gesetzliche oder private Krankenversicherung

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Sofielein
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gesetzliche oder private Krankenversicherung

Beitragvon Sofielein » 08.07.2019, 11:30

Hallo ihr Lieben,

ich möchte mich kurz bei euch über die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung für meine Tochter (nun ein Jahr alt) erkundigen.
Momentan ist sie über meinen Mann privat versichert (er ist Hauptverdiener). Ich selbst bin gesetzlich versichert.
Immer wieder ärgere ich mich in letzter Zeit über die private Krankenversicherung. Zum Teil muss ich mehr für Kostenübernahmen kämpfen, als dies bei der gesetzlichen Krankenkasse üblich wäre...
Momentan wissen wir nicht, wie es in Zukunft mit unserer Tochter weitergeht, eine genetische Untersuchung steht noch aus... mir stellt sich momentan einfach die Frage ob sie in der gesetzlichen Krankenversicherung besser aufgehoben wäre und wie leicht so ein Wechsel überhaupt möglich wäre?
Habt ihr Erfahrungen hierzu?

Herzliche Dank im Voraus!
Melanie

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Erica
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Re: gesetzliche oder private Krankenversicherung

Beitragvon Erica » 08.07.2019, 12:54

Hallo Melanie,

Wenn der Hauptverdiener in der PKV ist und das Kind auch, ist ein Wechsel zur GKV kaum möglich. Die einzige Möglichkeit die ich kenne, ist wenn die Schwerbehinderung festgestellt wird, da gibt es eine gesetzliche Frist, innerhalb derer man wechseln kann.
Andere Möglichkeiten kenne ich nicht, aber hier melden sich sicher noch andere, die mehr darüber wissen.

Liebe Grüße
Erica
Mama von Lena (18 Jahre), Frühchen, occipitale Partialepilepsie/ Panayiotopoulos-Syndrom, Herzrhythmusstörungen, Z.n. Schädelbasisfraktur/ SHT/subduralem Hämatom/ Hämatotympanon im April 2006, räuml.-konstruktive Wahrnehmungsstörung, Gesichtsfelddefekte, etc

kati543
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Re: gesetzliche oder private Krankenversicherung

Beitragvon kati543 » 08.07.2019, 13:43

Hallo,
ein Wechsel ist nur sehr schwer, aber unter bestimmten Bedingungen oft mit kurzer Frist immerhin noch möglich.
Eine Option wurde Dir schon genannt: falls dein Kind theoretisch Anspruch auf einen SBA hat und bisher noch kein SBA ausgestellt wurde oder du noch innerhalb der 3-Monatsfrist den Antrag bei deiner GKV stellen kannst, wäre es eine Möglichkeit.
Ansonsten lässt Dir das Gesetz eigentlich nur noch 2 weitere, mir bekannte Möglichkeiten:
1.: Die Selbstständigkeit als Landwirt deines Mannes und damit der automatische Wechsel in die landwirtschaftliche Krankenversicherung. Das ist eine eigenständige KV innerhalb der GKV. Sie bietet diesbezüglich einige Schlupflöcher mehr, jedoch ist sie auch die schlechteste KV.
2.: Eine Scheidung und das Kind lebt offiziell weiter bei dir. Eine spätere Hochzeit ist ja durchaus möglich.

Natürlich muss Dir klar sein, dass dein Kind eine eigene Versicherung bekommt (außer im Scheidungsfall oder wenn dein Mann unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt), d.h. für das Kind sind eigene Beiträge fällig. Aber letztendlich zahlst du die ja jetzt auch schon.

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
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D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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Re: gesetzliche oder private Krankenversicherung

Beitragvon Mascha2013 » 08.07.2019, 22:05

Hallo Melanie,

soweit ich weiß, gilt der Grundsatz, dass das Kind über den Hauptverdiener versichert sein muss, nur dann, wenn dessen Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Ich hab meine Tochter wegen sehr frecher Therapeuten aus der privaten Krankenversicherung rausgenommen und bin sehr zufrieden damit. Allerdings würde ich dir dringend raten, wenn es bei euch mit dem Wechsel klappt, eine Ruhensversicherung in der privaten Versicherung abzuschließen, damit dein Kind ohne Gesundheitsprüfung zurück in die private kann, falls die Voraussetzungen für die gesetzliche Versicherung wegfallen sollten. Ich habe das für meine Töchter so gelöst, dass ich eine Krankenhauszusatzversicherung für sie abgeschlossen habe. Kostet pro Kind 5 Euro im Monat und die Ruhensversicherung ist kostenlos mit drin.

