Concerta und Medikinet, zusätzliche Therapien

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Kristiina
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Concerta und Medikinet, zusätzliche Therapien

Beitragvon Kristiina » 25.05.2019, 19:20

Guten Abend!
Bei uns ist die ADHS Diagnose noch recht frisch. Mein Sohn nimmt jetzt seit ca 2 Wochen Concerta, 18 mg. Im normalen Alltag klappt es auch sehr gut mit der Dosis, er kann sich in der Schule besser konzentrieren und seine Impulskontrolle hat sich drastisch verbessert. Zu Hause ist er zwar immer noch recht hyperaktiv, aber das können wir händeln. Allerdings kann er nur schwer mit Änderungen der Routine umgehen und flippt dann doch aus. Ich hatte daher überlegt der Ärztin nächste Woche vorzuschlagen versuchsweise an solchen Tagen noch 5mg Medikinet retard dazuzunehmen. Das Medikament hatter er vorher und hat es gut vertragen. Hat hier jemand mit der Kombi Erfahrung? Macht das Sinn oder bringt das nichts?

Und zusätzlich würde mich interessieren, was für Therapien eure Kinder zusätzlich zu den Medikamenten bekommen?

LG,
Kristiina
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LasseUndJohannes
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Re: Concerta und Medikinet, zusätzliche Therapien

Beitragvon LasseUndJohannes » 25.05.2019, 21:15

Hi,
ist dein Sohn unter Medikinet weniger bei Änderung der Routine ausgeflippt? Was mich wundert ist, dass du ein weiteres Retard Präparat dazugeben willst. Du kennst dein Kind am besten. Concerta und Medikinet ist der gleiche Wirkstoff, es setzt nur anders frei. Das kann Unterschiede machen. Oder willst du einfach nur etwas höher dosieren?
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Kristiina
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Re: Concerta und Medikinet, zusätzliche Therapien

Beitragvon Kristiina » 26.05.2019, 11:36

Hi,
ja, im Prinzip geht es mir um eine flexible Höherdosierung für solche Tage.

Gruss, Kristiina
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Re: Concerta und Medikinet, zusätzliche Therapien

Beitragvon Regina Regenbogen » 26.05.2019, 13:46

Kristiina hat geschrieben:Und zusätzlich würde mich interessieren, was für Therapien eure Kinder zusätzlich zu den Medikamenten bekommen?


Unser Großer hat jahrelang begleitend Ergo bekommen, wobei die Praxis je nach Bedarf zwischen Neurofeedback, Lern- und Verhaltenstherapie wechselte. Ja, und eben noch die regelmäßigen Gespräche beim KJP.

Wenn er erst seit 2 Wochen Concerta bekommt (dürfte ja noch die Einstellungsphase sein), kann ich mir nicht vorstellen, dass die Beigabe eines anderen Präparates mit gleichem Wirkstoff irgendeinen Nutzen bringt, wenn er gerade nur Probleme mit Änderungen in der Routine hat. Dabei sollte eine belgietende Therapie besser helfen.

Die Medikamente vollbringen keine sofortigen Wunder, der Effekt ist manchmal eher schleichend.
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Re: Concerta und Medikinet, zusätzliche Therapien

Beitragvon Kristiina » 27.05.2019, 08:21

Mhm, ja, vielleicht. Bei uns hat es tatsächlich gleich bei der ersten Gabe Wunder gewirkt, und die Wirkung ist jetzt seit 2 Wochen unverändert. Von dem her soll die Dosis auch beibehalten werden, zumindest jetzt über die Sommerferien (die hier schon nächsten Samstag anfangen und dann 10 Wochen sind). Auch begleitende Therapien werden, wenn überhaupt, erst im August starten. Aber ja, vielleicht hilft eine einmalige höhere Gabe wirklich nicht viel. Aber ich frage trotzdem mal, kann ja nicht schaden (das Fragen meine ich...).
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Re: Concerta und Medikinet, zusätzliche Therapien

Beitragvon Kerstin74 » 27.05.2019, 10:21

Unser Großer (12,5 Jahre, ADS) bekommt Concerta 27 mg und Medikinet 20 mg morgens (da Concerta augfrund der Freisetzung so lange braucht, bis es morgens richtig zieht, ohne zusätzliches Medikinet ist die 1. Schulstunde an ihm vorbei gerauscht) und nachmittags nochmals 10 mg Medikinet, andernfalls war er bereits ab 17 Uhr wieder verträumt in seiner eigenen Welt und beim Abendessen nicht mehr aufnahmefähig.

