Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

Moderator: Moderatorengruppe

Larissa7
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 65
Registriert: 24.10.2014, 11:56
Wohnort: Raum Stuttgart

Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon Larissa7 » 09.04.2019, 00:33

Hallo zusammen,

mir ist gerade so zum Weinen zumute, ich bin fix und fertig :cry:

Ich Brauche Eure Hilfe und schlaue Tipps. :)
Habe heute einen Streit mit meinem Mann gehabt. Nach fast sieben Jahren seit der Geburt unseres Kindes ist mir klar geworden, dass ich alles: Haushalt, Einkäufe,Termine, die das Kind betreffen,Therapien, Umzug, Urlaub, Hilfsmittel, Krankenkasse, Freizeit mit Kind etc. alleine organisieren und managen muss ganz nebenbei :( :( sozusagen, während ich das Kind, welches KIta nicht besucht, den ganzen Tag pflegen und betreuen muss, jede Nacht ganz Ohr sein muss und oft zum Kind aufstehen muss. Ich habe mir vor einigen Jahren erkämpfen müssen, dass mein Mann nach seiner Arbeit auch ein Paar Stunden alleine mit Kind verbringt und am WE und während seinem Urlaub nicht nur er Freizeit hat, sondern auch ich. Davor war es für ihn selbstverständlich, dass er arbeitet und Geld verdient und ich soll für Kind und alles Andere, oben Genannte zuständig sein. Wi haben viele Diskussionen diesbezüglich gehabt, er wollte nicht helfen und nicht verstehen, dass nicht nur ich Tag und Nachts für unser Kind da sein muss und Verantwortung übernehmen muss, sondern auch er. Das ist sehr hart..
Seit ein Paar Jahren hilft er mir schon mehr mit Kind und macht ein wenig was im Haushalt, aber als ich heute gesagt habe, dass wir uns mal abwechseln sollen: eine Nacht steh ich zum Kind auf, wenn er uns mal bracht, eine Nacht er (ist nicht jede Nacht so, aber immer mal wieder, manchmal jede Nacht schläft er sehr unruhig wochenlang, war mein Mann außer sich und gerufen: wozu brauche ich denn dich dann? Du willst nur noch mehr Hilfe. Sowas habe ich von ihm schon einmal gehört, danach wollte ich mich nur noch scheiden lassen...Irgendwie haben wir uns dann doch vesöhnt.. Seit sieben Jahren habe ich das alleine gemacht, habe mir gedacht: er muss doch früh zur Arbeit und er hat mir nie gesagt: heute Nacht stehe ich mal auf zum Kind. Ich musste zwar nicht zur Arbeit, aber funktionieren musste ich jeden Tag, tagsüber ausschlafen war nie möglich, auch wenn ich mal kurz krank war habe ich mir höchstens einen Tag Erholung gegönnt..Ich habe mich einfach jetzt ausgepowert, habe gedacht, ich schaff das alles schon. Aber auf Dauer ging es doch nicht. Und jetzt habe ich "Frechheit" wie mein Mann sagt, weil ich jede zweite Nacht einfach ruhig schlafen will. Ich habe den Eindruck, dass er denkt, dass alles wie vorher funktionieren muss. Was denkt Ihr, was soll ich nur machen, ich will nur noch wegrennen, es tut weh sowas anzuhören..Ich will aber meinem Kind das nicht antun, dass ich und mein Mann uns trennen, ich fürchte, dass es danach nur noch mehr Stress geben wird und wahrscheinlich insgesamt nicht leichter. Was denkt Ihr?

