Barrierefreiheit durch Treppenlifte, Außenlift oder Homelift

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

Moderator: Moderatorengruppe

MamaMara2016
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 222
Registriert: 15.12.2016, 12:05
Wohnort: Ostfildern

Barrierefreiheit durch Treppenlifte, Außenlift oder Homelift

Beitragvon MamaMara2016 » 05.05.2019, 20:36

Hallo Zusammen,
Wir sind eine fünfköpfige Familie und schon länger auf der Suche einem Häuschen.
Unsere 2,5jährige Tochter kann bisher nicht krabbeln oder laufen. Ob sie es je kann, ist fraglich.

Jetzt haben wir ein Haus gefunden, das eigentlich super passt, ABER die Kinderzimmer und das Bad sind im ersten Stock.

Es ist so eine schwere Entscheidung. Ich habe große Sorge, dass wir das falsche machen und es jahrelang bereuen.

Ich wäre sehr dankbar, wenn ihr mir etwas berichtet, wie ihr mit Rollikind und solchen Möglichkeiten wie (Rollstuhl-)trepoenlift oder Alternativen klarkommt.


Vielen Dank!

Judith
L (2015) gesund und munter

M (2016) Z.n. schwerer Asphyxie: Epilepsie, Zerebralparese und viele kleine Baustellen

O (2018) gesund und munter

Werbung
 
Steffi & Alexander So
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 232
Registriert: 23.10.2009, 09:31
Wohnort: Oberfranken

Re: Barrierefreiheit durch Treppenlifte, Außenlift oder Homelift

Beitragvon Steffi & Alexander So » 05.05.2019, 20:44

Hallo Judith,

sehr schwierige Frage.....

bei uns war es auch nicht sicher ob Alexander jemals krabbeln, oder laufen kann.

Mein Ex-Mann und ich haben dann ein behindertengerechten Bungalow gebaut.

Jetzt, nach 6 Jahren im Haus, würde ich es nicht nochmal so machen. Wir bräuchten eine Treppe zum Laufen üben, die wir leider nicht haben. Alexander wird nie krabbeln, oder robben können, möchte aber laufen.

Wie es mit Fördermöglichkeiten ausschaut z.B. Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, kann ich dir nicht sagen, da sind andere im Forum besser informiert als ich.

Euch alles gute
Liebe Grüße Steffi
___________
du kannst kein neues Leben anfangen,
aber täglich einen neuen Tag

Steffi (08/82) mit Alexander (04/08), ICP, Entwicklungsverzögerung, Hydrocephalus (vers. mit VP-Shunt), Tetraspastik, Harnblasendiverdikel, Epilepsie, neurogene Blase, chronisches Lungenempyem

Anne-muc
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 200
Registriert: 23.03.2015, 17:28
Wohnort: München

Re: Barrierefreiheit durch Treppenlifte, Außenlift oder Homelift

Beitragvon Anne-muc » 05.05.2019, 22:04

Hallo Judith,

wir hatten das gleiche Problem. Wir haben einfach das Haus gekauft, da wir vorher im vierten Stock ohne Aufzug wohnten.

Unsere Maus ist jetzt 5,5 Jahre, 17 kg. Wir tragen sie noch hoch und runter, in den letzten Wochen schafft sie aber ein bis zwei „Hochs“ oder „Runters“ täglich selbst (krabbelnd oder laufend). Einer von uns muss nur dahinterstehen, falls Sie straucheln sollte. Die Physio ist begeistert.

Unser klassisches 60er-Jahre-Reihenmittelhaus hat eine „kinderzimmergroße“ Küche. Das Wohnzimmer ca. 30 qm. Wir überlegen seit Beginn, ob wir groß das EG umbauen, um einen schönen Wohnbereich für die Maus zu schaffen, aber lassen es erstmal so.

Eigentlich fehlt uns am meisten ein Abstellraum für den dreckigen Buggy/Rolli mangels Garage. Der steht immer im Gang, das ist ätzend. Draussen wäre er aber zu kalt und kriegt auch Stockflecken.

Langfristig bauen wir entweder um oder ziehen nochmal um (allerdings haben wir in den letzten 4 Jahren nicht eine barrierefreiere Gelegenheit gefunden).

Eine Info zu „richtigen Hausaufzügen“ - den Gedanken hatte ich verworfen nach einem Messegespräch wo für drei Stockwerke (EG, 1. OG, DG) mind. 80.000 EUR aufgerufen wurden... dann wohl doch Treppenlift/ Deckenlift, habe aber noch keine Kostenvoranschläge...

Ich lese also auch interessehalber mit.

Viel Erfolg bei eurer Entscheidung!
Liebe Grüße Anne
Anne mit Tochter (*09/2013, Vorzeitige Plazentalösung, dadurch Asphyxie, ICP, Epilepsie)

Unsere Vorstellung

MamaMara2016
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 222
Registriert: 15.12.2016, 12:05
Wohnort: Ostfildern

Re: Barrierefreiheit durch Treppenlifte, Außenlift oder Homelift

Beitragvon MamaMara2016 » 06.05.2019, 06:40

Hallo ihr Zwei,
Danke für eure Erfahrungen.

