Forced Use Therapie bei Kleinkind sinnvoll?

Mit einem besonderen Kind sind Eltern oft Dauergäste beim Kinderarzt. Hinzu kommen Krankenhausaufenthalte und Besuche bei Spezialisten und im Sozialpädiatrischen Zentrum.

Welche Untersuchungen machen Sinn? Wo ist mein Kind in guten Händen? Zahlt die Krankenkasse alle Behandlungen? Fragen über Fragen...

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MamavonMaja
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Forced Use Therapie bei Kleinkind sinnvoll?

Beitragvon MamavonMaja » 17.07.2019, 19:18

Hallo in die Runde.
Unsere Kleine ist 2 Jahre alt und hat eine armbetonte Hemiparese, setzt die betroffene Hand als Hilfshand ein. Wie sind eure Erfahrungen mit stationärer Forced Use Therapie bei so kleinen Mäusen? Kognitiv ist sie sehr fit. Momentan ist sie sehr frustriert z.B beim Socken ausziehen oder Hose hochziehen, was überhaupt nicht klappt mit der Hand.
Ich würde mich über ein paar Erfahrungen sehr freuen.
Liebe Grüße von MajasMama
Katharina mit Löwenkind 01/17 (27. SSW, 950 gr., IVH lll° bds, Mediainfarkt, bds. Pneumothorax, ANS IV, BPD, NEK, operativer Verschluss des PDA, spastische armbetonte Hemiparese)

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Jakob05
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Re: Forced Use Therapie bei Kleinkind sinnvoll?

Beitragvon Jakob05 » 18.07.2019, 11:51

Ich denke, das hängt stark von der Frustrationstoleranz deines Kindes ab. Versuchs doch mal im Kleinen zuhause. Macht ein Spiel daraus, dass ihr beide die "gesunde" Hand nicht benutzen dürft und arbeitet etwas, was Spass macht, also Plätzchen backen oder Sandburgen bauen. Kinder stellen sich ja meist schneller auf die Gegebenheiten ein als Erwachsene und so wie ich das kennen, zielt die FUT ja genau darauf ab. Es wird das gesunde Körperteil "ausser Betrieb" gesetzt und so das schwächere motiviert diese Funktionen zu übernehmen. So wie bei der Okklusionstherapie bei unterschiedlichen Sehstärken der Augen.
Wichtig dabei ist - denke ich - die Einschränkung des gesunden Körperteils nicht zu sehr zu thematisieren und anfängliche Proteste durch positive Reize (Kitzel-Tobespiele, Eisessen etc.) zu übergehen.
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Rachenfehlbildung,Tracheostoma)

Bettyx
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Re: Forced Use Therapie bei Kleinkind sinnvoll?

Beitragvon Bettyx » 18.07.2019, 18:16

Hallo
auch wir haben uns auf Anraten des SPZ bei der Handsprechstunde in köln vorgestellt. Bei unserem Gespräch war die kleine Maus noch zu jung. Wir sollen uns im Januar noch einmal melden da sie wohl sehr gut in das Programm passt. Ich denke persönlich das man es auf jeden Fall versuchen sollte. Vielleicht im Alltag ab und zu die "Guten Hand mir einem handschuh oder ähnlichem ein bisschen blockieren und schauen wie sie reagiert.
Gruß Alex
Alex 78 mit Mara 08/2018 z.N nach Mediainfarkt Hemipare rechts Arm und Bein betont , auffälliges EEG ohne Anfälle

MamavonMaja
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Re: Forced Use Therapie bei Kleinkind sinnvoll?

Beitragvon MamavonMaja » 20.07.2019, 18:21

Habt vielen Dank!
wisst ihr, ob ich irgendwo einen Überblick über die verschiedenen Einrichtungen finde, die das anbieten?
Zufällig waren wir am Freitag nach beim Bayley Test (ein Entwicklungstest) bei der Neurologin und die riet uns ganz unabhängig von meiner Überlegung auch zu Forced Hand.
Das mit dem Handschuh werde ich auf jeden Fall auch mal zu Hause probieren!
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Jakob05
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Re: Forced Use Therapie bei Kleinkind sinnvoll?

Beitragvon Jakob05 » 22.07.2019, 06:58

Eine Liste habe ich nicht, weiss aber, dass das Hegau-Jugendwerk das in Gailingen anbietet. Im Rahmen einer stationären Reha. Gerade zur Einführung einer solchen Therapie
finde ich das sehr sinnvoll, da so den ganze Tag immer wieder Therapeuten den Verlauf beobachten können, beim Spielen, beim Essen,....
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Sabrina82
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Re: Forced Use Therapie bei Kleinkind sinnvoll?

Beitragvon Sabrina82 » 24.07.2019, 14:38

Hallo ,
eine Liste habe ich auch nicht. Ich weiß nur, dass das Kinderneurologische Zentrum am Sana Klinikum in Düsseldorf-Gerresheim die Forced-Use-Therapie auch als Schwerpunkt hat und auch Blocktherapien anbietet. Vielleicht wäre das noch eine Adresse für euch.
Gruß Sabrina
PS L 2008, Z.n. Battered Child, Bilaterale dyskinetische CP, Epilepsie, atypische ASS uv Baustellen mehr; AT J. 2010 , Bindungstrauma, ADHS, Legasthenie, Dyskalkulie, Sprachverständnisprobleme, V.a. FAS; PT J. 2012, PKU, Bindungsstörung, FAS, Epilepsie, geistige Behinderung, ADHS, Neurodermitis und Allergien.

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Re: Forced Use Therapie bei Kleinkind sinnvoll?

Beitragvon Quirin_Mama » 24.07.2019, 22:06

Hallo MajasMama,

schau mal in der Rehaklinik Mosbach: https://www.rehaklinik-mosbach.de/thera ... e.html?L=0

Wir waren in Mosbach auf Reha wg. anderer Baustelle und ich kann das Haus echt empfehlen!

LG Maria

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MamavonMaja
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Re: Forced Use Therapie bei Kleinkind sinnvoll?

Beitragvon MamavonMaja » 13.08.2019, 14:14

Wir haben nun aus der Apotheke einen 'TG Handschuh für Kleinkinder besorgt, habe hier in anderen Beiträgen den Tipp gefunden.
ftopic104546-40.html
Maja nimmt statt einem zugeschnittenen Brettchen einfach eine zusammengerollte Socke in die Hand, macht eine Faust, und ich ziehe den Handschuh drüber und binde ihn am Handgelenk zusammen. Das ist ihr angenehmer und trotzdem ist die Hand ausreichend immobil. Es funktioniert erstaunlich gut, eine halbe Stunde tgl klappt jetzt schon nach wenigen Tagen und ich merke, dass nachdem der Handschuh ab ist, die betroffene Hand noch ein paar Mal freiwillig genutzt wird. Kurz danach hört der Effekt zwar auf, doch das 'Training' während der halben Stunde war es schon wert.
Wir schauen uns demnächst ein paar Kliniken an, danke für die Tipps!
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