Vor der Therapie

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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Isabelle_P
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Vor der Therapie

Beitragvon Isabelle_P » 15.07.2019, 23:10

Hallo zusammen,

das JA hat uns 2 Stunden / Woche für die Autismustherapie bewilligt. Auf Empfehlung hatte ich mich auf eine spezialisierte Praxis gewandt, bisher kennt man sich nur telefonisch.
Soweit möglich, wird die Therapie hauptsächlich in der KiTa stattfinden, da es vornehmlich erstmal um soziale Kontakte geht. Die Therapie soll nach den Sommerferien starten, Termin für Kennenlernen folgt sicher bald.

Außer auf mein Bauchgefühl - Worauf soll ich achten? Woran erkenne ich einen kompetenten Therapeuten? Was haltet ihr für die wichtigsten Fragen vorab?

Wie wichtig seht ihr eine ergotherapeutische Diagnostik? Bei der Frühförderstelle riet man dazu zu überprüfen, ob eine sensorische Integrationstherapie in Frage käme. Dort hatte ich nur einen Beratungstermin ohne Kind. Die Leiterin der Autismus Praxis hingegen riet dazu erst einmal die "normale" Autismus-Therapie zu beginnen, um nicht zu übertherapieren und um keine Gewöhnung / Abneigung in Bezug auf Diagnosen und Therapien zu provozieren.

Wir haben bereits 2 feste Termine die Woche, Musikschule und neuerdings auch Reiten. Eigentlich möchte ich beides nicht streichen denn - zumindest bilde ich mir das ein - tut es ihm gut.

Danke für Eure Tipps und Euren Input!
Isa
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Regina Regenbogen
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Re: Vor der Therapie

Beitragvon Regina Regenbogen » 16.07.2019, 04:42

Wir haben bereits 2 feste Termine die Woche, Musikschule und neuerdings auch Reiten. Eigentlich möchte ich beides nicht streichen denn - zumindest bilde ich mir das ein - tut es ihm gut.
Das findet ausserhalb der Kiga-Zeiten statt, nehme ich an? Dann lass es erstmal weiterlaufen. Wenn es ihm Spaß macht, zählt das für ihn eher als Freizeitgestaltung, auch wenn es therapeutish gemeint ist. Wenn du merkst, dass ihm etwas zuviel wird, kannst du immer noch eines von beiden ruhen lassen.
Die Leiterin der Autismus Praxis hingegen riet dazu erst einmal die "normale" Autismus-Therapie zu beginnen, um nicht zu übertherapieren und um keine Gewöhnung / Abneigung in Bezug auf Diagnosen und Therapien zu provozieren.
Ein guter Rat. Nicht gleich überfrachten.

Unser Jüngster hatte mit 5 Jahren im Kiga Ergo und Logo (super Therapeuten, die sich untereinander abgestimmt hatten), beides hat ihm sehr gut geholfen bis zur Einschulung, danach hatten wir die Autismustherapie begonnen (es gab dann erst das ATZ der Lebenshilfe), Ergo und Logo dafür auf Eis gelegt. Die Autismustherapie fand bei uns zu Hause statt, die Familie als ganzes wurde mit eingebunden - für unseren Kleinen die ideale Lösung. Die jeweiligen Therapeuten haben aber auch mit der Schule und später auch mit dem Schulbegleiter zusammengearbeitet.

Ich habe damals ausschließlich auf mein Bauchgefühl vertraut und bin damit nicht schlecht gefahren. Die Therapeuten waren gut, wenn unser Sohn ihnen vertraute, sich öffnen konnte und es ihm gut ging.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

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Re: Vor der Therapie

Beitragvon Engrid » 16.07.2019, 08:02

Hallo,

ich schließe mich Regina an.
Ein gutes Therapieangebot erkennst du daran,
- dass das Kind grundsätzlich gerne hingeht,
- dass du auf Augenhöhe mit eingebunden wirst,
- dass individuell aufs Kind eingegangen wird, also keine Platitüden und Pauschallösungen, sondern individuell aufs Kind zugeschnittene Lösungen aus dem „methodischen Werkzeugkasten“
- dass transparent wird, was und wie da gelernt wird,
- dass auch tatsächlich sichtbare (wenn auch oft scheinbar kleine) Erfolge sichtbar sind.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Re: Vor der Therapie

Beitragvon Isabelle_P » 16.07.2019, 17:31

Vielen Dank für eure Erfahrungswerte und Tipps. Ich hoffe sehr, dass die Chemie zwischen den beiden funktioniert. Anderswo beträgt die Wartezeit 9-12 Monate.

Genau, die Freizeitaktivitäten finden Nachmittags bzw. Reiten am WE statt.

Ich will unbedingt alles richtig machen. Das geht alles so langsam und ist schwer in Gang zu bringen. Ich hab schon so viel geschrieben, telefoniert und gelesen die letzten Monate. Jetzt muss endlich mal was konkretes passieren, dass ihm und uns helfen kann.
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Re: Vor der Therapie

Beitragvon Engrid » 16.07.2019, 18:15

Hallo,

Du hast viel gelesen, Du hast Dich besser auf Karl eingestellt, Du HAST schon ganz viel richtig gemacht und es IST schon viel passiert. Die unspektakulären Dinge im Alltag sind seeehr wichtig. :wink:
Ich drücke die Daumen, dass die Therapie passt.

Grüße
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Re: Vor der Therapie

Beitragvon Regina Regenbogen » 17.07.2019, 05:57

Ich drücke die Daumen, dass die Therapie passt.

Grüße
Dem Wunsch schließe ich mich an. :wink:

Und ergänzend zu Engrids Beitrag: Ihr seid gut in der Zeit, dein Sohn ist erst 5 Jahre alt. Du hast alles angeleiert, was gut und sinnvoll ist, also kein Grund für Ungeduld und Streß. Setz dich und vor allem deinen Sohn nicht unter Druck. Meiner Erfahrung nach geht es auch mit Therapie immer zwei Schritte vor und einen Schritt zurück, langsam aber stetig wirst du ein Vorankommen bemerken. Halte einfach weiter deine Augen auf für dein Kind und vertraue auf dein Bauchgefühl.

Als mein Sohn 5 Jahre alt war, habe ich mir nicht zu träumen gewagt, dass er mal so weit kommen wird wie er heute mit 16 Jahren gekommen ist. Aus einem hilflosen, in seinem Autismus gefangenen Kerlchen ist ein selbstbewusster junger Mann mit klaren Zielen auf einem sehr guten Weg geworden. Wir sind so stolz auf ihn und genießen mit ihm den Erfolg der letzten 11, teils sehr harten Jahre.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese


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