Erfahrungen mit Risperidon ?

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AlexMama2006
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Re: Erfahrungen mit Risperidon ?

Beitragvon AlexMama2006 » 08.05.2019, 11:07

Strattera hatten wir noch nicht, das ist das erste Medikament das wir versuchen.
Das ist die gleiche Medi-Gruppe wie Ritalin oder ?

Das sollten wir erstmal nicht probieren, sondern die andere (?) Medi-Gruppe zu der Risperidon gehört.

Jetzt heißt es probieren.

Strattera ist sozusagen Ritalin ohne Rebound und es wirkt gleichmäßiger und dauerhafter. Es wird auch ein Spiegel aufgebaut. Ich persönlich finde es super, aber man muss es halt wohl ausprobieren.

Das Problem ist wohl der Preis, die Monatspackung kostet 150 €.
AlexMama (*1971, ADHS, ME/CFS, Fibromyalgie, Lumboischialgie)
Alex (*2006, ADS, AWVS, Emotionale Störung des Kindesalters, Chronische Schmerzstörung, Asthma Bronchiale mit Allergien, Hypothyreose, Hochbegabung, unregelmäßiger Schulbesuch, schwerbehindert)

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Sandra F
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Re: Erfahrungen mit Risperidon ?

Beitragvon Sandra F » 08.05.2019, 13:30

Außerdem fällt uns auf das er auch muskulär sehr schlapp wirkt, er stolpert und fällt und legt sich immerzu hin...

Eventuell wird das nach der Eingewöhnung besser ? Wie habt ihr das erlebt ?
Nebenwirkungen:
Sehr häufig :
– Parkinsonismus. Dies ist eine medizinische Bezeichnung, die
viele Symptome umfasst. Jedes einzelne Symptom kann bei
weniger als 1 von 10 Personen auftreten. Parkinsonismus
schließt ein : Anstieg der Speichelsekretion oder wässriger
Mund, Steifheit der Skelettmuskulatur, vermehrter Speichelfluss
aus dem Mund, Reflexe beim Abwinkeln der Extremitäten,
langsame, reduzierte oder beeinträchtigte Bewegungen,
Ausdruckslosigkeit des Gesichts, Muskelfestigkeit, steifer
Nacken, Muskelsteifheit, kleine, schlurfende, eilige Schritte und
Fehlen normaler Armbewegungen beim Gehen, anhaltendes
Blinzeln als Reaktion auf Klopfen auf die Stirn ( ein anomaler
Reflex ). Bitte suchen Sie beim Auftreten der oben genannten
Beschwerden umgehend einen Arzt auf.
– Kopfschmerz, Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten.

Häufig :
– Benommenheit, Erschöpfung/Müdigkeit, Ruhelosigkeit, Unvermögen,
still zu sitzen, Reizbarkeit, Angstzustände, Schläfrigkeit,
Schwindel, mangelnde Aufmerksamkeit, allgemeine
Schwäche, Schlafstörungen, Tremor


Dies nur ein Auszug aus dem Beipackzettel.


Ganz ehrlich. Wir haben es 4 Tage gegeben und ja, unser Sohn fühlte sich ruhiger, aber er reagierte sofort mit tagelangen Bauchschmerzen und Durchfall. Mein Mann beschrieb meinen Sohn in den Tagen als "manisch". Wir haben es direkt abgesetzt.

Lg
Sandra
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Angela77
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Re: Erfahrungen mit Risperidon ?

Beitragvon Angela77 » 09.05.2019, 15:28

Hallo Friedafritz,
unser SPZ wollte wegen des ungünstigen Nebenwirkungspotenzials von Risperdion UNBEDINGT ZUERST Ritalin bzw. Medikinet probieren, obwohl man vermutete, dass Medikinet bei Bene "eher nicht wirken würde".
Tja, das Gegenteil ist passiert. Medikinet wirkt bei Bene (für ein Kind frühkindlichem Autismus) ungewöhnlich gut ...
Worum geht es bei euch? Bei uns hohe Unruhe und Impulsivität, aber keine Aggression ...
Auch seine "Tics" wurden durch Medikinet viel schwächer , waren wohl eher Stereotypien ;)
LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

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Re: Erfahrungen mit Risperidon ?

Beitragvon Friedafritz » 09.05.2019, 21:01

Hallo,

Fritz verletzt sich oft selbst, ist sehr unruhig, nestelt ständig irgendwo (an sich) rum.
Das größte Problem: Wenn er etwas nicht will (oder gerade DOCH) wird er extrem „bockig“, legt sich auf den Boden, schreit , schlägt um sich und Dinge kaputt. Er klammert sich irgendwo fest, gerne an unserem Bein, welches er dann fast bricht... Sehr schmerzhaft...
Auch schulisch ist mehr drin als er jetzt abrufen kann. Er steht sich selbst im Weg.

Alles erst aufgetreten nachdem wir das Levetiracetam ausgeschlichen hatten. Das hat vieles an Verhaltensbesonderheiten und Schlafstörungen unterdrückt.

Nachdem die Schule heute mitteilte, das er im Unterricht fast einschläft, haben wir ab heute das Risperidon abends gegeben.

