Schulbegleitung nach Paragraph 35a

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Nadine-ini
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Re: Schulbegleitung nach Paragraph 35a

Beitragvon Nadine-ini » 15.08.2019, 22:31

Hallo
Es kann nicht sein, ich schrieb am letzten Freitag der Lehrerin meines Sohnes, das es notwendig ist, dass sie auch schriftlich festhält, warum Kjell dringend eine Schulbegleitung benötigt. Dies wollte ich dann mit einreichen( neuer Antrag Schulbegleitung).
Heute habe ich nun die Antwort erhalten
Sie hat mit der Schule besprochen, dass sie keinen Bericht schreiben. Erst wenn das Jugendamt sie dazu auffordert.
Die spinnen doch, das Jugendamt freut sich doch, wenn kaum Unterlagen vorliegen.
Ich komme langsam an meine Grenzen, mir werden nur Steine in den Weg geworfen.

Nun gebe ich wieder nur meinen Antrag ab plus Bericht vom SpZ
Kjell *2010 selektiver Mutismus, Lernbehinderung, starke Verweigerung in vielen Bereichen, emotionale Störung, teilweise autistische Züge, laufende Diagnostik, Skadi *2013 gesund, Tjara 2016 gesund

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Engrid
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Re: Schulbegleitung nach Paragraph 35a

Beitragvon Engrid » 15.08.2019, 23:45

Hallo Nadine,

Du hattest geschrieben, die Schule befürwortet die Schulbegleitung. Dann verstehe ich nicht, warum sie nichts schreiben wollen.
Vielleicht musst Du ein bisschen tricksen: Du brauchst ein Schreiben vom JA (das darf auch an Dich gerichtet sein, darf auch eine E-Mail sein), dass für eine Schulbegleitung eine Stellungnahme der Schule nötig ist. Vielleicht kannst Du das beim JA rauskitzeln, wenn Du recht unschuldig fragst, was sie noch brauchen, oder ob sie eine Stellungnahme brauchen). Das kannst Du dann der Schule weiterleiten.
Das ist ja ein Kasperltheater ... :roll:

Du kannst es auch ganz anders machen und beim Schulamt anrufen.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Nadine-ini
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Re: Schulbegleitung nach Paragraph 35a

Beitragvon Nadine-ini » 16.08.2019, 10:04

Hallo
Ja die Schule ist dafür. Keine Ahnung warum sie es jetzt nicht machen.
Vielleicht sind sie auf mich sauer, da ich vor den Ferien schon das Förderzentrum (das den förderschwerpunkt festgestellt hat) über eine zu unrecht entschiedene sache informiert habe und die
dann gleich bei der Schule angerufen haben.
Die Schule arbeitet nur gegen mich.
Ans Schulamt habe ich auch schon gedacht.
Würden wir nicht auf so nem kleinen Dorf Leben, hätte ich ihn schon längst von der Schule genommen.

Gruß
Kjell *2010 selektiver Mutismus, Lernbehinderung, starke Verweigerung in vielen Bereichen, emotionale Störung, teilweise autistische Züge, laufende Diagnostik, Skadi *2013 gesund, Tjara 2016 gesund

kati543
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Re: Schulbegleitung nach Paragraph 35a

Beitragvon kati543 » 16.08.2019, 11:47

Hallo,
eigentlich ist die Schule zur Mitarbeit verpflichtet. Wo ist das Problem, wenn das Jugendamt die Schule auffordert? Bei mir stand in den Formularen ganz klar drin, was beim Antrag beizulegen war. Ein Schreiben der Schule war definitiv nicht dabei. Das Jugendamt hat das immer selbst eingefordert. Übrigens auch das Sozialamt.
Bei MEINEM Antrag stand immer drin, wie ICH das sehe. Welche Hilfen wird mein Kind von meinem Standpunkt aus in der Schule benötigen. Klar habe ich oft nur geraten und viel von dem, was Lehrer noch genannt haben, hatte ich nie berücksichtigt, aber darum ging es nie. Außerdem kamen noch die Diagnosen und die unzähligen Arzt- und Therapeutenberichte dazu. Der SBA und PG wurde erwähnt und belegt aber niemals irgendwelche Kopien vom Gutachten mitgeschickt.
Als mein Antrag dann bei dem jeweiligen Amt einging, hat das Amt dazu eine Stellungnahme der Schule angefordert.

