Mio oder Mio move?

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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Yvonne und Kjeld
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Mio oder Mio move?

Beitragvon Yvonne und Kjeld » 24.07.2019, 14:08

Hallo,

Kjeld soll seinen ersten Rolli bekommen. Im Sanihaus aht er den Mio von Sorg getestet und es hat sehr gut geklappt. Also soll es wohl auch ein Mio werden, mit Kopfstütze, Höhenverstellbarer Schiebehilfe, LED Lenkrädern, eine Lenk und Schiebehile für den Außenbereich (so ein größeres Rad, das vorne befestigt werden kann) und vermutlich (nur) Standartrückenteil, ohne Pelotten oder ähnliches, da er den gar nicht dauerhaft benutzen soll, sondern nur für lange Strecken, wenn er nach vielen Anfällen sehr müde und schlapp ist und teilweise auf den Märkten, daher denke ich, dass eine zu präzise Führung des Rückens nicht notwendig ist. Oder hat jemand andere Erfahrungen damit gemacht?

Meine Frage nun: da er den gerade dann nutzen wird, wenn er schlecht zurecht ist, besteht die Überlegung, statt des Mio, den Mio move zu nehmen, da dieser kantelbar ist. Das Problem dabei ist, dass er auch gleich wieder 5 kg mehr wiegt. Wie sind eure Erfahrungen damit? Ich habe etwas Sorge, wie es ist, das Ding in den bulli zu hieven und vor allem, ob Kjeld es denn noch schafft, den fortzubewegen, merkt man den Gewichtsunterschied sehr beim Fahren?

Habt ihr sonst noch Tips, worauf ich achten sollte?

LG Yvonne
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KrisM
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Re: Mio oder Mio move?

Beitragvon KrisM » 24.07.2019, 14:27

Hallo Yvonne,
Meine Frage nun: da er den gerade dann nutzen wird, wenn er schlecht zurecht ist, besteht die Überlegung, statt des Mio, den Mio move zu nehmen, da dieser kantelbar ist. Das Problem dabei ist, dass er auch gleich wieder 5 kg mehr wiegt. Wie sind eure Erfahrungen damit? Ich habe etwas Sorge, wie es ist, das Ding in den bulli zu hieven und vor allem, ob Kjeld es denn noch schafft, den fortzubewegen, merkt man den Gewichtsunterschied sehr beim Fahren?
als aktiver Fahrer kann ich sagen, ja, man merkt es und fünf Kilo können da schon zuviel sein. Zumal Kinderrollstühle häufig durch Speichenschutz, lange Griffe, Kippschutz, evt. Trommelbremse, usw. schon ein ordentliches Gewicht haben. Du selber musst den Rollstuhl ins Auto heben und evt. auch mal Treppen hoch oder runterhieven. Neben einer vernünftigen Sitzposition und Einstellung des Schwerpunktes, ist das Gewicht ebenfalls entscheidend dafür, daß er den Rollstuhl selber fahren kann. Mein alter und mein neuer Rollstuhl haben ca. 2 Kg Gewichtsunterschied, bei gleicher Sitzposition. Ich merke es beim fahren und reinheben ins Auto, wenn ich mal den alten Rollstuhl nutze. Steigungen sind schwerer und allgemein ermüden die Arme schneller und auf Dauer geht es sicherlich auch auf die Schultern und Handgelenke. Wenn die Sitzkantenlung nicht unbedingt erforderlich ist und er selber damit fahren soll, würde ich drauf verzichten.
Pelotten können bei Bedarf auch noch nachträglich angebaut werden, oder der Rücken komplett getauscht werden. LED-Lenkräder sehen vielleicht gut aus, sind aber sehr hart und sehr schmal, man bleibt leicht damit in Ritzen / Lücken bei Gehwegplatten hängen. Ich habe breite Vollgummi-Rollen in 4 Zoll mit Alufelge dran, die Fahreigenschaften sind nicht so schlecht, es verpufft nicht zuviel Energie durch zu weiche Rollen und durch die Breite bleibt man nicht so leicht irgendwo hängen.

Viele Grüße Kristin
Rollstuhlfahrerin

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Re: Mio oder Mio move?

