unglücklich mit der I-Helferin

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 16.06.2019, 19:23

Hallo Kathrinchen,

vielleicht hast Du hier ja beim Fragen gemerkt, dass Du schon weißt, dass Du die SB nicht willst. Das ist dann auch okay, kenne ich auch.

Ich gebe zu bedenken: von dem, was Du hier schreibst, wird zb MIR als Leserin nicht klar, ob die SB für Dein Kind gut ist oder nicht. Vielleicht ist es für Dich sachlich auch noch nicht klar. Ich habe schon viele Erwachsene pädagogisch, therapeutisch oder sonstwie am Kind „dran“ gehabt, und ich habe mir abgewöhnt, auf den ersten Eindruck zuviel zu geben. Manchmal sind freundlich liebe Menschen hinter der Fassade dann doch ganz anders, und manchmal sind „eckige“ Menschen grade gut fürs Kind.
Wenn Du von der Lehrerin viel hältst und die hinter der SB steht, ist das nicht nichts.

Jeder Wechsel ist eine Belastung, das Kind braucht Kontinuität. Und Wechsel transportieren immer auch eher die Message, auszuweichen, statt aufzulösen. Wenn es angebracht ist, nur zu. Wenn es auf einem reinen „Bauchgefühl“ gründet, bitte erstmal ehrlich das Bauchgefühl ergründen... ;-)
Nichts für ungut, ich dachte mir, Gegenrede ist vielleicht hier grade hilfreich.

Grüße
Engrid
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Re: unglücklich mit der I-Helferin

Beitragvon Katrinchen* » 16.06.2019, 20:47

Hallo Engrid, ich danke dir sehr für deinen Gedanken und deine Sicht der Dinge. Genau deshalb habe ich hier geschrieben, denn ich selber bin vielleicht nicht die objektivste Person.

Ich kann dir wirklich nicht sagen, ob die I-Helferin gut ist für meinen Sohn oder nicht. Ich kann es absolut nicht beurteilen. Herz fehlt, ja. Denke aber das sie ihn schon recht gut begleitet.

Die Lehrerin hatte von Anfang an sehr viel Verständnis für unsere Situation und unser Kind. Der Austausch war sehr gut und sie war immer da. Ich habe halte viel von ihr, menschlich und fachlich. Dennoch kann ich mir auch gut vorstellen, fascsue froh ist über die Unterstützung, evtl nicht noch einmal von vorn beginnen möchte etc. Aber das sind nur Spekulationen.

Da wir schon mit der Lebenshilfe gesprochen haben, lässt es sich eh nicht mehr aufhalten. Mal schauen was passiert.
Hinter jedem großartigem Kind, steht eine Mutter, die sich ziemlich sicher ist, alles falsch zu machen.
Katrin mit P. Asperger Autist geb. 2011

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Re: unglücklich mit der I-Helferin

Beitragvon Ilse B. » 18.06.2019, 15:37

Hallo, dass die Lehrerin mit der SB zurechtkommt, ist ja schön und gut. Wahrscheinlich hat sich auch deswegen die Lage etwas beruhigt. Aber ich denke, die SB sollte auf jeden Fall mit Euch kommunizieren und Eure Bedenken ernst nehmen. Du schreibst, dass vor allem die Pausen für Euren Sohn ein Problem sind. Das kenne ich von meinem Sohn, der zwar kein Autist ist, aber dort auch seine größten Schwierigkeiten hatte.
Auch dass zu spät eingeschritten wird bei Streitereien kenne ich nur zu gut. Ich nehme mal an dass die SB nicht dazu da ist, um ihm schulisch weiterzuhelfen. Sondern dass das Soziale für ihn der größte Knackpunkt ist. Von daher sollte sie ihn in dieser Situation nicht alleine lassen, sondern seine Pausen strukturieren. Gibt es einen Rückzugsort, z.B. die Schülerbibliothek wie bei uns damals?
Ich merke immer noch, wie sehr Simon die Zeit damals an der Schule gehasst hat. Im Gegensatz zu seiner Schwester hat er das nie richtig erzählt, sondern das Meiste in sich hineingefressen. Dass Euer Sohn Hilfe durch einen Psychologen bekommt, ist auf jeden Fall gut. LG Ilse

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Re: unglücklich mit der I-Helferin