Ich kenne es eigentlich nur so. Ich weiß nicht...aus meiner Sicht ist eure Schule nicht „bockig“, sondern vollkommen normal. Ich habe nie eine Stellungnahme der Schule bei uns gesehen. Allerdings bin ich ja bei den HPGs dabei...also ich bilde mir zumindest ein, dass ich eigentlich fast alles mitbekomme.

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
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D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Nadine-ini
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Re: Schulbegleitung nach Paragraph 35a

Beitragvon Nadine-ini » 16.08.2019, 16:16

Ich versuche nun seid 2 Jahren eine Schulbegleitung zu bekommen. Es würde bisher immer abgelehnt.
Ich schauen dabei zu wie mein Sohn nichts lernt, sich nicht weiter entwickelt erst recht kognitiv nichts lernt.
Ohne Hilfe wird nichts aus ihm werden, das klingt gemein, aber es ist so.
Die Schule hat mir noch nie erzählt, dass sie schriftlich dazu Stellung nehmen müssen bzw mussten. Die Mitarbeiterin des Jugendamtes war kurz in der Schule und das wär's.
Solange die Schule keinen Druck macht, habe ich kaum Chancen.
Das Jugendamt hat zig Berichte, die aber anscheind nicht ausreichen

Und mein Sohn ist nicht erwünscht auf der Schule, er soll auf eine Sonderschule gehen. So hat mir die Sonderschullehrerin gesagt.
Natürlich nicht, dass er nicht erwünscht ist

Die Schule macht nichts, sie wollten nicht einmal, dass er den sonderpädagogischen Förderbedarf bekommt.
Dafür musste ich schon 1 Jahr kämpfen, dass der Antrag gestellt wird.(hat noch nicht einmal begonnen?
Und so zieht es sich immer weiter

Das Schulamt sagt, dass die Schule nicht dazu verpflichtet ist, mir einen Bericht zu schreiben
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Re: Schulbegleitung nach Paragraph 35a

Beitragvon Engrid » 16.08.2019, 18:17

Hallo,

wenn die Schule so völlig desinteressiert ist am Vorwärtskommen Deines Kindes - ich weiß nicht, ob eine SB das im Alleingang herausreißen kann. Gibt’s denn keine schulische Alternative?

Grüße
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Re: Schulbegleitung nach Paragraph 35a

Beitragvon Leasanne » 16.08.2019, 18:31

Hallo Nadine,

erstmal: ganz viel Kraft!

Du wirst einiges ändern müssen. Zum ersten: alles nur noch schriftlich machen, geht oft auch per E-Mail. Anträge allerdings solltest du nur unter Zeugen gegen Empfangsbekenntnis schriftlich einreichen, notfalls per Übergabe-Einschreiben mit Rückschein hinschicken und vorab per Fax, wenn möglich (mach dich dann aber darauf gefasst, dass die Aussage kommt: Jaaaaa.... einen Umschlag haben wir von Ihnen bekommen. Der war aber leer!). Das gleiche gilt für entscheidungsrelevante Unterlagen.

Bestehe immer auf einen schriftlichen Bescheid. Nur so hast du rechtlich verwertbares Material in der Hand. Lass dich nicht am Telefon abspeisen. Wenn das Jugendamt anrufst, dann verweist du freundlich aber bestimmt darauf, dass du gerade keine Zeit hast und sie das bitte eben per e-Mail schreiben soll.

Entbinde NIEMALS die Schule, Betreuer, Ärzte, Therapeuten etc. per Generalvollmacht von ihrer Schweigepflicht gegenüber dem Jugendamt und umgekehrt. Die Herrschaften können sich dann ungehindert über dich und deinen Sohn austauschen und du kriegst es noch nicht mal mit. Mit dir spricht dann irgendwann keiner mehr.
Mache dem Jugendamt SCHRIFTLICH klar, dass du zur Mitarbeit gerne bereit bist, du aber auf die Einhaltung der Schweigepflicht, von Datenschutzbestimmungen und sonstigem geltenden Recht vertraust. D. h. konkret: Wenn das Jugendamt Informationen benötigt, sind die in erster Linie bei euch selbst zu erfragen. Erst wenn das nicht funktioniert dürfen in einem ganz engen Rahmen die Infos woanders hergeholt werden. Die SB im Jugendamt muss also erst mit dir sprechen. Und du entscheidest dann im konkreten Einzelfall, ob du eine für diesen Einzelfall geltende Schweigepflichtentbindung ausstellst oder ob du die gewünschten Unterlagen selber beschaffst.

