Fahrdienst - zwangsweise im Rollstuhl?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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SabineKoh
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Fahrdienst - zwangsweise im Rollstuhl?

Beitragvon SabineKoh » 03.08.2019, 21:53

Hallo zusammen,
unser Sohn (20, NCL3) hat ein weiteres Jahr Schulzeitverlängerung bekommen, worauf er sich auch sehr -im Rahmen seiner Möglichkeiten- freut. Nun haben wir leider seit Mai mitten im Schuljahr einen neuen Fahrdienst bekommen (den vorherigen hatten wir ca 8 Jahre mit fast immer denselben Fahrern). Mit dem neuen Fahrdienst gab es von Anfang an Probleme, vielleicht waren wir auch von unserem vorherigen einfach verwöhnt.
Nun zu meiner Frage: Unser Sohn kann mit Hilfe noch laufen, benötigt aber fast immer seinen Rollstuhl. Im Auto sitzt er jedoch ganz normal auf dem Sitz mit dem normalen Anschnallgurt, was wir auch für besser -weil sicherer- halten. Vor den Ferien wurde sein Rollstuhl vom Fahrdienst zusammengefaltet und in den Kofferraum eines VW Golf (KEIN Kombi) gequetscht, passte gerade so. Nun ist während der Ferien der Rollstuhl modifiziert worden, heisst, wir haben eine Kopfstütze und eine Schiebehilfe bekommen. Ein Zusammenfalten des Stuhl ist nur noch mit sehr viel Aufwand und Demontage der Schiebeeinrichtung möglich. In einen Caddy (oder vergleichbares Auto) würde der Rollstuhl problemlos aufgestellt hineinpassen, am besten mit Rampe, da ein Hineinheben aufgrund des Gewichts kaum mehr möglich sein wird.
Da wir es aber wie gesagt sicherer finden, wenn unser Sohn auf dem normalen Autositz mit dem normalen Anschnallgurt transportiert wird, würde ich gerne wissen, ob der Fahrdienst bzw der Träger von uns verlangen/uns zwingen kann, dass der Rollstuhl mit einem Kraftknoten bzw einer anderen Halteeinrichtung ausgerüstet werden muss, damit unser Sohn im Rolli sitzend transportiert werden kann.
Hat da jemand von euch Erfahrung ?
Vielen Dank und noch einen schönen Abend
Sabine
mit Sohn M 2/99, juvenile NCL (CLN3), dadurch fast blind, Epilepsie, geistige Rückentwicklung, Sprache extrem undeutlich, motorisch eingeschränkt, häufig auf den Rolli angewiesen

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Rouven
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Re: Fahrdienst - zwangsweise im Rollstuhl?

Beitragvon Rouven » 06.08.2019, 20:36

Hallo,
das haben wir auch regelmässig als Anfrage von unserem Fahrdienst und ich kann dir sagen man muss sich nicht darauf einlassen.
Transport im Rollstuhl ist rechtlich eh eine Grauzone..
Und wenn er sogar noch selber einsteigen kann warum dann im Rollstuhl transportieren was dazu noch unsicher ist.
Wir haben uns jedesmal geweigert und unser Kind muss sogar umgesetzt werden.
Manche Rollstühle kann man auch gar nicht mit einem Kraftknoten nachrüsten. Das ist bei uns zumindest nicht möglich.
Viel Erfolg das ihr weiter so fahren könnt wie ihr es euch wünscht.
Schönen Abend
Rouven

Ullaskids
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Re: Fahrdienst - zwangsweise im Rollstuhl?

Beitragvon Ullaskids » 06.08.2019, 20:49

Hallo,
wenn das Auto so ist, dass der Sohn im Rollstuhl hinten reinpasst, dann passt auch der leere Rollstuhl hinten rein und der Sohn auf den Beifahrersitz. Platz- und autobedarfsmäßig ist das doch kein Unterschied.
Was hat der Fahrdienst denn gesagt, wo da das Problem ist?
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

SabineKoh
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Re: Fahrdienst - zwangsweise im Rollstuhl?