Ich hoffe halt immer noch, das diese Nebenwirkungen nur vorübergehend sind.
Die Ärztin sagte, nach ca. 3 Wochen sollte sich die Wirkung zeigen, solange testen wir jetzt auch und kucken ob die NW weggehen/ weniger werden.

Wie war das bei euch unter dem Medikament ? Wird das nach einigen Wochen besser ?

Danke euch erstmal.
Viele Grüße, Frieda

mit Fritz (3/11) ohne Diagnose ,mit Syndromverdacht, leichte Gesichtsdysmorphien, Muskelhypotonie, Wahrnehmungsstörungen, läuft wackelig mit Orthesen, keine Sprache aber gutes Sprachverständnis, Epilepsie und der liebe, schlingelige Sonnenschein in unserer Familie...
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Re: Erfahrungen mit Risperidon ?

Beitragvon Angela77 » 10.05.2019, 21:11

Hallo Frieda,
dann ist die Ausgangslage ja etwas anders als bei uns.
Warum seid ihr mit dem Leve raus bzw. was habt ihr jetzt für die Epilepsie drin?
Mit Risperidon habe ich keine Erfahrung ...
Liebe Grüße
Angie
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Re: Erfahrungen mit Risperidon ?

Beitragvon Friedafritz » 11.05.2019, 18:53

Hallo Angie,

weil das EEG seit 4 Jahren immer „sauber“ war, keine Anfallsbereitschaft zu erkennen.

Laut Neurologin verwächst sich die Epilepsie oft, so wollen wir es jetzt ohne Medi versuchen.
Natürlich unter enger Kontrolle.
Viele Grüße, Frieda

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Re: Erfahrungen mit Risperidon ?

Beitragvon Angela77 » 12.05.2019, 14:42

Hallo Frieda,
da hat eure Neurologin sicher recht.
Aber wenn die Antiepileptika einen guten Einfluss auf die Verhaltensproblematik hatten (und ihr das anderweitig nur mitmehr Nebenwirkungen erreichen könnte) würde ich mittel bis langfristig gemeinsam mit der der Neurologin überlegen, ob man ggf. die AE wieder reinnimmt .... Einfach auf dem Schirm haben :wink:
LG
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Re: Erfahrungen mit Risperidon ?

Beitragvon Friedafritz » 12.05.2019, 20:16

Hallo Angie,

aber die Antiepileptika haben ja auch (Langzeit-)Nebenwirkungen z.B. Osteophenie/ Osteoporose u. a. ...
Das ist wieder wie mit Pest und Cholera...

Ich hoffe im Moment, das das nur anfängliche Schwierigkeiten sind.
Grundsätzlich hast du sicher recht, aber eigentlich hoffe ich, das unter einem Neuroleptikum die Erziehung leichter möglich ist/ besser ankommt und wir irgendwann kein Medi mehr brauchen.
Er muss ja sowohl mit seiner Leber als auch mit seinen Knochen noch eine Weile auskommen, wir versuchen die Medikamente deshalb so gering wie möglich zu halten.
Viele Grüße, Frieda

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Re: Erfahrungen mit Risperidon ?

Beitragvon Angela77 » 13.05.2019, 09:06

Hallo Frieda,
da hast du natürlich auch recht!
LG
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Lisaneu
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Re: Erfahrungen mit Risperidon ?

Beitragvon Lisaneu » 16.07.2019, 14:11

Hallo Friedafritz,
unser SPZ wollte wegen des ungünstigen Nebenwirkungspotenzials von Risperdion UNBEDINGT ZUERST Ritalin bzw. Medikinet probieren, obwohl man vermutete, dass Medikinet bei Bene "eher nicht wirken würde".
Tja, das Gegenteil ist passiert. Medikinet wirkt bei Bene (für ein Kind frühkindlichem Autismus) ungewöhnlich gut ...
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Auch seine "Tics" wurden durch Medikinet viel schwächer , waren wohl eher Stereotypien ;)
LG
Angie

Anscheinend reagiert wirklich jeder Organismus anders auf Medikamente. Bei meinem älteren Sohn hatte Ritalin gar keine Wirkung und Ritalin LA hatte sehr schlimme Nebenwirkungen (totale Apathie, Desinteress an allem, Appetitlosigkeit, Gedanken ans sterben... :cry: ).

Risperidon haben wir bei Alexander ausprobiert. Anfangs hat man bei geringer Dosierung auch keine Wirkung bemerkt, aber nachdem unser KJP die Dosierung erhöht hat (auf 1x täglich 1ml) ist eine deutliche Besserung erkennbar. Alexander steigert sich nicht mehr so oft in Wutanfälle hinein und es eskaliert seltener in einem Meltdown. Er hat ETWAS mehr Schlafbedürfnis (statt 8,5 Stunden jetzt 9,5 Stunden), und ist tagsüber wacher und besser gelaunt. Nebenwirkungen bemerke ich bei ihm überhaupt keine, weder Wesensveränderung noch Gewichtszunahme, keine Kopfschmerzen, kein Parkinsonismus, keine zusätzlichen Tics (das Kopfzucken hat er schon seit Jahren, das ist immer noch da),...
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)


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