Pflegestufe 3 für Céline OK?

Zum Teil unterscheiden sich die rechtlichen und organisatorischen Strukturen zwischen Deutschland und den verschiedenen Nachbarländern erheblich. Hier in dieser Rubrik sammeln wir alle landesspezifischen Infos.

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Christine&Céline
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Pflegestufe 3 für Céline OK?

Beitragvon Christine&Céline » 10.06.2006, 13:22

Hallo,

gestern kam der Bescheid über die Erhöhung des Pflegegeldes von Stufe 1 auf Stufe 3. :D
Habe mich sehr gefreut, da ich einerseits nicht mehr erwartet hatte; bei Stufe 2 hätte ich allerdings Berufung eingelegt.
Stufe 3 beträgt in Wien monatlich €361,80 netto, nach Abzug der erhöhten Kinderbeihilfe (421,80 brutto)
Etwas verunsichert wurde ich allerdings als Célines Therapeutin (hat sehr viel Erfahrung im gesamten Behindertenbereich) meinte, Stufe 3 wäre noch zu wenig und ich sollte Berufung einlegen. :roll:

Céline wurde in März 2 Jahre, ist schwer mehrfach behindert. Das heißt, kann nicht gehen, nicht sitzen od. krabbeln. Muss mit pürierter Nahrung gefüttert werden + Medis und Getränke (braucht viel Zeit und Geduld), gewickelt sowieso, und wir haben pro Woche 4-5 Termine.
Dafür atmet sie selbstständig, muss weder abgesaugt noch sondiert werden, auch keine Hautprobleme, also keine speziellen medizinischen Handlungen. Alles was wir mit ihr zu Hause an Übungen machen wird fürs Pflegegeld in Wien nicht angerechnet.
Bei Céline ist die normale Pflege halt sehr zeitaufwändig. In der Nacht wird sie nur ein Mal umgelagert, wobei sie aber leider oft ab 4 od. 5 Uhr munter ist.
Meine Frage an euch: findet ihr Stufe 3 gerechtfertigt od. doch zu wenig? Soviel ich weiß bekommt man bei so einem jungen Kind keine sehr hohe Stufe, da jedes Kind in dem Alter noch eine Menge braucht.

Schöne Grüße
Christine
Christine (64) mit Katia - 10.93, Pubertätskrise, sonst gesund, und Céline - 03.04, schwer mehrfachbehindert (blind, BNS-Epilepsie, PEG, schwere geistige und körperliche Behinderung) aufgrund von Gehirnfehlbildungen (Microcephalie, Lissencephalie, Balkenagenesie)
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Beitragvon MarenRuth » 10.06.2006, 14:23

Hallo Christine,

wir haben hier nur 3 Pflegestufen, ich nehme mal an, es gibt bei euch noch eine vierte - die entspäche dann unserer 3ten.

Das ist recht schwierig. Felix entsprach deiner Celine im Gesamtbild in diesem alter und war in PflegestufeII (so wie ihr jetzt in 3). In die nächste Stufe kam er jetzt zu seinem 4ten Geburtstag. Die Zeiten werden ja ins verhältnis zu gesunden Kindern gesetzt und erst jetzt klafft die Lücke so auseinander, dass eine Höherstufung genehmigt wurde. Mich wundert aber schon, dass er die mit dem Tracheostoma nicht rückwirkend bekam.
Sein bester Freund Jonas entspricht auch deiner Celine ist aber auch tracheostimiert. Er bekam gleich die III (also eure 4), weil er sehr umständlich zu füttern ist.

Ich finde also eure Stufe verständlich, da es bei mir gleich war. Es gibt aber auch andere Fälle. Ich war immer zufrieden mit der Stufe und habe es deshalb dabei belassen.

Wenn du dich wohlfühlst und keine Lust auf stress hast, würde ich es auch so lassen.