Wenn du doch mal mit dem Jugendamt telefonierst, dann hole dir eine Vertrauensperson dazu, die zuhört. Weise deinen Gesprächspartner darauf hin, dass du das Telefon laut stellst und Frau/Herr XYZ das Gespräch mithört. Anschließend verfasst du über das Gespräch ein Protokoll, lässt es von deiner Vertrauensperson unterzeichnen und schickst es an das Jugendamt mit dem Hinweis, dass du davon ausgehst, dass das Protokoll so in Ordnung ist, wenn du nicht innerhalb von 8 Tagen eine Rückmeldung erhältst. Genauso machst du es, wenn du zu Gesprächen geladen wirst. Da muss die SBin übrigens einen Beistand akzeptieren. Am Telefon kann sie schlimmstenfalls auflegen oder gar nichts mehr sagen. Dann muss sie ihr Anliegen aber schriftlich vortragen, was ja umso besser wäre.

Wenn du so vorgehst, dann machst du dich zwar nicht gerade beliebt, aber die wissen dann auf jeden Fall, dass du informiert bit und weißt, wie du Rechte wahrnehmen kannst. Mit der Zeit sammelt sich da ein ganz schöner Haufen Protokolle und Notizen an. Jeder Rechtsanwalt freut sich im Falle des Falles einen Wolf, wenn er so umfangreiches,lückenloses Material vorgelegt bekommt.

Ich wünsche dir gaaaaanz viele starke Nerven

Liebe Grüße, Eva
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Re: Schulbegleitung nach Paragraph 35a

Beitragvon Leasanne » 16.08.2019, 18:36

Eine Frage hab ich noch, Nadine.
In dem einen Post schreibst du, die Schule ist für eine Schulbegleitung und einem weiteren Post, ein paar Stunden später wiederum, die Schule wolle deinen Sohn loswerden.
Das widerspricht sich in meinen Augen.

Ich lese von dir sehr viel, dass irgendjemand gesagt hat, ein anderer hätte gesagt. Ich glaube, hier wäre ein runder Tisch mal ganz angebracht.
Liebe Grüße
Leasanne
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Re: Schulbegleitung nach Paragraph 35a

Beitragvon Sophie-11 » 16.08.2019, 21:58

Hallo Nadine,

hast Du schon mal Antrag auf Akteneinsicht gestellt? Nach § 25 SGB X Satz 1 heißt es
Die Behörde hat den Beteiligten Einsicht in die das Verfahren betreffenden Akten zu gestatten, soweit deren Kenntnis zur Geltendmachung oder Verteidigung ihrer rechtlichen Interessen erforderlich ist.
Du kannst dann auch (auf eigene Kosten) Kopien anfertigen oder welche anfordern (gegen Kostenübernahme). Dann kannst Du zumindest mal nachvollziehen, was da zwischen Schule und JA gelaufen ist. Auch wenn es nur mündliche Gespräche waren, gibt es bestimmt Aufzeichnungen bzw. Auswertungen davon. Darauf kannst Du dann in Deinem neuen Antrag eingehen. Wenn das Verfahren des ursprünglichen Antrags wirklich formal abgeschlossen ist, kann Dir das JA den Zugriff nicht verwehren.

Viel Erfolg!
fünfköpfige, irgendwie ASS-nahe Familie mit dem Großen *12/2007, dem Mittleren *09/2010 mit Diagnose F84.5 und Vd auf ADHS, und der Kleinen *02/2014

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Re: Schulbegleitung nach Paragraph 35a

Beitragvon Nadine-ini » 16.08.2019, 23:31

Vielen Dank

Die Schule hat immer gesagt, dass sie es für sinnvoll hält, dass kjell eine Schulbegleitung bekommt.
Die Sonderschullehrerin meinte wortwörtlich zu mir
Wenn kjell nicht auf eine Sonderschule kommt, wird niemals was aus ihm werden.
Als ich die Schule darüber Informiert hatte, dass ich kjell an einer waldorfschule angemeldet habe,
da kam von der Klassenlehrerin gleich
Ja machen sie das bloß, das hier ist nicht so die passende Schule für ihn.
Da sie ihn aber weiter an der Backe haben, kam immer von der Schule, dass eine Schulbegleitung sehr wichtig wäre.
So, was soll man nun glauben.

Den runden Tisch hatten wir, eine Stunde nur Vorwürfe der sonderschullehrerin
Erziehungsfehler usw
Das muss ich mir nicht anhören.

Schweigepflichtsentbindung kann ich das wieder rückgängig machen?
Das hatte ich nämlich damals bestimmt unterschrieben.

Ich muss unbedingt dem Jugendamt zeigen, dass der nette weg vorbei ist.
Ich bleibe immer zu freundlich.
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