Behinderungen in der Familie - bitte um Rat

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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MamaMonika0912
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Re: Behinderungen in der Familie - bitte um Rat

Beitragvon MamaMonika0912 » 07.08.2019, 11:27

Ich kann deine Gefühle gut nachvollziehen. Ich hege seit Jahren einen latenten Kinderwunsch, mein Verstand hält den Gedanken für verantwortungslos, mein Herz will aber einfach, da ist nichts zu machen. Ich habe einen 10jährigen Sohn mit ASS und eine siebenjährige gesunde NT Tochter. Mein Sohn macht mir immer wieder Sorgen, ich vermute bei ihm noch irgendwas, vielleicht eine latente Epilepsie die einfach nicht erkannt wird (saubere EEGs). Er hat immer wieder Ausfälle und Schwächeanfälle die ich einfach nicht nur auf den Autismus schieben mag. Das ist so ein mütterliches Gefühl. Der Alltag orientiert sich auch stark an seinen Bedürfnissen (nach Ruhe, Struktur, ...), das schränkt schon ein.
Ich glaube ein Baby würde trotzdem passen, es würde die festgefahrene Familiendynamik aufmischen und meiner Tochter sehr gut tun. Mein Sohn meinte irgendwann sogar von sich aus er hätte gerne noch ein Geschwisterchen. Allerdings, und das spielt mit in die contra-Liste, nur eines, das in unseren Alltag hineinwachsen kann. Das mag auf ein gesundes oder wenig beeinträchtigtes Kind zutreffen, allerdings massiv schwierig werden wenn das Kind selbst besondere Aufmerksamkeit bräuchte und das weiß man ja nie vorher. Mein Mann sagt deshalb ganz klar nein, und das seit Jahren. Mein Verstand versteht es, mein Herz nicht.
Zusätzlich habe ich eine Thrombozytopenie und Thrombosebereitschaft (, die mich schon fast das Leben gekostet hat), die sich in der Schwangerschaft verstärken, allerdings bisher gut kontrollierbar waren. Meine Tochter hatte jedoch bei Geburt ein sehr niedriges Gewicht und eine massive Thrombozytopenie, deren Ursache wahrscheinlich von meiner Seite kam. Mein Immunsystem hat ihre Thrombozytenproduktion unterdrückt. Wir hatten also auch Glück, das ich nicht nochmal herausfordern will.
Und trotz alledem habe ich immernoch den Kinderwunsch, mit bald 40 Jahren. Ich hoffe er verflüchtigt sich irgendwann von alleine.

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Regina Regenbogen
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Re: Behinderungen in der Familie - bitte um Rat

Beitragvon Regina Regenbogen » 07.08.2019, 11:39

Und trotz alledem habe ich immernoch den Kinderwunsch, mit bald 40 Jahren. Ich hoffe er verflüchtigt sich irgendwann von alleine.
Ja, wird er, spätestens, wenn das erste Kind in der Pubertät ist. :wink: Das liest sich jetzt vielleicht pragmatischer als es gemeint ist, es stimmt aber.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Anja_1980
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Re: Behinderungen in der Familie - bitte um Rat

Beitragvon Anja_1980 » 07.08.2019, 22:20

Dann stehe ich ja zum Glück mit meinen Gefühlen nicht alleine da. Mein Herz hätte auch noch Platz für ein Würmchen aber der Verstand und die Vernunft spricht dagegen.


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