Liebe Grüße
Larissa

Werbung
 
Beate139
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 149
Registriert: 18.07.2018, 19:40
Wohnort: Schleswig-Holstein

Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon Beate139 » 09.04.2019, 06:22

Hallo Larissa,

im ersten Moment dachte ich, das du dir Hilfe holen könntest. Stundenweise, damit du einfach mal ein wenig entspannen oder schlafen oder nichts-tun oder ... irgendwas tun könntest, worauf du Lust hast und was mit Kind nicht möglich ist.
Ich kann deinen Mann indirekt schon verstehen, wenn er arbeitet, ists schwer, dann auch noch nachts ständig wach zu sein. Dann ist er auf der Arbeit hundemüde, was ihm sicherlich keine Pluspunkte beim Chef einbringt. Ihn so ganz aus der Verantwortung heraus nehmen solltest du ihn aber auch nicht. Also würde ich an deiner Stelle nach einem Babysitter Ausschau halten, den er dann bezahlen sollte.

An Trennung würde ich am allerwenigsten denken, aber Zeit für dich sollte dir schon zustehen

MiriamP
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3252
Registriert: 08.07.2006, 21:38
Wohnort: Kamen

Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon MiriamP » 09.04.2019, 06:32

Hallo Larissa,

wenn ich das richtig verstehe, ist dein Mann Alleinverdiener. Er bringt das Geld, was ihr benötigt, rein.
Dann finde ich es auch enorm wichtig, dass er Nachts ordentlich schläft. Je nachdem, was für einen Job er hat, kann Müdigkeit gefährlich sein - denk nur mal an einen Busfahrer, der während seines Dienstes am Steuer einschläft. Auch wenn er nicht Busfahrer ist, ist Müdigkeit auf Dauer nichts, was sich mit einem Job kombinieren lässt.
Du schreibst, dass dein Kind fast 7 Jahre alt ist. Geht er dann nicht in die Schule? Du schreibst, dass er nicht in den Kiga geht - warum eigentlich nicht?
Was musst du denn Nachts machen, wenn dein Kind ruft?

Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass es alles für dich unheimlich anstrengend und stressig ist, aber glaubst du, dass du als alleinerziehende Mutti nach Scheidung mehr Zeit und weniger Aufgaben hättest? Ich glaube nicht!

Und ja, solche Diskussionen gibt es wohl in jeder Familie. Zumindest kenne ich diese und mir half es immer, mich in meinen Mann hinein zu versetzen.
Was ist denn mit Verhinderungspflege? Die könntest du doch auch nutzen, um dir mehr Zeit für dich zu "erkaufen".

bellsaskia
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 333
Registriert: 12.09.2013, 10:37

Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon bellsaskia » 09.04.2019, 07:00

Guten Morgen Larissa,

Also wirklich, so eine Frechheit! Du möchtest schlafen ??? Also wo kommen wir denn da hin ? Also so geht das nicht! :lol: :wink:
*Ironie aus* Sorry!

Hast du schon mal an eine Mutter-Kind Kur gedacht, Um wieder zu kräften zu kommen ?

Also irgendwie sehe ich das anders als meine vorschreiberinnen. Ja dein Mann ist Alleinverdiener und benötigt seinen Schlaf. Aber es ist doch auch sein Kind? Was spricht denn dagegen, Wenn er ab und zu mal nachts nach seinem Kind guckt ?

Wenn die Nacht sehr anstrengend war und du wenig geschlafen hast, ist auch der Tag für dich anstrengend. Und du musst noch auf euer Kind aufpassen. Ich weiss nicht was dein Kind hat und ob so eine Situation nicht gefährlich werden könnte.

Hast du einfach mal Abends, Wenn dein Mann zuhause ist, gesagt ich bin mal kurz weg hast halt was vergessen und benötigst das dringend und er musste aufpassen. Ist das Essen fertig gekocht wenn dein Mann von der Arbeit heim kommt ? Schon mal dran gedacht, einfach nicht zu kochen weil die Nacht & der Tag so anstrengend war und du dich nicht aufteilen kannst ? Dann kann er ja wählen, entweder Kind oder kochen.

Vielleicht geht dein Mann ja auf einen Kompromiss ein. Er ist am Wochende für die Nächte zuständig. So hat er in der Woche seinen Schlaf. Wobei ich ja auch deinen Schlaf für genauso wichtig halte! Nur weil dein Mann arbeitet, ist sein Schlaf nicht wichtiger. Ja er bringt Geld heim ? Na und ? Sind die Zeiten, dass Mütter die zu Hause bleiben, faul sind nicht längst vorbei ?

