Nachteilsausgleuch, Befreiung von der Aufenthaltspflicht!

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Kiki802
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Nachteilsausgleuch, Befreiung von der Aufenthaltspflicht!

Beitragvon Kiki802 » 09.07.2019, 12:18

Hallo alle zusammen,

ich benötige mal Euer Scharmwissen!
Und zwar würde mich interessieren ob es möglich ist,einen Nachteilsausgleich zu stellen bezüglich der Aufenthaltsplicht in der Schule?
Mein Sohn(heute 6 Jahre alt geworden,Autist) könnte die Ganztagsklasse bei uns in Bayern (1te Klasse Grundschule) besuchen.
Mir wurde heute mitgeteilt das er aber die vollen Stunden von 8-15.30 Uhr anwesend sein muss.. das wird er aber nicht packen!
Ansonsten müssten sie ihn als I-Kind führen und das würde heißen das er keine Noten bekäme,da er bei den Unterrichtsstunden nicht fehlen darf.
Das kommt natürlich nicht in Frage!
Er liest ,schreibt und kann auch schon rechnen.
Ich glaube aber schon anderes gelesen zu haben?!
Es gäbe natürlich noch eine 1te Klasse, die für mich aber auf Grund der Lehrerin nicht in Frage kommt.
Mein großer hatte sie in den letzten zwei Jahren und ich bin froh das wir sie ab kommenden Schuljahr los sind.
Vielleicht kann mir ja einer von euch weiterhelfen und mich etwas über unsere Rechte aufklären.

Vielen Dank im voraus!

LG Tanja

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Re: Nachteilsausgleuch, Befreiung von der Aufenthaltspflicht!

Beitragvon Engrid » 09.07.2019, 13:28

Hallo Tanja,

wenn die Schule nicht mitzieht (das wäre einfacher), dann geht es mit einem fachärztlichen Attest mit entsprechender Aussage.

Ein Problem sehe ich dann, die Ganztagsklasse zu wählen, denn wenn er Schulzeitverkürzung hat, würde ja die Vormittagsklasse besser passen. Eigentlich ist ja nur die Vermeidung der anderen Lehrerin der Grund, dass Ihr in den Ganztag wollt?

Ansonsten müssten sie ihn als I-Kind führen und das würde heißen das er keine Noten bekäme
Die Argumentation kann ich nicht nachvollziehen, I-Status kann man doch auch mit zielgleicher Beschulung haben (zb auch bei kognitiv fitten Kindern mit Körperbehinderung)

Grüße
Engrid
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Re: Nachteilsausgleuch, Befreiung von der Aufenthaltspflicht!

Beitragvon Kiki802 » 09.07.2019, 13:49

Hallo Engrid,

die Schule beruft sich auf das Schulamt.
Die Rektorin unserer Schule hat dort extra angerufen und nachgefragt.
Also wäre es theoretisch schon machbar das er früher Schulschluss hätte,wenn ich das richtig verstehe?
Müsste es dann wahrscheinlich über den MSD oder Schulpsychologin laufen lassen nehme ich an?

Ja das hast du richtig verstanden.
Die Lehrerin der Vormittagsklasse ist zwar sehr kooperativ .. und jetzt kommt das große "aber" .. sie ist eine sehr unruhige und auch ziemlich ungehaltene Lehrerin.
Einige Kinder (mein großer eingeschlossen) hatten sogar Angst vor ihr.
Dazu führt sie nächstes Jahr eine Klasse mit 27 Schülern,in der Ganztagsklasse wären es nur 17!

LG Tanja

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Re: Nachteilsausgleuch, Befreiung von der Aufenthaltspflicht!

Beitragvon Engrid » 09.07.2019, 14:05

in der Ganztagsklasse wären es nur 17
Dann wäre das ein gutes Argument für die Ganztagsklasse.
Eine Lehrerin nicht zu wollen ist kein gutes OFFIZIELLES Argument. (Vielleicht kommt Dein Kleiner ja mit ihr zurecht?)

Nimm doch mal selber Kontakt mit dem Schulamt auf. Hast Du denn Therapeuten und Facharzt, die die Schulzeitverkürzung befürworten? Hast Du Kontakt mit dem MSD-A?

Grüße
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Re: Nachteilsausgleuch, Befreiung von der Aufenthaltspflicht!

