Die Impfpflicht wurde heute beschlossen!

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Ullaskids
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Re: Die Impfpflicht wurde heute beschlossen!

Beitragvon Ullaskids » 08.08.2019, 18:17

Hallo Heike,
der Impfkalender des RKI sieht vor, dass die erste Masernimpfung mit 11-14 Monaten und die zweite mit 15-23 Monaten stattfindet.
Wenn man dann den 2. Geburtstag (=24 Monate) als Stichtag nimmt, sehe ich nicht, wieso mehr als 20% aller Kinder da noch nicht mit den beiden Impfungen durch sein sollten.
Die Studie sagt nichts darüber aus, ob diese Impfungen im dritten Lebensjahr nachgeholt wurden oder nicht.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

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Alexandra2014
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Re: Die Impfpflicht wurde heute beschlossen!

Beitragvon Alexandra2014 » 09.08.2019, 08:40

Noch ein weiterer Auszug aus dem BEK Arzneimittelreport: Homöopathieanhänger impfen weniger

https://m.goettinger-tageblatt.de/amp/n ... ssion=true
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Angela77
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Re: Die Impfpflicht wurde heute beschlossen!

Beitragvon Angela77 » 09.08.2019, 14:15

Hallo zusammen,

ich finde es ein bisschen schade, dass niemand auf Engrids Artikel Bezug nimmt!
Haltet ihre es wirklich für so abwegig, dass der Plan von Jens Spahn in verschiedener Hinsicht "auch nach hinten los gehen könnte".

Ich finde, die Bundesregierung hat über die letzten Jahre viel zu wenig gemacht z.B. Impfregister und Co, als dass man sagen könnte, die milderen Mittel seien ausgeschöpft.
Wenn jetzt Impfpflicht zusammen mit diesen flankierenden Maßnahmen kommt, dann kann sich bei erhöhter Impfquate Jens Spahn hinterher zwar auf die Schulter klopfen lassen, das "die Impfpflicht", aber letztlich weiß niemand, ob er diesen Erfolg nicht auch mit weniger Kollateralschäden erreicht hätte.

Und dass es diese Kollateralschäden (medizinisch, sozial etc.) geben - und sei es nur, dass er wirklich Eltern gibt, die aus rein ideologischen Gründen, sich alle möglichen Schlupflöcher legaler oder illegaler Art - befürchten ja auch Experten aller Richtungen, von STIKO-Ärzten bis hin zum Ethikrat!

Mir wäre ein Jens Spahn sympathischer gewesen, der gesagt hät: "Die Bundesregierung hat jahrelang geschlampt. Wir investieren JETZ konsequent in alle erdenklichen Maßnahmen jenseits einer Impflicht und wenn in zwei oder drei Jahre die Impfquote nicht deutlich besser ist, DANN kommt die Impflicht!"

Aber das Ego zurückzustellen kann von Politikern wohl nicht verlagen :cry:

Mir schon klar, dass jedes Kind, dass an Masern stirbt eines zuviel ist. Es ist aber auch jedes einzes zuviel, das gesundheitlich und oder sozial geschädigt durch die Impfplicht wird. Und bei der jetzigen (!) Infektionslage ist überhaupt nicht klar, welches Risiko aktuell (!) tatsächlich größer ist bzw. haben sich dazu auch STIKO-Ärzten bis zum Ethikrat einige Experten aktuell dagegen positioniert.

Deren Arguementation wird aber von der Regierung inhaltich mit keinem Argument aufgegriffen, sondern der Regierungsentwurf wird kommentarlos verschärft. Warum gibt es dann über Expertenkommissionen, wenn die Regierung sowieso nur macht, was ihr genehm ist ?!? Und schürt ein solches Verhalten nicht gerade die Impfskepsis und Verschwörungstheorien in verschiedenen Kreisen?

Es gibt eben im Leben kein Null-Risiko. Da sollte man ehrlich sein. So uangenehm der Gerdanken ist!
Übrigens sind die meisten Menschen über 5o für die Impfflicht. Warum auch nicht: Sie sind wahrscheinlich immun bzw. nicht impflichtig und brauchen auch keinen KITA-Platz. Ob genauso viel für die Organspendepflicht wären? Ich habe in der Klinik kleine Kinder kennengelernt, die auf eine Niere wartete. Ich finde, das sollte generel kein Mensch sterben müssen, nur weil jemand seinen Organe unbedingt mit ins Grab nehmen will. Das hatten wir aber schon diskutiert ...