Da du an eine räumlich Trennung denkst, gibt's die Möglichkeit entfernte Verwandte oder Freunde zu besuchen ? Vielleicht würde euch ja auch ein Gespräch mit einem Therapeuten helfen, damit die Gespräche über das Thema nicht so negativ enden.

Alles gute für dich! Ich hoffe ihr findet eine Lösung, die eure Bedürfnisse berücksichtigt.

LG

Steffi & Alexander So
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 231
Registriert: 23.10.2009, 09:31
Wohnort: Oberfranken

Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon Steffi & Alexander So » 09.04.2019, 07:19

Guten Morgen Larissa,

Deine Erzählung kommt mir so bekannt vor.

Ich würde auch vorschlagen dass du dir Unterstützung holst damit du ein paar Stunden in der Woche entspannen kannst. Warum geht dein Kind noch nicht in eine Einrichtung?

Ich habe mich vor Jahren dann von meinem Mann getrennt, und habe das alles alleine weiter gemacht. Ich war gelöster und musste mir keine blöden Sprüche mehr anhören (andere haben einen Kaufzwang, und du brauchst ständig neue Hilfsmittel, o-Ton)

Wie ist das Verhältnis von deinem Kind zum Vater? Freut es sich wenn Papa von der Arbeit kommt?

Ich habe meinem Mann dann irgendwann mal vorgeschlagen dass er 1 Tag/Nacht meinen Job übernimmt, mit allem was dazugehört. Er hat 8 Stunden durchgehalten, dann hat er aufgegeben.
Jetzt hat er seinen Sohn jedes WE für 2 Std. und den Rest kümmere ich mich.

Mein Ex ist erleichtert dass ich Ihm die Entscheidung abgenommen habe, da er nur aus Pflichtbewusstsein bei uns geblieben ist. So wollte ich dann doch nicht mein Leben verbringen.

Alles Gute für euch, und höre auf deinen Bauch
Liebe Grüße Steffi
___________
du kannst kein neues Leben anfangen,
aber täglich einen neuen Tag

Steffi (08/82) mit Alexander (04/08), ICP, Entwicklungsverzögerung, Hydrocephalus (vers. mit VP-Shunt), Tetraspastik, Harnblasendiverdikel, Epilepsie, neurogene Blase, chronisches Lungenempyem

NicoleWW
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1331
Registriert: 11.05.2012, 16:13
Wohnort: Hülben

Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon NicoleWW » 09.04.2019, 07:38

Hallo,

ich halte das jetzt erst mal für normal, dass Du für all das zuständig bist, wenn dein Mann der Alleinverdiener ist.
An den Wochenenden fordere ich auf jeden Fall mithilfe und und unter der Woche wenn mein Mann da ist auch, nachts ist bei uns was anderes da mein Mann eh die halbe Nacht wach ist, so musste auch er mal schauen. Die Einstellung deines Mannes ist schon etwas komisch wenn so Sätze kommen wie "für was brauche ich dich dann überhaupt". Für manche Männer ist es sehr Augen öffnent wenn sie mal 2-3 Tage alleine mit dem Kind sein müssen (zB ein Wochenende, oder im Urlaub) und sehen was das bedeutet , es ist allerdings auch keine Garantie dass das funktioniert und danach mehr Verständnis da ist.

Ansonsten sorge ich dafür dass ich unter der Woche meine Auszeiten haben und wenn es gar nicht anders geht ist halt der Haushalt nicht so toll gemacht. Ich habe meine Kleinen viel früher in den Kindergarten wie ich eigentlich wollte, so war ich wenigstens die vormittage ohne Kinder, habe den Ganztag genutzt und die Kernzeit der Grundschule so musste ich nicht jeden Mittag Essen auf dem Tisch haben usw, also alles Dinge die ohne meinen Mann (er musste nur die Mehrkosten tragen) funktionierten.