Beitragvon Kiki802 » 09.07.2019, 14:21

Das würde ich natürlich auch nicht in der Schule als Grund angeben, mit der Lehrerin.
Gegebenenfalls bleibt er halt noch ein Jahr im Kindergarten, er ist am 9.7 geboren und so ein kann Kind.
Ich kann mir nicht vorstellen das sie miteinander klar kommen.. mein großer hat Ads und das war ihr schon zuviel. Allerdings hat er keine Schulbegleitung, der kleine schon!

Wir sind bei keinem Therapeuten.

Kontakt zum Msd haben wir bis jetzt auch nicht gehabt.

Dann werde ich wohl morgen selbst mal Kontakt zum Schulamt aufnehmen.

Lg

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Re: Nachteilsausgleuch, Befreiung von der Aufenthaltspflicht!

Beitragvon Engrid » 09.07.2019, 14:32

Gegebenenfalls bleibt er halt noch ein Jahr im Kindergarten, er ist am 9.7 geboren und so ein kann Kind.
Geht das denn überhaupt noch, Schuleinschreibung war doch schon??


Also, ich will Dir nicht zu nahe treten, aber wenn Du die Schulzeitverkürzung alleine auf Deine eigene Einschätzung gründest, ohne fachliche Hilfe, dann wird das nicht ziehen ...

Der MSD wird nicht so viel nützen, den MSD-A würde ich kontaktieren.
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Re: Nachteilsausgleuch, Befreiung von der Aufenthaltspflicht!

Beitragvon Kiki802 » 09.07.2019, 15:02

Ja ,die Schuleinschreibung war schon.
Hatte ihn im Mai zurückstellen lassen, nachdem ich die Absage einer Privatschule bekommen hatte.
Seitdem äußert er öfters das er in die Schule will und möchte jeden Tag am liebsten Zuhause bleiben anstatt in den Kiga zu gehen.
Haben ab nächstem Jahr auch eine neue I-Kraft die ,die letzten zwei Jahre einen Autisten betreut hat..
Unsere jetzige macht es zum ersten Mal. Sie war aber immer noch die beste Wahl im Gegensatz zu den anderen die sich vorgestellt hatten.
Ich weiß das er es nicht bis 15.30 Uhr schaffen wird. Aber meine Einschätzung alleine reicht nicht,dessen bin ich mir bewusst.

Msd-A ok,werde mich mal informieren. Danke!

LG

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Re: Nachteilsausgleuch, Befreiung von der Aufenthaltspflicht!

Beitragvon Engrid » 09.07.2019, 16:08

Hallo,

Hatte ihn im Mai zurückstellen lassen, nachdem ich die Absage einer Privatschule bekommen hatte.
??
Also, erst zurückgestellt, jetzt soll er doch in die Schule, und wenn es dann in den nächsten 2 1/2 Wochen bis Ferienbeginn nicht nach Deinem Plan geht, dann doch noch ein Jahr Kiga?
Du weißt aber schon, dass autistische Kinder sehr viel Kontinuität und Verlässlichkeit brauchen?
Die Einschulung ist ein ziemlicher Einschnitt im Leben, so ein Hin und Her wäre für ein NT-Kind doch schon eine Zumutung.

Grüße
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Re: Nachteilsausgleuch, Befreiung von der Aufenthaltspflicht!

Beitragvon HeikeLeo » 09.07.2019, 16:16

Liebe Kiki802,

bei Schulzeitverkürzung ist das Schlagwort Nachteilsausgleich. Eine ganztägige Beschulung wäre für Dein Kind ein Nachteil. Du könntest den Ausgleich durchsetzen, dass er zumindest am Anfang kürzer in die Schule gehen muss. WENN es nach einiger Zeit möglich wäre, dass er bis 15.30 Uhr beschult wird, dann kann man ja die Nachteilsausgleiche an die verminderten Nachteile anpassen....So von der Argumentation her. In dieser Argumentation kannst Du auch die Ganztagsklasse ausprobieren. KÖNNTE ja in ein paar Wochen THEORETISCH funktionieren. Der Bedarf für Ganztag KÖNNTE ja durch Deine Berufstätigkeit begründet sein.

Allerdings hält ein Nachteilsausgleich nicht immer, was er verspricht. Gleichzeitig ist es mit einigem Aufwand verbunden, einen verschriftlichten Nachteilsausgleich durchzusetzen - hängt immer vom Bundesland ab, wie es geregelt ist.

Liebe Grüße
Heike

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Beitragvon Engrid » 09.07.2019, 16:28

Nachtrag, Info Nachteilsausgleiche bei Autismus, Bayern: https://www.isb.bayern.de/download/1820 ... gleich.pdf
Kontakt zum zuständigen MSD-A: https://msd-autismus.de
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