Platz genug zum Verstauen von Hilfsmitteln hätten wir dann genüge, auch barrierefrei zugänglich. Der Wohnbereich ist auch sehr großzügig und auch das Rangieren mit Rolli sollte problemlos möglich sein.
Nach euren Erfahrungen scheint das ja auch sehr wichtig zu sein.
L (2015) gesund und munter

M (2016) Z.n. schwerer Asphyxie: Epilepsie, Zerebralparese und viele kleine Baustellen

O (2018) gesund und munter

Ullaskids
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 4173
Registriert: 30.05.2007, 18:01

Re: Barrierefreiheit durch Treppenlifte, Außenlift oder Homelift

Beitragvon Ullaskids » 06.05.2019, 07:04

Hallo,
wir hatten unser Reihenhaus schon vor der Geburt unserer Tochter und konnten dank nicht vorhandenem Bebauungsplan in den Garten rein ein neues Wohnzimmer anbauen - die alte Küche wurde zum neuen Kinderzimmer und ein Eckchen vom vorigen Wohnzimmer zum neuen barrierefreien Bad, der Rest vom vorigen Wohnzimmer zu Küche und Esszimmer (also eine komplette Rotation der EG-Räume... ein Architekt hat uns einen tollen neuen Grundriss entworfen).
Nachteil, sie kam nur in die oberen Stockwerke, solange wir uns zugetraut haben sie auf der Treppe zu tragen (die ersten drei Jahre war ihr Kinderzimmer auch oben neben dem von ihrer Schwester, dann sind wir erst den Umbau angegangen).
Also war sie jetzt schon seit einigen Jahren nicht mehr oben.
Für ein geistig fitteres Kind, das mit seinen Geschwistern spielen will, wäre das aber wohl keine Option. Dann hätten wir noch über einen zusätzlichen (Treppen-)Lift nachdenken müssen.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

heidipet
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 437
Registriert: 08.05.2010, 14:03
Wohnort: bei Koblenz

Re: Barrierefreiheit durch Treppenlifte, Außenlift oder Homelift

Beitragvon heidipet » 06.05.2019, 10:40

Hallo Judith,
wir haben unseren E-Rollifahrer auch im ersten Stock.

Wir haben einen Aufzug innen, bei dem nur die Plattform fährt. Von allem anderen würde ich, sofern möglich, abraten (Ausser richtiger Aufzug natürlich). Treppenlift muss man sich drauf setzen und sitzen können, Treppen-Plattformlift braucht einen irren Wendekreis wenn die Treppe nicht gerade durchläuft, muss verstaut werden und ist seeehr langsam. Aussen den Lift anbringen hat den Nachteil, dass er sehr große Temperaturschwankungen aushalten muss. Der Passagier ebenfalls. Übergang zum Gebäude ist abdichtungstechnisch nicht ganz einfach. Und wenn er nicht blickdicht werden soll, können Leute von der Straße gucken.
Je nachdem, wie Eure Maus sich entwickelt, braucht Ihr einen E-Rolli. Der wiegt allein rund 150 - 200kg, je nach Modell. Plus Fahrer evtl. plus Begleitperson. Da ist mancher Lift schnell überfordert. Ausserdem rate ich zu elektrischen Türen: Rolli fahren/schieben und Tür aufhalten, ist immer schwierig. Fernbedienung ist ebenfalls eine gute Sache. Bei uns fährt immer nur dann ein Begleiter mit, wenn eine zweite Person im Haus ist. Sollte er doch mal steckenbleiben, ist man ohne Hilfe von aussen aufgeschmissen.

Am 16. - 18.5. findet die Rehab in Karlsruhe statt, im Juni?Juli? Irma in HH. Schaut, ob die Liftfirmen da sind und nervt sie!!

Stöber mal hier im Forum, es haben schon einige (um-)gebaut.

Noch etwas: Bei Behindertengerechten Umbauten an Eurem neuen Haus könnt Ihr von der Steuer absetzen, was nicht von Pflegekasse/KfW,... übernommen wurde.

