Geistige Behinderung, Pflegegeld Antrag

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Stefanie36
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Geistige Behinderung, Pflegegeld Antrag

Beitragvon Stefanie36 » 05.08.2019, 10:45

Bei meinem 15j Sohn wurde vor 3 mon eine geistige Behinderung festgestellt, sein IQ beträgt etwa 70. Weitere Tests in der Genetik laufen noch, der IQ test soll im Dezember nochmal wiederholt werden.

Nun würde ich gerne Pflegegeld beantragen wollen, allerdings stellt sich mir die Frage wie ich dokumentieren soll das mein Sohn vergesslich, unselbständig ist. Das er eigentlich nix ohne Aufforderung tut, das er nicht selbstständig bis fährt, orientierungslos ist. Körperlich erscheint er wie ein fittes Kind, ganz ohne Schwierigkeiten im Alltag... das merkt man erst wenn man ihn länger erlebt.

Wie kann ich dem MDK das klar machen? Das er doch recht viel Aufforderungen und Anleitungen braucht.

Gibts ähnliche betroffene?
B. Geboren 2003 Entwicklungsverzögerung/ADHS/LRS/Verdacht geistige Behinderung

Y. Geboren 2007 ADHS/Infektasthma/LRS

D. Geboren 2014 Infektasthma

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Regina Regenbogen
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Re: Geistige Behinderung, Pflegegeld Antrag

Beitragvon Regina Regenbogen » 05.08.2019, 12:31

Bei meinem 15j Sohn wurde vor 3 mon eine geistige Behinderung festgestellt, sein IQ beträgt etwa 70. Weitere Tests in der Genetik laufen noch, der IQ test soll im Dezember nochmal wiederholt werden.
Ich würde dann den IQ-Test im Dezember abwarten vor dem Antrag auf Pflegegrad, damit die Diagnose gesichert ist. Deine Angabe von "etwa 70" bestätigt erstmal nur eine Lernbehinderung.

Bei der Diagnose geistige Behinderung wird meistens rein auf den festgestellten IQ abgestellt.
Eine Diagnose der geistigen Behinderung bezieht sich oft auf die Messung einer deutlichen Intelligenzminderung mit Hilfe standardisierter Intelligenztests. Ein Intelligenzquotient (IQ) im Bereich von 70 bis 85 ist unterdurchschnittlich; in diesem Fall spricht man von einer Lernbehinderung. Ein IQ unter 70 bedingt dann die Diagnose der geistigen Behinderung.
Quelle
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Stefanie36
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Re: Geistige Behinderung, Pflegegeld Antrag

Beitragvon Stefanie36 » 05.08.2019, 12:38

Der Psychologe sagte das er mit 70 schon in leichte geistige Behinderung fällt.

Das ich warten sollte, habe ich mir nämlich auch gedacht
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Cataleya7
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Re: Geistige Behinderung, Pflegegeld Antrag

Beitragvon Cataleya7 » 05.08.2019, 13:03

Warum möchtest Du bis Dezember warten?
Stellst Du heute den Antrag erhälst Du rückwirkend die möglichen Leistungen ab Antragstellung, auch wenn die Begutachtung erst in einigen Monaten stattfindet - bei uns hat es 5 Monate gedauert bis der MdK das erste Mal kam.

Verlieren kannst Du nichts, bei Veränderung des Sachverhaltes durch neue Bewertungen / Ursachen / Diagnosen kannst Du eine erneute Begutachtung beantragen.

Anna-Nina
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Re: Geistige Behinderung, Pflegegeld Antrag

Beitragvon Anna-Nina » 05.08.2019, 13:07

Hallo,
ich würde auf keinem Fall warten. Dann verschenkst du Geld. Bezahlt wird ab Antragstellung - je später, desto weniger Geld bekommst du womöglich. Du hast nix zu verlieren. Womöglich reicht der erste IQ Test doch schon aus.

Ich habe damals auch erst später die anderen Unterlagen gehabt und die dann einfach nachgereicht. Das Prozedere zieht sich sowieso mind. 2-3 Monate hin.

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Engrid
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Re: Geistige Behinderung, Pflegegeld Antrag

Beitragvon Engrid » 05.08.2019, 13:09

Hallo,

der Pflegegrad hat mit einer geistigen Behinderung nicht zwingend direkt zu tun.
Die Schwierigkeiten Deines Kindes im Alltagsleben werden sich ja nicht nur zuhause zeigen, auf welche Schule geht er denn? Gibt es Arztbriefe? Therapeuten?
All das, was Pädagogen, Mediziner, Therapeuten zu den pflegerelevanten Defiziten Deines Sohnes aussagen, zählt als Beleg in Ergänzung zu dem, was Du dem MDK zuhause erklärst.

