ich verzweifel langsam

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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dojando
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ich verzweifel langsam

Beitragvon dojando » 22.05.2019, 12:49

Hallo zusammen,

So langsam kriege ich es mit den Nerven. Ich mache eine Baustelle zu und eine neue geht auf. Das kennt ihr ja vielleicht alle selber schon.

Ich habe für meine Tochter eine Schulbegleitung. (inzwischen über ein halbes Jahr) Diese ist ständig krank. Es vergeht keine Woche ohne das diese wechselt. So kommt es immer wieder dazu das sie Stuhlgang drinnen behält, Bauchschmerzen bekommt was dann so ausatat das ich sie zuhause behalten muß oder mit Notfallmedikamenten abrieten muß um sie aus ihren Krämpfen zu holen. Die Stadt Dortmund hat bei uns nur eine einfache Schulbegleitung genehmigt. Wir haben deshalb nur FSJ´ler die für die Stadt billiger sind als eine richtige Schulbegleitung. Und diese FSJ+ler sind zum Großteil nicht sehr motiviert und wollen ständig früher nach Hause so wie die anderen Begeleitungen der anderen Kinder. Ich arbeite nun mal aber , weshalb meine Tochter noch in die Nachmittagsbetreuung geht wo der FSJ-Schulbegleiter mit muß. Es gab bisher nicht eine einzige Woche wo die Schulbegleitung durchgezogen hat.

Dann habe ich ein Problem mit der Behinderten-Toilette. Diese war bis meine Tochter in diese Schule ging für kein Kind benutzbar. Erst seitdem ich da vom Sanitätshaus einen Aufsatz anbringen lassen habe (Toilettenbrillen sind nur zurück geklappt und man kann diesen abheben so das die Toilette normal benutzt werden kann) können alle Rollikinder mit Spastiken diese Toilette benutzen. Der Aufsatz hat ein Rückenteil, Armlehnen und einen Gurt zum anschnallen. Damit habe ich allerdings ein neues Problem eröffnet.
Die Reinigungskraft möchte diesen Aufsatz nicht anheben um darunter zu reinigen :( . Darunter ist inzwischen eine dicke gelbe Schicht Urin. Ich habe die Schule mehrfach darauf angesprochen und auch die Reinigungskraft gefragt warum ....? Die Reingungsdame meinte sie hätte ihre Objektleiterin gefragt und diese sagte sie muß nur obendrauf abwischen. Die Rektorin meinte die Stadt bezahlt das nicht weil die Reinigungskraft nun mehr Minuten braucht im Kloo und ich müßte für die Reinigung sorgen ? Die Schule hat es 15 Jahre nicht hinbekommen da was umzubauen. Das Waschbecken ist auf Kopfhöhe wenn man da mit dem 22 Zoll Rolli ranfährt. Deshalb habe ich bei der Stadt nachgefragt worauf man direkt ein Projekt für einen erneuten Umbau startete. Dieser wird nun etwa 3 Jahre dauern bis das umgesetzt wird. Man wird hier allerdings auch keine Anlage reinbauen so wie sie gebraucht wird mit verstellbaren Waschbecken etc., sondern nur eine Norm so wie sie an einer Musterschule existiert. Völlig irrsinnig diese ganzen Vorschriften und Bürokraten.
Aber das ich jetzt selber eine Reinigungskraft besorgen soll für die Toilette kann doch so jetzt nicht sein ? Oder ?

Sorry wenn der Text nicht so optimal zu lesen sein sollte. Ich habe einfach so getippt wie ich gerade drauf bin.