Beitragvon SabineKoh » 03.09.2019, 18:20

Hallo und Danke für eure Antworten. Leider habe ich sie vorher nicht gesehen, dachte, ich bekomme eine Info(-mail), wenn Antworten auf meinen Beitrag kommen.
Also, Ende vom Lied ist mittlerweile, dass das Beförderungsunternehmen mit einem Caddy ohne Rampe kommt, unser Sohn normal auf dem Rücksitz sitzen kann und der Rollstuhl in den Kofferraum gehoben werden muss. Zusammenklappen geht ja nun nicht mehr wegen der Schiebehilfe. Aber der Rolli wiegt nun immerhin 48 kg und da die Begleitperson im Taxi nicht heben darf, heben der Fahrer und mein Mann den Rolli in den Kofferraum. Nun hatte mein Mann einen Unfall, kann und darf für Wochen nicht heben, bedeutet also, ich müsste es tun. Darf aber selber nach einer Brust-OP auch nicht schwer heben und bin üblicherweise zur Ankunftszeit am Nachmittag auch noch zur Arbeit. Nun kam die Frage der Fahrerin, wer denn in den nächsten Wochen nachmittags den Rollstuhl mit heraushebt.
Ist das Unternehmen nicht verpflichtet, dafür Sorge zu tragen? Immerhin haben sie sich auf eine Rollstuhl-Fahrt beworben und ich habe zusätzlich während der Sommerferien nochmal darauf hingewiesen, dass der Rolli zu schwer zum Heben ist...

Sorry für den langen Text, aber ich musste mir den Taxi-Frust herunter schreiben.

LG
Sabine

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Re: Fahrdienst - zwangsweise im Rollstuhl?

Beitragvon Sylke » 07.09.2019, 13:50

Natürlich muß der Fahrdienst dafür sorgen!
Verstehe eh nicht ganz was das für ein komischer Fahrdienst ist....
Wenn der Fahrdienst auf den Transport von Rollis ausgelegt ist, muss er sowohl Rampen, als auch Befestigungsmöglichkeiten haben.
Was machen die denn bei einer Person die nicht umgesetzt werden kann?
Sylke (*3/70) mit Kimberly (*5/05),
Unseren Alltag rund ums Dravet-Syndrom kann man bei Facebook nachlesen- Aufmerksam machen und aufklären über diese Krankheit ist das Ziel!
Kimberly - anders aber einzigartig

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Re: Fahrdienst - zwangsweise im Rollstuhl?

Beitragvon Elisabeth 512 » 14.09.2019, 14:04

Da müsste dann wirklich der Fahrdienst für sorgen, dass zumindest der Rollstuhl ins Auto kommt.
Das mitreden umsetzen sehe ich zwiegespalten... Ja es ist sicherer das schon, wir versuchen auch dass wenn unsere Bewohner noch umsetzbar sind sie auf einen Sitz zu setzen. Geht nicht immer da es ja auch ein Platzproblem ist der braucht dann ja 2 Plätze....

Wir haben gerade einen neuen Bewohner der umgesetzt werden muss da er keine Kopfstütze am Rolli hat. Es ist jeden Morgen ein Kraftakt den zusammen mit dem Fahrer in den Bus zu bekommen.
Es geht halt nicht anders aber auch wir sind im Gespräch mit der Mutter das wir das auf Dauer nicht leisten können..Nicht zeitlich sondern generell.

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Re: Fahrdienst - zwangsweise im Rollstuhl?

Beitragvon Silvia & Iris » 14.09.2019, 15:39

bei uns kam nur die Diskussion auf, dass der Rollstuhl - eben wegen versicherungstechnischen Gründen - mit einem Kraftknoten ausgestattet sein muss, damit der Transport im Rollstuhl nicht mehr in die Grauzone fällt, sondern rechtlich abgesichert ist...
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört


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