Gehbehindert und Sport - wie?

Mit einem besonderen Kind in den Urlaub zu fahren ist gar nicht so einfach - schließlich müssen tausend Dinge berücksichtigt werden. Welcher Urlaubsort ist besonders behindertenfreundlich?

Wo habt ihr gute Erfahrungen gemacht?

Eure Infos sind für so manche Familie mit einem besonderen Kind sicherlich Gold wert!

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elke.theaterfisch
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Re: Gehbehindert und Sport - wie?

Beitragvon elke.theaterfisch » 05.06.2019, 13:34

Ihr Lieben, vielen Dank für die Antworten!
Ihr habt mir gute Erfahrungen und Anregungen mitgeteilt. Danke euch! Liebe Anne, wie bei dem Studenten ist es bei unserem Kind ebenfalls eine auf den ersten Blick nicht sichtbare Gehbehinderung mit Stabilitätsproblemen. Vielleicht ist Rollstuhlbasketball was für ihn, zumal er Basketball mag. Ausprobieren. Ja Reiten wäre auch was, weil es seinen schwachen Muskeltonus stärken würde. Aber das mag er nicht (mehr). Ich glaube, er fühlt sich da, dass er zu wenig Kontrolle über das hat, was passiert, und es gilt als Mädchen-Ding. Vielleicht später, wenn er groß genug ist, ein Pferd selbst zu "steuern".
Radfahren, Tischtennis - das werde ich ihm anbieten. Vielleicht auch Rudern, wenn er etwas älter ist? Und Leichtatletik. Die Antwort von Raphael hat mich nämlich elektrisiert. Ich glaube, unser Kind will Wettbewerb, Beeiträchtigung hin oder her. Und er will sich messen, will selbst steuern. Dann macht es ihm Spaß. Also ist er ein Typ, der Sport dann gern macht, wenn er gewinnen kann. Und der Gewinn kann einfach darin bestehen, dass er in etwas besser wird. Bisher hätte ich mich nicht getraut, ihn dorthin zu schicken, aber jetzt glaube ich, das könnte etwas sein.
An Kampfsport habe ich auch schon gedacht, für Gleichgewicht und Tonus. Dass hier positiv berichtet wird von Kampfsport mit Beeinträchtigung, macht Mut. Und eher nicht Judo, weil zu viel Körperkontakt, das ist schon mal gut zu wissen. Es gibt hier Viet-Vo-Dao, vielleicht ist das was für ihn.
Ob er Bogenschießen mögen würde? Ich weiß nicht, vielleicht.
Eine angepasste Schwimmgruppe suche ich schon lange, wir haben viel probiert. Die jetzige Schwimmgruppe ist die beste für ihn, die wir finden konnten. Er soll da weiter hingehen, wenn auch nicht gerne. Allen anderen Sport darf er nach seinen Vorlieben wählen, haben wir entschieden.
Ich werde ihn nun einiges ausprobieren lassen und gehe nach euren Antworten mit neuem Mut und Zuversicht an die Sache heran. Und ich werde ihn noch mehr Klettern lassen, das ist wirklich auch gut. Kletterhalle und Boulderhalle, wenn es mal regnet.
Viele Grüße Elke
Elke + Mann mit Sohn früh geboren im Mai 2009, 29. Woche, 1200 g. Motorisch entwicklungsverzögert. Muskulär hypoton, schwache Bänder, Knick-Senk-Füße. Erste Schritte mit dreieinhalb Jahren. Trug jahrelang Unterschenkel-Orthesen und Ringorthesen. Seit zwei Jahren ohne Orthesen.

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Sia
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Re: Gehbehindert und Sport - wie?

Beitragvon Sia » 05.06.2019, 16:28

Hallo Zusammen

Und wenn "Kampfsport" mit weniger "Kampf" und Körperkontakt gewünscht wird, wäre Kushido etwas. Da werden die Kids auch mental gestärkt. Das war für unseren Asperger Autisten der beste "Einstieg" in den Sport und hatte möglicherweise auch zur Folge, dass wir den "Autismus" erst spät erkannt haben! Unbewusst das Richtige für die Entwicklung gewählt!
In seiner Gruppe waren auch Kinder mit ADS/ADHS. Die Konzentration wird gefördert!
Inzwischen sind wir einen Schritt weiter und versuchen den Team-Gedanken / Sozialkontakte in einem Mannschaftssport zu fördern.
Eine schöne Zeit wünscht
Sia (aus der Schweiz :wink:)
Stell' dich täglich dem Wind, dann trotzt du dem Sturm. Geh' lachend durch den Regen und du überwindest die Flut
J. 2004 MPS3a / K. 2005 hochfunktionale ASS / M. 2010 ADHS

elke.theaterfisch
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Re: Gehbehindert und Sport - wie?