Ab dem Herbst werde ich nun versuchen, für eine Kinder das Problem der Impflicht klären zu lassen, was mutmaßlich in unserem Fall zwar beschwerlich und psychisch angestregend, aber wohl möglich ist. Ich halte diese Hin und Her nicht mehr länger aus und plane, unseren damaligen Gerichtsgutachter und Experten für Impfstoffsicherheit ein generelles Gutachten zu erstellen. Aber ich weiß eines: Selbst wenn ich damit durchkomme und meine Kind dann von der Impflicht profitieren, es bleibt ein schaler Nachgemack, was die Reaktion der Regierung auf die Expertenmeinungen betrifft ...

Liebe Grüße
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
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Re: Die Impfpflicht wurde heute beschlossen!

Beitragvon Angela77 » 09.08.2019, 14:30

Nochmal ich, bin zu langsam beim Editieren ;)

Die bundespolitischen Sprecher habe ich jetzt auch angeschrieben und mal dargelegt, wie sich die Diskussion um die Impflicht auf anerkannte Impfopfer und deren Angehörige auswirkt, mit der Bitte diesen verschwindend kleinen Menschenkreis "nach Einzelfallprüfung im Zweifel auf Wunsch "großzügig freizustellen". Eine solche Ausgführungsbestimmung würde auch den Menschen, dass Gefühl gegeben, dass die Regierung nicht nur Maserntote sondern auch Impfschäden nach Möglichkeit zu vermeiden versucht.

Und stellt euch mal vor das (Geschwister-) Kind eines Impfpopfers wird indirekt (Zwangsgeldt, KITA etc.) zwangsgeimpft, erleidet einen Impfschaden und die Eltern gehen - was ich verstehen könnte! - an die Öffentlichkeit. Das wäre ein SUPERGAU was das Vertrauen in Impfung und Regierung betrifft!

Das sollten die Politiker schon aus Gründen des Machterhalts unbedingt vermeiden ;)

LG
Angie
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Re: Die Impfpflicht wurde heute beschlossen!

Beitragvon Regina Regenbogen » 09.08.2019, 15:07

Mir wäre ein Jens Spahn sympathischer gewesen, der gesagt hät: "Die Bundesregierung hat jahrelang geschlampt. Wir investieren JETZ konsequent in alle erdenklichen Maßnahmen jenseits einer Impflicht und wenn in zwei oder drei Jahre die Impfquote nicht deutlich besser ist, DANN kommt die Impflicht!"
Ja, wäre vor 2 oder 3 oder 4 Jahren eine gute Aktion gewesen oder wieviele letzte Appelle an den Verstand bzw. die Einsicht der Erziehungsberechtigten sollten noch in den Äther geschickt werden? So neu ist das Thema Impfmüdigkeit bzw. Impfverweigerung ja nun wirklich nicht.

Mal davon abgesehen, dass mir ein Politiker nicht sympathisch sein muss wegen seiner Entscheidungen, sondern die Entscheidungen sollten angebracht und notwendig sein.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

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Re: Die Impfpflicht wurde heute beschlossen!

Beitragvon Engrid » 09.08.2019, 15:28

Hallo,

der verlinkte Zeit-Artikel ist ziemlich überzeugend, finde ich.
Im Grunde ist es mal wieder eine typische Aktion, wie unsere Gesellschaft (und darum auch unsere Regierenden, die ja oft auf populäre Effekte schauen, weniger auf inhaltlich sinnvolles) mit komplexen Problematiken umgeht. Die breite Mehrheit ist zum Impfen lange nicht so gut informiert wie Ihr hier alle. Die Leute lesen: Masernseuchen drohen, Impfmüdigkeit - die Mehrheit ist fürs Impfen. Dann kommt der Minister Spahn, der ganz offensichtlich Gestaltungswillen hat, aber nicht unbedingt auf langfristige Verbesserungen durch unpopuläre oder einfach zu unspektakuläre Maßnahmen setzen will, und sagt: Impfpflicht. Sachlich eher nicht hilfreich (siehe Zeit-Artikel), aber populär.
Einfache „Lösung“ für ein komplexes Problem. Funktioniert leider nicht.

Grüße
Engrid
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Re: Die Impfpflicht wurde heute beschlossen!

Beitragvon HeikeLeo » 09.08.2019, 15:40

Liebe Angela,

zu Impfschäden habe ich folgende Anfrage gefunden.
Schon interessant.

Liebe Grüße
Heike

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Re: Die Impfpflicht wurde heute beschlossen!

Beitragvon Regina Regenbogen » 09.08.2019, 15:46

Die breite Mehrheit ist zum Impfen lange nicht so gut informiert wie Ihr hier alle.
Die Informationspflicht der Kinderärzte gibt es schon viele Jahre, demnach sollte die breite Mehrheit der Eltern schon lange wenigstens annähernd so gut informiert sein.