Beitragvon Katrinchen* » 25.06.2019, 08:59

Hallo ihr Lieben,
jetzt haben wir den Salat. Gestern gab es das Gespräch zwischen dem Träger, der SB und uns. Was soll ich sagen, herausgekommen ist Unmut. Wir haben uns wirklich Mühe gegeben, waren freundlich und in keinster Weise vorwurfsvoll. Aber wir haben auch die Punkte genannt, die uns beschäftigen und uns unglücklich machen. Wie eben dass das zwischenmenschliche und kommunikative nicht passt, das Zuhause oft andere Situationen sind als in der Schule und die Transparenz fehlt. Da habe ich einfach mehr Gesprächsbedarf und würde mir wünschen ernst genommen zu werden. Das Gefühl haben wir da ganz eindeutig nicht. In der Schule ist es zwar ruhiger geworden, was wir auch sehr gut finden, keine Frage. Aber eine Zeitlang ist unser Sohn jeden Abend ausgeflippt und das bekommt die SB ja nicht mit, verständlich. Und wenn wir darüber sprechen und sie informieren, hat man das Gefühl sie tut uns als Übereltern ab, spricht mit uns als seien wir ihre Schüler. Das ist nicht schön!


Sie war jedenfalls ziemlich angepickt, konnte das überhaupt nicht nachvollziehen und war vor den Kopf gestoßen. Man konnte das sehr gut merken, war nicht schön. Die SB kann nicht gut andere Meinungen annehmen, sie hat ihre und Ende. Kein Blick über den Tellerrand. Sie hat keine Erfahrung, was im Grunde nicht schlimm ist, aber dann sollte das nötige Feingefühl da sein und auch die Eltern hören. Wir haben sie auch gefragt, ob sie von uns etwas braucht, wie die Arbeit für sie mit unserem Kind ist und sie sich vorstellen kann weiterzumachen. Es kommt ja nun da neue Schuljahr und Ende der Woche haben wir HPG. Sie sagte sie hätte da angefangen und würde es auch zu Ende bringen. und da wir im runde ja alles dasselbe für unseren Sohn wollen.


Schwierig ist, das die Lehrerin sehr viel von ihr hält, man ist auch per du. Durch unserer Differenzen hat das einen schalen Beigeschmack. Ich bin im Grunde auch froh das es in der Schule relativ rund läuft, wir werden aber beide den Eindruck nicht los, das man uns als nervig empfindet. Mit der Lehrerin habe ich immer ein sehr gutes Verhältnis gehabt, nun zieht sie sich auch zurück. Dennoch glauben wir, das beide es professionell handhaben werden. Gut fühlt sich das alles nicht an und wir sind ratlos.

Danke fürs zuhören.
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Re: unglücklich mit der I-Helferin

Beitragvon HeikeLeo » 25.06.2019, 12:44

Hallo Katrinchen,
Schwierig ist, das die Lehrerin sehr viel von ihr hält, man ist auch per du.
Wir hatten auch einmal eine Schulbegleiterin, die sich im Laufe des Schuljahres sehr mit der Lehrerin angefreundet hatte. Zum Glück wollte sie dann selbst eine Reduzierung der Arbeitszeit. BEIDE waren sich dann einig, dass unser Sohn dann eben von zwei verschiedenen Schulbegleiterinnen während der Schulzeit begleitet werden sollte. Wir haben das als Änderungskündigung angenommen und sie war raus - wir hatten damals keinen Träger. Die heilige Allianz zwischen Lehrerin und SB hatte unter anderem unschöne Nebeneffekte: z.B. kam es gelegentlich vor, dass die SB nicht pünktlich war - das wurde von der Lehrerin gedeckt. Sohn ist in einer solchen Situation von einem älteren Schüler in Bad/WC mitgenommen worden und hatte hinterher diverse Schürfwunden. Keiner wusste, was passiert war. Sohn war damals 7 und nichtsprechend! Ich ärgere mich, dass ich damals nicht Anzeige erstattet habe. Damals habe ich noch an das Gute an Leute in dem Berufsbereich geglaubt.

Liebe Grüße
Heike

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Re: unglücklich mit der I-Helferin

Beitragvon Katrinchen* » 25.06.2019, 14:28

Oje das ist aber keine schöne Erfahrung und das tut mir sehr leid für euch.

Ich habe ja nichts dagegen das sie sich gut verstehen, eigentlich ist das ja positiv. Aber ich habe Sorge das es sich für uns negativ auswirkt. Die Lehrerin ist ja froh das sie nun Unterstützung hat, da Saft man so schnell nichts.