Beitragvon Yvonne und Kjeld » 24.07.2019, 14:52

Hallo KrisM,

vielen Dank für deine Erfahrungswerte, da werde ich mir nochmal Gedanken machen. Die Dame im Sanihaus hatte von breiteren Rädern abgeraten, weil der Rollwiderstand zu groß sei. Da werde ich dann evtl doch nochmal die Entscheidung ändern.
Gut zu wissen, dass man den Rücken im Bedarfsfall nochmal ändern/ tauschen könnte.
Bei der Kantelung bin ich noch immer unsicher, aber wenn es solche Unterschiede beim Fahren macht, denke ich, dass wir besser darauf verzichten sollten, auch wenn es für Kjeld schon sehr praktisch wäre, wenn wir ihn "Kippen" könnten.

LG Yvonne
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Re: Mio oder Mio move?

Beitragvon Irmengardelisabeth » 24.07.2019, 15:40

Hallo Yvonne,

Mir stellt sich die Frage, ob nicht doch ein Buggy passender für eure Bedürfnisse ist?
Euer Kind braucht etwas für lange Strecken und zum ausruhen, zb nach Anfällen .

Wir nutzen für die langen Strecken den Multiroller von Rehanorm. Sehr bequem, leicht (8kg) klappbar, geländegängig, Fahrraddeichsel kompatibel, ...

Würde Kleid wirklich mehr selber fahren oder würdest du, um das ausruhen auch zu unterstützen, doch mehr schieben?

Das waren so meine Gedanken.

Liebe Grüße
Irmi Edin

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Re: Mio oder Mio move?

Beitragvon KrisM » 24.07.2019, 15:45

Hallo Yvonne,

meiner Erfahrung nach ist das Material der Vorderräder fürs Fahrverhalten entscheidender als die Breite. So genannte Softrollen aus einem weicheren Material federn zwar ein bißchen Unebenheiten ab, erschweren aber das fahren. Da häufig die Wege nicht ganz eben sind und auch kleine Kanten und Lücken schon nervig sein können, überwiegen für mich die Vorteile durch die breiteren Rollen. Außerdem bin ich häufig auf nicht asphaltierten Wegen unterwegs.

Viele Grüße Kristin
Rollstuhlfahrerin

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Re: Mio oder Mio move?

Beitragvon Yvonne und Kjeld » 24.07.2019, 21:26

Hallo Irmi,

nein, einen Rehabuggy wollen wir auf gar keinen Fall!!! schon jetzt kommt ständig die Frage, ob das Kind zu faul sei, wenn er mit der Kleinen im Buggy sitzt. Das stört bisher nur uns Eltern, doch es wird der Tag kommen, an dem es auch Kjeld stört. Außerdem ist mir durchaus wichtig, dass er sich selbst fortbewegen kann.
Das Problem ist, dass er nach GrandMal Anfällen mehrere Tage nicht laufen und sogar kaum krabbeln kann. Das ärgert ihn furchtbar und er versteht es natürlich auch nicht, in diesen Situationen wird er sich dann hoffentlich mit dem Rolli ein wenig bewegen können, und nicht immer darauf angewiesen sein, dass ich ihn von A nach B trage/schiebe. (Bisher verwendet er dann schon mal das eilig ins Haus geholte BobbyCar, aber er hat dann auch Schwierigkeiten aufzusteigen und das kann ich schwerlich überall mit hinnehmen, mal abgesehen davon, dass es langsam einach zu klein wird).

@Kristin, wir sind auch nciht immer auf Asphalt unterwegs, daher ein wirklich guter Punkt, den ich unbedingt nochmal mit der Rehatechnikerin ansprechen werde

LG Yvonne
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Re: Mio oder Mio move?