Gruß
Heidi
Gruß
Heidi

Benutzeravatar
Jakob05
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2451
Registriert: 27.10.2005, 17:22
Wohnort: Rhein-Main

Re: Barrierefreiheit durch Treppenlifte, Außenlift oder Homelift

Beitragvon Jakob05 » 06.05.2019, 10:57

Auch wir standen bei Hauskauf für unseren Grossen vor dem Thema. Letztlich haben wir sein Bad mit einer bodenebenen Dusche und entsprechenden UnterPutz-Ankern für Haltegriffe etc. ausgerüstet. Sein Wohnzimmer bekam alle Anschlüsse für eine Küchenzeile. Zusätzlich wurde eine Terassentür auf das Flachdach der Garage rausgebrochen, die er nun als Terasse nutzen kann. Falls ein Aufzug mal nötig wird, wird es ein Aussenaufzug aus dem Vorgarten auf die Garage, dann hat er gleichzeitig einen separaten Eingang.
Bisher ( 12 Jahre) haben wir davon nichts umsetzen müssen, aber wir könnten und das fühlt sich gut an.
Fürs Treppen steigen hatten wir für unseren Jüngsten jetzt mehrere Monate lang einen Treppensteiger (Scalamobil) von der KK ausgeliehen. Sowas ist auch eine praktikable (Übergangs-)Lösung um einen schweren Menschen über Treppen zu transportieren.
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Rachenfehlbildung,Tracheostoma)

Lena_K
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 130
Registriert: 21.06.2015, 20:34
Wohnort: Raum Münster

Re: Barrierefreiheit durch Treppenlifte, Außenlift oder Homelift

Beitragvon Lena_K » 06.05.2019, 13:15

wir haben unser Haus auch schon vor dem Kind gekauft.
wir haben in den Garten aber glücklicherweise noch massig Platz und ich kann mir gut vorstellen auf Dauer einen eigenen wohntrakt mit abstellraum für den Rolli, neh.gerechtem Bad und eben ausreichend großem schlafzimmer anzubauen. wir haben auch noch ein Büro im eg z.zt.. wir haben letztens noch mit ihm darüber gesprochen ob er lieber dort sein schlafzimmer haben möchte, damit er dort alleine reinkommen kann. aber momentan möchte er lieber oben schlafen.

schaut auch das aussengelände an. bei uns gibt es viel gegälleunterschiede zwischen vorne und hinten und links und rechts....dss müssen wir in diesem Sommer angehen, damit der Zwerg mit seinem Rolli alleine ins/aus dem Haus kann. von Rampen hat ma uns da abgeraten.

Fazit: hätte ich Gelegenheit und Geld würde ich so bauen wie ich es brauche, aber wenn ihr denkt das ist eine gute Gelegenheit und einiges lässt sich noch im Nachhinein anpassen würde ich wohl zuschlagen, weil ihr ja auch schon lange sucht.

viel Erfolg

Biancamit2
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 826
Registriert: 27.03.2009, 20:34

Re: Barrierefreiheit durch Treppenlifte, Außenlift oder Homelift

Beitragvon Biancamit2 » 06.05.2019, 13:24

Hi,
Also wenn ihr unten einen großzügigen Wohnbereich habt, dann kann das Kind sich ganztägig unten aufhalten, gewickelt werden oder evtl später mal unten auf Toilette gehen? Dann geht es nur darum sie abends einmal hoch und morgens einmal runter zu bringen? Das schafft ihr die nächsten Jahre sicher gut, und wenn sie dann zu schwer wird nd tatsächlich nicht alleine hoch und runter kommt, kann man immernoch überlegen.
Wenn sonst alles für alle im Haus passt würd ich zuschlagen.
Grüßle
Bianca mit Sohn (2004, Skoliose, LRS) und Tochter (02.2009 Frühchen 29+0, ICP, PVL, spastische Diparese, und manch anderes) und zwei Sternchen *2003 *2008 fest im Herzen

Werbung
 
Lisa Maier
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2006
Registriert: 29.09.2004, 21:07
Kontaktdaten:

Re: Barrierefreiheit durch Treppenlifte, Außenlift oder Homelift

Beitragvon Lisa Maier » 06.05.2019, 19:17

Hallo,

ich war auch als Kind schon schwer gehbehindert und meine Eltern sahen leider dennoch keine Notwendigkeit in etwas Barrierefreies umzuziehen. Auch wenn mein Zimmer auf der gleichen Ebene lag wie Küche und Wohnzimmer, blieb für mich immer noch die hohe Eingangstreppe - für meine Eltern eine Trainingsmöglichkeit, für mich eine sinnlose Quälerei, die mich während meines Studiums zusätzlich am normalen Studentenleben hinderte. Nachts spät heimkommen? War nicht, mußte ja wieder irgendwie die Treppe hoch. Meine Eltern haben sehr vieles richtig gemacht, aber mit einem schwer gehbehinderten -, oder gehunfähigen Kind bleibt man nicht in einem solchen Haus. Die Quittung bekommt meine Mutter jetzt, da ich dieser Treppe wegen eben nicht sehr oft zu Besuch komme.
Ein Treppenlift würde ich nicht als Option ansehen, die Dinger sind schnarchelangsam. Scalamobil ist als Übergangslösung, bis was Barrierefreies beziehbar ist, für ein paar Monate akzeptabel, steht aber generell im Widerspruch zum Ziel der Selbständigkeit. Wenn, dann nur mit einem richtigen Aufzug, welcher allerdings auch nicht unbedeutende Kosten verursacht.

Viele Grüße

Lisa


Zurück zu „Familienleben“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Klara92 und 10 Gäste