Schöne Grüße
Dojando

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Anton09
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Re: ich verzweifel langsam

Beitragvon Anton09 » 22.05.2019, 15:26

Das ist echt ein Fall für eure Tagespresse.
Auch in unserer Schule gibt es Hygienemängel.
Dann wird ein Zettel geschrieben wer sich beschwert hat.
Da dachte ich, ich falle aus allen Wolken.
Zum Glück ist bei uns der PD mit, die Schule hat sogar mal ein Kind 45 min auf dem Klo vergessen.
Erst machen die netten Damen sauber und dann das " vorgekochte" angelieferte Essen warm.
Da bleibt keine Zeit für Sonderfälle bzw. Reinigungen.
Sonst passiert da an Reinigung nix.
Auch das Schulpersonal hat manchmal ne Hygieneschulung verpasst.
Das mit der Schulbegleitung höre ich auch oft aus dem Freundeskreis.
Bis mal richtig was passiert.
Gibts jemanden beim Schulamt, an den ihr euch wenden könnt oder den Behindertenbeauftragten in eurer Stadt.
Manchmal hilft dies.

Viel Kraft

Frauke
Anton 30.01.2009, Therapie-refraktäre Epilepsie, fokal kortikale Dysplasie - epilepsiechirurgische Resektion, Shunt, Button, schwere psychomotorische Entwicklungsretardierung, zentrale Bewegungsstörung, interstitielle Duplikation im Xq-21.1 Gen, VNS-Implantation, PG 5 - ein Sonnenschein zum Verlieben

joris
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Re: ich verzweifel langsam

Beitragvon joris » 22.05.2019, 16:27

Hallo,

du hast die Toilette ja offenbar "verändert", gab es da im Vorfeld eine Erlaubnis seitens der Schule? Ich kann einerseits die Reinigungskraft verstehen, die den Mehraufwand nicht leisten möchte ( oft ist die Zeit zur Reinigung wirklich äußerst knapp bemessen), aber eine unhygienische Toilette möchte ich andererseits auch keinem Kind zumuten. Wie viele Kinder nutzen denn diese Toilette?

Viele Grüße
Joris

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Re: ich verzweifel langsam

Beitragvon Christine Sp. » 22.05.2019, 17:04

Hallo Dojando,

mein Sohn hatte auch eine Zeitlang FSJ ' ler als Schulbegleiter. Bei Problemen habe ich schon mal deren Chefin angerufen.
Früher Schluß machen ohne Grund (Arzttermin etc.) geht aus meiner Sicht gar nicht.

Hast Du schon mal die Fehlzeiten der FSJ 'ler schriftlich an deren Vorgesetzte gemeldet ? Vielleicht hilft das.

Grüße
Christine
Christine Sp. (1970) mit Niclas (2004)
ICP mit beinbetonter Tetraparese
Seit Sept. '15 Regelschüler an einer Realschule

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Re: ich verzweifel langsam

Beitragvon HeikeLeo » 22.05.2019, 17:25

dojando hat geschrieben:Aber das ich jetzt selber eine Reinigungskraft besorgen soll für die Toilette kann doch so jetzt nicht sein ? Oder ?


Wenn Du mit einer Reinigungskraft in der Schule aufschlägst, kommt die Rektorin garantiert gleich mit dem Hausrecht und wirft die Reinigungskraft raus. Die Organisation des Putzens ist eine Originalaufgabe der Schulleitung. Wenn die Schulleitung es an niemanden delegieren kann, muss sie im Zweifelsfall selbst zum Putzlappen greifen.

In einer bekannten Schule gab es eine Weile keinen Hausmeister. Da hat der Schulleiter selbstverständlich persönlich das Klopapier in den Toiletten aufgefüllt.

Liebe Grüße
Heike

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LasseUndJohannes
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Re: ich verzweifel langsam

Beitragvon LasseUndJohannes » 22.05.2019, 17:38

Hi,
das ist echt doof mit ständigem Wechsel und Ausfall der SB. Für mich klingt das alles so, als ob da irgendwo noch was anderes im Argen liegt. Das Mal ein FSJler feststellt, dass er doch keine Lust darauf hat, kann vorkommen. Aber ständig ist nicht normal. FSJ ist ja freiwillig. Könnte am Klima in der Schule liegen? Oder an der (Vor)-Betreuung beim Träger? Oder was anderes? Ein FSJler braucht Einarbeitung, Feedback und Betreuung. Beim Einsatz als Schulbegleitung bekommt er das vor Ort in der Schule ggf. nicht. Wäre aber primär Aufgabe vom Träger. Ggf. aber auch ein Argument, warum FSJler nicht ausreicht. Oder auf Wechsel des Trägers drängen?