Liebe Grüße

Mascha
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kati543
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Re: gesetzliche oder private Krankenversicherung

Beitragvon kati543 » 09.07.2019, 14:38

...
soweit ich weiß, gilt der Grundsatz, dass das Kind über den Hauptverdiener versichert sein muss, nur dann, wenn dessen Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze liegt.
...
Hallo Mascha,
diesen Grundsatz gab es noch nie. Es gibt nur 2 Grundsätze:
1. Das Kind darf nicht in die beitragsfreie Familienversicherung (!), wenn a) mindestens ein Elternteil des Kindes in der PKV ist UND b) beide Elternteile miteinander verheiratet sind UND c) der Elternteil, der in der PKV ist über der Beitragsbemessungsgrenze verdient.
2. Das Kind darf, sofern ein freies Wahlrecht besteht, sich jederzeit FREIWILLIG in der GKV versichern für einen eigenen Beitrag. Ein solches Wahlrecht besteht immer dann, wenn die oben genannten Gründe plötzlich nicht mehr alle zutreffen. Demnach kann ein Kind aus der PKV durch Scheidung der Eltern (danach kann das Kind in die GKV der Mutter(?) als familienversichertes Mitglied - unglaublich viel Papierkram, hat bei meinen Jungs durch den PG 4 Monate gedauert; ist aber möglich). Falls der PKV-versicherte Elternteil plötzlich sozialversicherungspflichtig beschäftigt wird, ist es automatisch auch das Kind. Gleichen Effekt kann man erzielen durch Arbeitslosigkeit oder Pflegezeit. Zusätzlich besteht noch die Möglichkeit bei Feststellung der Schwerbehinderungseigenschaft innerhalb von 3 Monaten in die GKV zu wechseln. Leider sagt einem das niemand vorher.

Meine Söhne sind von der PKV in die GKV gewechselt, weil die PKV überlebensnotwendige Therapien und Krankenhausaufenthalte insbesondere für meinen Jüngsten nicht zahlen wollte bzw. erst nach über 1-jährigen Schriftverkehr.

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
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D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

else
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Re: gesetzliche oder private Krankenversicherung

Beitragvon else » 09.07.2019, 15:42

Hallo Melanie,
mein Sohn durfte auch vor ein paar Jahren in die GKV wechseln und wir sind insgesamt sehr zufrieden. Unsere „Kämpfe“ und der Papierkram hat sich im Vergleich auf ein Minimum reduziert. Mein Leben ist erheblich leichter geworden. Ich möchte auch nie nie wieder, dass sich irgend ein Familienangehöriger voll privat versichert.
Wenn Dein Mann Angestellter ist und unter 55 Jahren, ist es relativ leicht über Teilzeit versicherungspflichtig zu werden. Die Versicherungspflicht prüft der Arbeitgeber. Falls er in einer größeren Firma ist, kann er sich mal im Lohnbüro erkundigen. Bei Selbständigen gibt es eigentlich keinen Weg. Bei Beamten kommt es darauf an, wer über der Jahresarbeitsentgeltgrenze verdient.
Wir haben einen Tarif für Privatärztliche ambulante stationäre Behandlung und Homöopathie bei der PKV gelassen, so dass wir auch die wenigen Vorteile der PKV behalten konnten.
LG
Else

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Re: gesetzliche oder private Krankenversicherung

Beitragvon Mascha2013 » 10.07.2019, 10:40

Hallo Katrin,

du hast geschrieben:

"Es gibt nur 2 Grundsätze:
1. Das Kind darf nicht in die beitragsfreie Familienversicherung (!), wenn a) mindestens ein Elternteil des Kindes in der PKV ist UND b) beide Elternteile miteinander verheiratet sind UND c) der Elternteil, der in der PKV ist über der Beitragsbemessungsgrenze verdient."

Aber damit sagst du doch eigentlich genau das, was ich auch sage, oder stehe ich auf dem Schlauch? Wenn das Einkommen des Elternteils nicht über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, darf das Kind in die Familienversicherung, denn dann fehlt das dritte UND ja. Oder wo ist mein Denkfehler?

Viele Grüße

Mascha
Mascha mit Lucie *3/2013, Entwicklungsverzögerung ohne Diagnose


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