. » 09.08.2019, 00:21

Hi du!

Hier noch eine Stimme für die dringende Anschaffung eines Rollis.
Ich kann auch recht gut laufen und trotzdem lieb ich meinen Rollstuhl! Für dein Kind wird er Freiheit und Selbstbestimmung bedeuten und auch für die Entwicklung ist es nur gut. Das Kind kann selber entscheiden wohin es fahren will und ist auch wenn es müde ist nicht abhängig von den Eltern.
Ihr Eltern werdet merken, dass der Rolli zwar auch für andere deutlich macht, das euer Kind eine Behinderung hat aber das ist ja sowieso so. Andere können Situationen gleich viel besser einordnen, was viele Missverständnisse vermeidet. Und ihr werdet Merkel, dass das Umfeld auch umsichtiger mit euch ist (ist oft nervig, aber oft auch hilfreich).

Ich liebe meinen Rolli, kann viel entspannter von A nach B fahren ohne ständig nach einer Sitzgelegenheit schauen zu müssen. Er bedeutet für mich die größtmögliche Freiheit!

Ganz liebe Grüße
Felicitas
Liebe Grüße Felicitas,26 Jahre, Spina Bifida und Diabetes
Das Leben ist keine Gerade!

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Re: Rehabuggy oder Rollstuhl (Grundsatzdiskussion)

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 09.08.2019, 11:23

Hallo, ich danke euch für eure Meinung. Bei mir schwebt immer der Gedanke mit "Aber das Kind kann doch laufen" . :roll: Jetzt muss ich das Thema wohl doch bei den zuständigen Ärzten ansprechen.

Einen Roller mit drei Rädern hat der Kleine übrigens auch: er kann seit zwei Wochen auch verhältnismäßig gut damit fahren, aber er hat eine etwas seltsam zusammengekauerte Haltung und schleift mit dem Fuß der abstößt über den Boden- seine Schuhe sehen vorne schlimmer aus als nach Rutscheautopartien. Laufrad haben wir auch mal wieder getestet, da kann er aber nicht mal alleine aufsteigen.
Lg
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

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Re: Rehabuggy oder Rollstuhl (Grundsatzdiskussion)

Beitragvon Felicitas E. » 09.08.2019, 12:39

Hi du!
Zum Thema „das Kind kann dich laufen“:
Das wird er nicht durch Benutzung eines Rollis verlernen und er wird auch nicht faul werden wie einige Ärzte einem das immer noch versuchen einzureden. Das ist totaler Quatsch. Am Gesundheitszustand Bzw. Der Lauffähigkeit wird sich nichts ändern nur weil ihr einen Rolli statt einen Buggy nehmt.
Liebe Grüße Felicitas,26 Jahre, Spina Bifida und Diabetes
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Re: Rehabuggy oder Rollstuhl (Grundsatzdiskussion)

Beitragvon KrisM » 09.08.2019, 13:40

Hallo,

der Rollstuhl kann eine sinnvolle Ergänzung sein und ihm zu mehr Selbstständigkeit und Mobilität verhelfen. Jetzt geht es vielleicht noch mit tragen, aber wenn er erstmal größer und schwerer wird, dann nicht mehr. Ihr habt es ja in der Hand, wann und wo er den Rollstuhl nutzt. Bei mir war es damals auch so. Ich konnte mit Gehstützen noch kurze Strecken laufen, aber es war eine Qual und trotz orthopädischer Schuhe, bzw. inzwischen Orthesen, hatte ich ständig Schmerzen durch Überbelastung. Auf vieles habe ich verzichtet, wenn zu erwarten war, das längeres gehen oder stehen notwendig ist. So habe ich mir dann doch einen Rollstuhl verordnen lassen und enorm an Mobilität dazu gewonnen und die Schmerzen und Folgen der Überbelastung wurden auch besser. Soviel zu der Frage, warum hast du einen Rollstuhl, auch wenn du laufen kannst.
Je nachdem wie stark seine Hemiparese ausgeprägt ist, kann ein Einhandantrieb oder gummierter Greifreifen nötig sein, aber dazu wird euch das Sanitätshaus beraten können. Ich nutze dicke gummierte Greifreifen, weil ich mit links nicht richtig greifen kann. Es gibt da inzwischen viele Möglichkeiten.

Viele Grüße Kristin
Rollstuhlfahrerin

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Re: Rehabuggy oder Rollstuhl (Grundsatzdiskussion)

Beitragvon Karin2308 » 09.08.2019, 14:34

Hallo,

dein Kleiner ist noch jung. Es kann besser (hoffentlich) oder schlechter werden. Mein Kind bewegt sich mehr, wenn der Rolli nicht dabei ist, sondern Roller oder Laufrad. Im Rolli wird mein Kind zum passiven "Faulbären".....da der Frust extrem hoch ist, weil der Rolli nur im Kreis fährt. Wir haben einen Rolli zur Einhandbedienung mit zwei Greifreifen auf einer Seite. Leider ist der Abstand der Reifen untereinander fast wie bei einem Erwachsenen, damit die Hände nicht geklemmt werden. Dadurch können die Griffreifen nicht beide auf einmal von einer Kinderhand (6Jahre) bedient werden und ein Geradeaus fahren ist alleine nicht möglich. Weitere Möglichkeiten der Nachrüstung habe ich nicht gefunden. Halt jemand eine Idee? Damit bleibt der Rolli ein Schieberolli und an Selbständigkeit ist bei uns nichts gewonnen.
Am besten probiert Ihr beide Varianten mal aus.
Liebe Grüße

LovisAnnaLarsMama
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Re: Rehabuggy oder Rollstuhl (Grundsatzdiskussion)

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 19.09.2019, 16:49

So, Kind hat getestet- ein voller Erfolg. Wir haben einen Mio getestet.
Mit dem Greifen klappt es auch, auch wenn die eine Hand etwas langsamer hinterherkommt. Das Kind hat sich freiwillig bewegt- er hatte vor einiger Zeit einen Infekt und die Kondition ist immer noch ziemlich beeinträchtigt.
Der Rolli passt sogar in meinen kleinen Wagen. :))
Jetzt müssen wir nur noch die Farbe und den Speichenschutz aussuchen...
Ich freue mich! Wieder ein Fortschritt...
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt


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