Liebe Grüße
Maren
Maren und Felix (*05/02, ✝08/16) Mukolipidose Typ II, entwicklungsverzögert, kleinwüchsig, extrem weitsichtig, muskuläre Hypotonie, schwere Lungenbelastung, Tracheostoma, Heimbeatmung, PEG und Mila (09/04) gesund

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Beitragvon Michi17 » 10.06.2006, 14:27

4?? In Österreich gibts glaub ich 7...oder? :roll:
Naja,Ahnung hab ich allerdings keine...weiß nicht was gerechtfertigt ist...
"Ein Freund ist ein Mensch, der mich so nimmt, wie ich bin - und nicht so, wie er am wenigsten Schwierigkeiten mit mir hat."

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Beitragvon ehemaliger User » 10.06.2006, 15:51

Hallo Christine&Céline,

Andreas wurde ja im August 2005 3 Jahre. Da hatte er noch keine Peg. Wir haben neu angesucht, weil in Nö ist das irgendwie anders als in Wien (da wird man automatisch vorgeladen). Wir rutschten von der 2 in die Stufe 4. Also nach dem Kh und dem Neuro und allen Therapeuten wäre das auch zu wenig. Aber vorsicht, gerade in Wien und Nö sind sie sehr "happig" wegen dem Pflegegeld...Stufe 3 für 2 Jahre ist eh ok, würde ich mal sagen, ich glaub Deine Tochter ist so ähnlich schwere mehrfach behindert wie Andreas.
Wenn Du Einspruch einlegst, kann Dir passieren das sie Dir wieder eine Stufe wegnehmen.
Mir wäre es bei der Nachuntersuchung bald so gegangen vor 2 Jahren...

Ich würds lassen an Deiner Stelle, und wieder ansuchen wenn sie 3 ist.

Lg Heidi

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Beitragvon ehemaliger User » 10.06.2006, 15:53

Ach ja, ist mir gerade noch so eingefallen. Die Stufe wird erst richtig höher wenn das Kind 3 Jahre ist. Also die 3 für 2 Jahre ist eh schon Luxus hier...leider :( . Wir hatten bis zum 3 Lebensjahr nur die 2....

LG Heidi


http://www.help.gv.at/Content.Node/36/Seite.360516.html für unsere deutschen User zur Erklärung :wink:

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Beitragvon Sabine » 10.06.2006, 18:06

Hallo Christine,

Jan-Paul war mit über zwei Jahren auf dem gleichen Stand wie eure Celine - allerdings ohne die nächtliche Munterkeit. Wir haben dann mit 2,5 Jahren die PS2 bekommen und bis heute behalten (entspricht eurer 3). Ich finde es so o.k. - sollte der nächtliche Pflegebedarf bei euch steigen, also die Schlafprobleme noch gravierender werden, würde ich aber eine Höherstufung beantragen.

Lieben Gruß
Sabine
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Beitragvon Christine&Céline » 10.06.2006, 19:43

Hallo zusammen!

Danke für eure Antworten! So wie Heidi es auch meint, "schätze" ich mich momentan glücklich über die Stufe 3, außerdem habe ich auch nicht so viel Energie um einen mühsamen Kampf zu führen; also werden wir es momentan so belassen.

Hier zur allgemeinen Info:

Höhe des Pflegegeldes in Österreich / Pflegebedarf in Stunden pro Monat:

mehr als 50 Stunden: Stufe 1, EUR 148,30
mehr als 75 Stunden: Stufe 2, EUR 273,40
mehr als 120 Stunden: Stufe 3, EUR 421,80
mehr als 160 Stunden: Stufe 4, EUR 632,70
mehr als 180 Stunden, wenn ein außergewöhnlicher Pflegeaufwand erforderlich ist: Stufe 5, EUR 859,30
mehr als 180 Stunden, wenn zeitlich unkoordinierbare Betreuungsmaßnahmen erforderlich sind und diese regelmäßig während des Tages und der Nacht zu erbringen sind oder
die dauernde Anwesenheit einer Pflegeperson während des Tages und der Nacht erforderlich ist, weil die Wahrscheinlichkeit einer Eigen- oder Fremdgefährdung gegeben ist: Stufe 6, EUR 1.171,70
mehr als 180 Stunden, wenn keine zielgerichteten Bewegungen der vier Extremitäten mit funktioneller Umsetzung möglich sind oder
ein gleich zu achtender Zustand vorliegt: Stufe 7, EUR 1.562,10