Wir haben Jahre gebraucht, um die richtige Kombination zu finden. Anfangs waren wir aber auch begeistert von der Veränderung, nur, dass sie sich mit der Zeit als nicht (mehr) ausreichend erwiesen hat. Wir haben eine sehr flexible KJP, die die Meinung Vertritt, dass es die verschiedenen Präparate in ihrer unterschiedlichen Dosierung genau für diesen Zweck gibt - um auszuprobieren, was für das Kind am besten passt, was ggf. für Schultage erforderlich, aber am WE entbehrlich ist etc.

Begleitend hat der Große sie Jahren Ergo, allein schon für die Feinmotorik/Schriftbild/Selbstorganisation, langsam aber auch immer mal wieder Elemente der VT.

LG
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der Große (10/06) mit ADS, LRS und senso-/graphomotorischer Schwäche

der Kleine (10/11) mit pFAS, ADHS, SIS, Hyperakusis, Hypermobilität, Beckenschiefstand mit skoliotischer Fehlhaltung, Vorhofseptumdefekt (ASD II), Fruktoseintoleranz, globale Entwicklungsverzögerung, Hypomotilität des Ösophagus, V.a. ASS => PG 3, GdB 70%

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Re: Concerta und Medikinet, zusätzliche Therapien

Beitragvon LasseUndJohannes » 27.05.2019, 16:31

Hi Kristina,
sprich am besten mit den Ärzten darüber und erzähle warum und wann du so eine höhere Dosierung hilfreich fändest. Wir haben zum Beispiel für morgens und abends nach Bedarf zusätzlich schnell wirksame Medikamente dazu. Seid ihr mit der Dosierungseinstellung schon fertig? Eventuell schlägt der Arzt ja auch vor, an solchen Tagen, wenn sie vorhersehbar sind, concerta gleich höher zu dosieren.
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Re: Concerta und Medikinet, zusätzliche Therapien

Beitragvon Kristiina » 29.05.2019, 10:39

Danke für die Antworten! Dann hat meiner ja wirklich noch eine recht niedrige Dosis. Ich dachte an Medikinet da es das ja auch mit 5mg gibt, Concerta fängt gleich bei 18 mg an und doppelt so viel geben an solchen Tagen ist natürlich ein riesen Schritt. Nunja, am Freitag sehe ich die Ärztin, dann frage ich mal nach.

Der Ergotherapeutin soll er auch vorgestellt werden im Herbst. Sein Hauptproblem ist halt die soziale Interaktion mit anderen Kindern. Er hat keinen einzigen Freund und leidet schon sehr darunter. Und ich weiss nicht so recht wie Ergotherapie da helfen soll. Ich würde es gerne sehen, wenn er ein Soziales Kompetenztraining in einer Gruppe bekommen würde, aber das gibt es hier leider nicht. Oder eine Therapeutische Theatergruppe, gibt es aber auch nicht...
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Re: Concerta und Medikinet, zusätzliche Therapien

Beitragvon Regina Regenbogen » 29.05.2019, 11:36

Kristiina hat geschrieben:Sein Hauptproblem ist halt die soziale Interaktion mit anderen Kindern. Er hat keinen einzigen Freund und leidet schon sehr darunter. Und ich weiss nicht so recht wie Ergotherapie da helfen soll.


Wenn die anderen Baustellen aufgearbeitet sind, klappt es auch besser mit der sozialen Interaktion. Untherapierte ADHSler haben immer Probleme damit, weil sie so sind wie sie sind.

Unsere Ergo-Praxis hat im Leistungsangebot: Gruppentraining (Sozialkompetenztraining nach Löcker & Menke, Tricky Teens, Marburger Konzentrationstraining) und Einzeltherapie (Therapiegestaltung nach Wunstorfer Konzept, Klientenzentriertes Arbeiten, Elternberatung, Umfeldberatung, Wunstorfer Basistraining, grafomotorisches Training, Beratung zur Integration ins häusliche und soziale Umfeld), Neurofeedback und ausführliche Testverfahren. Dafür reicht eine einfache Ergo-Verordnung vom KJP. Damit sind wir super klar gekommen. Danach hat es auch mit den Freunden geklappt.
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Re: Concerta und Medikinet, zusätzliche Therapien

Beitragvon Kristiina » 30.05.2019, 12:14

Wenn die anderen Baustellen aufgearbeitet sind, klappt es auch besser mit der sozialen Interaktion. Untherapierte ADHSler haben immer Probleme damit, weil sie so sind wie sie sind.


Das wäre schön für ihn... OK, dann warte ich mal ab, was die Ergo anbieten kann. Ich kenne Ergotherapeuten nur aus der Neuro-Rehabilitation und habe daher sicher kein vollständiges Bild von dem Tätigkeitsspektrum.
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