Fahrkosten

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Adalbert
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Fahrkosten

Beitragvon Adalbert » 23.07.2019, 09:34

Hallo zusammen,

bräuchte eure Erfahrung und euren Rat.
Mein 2.Jähriger Sohn wurde mit einem GDB 50 und Merkzeichen H eingestuft und nach meiner Recherche im Internet können wir Fahrtkosten bis 15.000km geltend machen?
Habe daraufhin bei unserem Finanzamt angerufen, diese verneinten dies aber mit der Begründung das der GDB nicht hoch genug wäre? Stimmt das?

Meine weitere Fragen wäre gewesen..
1. Sind die 15.000km Pauschal oder muss ich diese nachweisen?
2. Falls ein Nachweis nötig ist, wie hat dieser im Detail auszusehen? Wie weise ich Fahrten Glaubhaft nach?
3. Muss das Fhzg auf meinem Sohn angemeldet sein ( KFZ Steuerbefreiung?)
4. Können die Fahrtkosten Rückwirkend beantragt werden?

Vielen Dank euch allen für eure Geduld und eure Hilfe. Hatte mich auch schon überlegt ob ich mich evtl an den VDK Ortsverband wenden soll?

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Chantal-Marie
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Re: Fahrkosten

Beitragvon Chantal-Marie » 23.07.2019, 10:03

Frage 1, das kommt auf euer Finanzamt an bzw auf den Sachbearbeiter. Der eine erkennt die KM pauschal an der andere will einen Nachweis. Ich habe einfach die Fahrten aufgelistet die wir gefahren sind aber ich habe noch nie ein Fahrtenbuch geführt. Frag einfach beim zuständigen Sachbearbeiter nach, der kann dir am ehesten sagen wie er es haben möchte.
Frage 3, nein das Auto muss nicht auf dein Kind angemeldet sein. Wir haben unser Auto nicht mehr auf unser Kind angemeldet und kriegen die KM trotzdem.
Frage 4, keine Ahnung.

Ob das der VDK weiß und übernimmt kann ich dir nicht sagen. Unser Kind ist auch Mitglied im VDK aber so ganz begeistert bin ich nicht mehr denn die Kommunikation läßt bei uns schon sehr zu wünschen übrig. Ich bin grad am Überlegen ob ich nicht eine Rechstschutzversicherung abschließe die solche Probleme abdeckt.
Liebe Grüße von Chantal-Marie und Mama

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 23.07.2019, 10:25

Hallo,

manche Info findet sich leichter außerhalb des Forums: https://www.vlh.de/krankheit-vorsorge/b ... en-ab.html
Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Rita2
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Re: Fahrkosten

Beitragvon Rita2 » 23.07.2019, 12:36

Hallo,

beim Merkzeichen H ist keine bestimmte Prozentzahl notwendig.
Dies ist nur beim Merkzeichen G notwendig. Da bekommt man erst ab 70 die Pauschale für die 3000 Kilometer.

Im Gesetz steht Fahrtenbuch oder glaubhaft nachweisen. Bisher hat unser FA einfach die Angabe 15000 km akzeptiert. Für letztes Jahr haben sie mir das nicht anerkannt. Ich bin gerade dabei eine Liste zu machen, was wir alles mit und für unseren Sohn gefahren sind.
Man glaubt gar nicht, was da an Kilometer alles zusammen kommt.
Viele geben auch die insgesamt gefahrenen Kilometer an, indem sie Werkstattrechnungen beifügen.

LG
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

Anjali
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Re: Fahrkosten

Beitragvon Anjali » 23.07.2019, 14:10

Hallo,
Zu 4.:
Nach Ablauf der Einspruchsfrist kann ein Steuerbescheid innerhalb der Festsetzungsfrist geändert werden, wenn er z.B. „unter Vorbehalt der Nachprüfung“ ergangen ist oder wenn die Steuer „vorläufig festgesetzt“ wurde.
Oder wenn „neue Tatsachen oder Beweismittel “ nachträglich bekannt wurden, die zu einer Erhöhung oder Verminderung der Steuer führen.