Verhinderungspflege, Entlastungsleistungen können helfen, in manchen Fällen auch das Jugendamt.

Vielleicht kannst du ihm vorschlagen dass er die Nacht von Samstag auf Sonntag übernimmt, jede zweite Nacht ist vielleicht wirklich keine so gute Idee, wenn er arbeiten muss, ja auch wir Mütter müssen funktionieren, aber wenn du so ko bist, dann lass den Haushalt mal liegen und häng auf dem Sofa ab während dein Kind daneben spielt, dann ist der Haushalt halt mal nicht gemacht.

Du musst eine Lösung für dich finden, und so wie das klingt hauptsächlich ohne deinen Mann (also ohne mehr Hilfe), denn du wirst diese Einstellung so schnell nicht ändern. Was Trennung angeht, Trennung ist immer blöd, vorallem auch für die Kinder aber wenn es zwischen den Eltern gar nicht funktioniert und ein Partner überhaupt kein Verständinis für den anderen hat, dann kann das auf Dauer nicht gut gehen und das schadet den Kindern dann auch (die merken das). Du musst für dich überlegen ob du mit dem was dein Mann sagt und denkt und wie er sich dir gegenüber verhält auf Dauer leben kannst und auch ob du Kraft genug für eine Scheidung hast, denn ich glaube kaum dass dein Mann das so einfach hinnehmen wird. Vermutlich wäre die bessere Lösung du suchst einen Weg mit deinem Mann weiter zusammen zu leben, einen Weg der für dich ok ist wenn es da keine Lösung gibt, wird es zusammen schwierig, also wenn zB dein Mann darauf besteht dass alles so weiter läuft wie bisher dass du alles zu 100% in allen Bereichen leistet, er keinerlei Abstriche akzeptiert zB nicht ganz so ordentlicher Haushalt, weniger Eheleben (wenn das überhaupt ein Thema ist), weniger Planung für den Urlaub (ich weiß nicht genau was du mit Urlaub meinst) usw.

Liebe Grüße
Nicole
Nicole (70, Morbus Bechterew, Asthma) mit

J.M. (92)
J.C. (93)
J.E. (95, ADHS, E80.4)
A.M. (04, F93.3, F98.8, F81,1)
S.F. (04,F84.5, F98.8, J30.3, E80.4, J45.0)
V.L. (07, J45.1, F98.0)
J.K. (07, F84.5, F98.0)

Marielouisa
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 90
Registriert: 28.02.2013, 20:50

Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon Marielouisa » 09.04.2019, 08:02

Liebe Larissa,

fühl' dich mal durch das Netz gedrückt, wenn du möchtest. Deine Enttäuschung und Frustration ist durch deine Zeilen deutlich zu spüren, ebenso deine Zerrissenheit.

Ich bin nicht der Meinung, dass du für ALLES zuständig sein solltest, nur, weil dein Mann das ganze Geld nach Hause bringt. Aufgerechnet arbeitest du vermutlich mehr als er. Für mich ist die Kindererziehung und -betreuung dein Job (den du schon mehr als 8 Stunden betreibst), der Rest müsste 50/50 aufgeteilt werden.
Außer natürlich, dein Mann schiebt 12-Stunden-Schichten, dann wäre es vielleicht etwas anderes, aber so klingt es jetzt gerade für mich nicht.

Mal an meine Vorschreiberinnen: Warum soll der Mann für seinen Job ausgeschlafen sein, Larissa aber nicht? Wenn er tagsüber mit Erwachsenen arbeitet, vielleicht in der Kantine isst, eine Kaffeepause macht und vielleicht sogar Spaß an seinem Job hat, ist er wesentlich weniger gefordert als Larissa. Ich kenne viele Eltern, vor allem Mütter, die nach einer Babypause den Job als Erholung erleben, weil es viel entspannter ist als die Kinderbetreuung.