Info:Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz, Stand: 12.12.2005


Liebe Grüße
Christine
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Beitragvon Mariposa » 10.06.2006, 20:33

Hallo Celine,
wir bekamen für Louisa vor dem vollendeten 5.Lebensjahr auch nur Pflegestufe 3 zugesprochen. Unser Gutachter sagte, Kinder unter 5 bekommen so gut wie nie mehr, mit der Begründung dass so kleine Kinder i.d.Regel ja sowieso sehr intensiv betreut werden müssen, auch gesunde.
Ab 5 bekamen wir für Louisa Pf-Stufe 6 . Zuerst wollten sie uns nur 5 zusprechen obwohl unser Arzt 6 gefordert hatte. Ich schrieb einen Langen Brief in dem ich Louisas Verhalten und den Aufwand schilderte, mien Mann rief nochmal an und forderte genaue Begründung, dann bekamen wir die 6.
Ich weiss nicht ob du momentan mehr bekommen kannst. Celine ist erst 2 oder? Ich stimme Heidi zu.
Viel Glück trotzdem.
Martina
Martina, Dorian(99) Louisa (01)/Louisa hatte 05 eine Herpes Enzephalitis wobei ihre re. Gehirnhälfte komplett zerstört wurde; li. Defekte; fokale Anfälle/Sturzanfälle/Serien, Hemi li., Aphasie, Ataxie, frontale Enthemmung, Verhaltensstörungen, Hemisphärotomie 8.8.07, VNS 12/2012-seither stabilere Epi-Situation, Verbesserung!

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Beitragvon Brigitte&Manuel » 11.06.2006, 19:11

Hallo Christine, ich denke auch das es toll ist mit 2 Jahren die Stufe 3 zu bekommen. Wir haben bis jetzt (hoffe nicht mehr so lange) die Stufe 1. Auch Manuel kann sich noch nicht fortbewegen, sitzt nicht, muß gewickelt werden usw. und von den Therapien red ich gar nicht. Denn unter 3 Jahren müssen auch gesunde Kinder gewickelt, gefüttert usw werden. Was mich aber am meisten ärgert ist, das überhaupt keine Therapie anerkannt wird. Mit einem gesunden Kind hab ich ja nicht diese vielen Wege und ich finde das gehört normal genaus dazu. Aber was ist schon normal??

Liebe Grüße
Leah KS 05.07.2007
Manuel 15.02.2003
Wir können die Kinder
nach unserem Sinne nicht formen.
So wie Gott sie uns gab,
so muss man sie haben und lieben...

In einem Meer von Schmerz, ertrinken die einen, die Anderen lernen darin schwimmen.
(Kyrilla Spiecker)


http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... er_id=2212

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Beitragvon Mariposa » 11.06.2006, 19:41

Hallo Brigitte,
wir sammeln übers Jahr alle Belege über Fahrten und Ausgaben, was Louisa betrifft. Und reichen es dann geschlossen als Sonderbelastung (oder so) ein beim FA.
Da wird dann schon was anerkannt. Wir sind ja letztes JAhr alleine 5000km extra gefahren wg. Louisa etc.....
Allerdings macht mein Mann ein sehr ausführliches Dossier aus dem alles genau ersichtlich ist: Wann wo wie lang-wie teuer-warum-etc.

LG
MArtina
Martina, Dorian(99) Louisa (01)/Louisa hatte 05 eine Herpes Enzephalitis wobei ihre re. Gehirnhälfte komplett zerstört wurde; li. Defekte; fokale Anfälle/Sturzanfälle/Serien, Hemi li., Aphasie, Ataxie, frontale Enthemmung, Verhaltensstörungen, Hemisphärotomie 8.8.07, VNS 12/2012-seither stabilere Epi-Situation, Verbesserung!


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