Hast du schonmal persönliches Budget erwogen?

Was ist das für eine Schule? Regelschule? Wie wurde denn der Umbau von den Verantwortlichkeiten her gemacht? Es ist ja nicht deine Aufgabe, ein Klo in der Schule umzubauen oder zu putzen.
Johannes 2008, extremes ADHS, Fehldiagnose (?) Autismus
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Re: ich verzweifel langsam

Beitragvon dojando » 22.05.2019, 20:34

Vielen lieben Dank für Eure Antworten.

Bezüglich der FSJ Begleiter;
Meine Tochter trägt Trainer und es kann passieren das hier was drinnen landet. Das machen 99 % der FSJ ler nicht gerne. Ich werde dann sogar angerufen und breche meine Arbeit ab an diesem Tag. Manchmal wenn diese plötzlich Kopfschmerzen haben und nicht kommen muß ich in der Schule bleiben(freiwillig mit Einverständnis der Lehrer) oder meine Tochter mit nach Hause nehmen sollte der Träger keine Ersatz haben was immer wieder mal vorkommt. Unser aktueller FSJ´ler ist ein junger Mann weil sich keine Frau finden ließ die auch mal den Trainer wechseln würde. Am Anfang schien auch alles gut. In der OGS (Nachmittagsbetreuung) ist ihm oft sehr langweilig hat er mir mal gesagt. Andere FSJ´ler gehen meistens auch schon um 11:30 oder 12 Uhr nach Hause deren Kinder nicht in die OGS gehen. Unser muß durchaus bis 16 Uhr bleiben was mir den Anschein macht das ihm das auch gegen den Strich geht, denn er bekommt den selben Lohn wie alle anderen die auch schon 12 Uhr Feierabend haben. Das sind knapp 500 Euro. - Eine richtige Schulbegleitung bekommt beim selben Aufgabenbereich über 1600 Euro. (Das habe ich über die Monate raus bekommen bei den Gesprächen). Wir hatten Vertretungsweise auch mal eine Festangestellte richtige SB. Das war ein komplett anderes Niveau. Die hatte richtig Ahnung und wußte wie man man mit speziellen Situationen umgeht.

Ich werde mich an das Schulamt wenden und versuchen eine richtige SB zu bekommen.

Zum anderen Thema mit der Toilette;
Die Putzfrau arbeitet nach Zeit. Sie bekommt für jeden Gegenstand den sie putzt 30 Sekunde, 60 Sekunden und so weiter. Für eine Wanduhr sind 30 Sekunden veranschlagt zum Beispiel. Die Stadt möchte die Reinigung nicht extra bezahlen sagte man mir schon von der Schulleitung.
Ja, ich habe das mit der Schule abgesprochen bevor ich den Sitz rauf machen lassen habe. Man kann ihn einfach runterheben und dann die Brillen wieder normal weiterverwenden wenn nötig. So ein richtiger Umbau ist das somit nicht. Auf der anderen Seite kann diese Toilette nun auch von allen Kindern benutzt werden. Kinder mit Spastiken wie meine Tochter sie hat hätten die Toilette anders überhaupt nicht nutzen können. Die Stadt braucht hier mehrere Jahre um etwas umzusetzen. Das ist einfach unmöglich. Der Fahrstuhl in der Schule soll 10 Jahre gedauert haben.

Es handelt sich um eine reine Grundschule(Regelschule) 1-4 Klasse.

Ayden
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Re: ich verzweifel langsam

Beitragvon Ayden » 22.05.2019, 22:13

Liebe Dojando,

ich fürchte, Eure Situtation wird auf formalem Weg schwer zu regeln sein.

1) FSJler: Denk daran, das sind idealistische junge Menschen, die ein FREIWILliges soziales Jahr machen. Die Jungs/Mädchen wollen etwas bewirken und sicher nicht auf Abruf in der OGS `herumsitzen´. Das sind keine Zivis mehr, die Ihre Zeit u.U. abbummeln wollen!
Wenn ein FSJler nicht reicht: Vielleicht könntest Du für deine Tochter 2 FSJler bekommen??? Wäre doch immer noch billiger als eine Schulbegleitung für die Behörde!