So, wie es sich für mich liest, fühlst du, Larissa, dich nicht gewertschätzt in dem, was du tust, und fragst dich, warum er dir keine einzige ruhige Nacht "gönnt". Quasi als Gefallen und als Liebesdienst. Eigentlich würde ich von einem Partner auch erwarten, dass er um mein seelisches und körperliches Wohl besorgt ist.
Tipps kamen hier schon genug (Babysitter, Kur), dazu habe ich nichts zu ergänzen. Aber ich wollte dir doch mein Mitgefühl ausdrücken.

Liebe Grüße,
Marielouisa
Rehabilitations- und Integrationslehrerin (Förderpädagogin)

Benutzeravatar
Andrea5
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 5276
Registriert: 12.10.2006, 10:47

Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon Andrea5 » 09.04.2019, 10:24

Hallo Larissa,

ich kann dich schon verstehen. Und eigentlich brauchst Ihr beide ja euren Schlaf. Und das ist schwierig unter einem Hut zu kriegen.

Als Ben noch kleiner war, hatte er über lange Zeit Schlafstörungen gehabt. Entweder ist er um 20 Uhr eingeschlafen und wachte zwischen 3 und 4 Uhr morgens auf und wollte beschäftigt werden oder schlief erst weit nach Mitternacht ein. Und für dieses Problem war jahrelang mehr oder weniger alleine zuständig. Mein Mann arbeitete im Schichtdienst rund um die Uhr, am Wochenende waren 12 Stunden-Schichten angesagt entweder Früh oder Nachtschicht. Und das meistens alle 14 Tage, da auch noch vier Wochen mindestens im Jahr Überstunden angesagt waren. Sicher mein Mann unterstützte mich, stand auch auf wenn Ben mal wieder wach wurde. Damit ich mal durchschlafen konnte. Ich hatte eher Unterstützung unter der Woche als am Wochenende. 12 Stunden am Wochenende sind ein hartes Brot. In Prinzip war mein Mann genauso fertig wie ich auch. Und ich arbeitete auch noch so um die 20 Stunden in der Woche auf drei Tage verteilt. Ben ging in den Kindergarten ganztags. Aber da war auch noch der Große, Jan und der brauchte auch damals noch Unterstützung bei den Hausaufgaben. Und ich hatte ja auch wie du den ganzen restlichen Wahnsinn wie Haushalt (Mann half dort aber mit), Therapiebesuche (nahm mir mein Mann auch ein Teil ab, wenn er Zeit hatte). Aber der Rest blieb komplett an mir hängen. Ich konnte von meinem Mann nicht erwarten, dass er mir jede zweite Nacht das Kind abnahm. Der kam manchmal nach Hause, wo ich den Eindruck hatte, gleich schläft er im Stehen ein. Wir waren insgesamt über eine längere Zeit eine unausgeschlafene Familie, auch Jan.


Andere Tipps hast du schon bekommen. Vielleicht wäre eine Option, dein Kind in Kurzzeitpflege zu geben. Kuck mal hier rein:

https://www.kinderpflegenetzwerk.de/de/ ... adressform

LG Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD), Legasthenie mit kormobide AVWS
/Ben 01/04 KISS(KIDD)2 Jahre blockadefrei , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, expressive Sprachstörung , Hyperakusis
"WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT" (von Peter Thorwarth)

RikemitSohn
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 679
Registriert: 20.09.2015, 23:25

Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon RikemitSohn » 09.04.2019, 10:34

Hallo,

ich bin gerade sprachlos, wie hier für Larissas Mann von Frauen Unterstützung kommt. Wir leben nicht mehr in den fünfziger Jahren. Kinder und alle damit anfallenden Pflichten sind ein Gémeinschaftsprojekt. Alle Aufgaben werden geteilt. Jeder darf mal schlafen und jeder darf mal seine Freizeit für sich gestalten. Ausserdem sollten Väter auch gerne Zeit mit ihren Kindern verbringen und nicht nur um die Mutter zu entlasten.
Larissa, ich kann dein Entsetzen und deinen Frust über solche Aussagen gut verstehen. Das ist tief verletztend. Nach meiner Meinung geht es da auch nicht nur um die mangelnde Hilfe, sondern solche Aussage geben einem das Gefühl von Lieblosigkeit. Zu recht fragst du dich, ob deinem Mann dein Wohl überhaupt noch etwas Wert ist. Du solltest dir Unterstützung holen und vielleicht gemeinsame Gespräche unter Anleitung führen. So könnt ihr herausbekommen, ob und wie es weitergehen kann.
Aktuell finde ich die Idee von Abstand gut, wenn du jemanden hast, der euch beide aufnehmen kann.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