Ich würde nicht warten auf einen exakten IQ-Wert, sondern gleich beantragen.
Lies Dich ein bisschen ein, gibt viel Info hier im Forum und anderswo, und spiele mal so einen Pflegegradrechner durch.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Re: Geistige Behinderung, Pflegegeld Antrag

Beitragvon Regina Regenbogen » 05.08.2019, 13:20

Der Psychologe sagte das er mit 70 schon in leichte geistige Behinderung fällt.
Seid ihr denn schon mit der eigentlichen Diagnostik weiter? Im Frühjahr wusstet ihr noch nicht, woher die leichte geistige Behinderung resultiert.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
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Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

kati543
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Re: Geistige Behinderung, Pflegegeld Antrag

Beitragvon kati543 » 05.08.2019, 16:24

Hallo,
also eine geistige Behinderung oder Lernbehinderung hat mit einem Pflegegrad nicht wirklich etwas zu tun. Viel wichtiger ist die Tatsache, ob dein Kind selbstständig ist oder inwieweit eben nicht. Diagnosen sind beim Pflegegrad eher „schmückendes Beiwerk“, die das Ganze begründen KÖNNEN, aber keinesfalls MÜSSEN.
Der MdK neigt natürlich dazu, Dir das Ganze nicht zu glauben...selbst bei einem IQ von 70 ist ein Kind nicht zwangsweise pflegebedürftig. Wichtig ist, dass du es beweisen kannst. Dazu helfen dir Berichte von:
- der Schule (sicherlich hat er ja einen Förderbedarf, also gibt es ja auch einen Förderplan...keine Zeugnisse zeigen, die sind immer wohlwollend formuliert)
- besucht er eine Förderschule - wenn ja, dann EXTRA darauf hinweisen und Vorzüge nennen (kleine Klassen, guter Lehrerschlüssel,...), ansonsten die inklusive Beschulung betonen
- gibt es eine genehmigte Schulbegleitung oder wurde diese befürwortet/beantragt für das nächste Schuljahr - wenn ja, dann auch das EXTRA betonen
- Schwerbehindertenausweis - vorhanden oder beantragt? ... immer sagen
- aussagekräftige Krankenhausberichte/Arztberichte/Therapeutenberichte...lies sie vorher durch, dass nichts negatives drin steht in deinem Sinne

Ich würde erst den PG beantragen, wenn alle Dokumente zusammengetragen sind, aber sicherlich noch pünktlich in diesem Monat...und da hast du ja noch etwas Zeit. Das der MdK so viele Monate auf sich warten lässt, wie hier beschrieben, ist eher unwahrscheinlich...jetzt muss die Pflegekasse nämlich jede Woche Verzögerung teuer bezahlen. An deiner Stelle würde ich wirklich so ziemlich alles vorbereiten VOR dem Antrag. Der Brief mit dem Termin kommt dann zügig...und spätestens 20 Werktage nach Antrag ist der Begutachtungstermin. Und manchmal ist der MdK wirklich verdammt schnell. Ich hatte es schon bei Wiederholungsbegutachtungen, dass der Brief der Kasse (die Information, dass der MdK mit einer Begutachtung beauftragt wurde) später da war, als der Brief des MdK mit dem Termin ... und der Termin war wiederum 3 Tage später.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Stefanie36
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Re: Geistige Behinderung, Pflegegeld Antrag

Beitragvon Stefanie36 » 07.08.2019, 14:58

Warum möchtest Du bis Dezember warten?
Stellst Du heute den Antrag erhälst Du rückwirkend die möglichen Leistungen ab Antragstellung, auch wenn die Begutachtung erst in einigen Monaten stattfindet - bei uns hat es 5 Monate gedauert bis der MdK das erste Mal kam.

Verlieren kannst Du nichts, bei Veränderung des Sachverhaltes durch neue Bewertungen / Ursachen / Diagnosen kannst Du eine erneute Begutachtung beantragen.
Ich dachte mit besseren "Chancen" wäre das Warten vllt sinnvoller. Ich habe Angst vor einer Ablehnung, weil er teils so normal und gesund wirkt.
B. Geboren 2003 Entwicklungsverzögerung/ADHS/LRS/Verdacht geistige Behinderung

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Stefanie36
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Re: Geistige Behinderung, Pflegegeld Antrag

Beitragvon Stefanie36 » 07.08.2019, 15:01

Hallo,

der Pflegegrad hat mit einer geistigen Behinderung nicht zwingend direkt zu tun.
Die Schwierigkeiten Deines Kindes im Alltagsleben werden sich ja nicht nur zuhause zeigen, auf welche Schule geht er denn? Gibt es Arztbriefe? Therapeuten?
All das, was Pädagogen, Mediziner, Therapeuten zu den pflegerelevanten Defiziten Deines Sohnes aussagen, zählt als Beleg in Ergänzung zu dem, was Du dem MDK zuhause erklärst.

Ich würde nicht warten auf einen exakten IQ-Wert, sondern gleich beantragen.
Lies Dich ein bisschen ein, gibt viel Info hier im Forum und anderswo, und spiele mal so einen Pflegegradrechner durch.

Grüße
Er geht auf eine Förderschule Schwerpunkt Sprache, die Lehrerin meint allerdings er hat zwar Defizite aber geistig behindert sei er nicht.

Therapiert wird er nicht mehr, das SPZ hier kennt ihn und weiß von den Defiziten.
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