Beitragvon Manuela1304 » 24.07.2019, 22:03

Hallo
Wir haben uns gegen den Move entschieden da unser Sohn da echt schlecht drin lag, es kam mir vor als wenn er bei einer bodenwelle zur Seite gekippt wäre und dadurch sofort wach.
Er war aber nur zur Probe und sicherlich nicht optimal für ihn eingestellt.
Er war zudem um einiges schwerer zum hoch heben.
Bei einem Rehabuggy bin ich noch nie gefragt worden warum unser Sohn dahin sitzt ( ok Vorteil ist das unser Sohn schon nach einer Behinderung aussieht ) aber er kann ordentlich im Wagen mit den Füssen wackeln wo andere denken können warum läuft er nicht.
Rehabuggy sieht optisch schon so aus als ob er für spezielle Bedürfnisse ist, im gegensatz zu einem normalen Kinderwagen.
Da sagen die Leute eher weniger was

Wenn dein Sohn wirklich liegen muss, dann sollte es schon der Mio Move sein da der Mio für aktive fahrt ist und ich finde es ist da nicht so wirklich bequem zum längeren sitzen da die Rückenlehne sehr steil ist.
Wenn wir länger unterwegs sind fällt der Rolli aus dem Grund flach und der Rehabuggy wird genommen allerdings ist unser Sohn kein aktiver Fahrer.
Wenn er so erschöpft ist und nicht laufen, krabbeln kann dann wird er sicherlich auch nicht lange Rolli fahren können denn das ist auch echt anstrengend zumal er es nicht immer macht und nicht so starke Armmuskelatur haben wird.
Ich kenne aber deine Überlegung, ihrgentwie gab es für uns auch nicht die optimale Lösung die immer zu jeder Situation passt, so sind wir nach dem gegangen was wir am meisten brauchen.

Ganz liebe Grüsse
Manu

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Re: Mio oder Mio move?

Beitragvon Yvonne und Kjeld » 25.07.2019, 13:44

Hallo Manu,

danke für deine Erfahrungsberichte. Vielleicht sollte ich doch auch einfach mal nachfragen, ob wir für eine Woche oder so den Rolli zur Probe haben können.
Nur wer vom "Fach" ist, sieht Kjeld unter Umständen mal an, dass er anders ist. Trotz Brille, Hörgeräten und Derotationsbandagen, sieht man er so ziemlich aus, wie die meisten kids (Aufälligkeiten sind nur ganz milde ausgeprägt zu sehen). Und beim Rehabuggy war es zumindest bei meinem Bruder auch immer so, dass diese Frage kam. Noch ist es ganz nett den Kinderwagen nutzen zu können, aber sobald Svea wirklich laufen kann, bin ich auch froh, wenn wir keinen mehr nutzen.
Die Rehatechnikerin meinte auch schon, evtl könnten wir beides beantragen, wenn wir feststellen, dass der Rolli doch nicht ausreicht, aber ich hoffe, dass wir da drum herum kommen.
Wirklich liegen muss der Kurze ja glücklicherweise nicht, das macht er höchstens, wenn er schläft. Das ist ja das Dilemma, wenn er wirklich große Anfälle hatte (zum GLück erst 4 mal vorgekommen), er will sich bewegen, klappt aber nicht. Ansonsten müsste vermutlich auch der Mio ausreichen, wenn es beispielsweise um die Märkte geht, da hat Kjeld oft viele, viele, viele Abscencen und ist entsprechend geschlaucht, aber da ging es bisher ja sogar, wenn ich ihn auf seinem Walker geschoben habe, nicht gut, aber möglich.

Es stimmt, dass er nach großen Anfällen sicher nicht lange wird fahren können, aber ich denke, es wird reichen, sich im Haus fortzubewegen, lange Strecken könnte er ja immer noch geschoben werden.

Achherje, ich das kompliziert, und das, wo ich ständig mit Rollipatienten arbeite und nach einige Überlegungen zur passenden Ausstattung anstelle ...
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Re: Mio oder Mio move?

Beitragvon Minnie » 26.07.2019, 13:17

Wir haben den Mio und den Mio mit LED Rädern, aber für uns war auch kein Fahrunterschied und da unsere Tochter sich wohlfühlen sollte haben wir uns dafür Entschieden... auch haben wir uns für den Mio Entschieden wegen dem Buggyboard was man anbauen kann... unsere Tochter Brauch den Rolli zum Ausruhen oder Kräfte sparen, aber auch um sich sicher zu fühlen... sie kann damit Alleine fahren muss es aber nicht...
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