Er kann auch geändert werden, soweit „ein Grundlagenbescheid, dem Bindungswirkung für diesen Steuerbescheid zukommt, erlassen, aufgehoben oder geändert wird“ (§175 AO).
Ein solcher Grundlagenbescheid wäre in eurem Fall z.B. ein SBA mit rückwirkender Geltung ab Geburt oder ab dem Veranlagungszeitraum, für den ihr die Fahrtkosten nachträglich geltend machen möchtet. Voraussetzung ist, dass euch kein „grobes Verschulden“ trifft, d.h. dass euch dieser Bescheid zum Zeitpunkt der betreffenden Steuererklärung bzw. des betreffenden Veranlagungszeitraums (für den ihr die Fahrtkosten nachträglich geltend machen wollt) noch nicht bekannt gegeben wurde.

Entschuldige bitte die verschwurbelte Formulierung. Ich hoffe, wird wird klar, was ich damit sagen will. Ansonsten gerne nachfragen.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (18 Jahre / Asperger-Autist)

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Re: Fahrkosten

Beitragvon Anjali » 23.07.2019, 14:38

Bitte den Absatz mit dem „groben Verschulden“ streichen. Dies bezieht sich nicht auf Grundlagenbescheide, sondern auf eine Änderung von Steuerbescheiden wegen neuer Tatsachen oder Beweismittel. (§173 AO).
(Ich hatte dies falsch aus dem Gedächtnis zitiert.)
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (18 Jahre / Asperger-Autist)

Adalbert
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Re: Fahrkosten

Beitragvon Adalbert » 07.08.2019, 12:13

Vielen Dank euch allen für eure Tipps.

Kann mir jemand ein Beispiel senden, gern auch per PN wie so etwas aussehen sollte, bzw wie man es glaubhaft nachweist?
Insbesondere frage ich mich wie ich die Freizeitaktivitäten und Verwandtschaftsbesuche nachweisen kann?

Adalbert
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Re: Fahrkosten

Beitragvon Adalbert » 13.08.2019, 20:50

*push* :)

SarahmitFlorian
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Re: Fahrkosten

Beitragvon SarahmitFlorian » 13.08.2019, 21:11

Hallo,
sofern das Finanzamt Fahrtkosten über 3000 km/Jahr anerkennt, reicht es in der Regel aus, ein anerkanntes Fahrtenbuch zu führen. Diese Hefte gibt es im Schreibwarengeschäft. Sie müssen lückenlos ausgefüllt werden und auf Verlangen dem Finanzamt vorgelegt werden.
Eingetragen wird Datum, Wegstrecke, Zweck, besuchte Personen, etc., Kilometerstand am Anfang und Ende, sowie der Name des Fahrers. Das Fahrtenbuch ist zeitnah auszufüllen. Diese Eintragungn reichen als Nachweis aus, man braucht also keine Zeugenaussagen von Verwandten oder Eintrittskarten.
LG Sarah

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Adalbert
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Re: Fahrkosten

Beitragvon Adalbert » 15.08.2019, 16:36

Hallo,
sofern das Finanzamt Fahrtkosten über 3000 km/Jahr anerkennt, reicht es in der Regel aus, ein anerkanntes Fahrtenbuch zu führen. Diese Hefte gibt es im Schreibwarengeschäft. Sie müssen lückenlos ausgefüllt werden und auf Verlangen dem Finanzamt vorgelegt werden.
Eingetragen wird Datum, Wegstrecke, Zweck, besuchte Personen, etc., Kilometerstand am Anfang und Ende, sowie der Name des Fahrers. Das Fahrtenbuch ist zeitnah auszufüllen. Diese Eintragungn reichen als Nachweis aus, man braucht also keine Zeugenaussagen von Verwandten oder Eintrittskarten.
LG Sarah
Vielen Dank für deine Auskunft

Wie mache ich das am besten wenn ich das Fahrtenbuch rückwirkend anlegen muss?
Ich weiß im groben noch unsere Fahrten mit dem ungefähren Datum, aber die Kilometetstände der Autos weiß ich nimmer


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