2) Waschbecken: Wie wäre es mit dem alten Trick vom Waschtisch? Wasserflasche und kleines (Baby)Waschtöpfchen deiner Tochter mitgeben, dass deine Tochter dann nach dem Händewaschen in das auf Kopfhöhe befindliche Becken entleeren könnte?

3) Hygiene: Wie gut ist Deine Tochter zuwege? Könnte sie eventuell mit einem Desinfektionstuch selber einmal unter der Klobrille (gerne mit Handschuhen) langwischen?

4) Wie wäre es, da Du ja offensichtlich schon mit der Reinemachdame Kontakt hattest, dass Du ihr einfach im Monat einen Geldbetrag gibst, dafür dass sie die Extraarbeit macht?

Ich drücke Euch ganz doll die Daumen!

LG Ayden

dojando
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Re: ich verzweifel langsam

Beitragvon dojando » 23.05.2019, 00:22

Danke Ayden für deine Antwort

Meine Tochter ist 7 und kann nicht stehen, geschweige denn einen Aufsatz von ca 5 kg hochheben um darunter sauber zu machen.

Das mit dem Waschtisch habe ich nicht verstanden. Wenn Sie im Rolli sitzt ist das Waschbecken auf Stirnhöhe. Für Erwachsene halt gemacht.

Die Reinigungskraft hat von ihrer Vorgesetzten die Anweisung bekommen den Aufsatz nicht hoch zu heben. Sie darf nur mal oben drüber wischen. Ich mache mal ein Foto von dem Baugleichen Aufsatzstuhl bei uns Zuhause. Man muß ihn halt schon hochheben und richtig die Toilette wo der drauf steht abwischen und auch an selber Stelle den Stuhl. Das blaue ist weich und silikonartig, man kann das alles abziehen, reinigen und Desinfizieren was aktuell niemand macht.

Andere behinderte Kinder benutzen den ja nun ebenfalls was ja auch Sinn macht bei Kindern die auf einer normalen Toilette sonst runterkippen würden.
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Re: ich verzweifel langsam

Beitragvon LasseUndJohannes » 23.05.2019, 13:39

Hi,
bis 16 Uhr arbeiten zu müssen während man alle anderen bei gleichem Geld um Zwölf gehen sieht ist eine ziemliche Motivationsbremse. Du hast dich ja an den Kostenträger gewandt. Eine Aufstellung dazu wie oft ausgefallen ist und wie oft gewechselt wurde. Dann ist offensichtlich, dass es momentan nicht funktioniert. Du kannst ja Lösungsvorschläge machen. Zuerst, eine ausgebildete Kraft. Je nach Reaktion dann als Alternative ein letzter Versuch mit FSJler. Und zwar zwei, einer vormittags und einer nachmittags. Im Krankheitsfall ein dritter als Vertretung. Sprich die beiden regulären sollen sich eben nicht gegenseitig vertreten. Das kostet vermutlich den Träger wesentlich mehr. Und der Kostenträger hat das Risiko, das wenn es immer noch nicht klappt, dass er evtl. mehr Geld für eine ausgebildete Kraft zahlen muss. Den Druck gibt er an den Träger.

Der Träger hat jedes Jahr einen neuen Pool mit guten und weniger guten FSJlern. Er soll nur noch die guten für deine Tochter einplanen.

Wegen dem putzen ist das schon traurig. Man kann eine ganze Schule putzen aber nicht ein Klo? Der Stuhl ist ein persönliches Hilfsmittel deiner Tochter? Es ist keine bauliche Veränderung?

Langeweile ist richtig doof. Kann man da was machen Aufgaben seitig? Warum hat der FSJler nachmittags Langeweile?

Das mit dem wickeln würde ich nicht überbewerten. Es ist unangenehm. Wenn der Rest passt, dann ist es aber kein Grund, zu gehen.
Johannes 2008, extremes ADHS, Fehldiagnose (?) Autismus
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