Werbung
 
Sascha11
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 169
Registriert: 04.01.2014, 10:42

Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon Sascha11 » 09.04.2019, 10:48

Hallo,
eine Diskussion, die sicher viele hier kennen.
Vom Grundsatz finde ich schon, dass man das meiste alleine machen muss, wenn man zu Hause ist und der Mann Alleinverdiener.
Gerade bei behinderten und mehreren Kindern wächst sich das zu einem wirklichen zusätzlichen Job aus.
Das grundsätzliche Problem liegt finde ich in der Anerkennung. Diese Tätigkeiten zählen einfach viel weniger als Erwerbsarbeit.
Das ist fest in der Gesellschaft verankert und mindestens unterbewusst auch bei alleinverdienenden Männern.
Dennoch geht es mir hier nur um die Anerkennung. Ich selbst bin ehrlich: Ich könnte nicht Vollzeit arbeiten (kein Büro!) und dann noch den Rest des Tages Kinder versorgen und nachts nicht schlafen. Ich finde schon man hat mehr Möglichkeiten wenn man zu Hause ist zu schieben. Dann bleibt der Haushalt liegen, die Küche kalt oder man legt sich hin wenn das Kind schläft oder anderweitig betreut wird.
Ich finde also nicht dass du unter der Woche viel Beteiligung (vielleicht ein paar feste Posten wie Geschichte vorlesen, 30min spielen o.ä.) erwarten kannst im Sinne von Veratwortung teilen. Nachts abwechseln finde ich nicht praktikabel. Am Wochenende jeder einen Tag - das sollte drin sein.
Ich habe jedenfalls auch nach 7 Jahren gemerkt, dass es keinen Sinn macht etwas bzw. mehr von meinem Mann zu fordern. Er ist dann einfach überfordert, hat miserable Laune, wir anfälliger für gesundheitliche Beschwerden. Alles nichts was mich weiterbringt.
Wenn mir alles "zu bunt" wird zu Hause werde ich auch mehr arbeiten und das Geld wird größtenteils postwendend in putzfrau und betreuung umgesetzt. Das ist eine Option. Ansonsten bleibt nur sich anders zu organisieren und Entlastung zu haben. Ich nutze die Verhinderungspflege nahezu voll. Auch der Entlastungsbeitrag geht für Ferienbetreuung drauf. Wir lassen uns morgens Brötchen bringen (kaum teurer als selbst holen), haben eine kleine Hilfe für den Garten. Für Routinearzttermine könnte ich mir vorstellen langfristig eine VHP Kraft zu nehmen. Bei schwierigen Terminen könnte man eine Begleitung bekommen.

Und nicht zuletzt finde ich schon dass auch eingeschränkte Kinder (ich weiß nicht was dein Kind hat) irgendwann etwas pflegeleichter werden sollten. Es ist ja kein Zustand 7 Jahre lang nicht zu schlafen. Hier muss nach einer Lösung gesucht werden. Notfalls mediakmentös oder erstmal natürlich über eine Therapie.

Ich habe den Eidnruck du schulterst zu viel und wirst daran zerbechen. Nur ich denke du musst viele Lösungen selbst finden.

LG sascha
Bieni 2/ 15:
entwicklungsverzögert, hypoton, Mikrozephalie, Esstherapie bisher erfolglos und daher nur flüssige Kost, bisher kein sprechen
PG 3/ GdB 80 H


Zurück zu „Familienleben“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Regina Regenbogen und 1 Gast