Unser Sohn ist ebenfalls 7 Jahre alt aber sprechend. Ich weiß einfach nicht was ich tun soll..
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Re: unglücklich mit der I-Helferin

Beitragvon Ilse B. » 25.06.2019, 15:36

Hallo, ich stolpere bei deiner Schilderung eigentlich über zwei Dinge: a) Dein Sohn erzählt nicht, was in der Schule passiert und b) die SB hat keine Erfahrung mit Aspergern aber meint, dass sie Bescheid weiß und gibt der Lehrerin Recht. Das ist zusammen eine sehr unglückliche Kombination. Zumal Du nicht weißt, ob er sich das Ganze im Kopf schön redet und daher nichts sagt. Vieles von dem, was mein Sohn erlebt hat in der Schulzeit gärt im Hintergrund weiter. Er ist sehr vorsichtig mit neuen Bekanntschaften und weicht aus, indem er den Clown gibt. Er braucht sehr lange, bis er sich sicher fühlt und ist erst dann im "Normalmodus". Die SB müsste wesentlich mehr mit Euch zusammenarbeiten. Oft zeigen unsere besonderen Kinder in einer fremden Umgebung (und das ist Schule) nur minimal an, was sie stört, um dann später hochzugehen wie eine Rakete. von daher würde ich fast sagen nimm eine andere SB. LG Ilse

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Re: unglücklich mit der I-Helferin

Beitragvon Katrinchen* » 25.06.2019, 16:48

Ich danke dir sehr für deine Meinung, für uns ist das alles noch recht neu und da finde ich es sehr gut, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu hören.

Aber wie schafft man das, ohne alle Beteiligten gegen sich aufzubringen? Natürlich steht mein Sohn an erster Stelle und ich habe schon vieles erkämpft und wurde nicht immer nur nett angesehen. Wenn ich mir aber vorstellen, noch drei Jahre mit der Lehrerin der Lebenshilfe zusammen zu arbeiten.....Macht mir das Sorgen. Ausser wir Eltern, sieht niemand einen Wechsel als notwendig an.
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Re: unglücklich mit der I-Helferin

Beitragvon Engrid » 25.06.2019, 16:59

Hallo Katrinchen,

es ist leider gar nicht selten bei gut kompensierenden Kindern, dass in der Schule nicht erkannt wird, DASS das Kind viel kompensiert, also Stress „wegdrückt“ und reinfrisst oder zuhause ausagiert. Und es wird dann auch nicht gesehen, dass das dem Kind psychisch schadet, und sich über die Jahre leicht summiert.
Unter Eltern und Fachleuten, die wirklich vertraut mit Autismus sind, ist das bekannt, sonst eher nicht. Sogar an Juniors Förderschule, wo es wirklich viele autistische Kinder gibt, ist das noch zu vielen Pädagogen fremd.

Unterstützung kann vielleicht ein guter KJP geben und/oder ein Therapeut, zb im Gespräch mit der Schule, das ist halt oft glaubhafter als wir Mütter unter „Helikoptermutter-Generalverdacht“. :roll:
Eventuell kannst Du oder ein Therapeut auch mal hospitieren in der Schule, damit Ihr ein klareres Bild gewinnt.

Grüße
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Re: unglücklich mit der I-Helferin

Beitragvon RikemitSohn » 25.06.2019, 17:31

Hallo,
ich kenne das mit dem komischen Gefühl. Ist mir mit meinem Sohn immer wieder passiert. Oft wurde ich dann in meinem Umfeld erst einmal beruhigt, da es halt auch nur ein Gefühl war. In der Regel ist mit der Zeit die Situation deutlich geworden und hat mein Gefühl bestätigt. Also höre ruhig auf dich.
Ich kenne das Kompensieren auch. Mein Sohn macht das bis heute sehr gut und zu Hause rumst es dann. Selbst in schlimmen Situationen war es für Lehrer und Erzieher nicht ersichtlich, wie schlecht es ihm geht.Genau hingucken machen die wenigsten. Auch ich wurde schon oft als Helikoptermutter bezeichnet und belächelt. Das letzte Mal wurde meiner Schwester angetragen, dass ich hysterisch bin.
Freunde macht man sich mit dieser Hartnäckigkeit leider nicht und oft ließ es sich nicht friedlich klären. Aber ich habe es nicht einmal bereut und für meinen Sohn kam immer etwas Gutes dabei raus. Wichtig ist es höflich und sachlich zu bleiben. Damit kommt man aus meiner Erfahrung am besten ans Ziel.
LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB


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