Beitragvon elke.theaterfisch » 11.06.2019, 12:25

Liebe Sia, vielen Dank, das merke ich mir mal: Kushido. Bei uns in direkter Umgebung gibt es allerdings nur Judo, Kampfsport und Viet Vo Dao. Das Viet Vo Dao habe ich für unser Kind ins Auge gefasst. LG Elke
Elke + Mann mit Sohn früh geboren im Mai 2009, 29. Woche, 1200 g. Motorisch entwicklungsverzögert. Muskulär hypoton, schwache Bänder, Knick-Senk-Füße. Erste Schritte mit dreieinhalb Jahren. Trug jahrelang Unterschenkel-Orthesen und Ringorthesen. Seit zwei Jahren ohne Orthesen.

Biancamit2
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Re: Gehbehindert und Sport - wie?

Beitragvon Biancamit2 » 11.06.2019, 12:39

Erkundige dich mal nach Capoeira. Das ist Kampftanz. Im Prinzip lernt man Kampfsport, aber ohne sich dabei zu berühren und zu verletzen. Unser großer macht das schon jahrelang, und die kleine macht öfter mal mit, auch als sie noch viel jünger war und das Gleichgewicht und die Stabilität sehr zu wünschen übrig ließen. Capoeira ist auch für die Teambildung super, den hier bei uns heißt das Motto „ Capoeira ist Familie“. Und das lernen selbst die Kleinsten von Anfang an. Hier wird sich akzeptiert und nicht geärgert.

Grüßle
Bianca
Bianca mit Sohn (2004, Skoliose, LRS) und Tochter (02.2009 Frühchen 29+0, ICP, PVL, spastische Diparese, und manch anderes) und zwei Sternchen *2003 *2008 fest im Herzen

elke.theaterfisch
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Re: Gehbehindert und Sport - wie?

Beitragvon elke.theaterfisch » 12.06.2019, 10:07

Liebe Bianca, oh klasse, das könnte auch was sein, und Capoeira gibt es in der Nähe sogar. Danke und Grüße Elke
Elke + Mann mit Sohn früh geboren im Mai 2009, 29. Woche, 1200 g. Motorisch entwicklungsverzögert. Muskulär hypoton, schwache Bänder, Knick-Senk-Füße. Erste Schritte mit dreieinhalb Jahren. Trug jahrelang Unterschenkel-Orthesen und Ringorthesen. Seit zwei Jahren ohne Orthesen.

Ayden
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Re: Gehbehindert und Sport - wie?

Beitragvon Ayden » 22.06.2019, 22:16

Liebe Elke,
wie wäre es mit Rudern? Hier in HH wird Rudern auch als paraolympic Sportart mit speziellen aufblasbaren unsinkbaren Schwimmkörpern angeboten - allerdings für eine ehemalige Triathletin (?) die MS hat. Was ich meine: Beim Rudern, klar, braucht man die Beine, aber es ist eine absolut geführte Bewegung. Den üblichen Leistungssport wird Dein Sohn nicht machen können, aber stärker wird er dabei sicher trotzdem!

Unsere Kleine, ohne Korsett aufgrund ihrer Skoliose ziemliche Rumpfstatikprobleme, macht begeistert Hip Hop. Dafür darf sie dann, einmal in der Woche, mit oK des Orthopäden auch mal ihr Korsett für 2 Stunden ablegen. Das hat ihrer Körperkoordination vor allem bei schnellen Bewegungen sehr geholfen. Sie wird demnächst auch 10 Jahre. Vielleicht wäre Tanzen, ggf. später klassischer Paartanz auch etwas für Deinen Sohn?

Liebe Grüße, Ayden

Ayden
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Re: Gehbehindert und Sport - wie?

Beitragvon Ayden » 22.06.2019, 22:31

Uups, hatte meinen Beitrag nach Lesen der Seite 1 geschrieben. Sorry. Rudern wurde ja schon genannt.7

Wenn Dein Sohn gut schwimmt (Schnelligkeit egal) wären ergänzende Auftriebskörper auch nicht nötig, nur das Einsteigen ins Boot kann bei wackeliger Beinstatik ein Thema sein.

Für die regulären Rudergruppen (nicht paraolympics) werden hier in HH je nach Verein häufig das silberne oder sogar das goldene Schwimmabzeichen gefordert. Da müsstest Du Dich ggf. vorab erkundigen. Im Alter von 10 Jahren ist das Training auch noch nicht ganz so zwingend auf Leistung ausgelegt, trotzdem gibt es Regatten, an denen man teilnehmen kann.

Viel Spaß!

LG Ayden


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