Bei meiner Ältesten (jetzt 30 Jahre alt) wurde das Thema Impfen noch ziemlich vernachlässigt, aber schon bei meiner zweiten Tochter (jetzt 21 Jahre) war das jedes Mal bei den Vorsorgeuntersuchungen Thema, der Impfpass wurde kontrolliert und auf ggf. fehlende oder empfohlene Impfungen hingewiesen und entsprechend beraten.
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Re: Die Impfpflicht wurde heute beschlossen!

Beitragvon Angela77 » 09.08.2019, 16:04

Hallo Regina,

naja, aber die Frage ist doch, ist es jetzt angebracht und notwendig oder sollten nun erstmal die flankierenden Maßnahmen drastisch erweitert werden.
Das geht es nicht um weitere "Appelle an elterliche Vernunft" , sondern um in großen Stile Hürden abzubauen, was die Impfquoten ebenfalls erhöhen deutlich erhöhen kann

Und nur, weil das bereits Jahre verschlampt worden ist, heißt das ja nicht, dass man bei der derzeitigen (!) Infektions- und Impfquote nun ZUSÄTZLICH sofort (!) eine Hauruck-Aktion vom Zaun zu brechen muss , was eine derart umfangreiche Impflicht angeht.

Bezüglich der "Sympathie", das war dumm ausgedrückt. Ich meinte: Ich fände es wesentlich vertrauenswürdiger, wenn unser Gesundheitsminister seine Entscheidungen primär auf Sachargumenten statt auf - wie Engrid schreibt - populären Effekte und damit auch eigene Machtinteressen basieren lassen würde. Er kommentiert selektiv nur das, was seine Sicht zu stützen scheint. Das hat mit einem sachlichem Blick per se nichts zu tun.

Und dass er sachlich wirklich im Recht ist, daran habe ich meine Zweifel - ganz unabhängig von meiner persönlichen Situation. Denn selbst wenn ich für meine Kinder eine Impfbefreiung erwirken kann, nützt das mir das nichts, wenn sich die Situation insgesamt verschlechtert, also wenn sich dadurch z.B. Widerstand gegen nicht verpflichtende andere Impfungen, z.B. Diphterie oder Polio, regt und meinte Kinder stecken sich dann damit an.
Ich bin momentan also in keinem Fall für eine Impfpflicht, jedenfalls nicht in dem Ausmaß, in der die Regierung sie fordert! Ich bin aber durchaus der Ansicht, dass sich Berufsgruppe, die in relevanten Ausmaß Kontakt mit nicht impfbaren Personen haben, geimpft sein sollten, dann aber bitteschön mit verpflichtender Titerkontrolle!

Es macht ja keinen Unterschied, ob ein Impfversager oder ein Impfverweigerer einen Säugling ansteckt. Wenn sich der berufsgruppenspezifische Impfzwang derart beschränkt, sehe ich auch keinen unverhältnismäßigen Eingriff in die Berufsfreiheit.

Wenn ich Impfversager bin, arbeite ich als Erzieherin halt nicht in der Krippe, habe aber noch viele andere Betätigungsmöglichkeiten. Ebenso als Arzt, Erzieher oder Krankenschwester. Wo ist das Problem?

Das Risiko, dass sich meine Kinder bei einem ungeimpften Lehrer anstecke, scheint mir wesentlich geringer als dass sie sich bei einer der unzähligen Berufspendler im Nahverkehr anstecken. Und trotzdem sollen und dürfen sie mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs sein. Und der Staat wird ihnen gewiss auch keine lebenslangen Einzeltransport bezahlen :wink: Ich sehe also die Verhältnismäßigkeit des Gesetzes nicht …

Übrigens müssen sich Erwachsene, die vor 1970 geboren sind, nicht impfen lassen, weil sie höchstwahrscheinlich immun sind. Das Personal, das im Altenheim arbeitet, muss sich aber impfen lassen. Das macht doch keinen Sinn!


Summa summarum greift mir dieses Gesetz, zumindest in der vorliegenden Ausgestaltung, zu sehr in das Selbstbestimmungsrecht ein. Und da bin ich, nicht zuletzt wegen meines autistischen Sohnes, ziemlich empfindlich. In einer demokratischen Gesellschaft müssen die Grundrechte aller Menschen gleichermaßen gegeneinander abgewogen werden. Und das sehe ich zum jetzigen (!) Infektions- und Impfniveau und beim vorgeschlagenen (!) Umfang der Impfpflicht absolut nicht.


Liebe Grüße
Angie
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Re: Die Impfpflicht wurde heute beschlossen!

Beitragvon Regina Regenbogen » 09.08.2019, 16:09

In einer demokratischen Gesellschaft müssen die Grundrechte aller Menschen gleichermaßen gegeneinander abgewogen werden.
Ja. Und manchmal schlägt die Waage eben zu Gunsten (besser zum Wohle) der absoluten Mehrheit aus, gezwungenermaßen auch etwas schneller, wenn Epidemien größer und häufiger werden.
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