Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Sascha11
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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon Sascha11 » 12.04.2019, 08:31

Ich hatte auch bei alldem einfach eure Ehe im Blick. Ich verstehe deine Haltung nun, aber ich fürchte einfach, dass dieses viele gegenseitige Abfordern von Hilfe für eure Beziehung nicht gut ist. Ihr leistet mehr als normale Eltern. Ich würde einfach in Erwägung ziehen, dass dein Mann nicht mehr leisten kann/will. Zwingst du ihn, kann es die Situation noch verschärfen.
Letztlich wird fürchte ich einfach die Ehe dabei drauf gehen und alleine verantwortlich dann zu sein ist sicher nochmal heftiger.
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Alexandra2014
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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon Alexandra2014 » 12.04.2019, 09:06

Mit dem Schlafverhalten meines Sohnes ist es aktuell so, dass er meistens ein Paar Mal nachts aufwacht und nörgelt, will berührt, angesprochen und umgearmt zu werden oder aus seinem Lagerungskissen, in welchem er wegen seiner Problemhüfte schlafen muss, einfach raus. Anstrengend ist es nicht, wenn man sofort danach einschlafen kann, wie mein Mann, ich kann es nicht immer. Ab und zu gibts Phasen wochenlang, dass der Kleine bis zu 5 Mal pro Nacht aufwacht, besonders wenn er erkältet ist, will er noch trinken. Alles im Rahmen, so die Ärzte, Therapie wegen Schlafstörung wurde nicht empfohlen.

LG Larissa
Schläft er allein in seinem Zimmer?
Und natürlich ist es eine „Schlafstörung“, wenn ein Kind in dem Alter fünf Mal in der Nacht wach wird. Frag euren Kinderarzt mal nach Slenyto. Das ist nur Melatonin, das der Körper sonst eigentlich selbst bildet. In manchen Fällen, insbesondere bei behinderten Kindern, kann es sein, dass der Körper nicht genug davon bildet und es deshalb zu Schlafstörungen kommt. Es hat auch keine Nebenwirkungen, macht nicht abhängig. Einen Versuch wäre es wert, denke ich!

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Ayden
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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon Ayden » 13.04.2019, 23:00

Liebe Larissa,

aus eigener Erfahrung würde ich Dir raten, nie mit irgendjemandem unter Schlafentzug zu diskutieren. Da wird man - zumindest geht es mir dann so - gerne einmal aus der kompletten Erschöpfung heraus ungerecht und das hilft wenig und niemandem.

Egal, wie: Genug Schlaf müsst ihr beide, Du und Dein Mann, bekommen!

Einige Anregungen habt Ihr ja schon bekommen. Hier noch ein paar mehr:

- Au pair?
- Freiwilliges soziales Jahre, jemand der bei Euch einziehen könnte?
So jemanden könntet ihr anlernen.

- Mag Euer Sohn Tiere? Und ginge das überhaupt ? So eine Hundeschnauze kann für kuschelbedürftige kleine Kinder ganz schön beruhigend wirken - und dann erst ein sanft vor sich hinschnarchendes Hündchen im Bett an das man sich ankuscheln kann (ich weiß, das geht erzieherisch natürlich gar nicht!!! ÜÜÜÜ)
- Stundenweise angelernte `HilfsOma` - so hatten wir es bei unserer Kleinen gemacht, als sie noch überhaupt nicht fit war (ihr fehlte ja bis zum 3. Lebensjahr mangel Diagnose das komplette Cortison). Dabei haben wir uns einfach eine liebe, nette (nicht vom Fach) ausgesucht, keine akademische Vorbildung, und sind damit gut gefahren, als ich nach 3 Monaten wieder arbeiten musste. Wenn etwas war, konnte sie mich direkt anrufen. Das wäre bei Euch ja noch leicchter, wenn Du nebenan schliefst. Das kostet dann auch nicht die Welt. Auch größere Nachbarkinder können manchmal sehr patent sein.

Das mit dem Nachtschlaf kenne ich nur zu gut. Mein Mann und ich, wir arbeiten beide. Und wir haben es uns zur Regel gemacht, dass der/diejenige der/die vor Erschöpfung nicht mehr kann, nicht anfängt, Forderungen zu stellen/zu diskutieren, damit nicht zu viele verbale Verletzungen `die Runde machen`. Allerdings merken wir auch, wenn wir gar nicht mehr können. Und bestimmte Aufgaben kann ich (aus fachlichen Gründen) im Fall der Fälle leider auch gar nicht delegieren.....da ist der Nachtschlaf manchmal dann wirklich sehr kurz oder nicht da.

Medizinisch gesehen kann man den Nachtschlaf übrigens `aufholen´, wenn man innerhalb einer Woche nachschläft. Deshalb schlafen wir an Wochenenden unglaublich viel.

Ich drücke Euch ganz doll die Daumen!!!!

LG, Ayden

Lisaneu
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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon Lisaneu » 14.04.2019, 12:35

@Ayden: wir haben in der heftigsten Zeit mit den Jung auch an Wochenenden "ich Schichten" geschlafen. Und mein Mann hat sich, als ich Vollzeit gearbeitete habe, mit dem Kleinen (damals 1,2 Jahre) zum Mittagsschlaf mit hingelegt, als der Große (knapp 3) im Kindergarten war.

@Larissa: Ich verstehe voll und ganz dass die Situation für dich belastend ist und du mehr Schlaf benötigen würdest. Nur ist dein Mann derjenige, der ohnehin mit dir meistens an einem Strang zieht. Daher verstehe ich nicht ganz, warum deine "Lösung" vorsieht, dass er statt dir auf den Schlaf verzichtet.

Männer sprechen nur sehr ungern aus, wenn ihnen etwas zu viel wird. Sie denken oft nicht mal so viel nach, dass sie es benennen können (sorry an alle Männer, die hier mitlesen, aber das entspricht meiner Beobachtung), aber sie SPÜREN wenn etwas über ihre persönlichen Grenzen geht, und lehnen es daher ab - oft ohne genauer Begründung. Du schreibst, dein Mann würde sofort wieder einschlafen können, nachdem er in der Nacht geweckt worden ist, du aber nicht. Selbst wenn dem wirklich so ist leidet die Schlafqualität gewaltig, vor allem dann, wenn man wiederholt aus der Tiefschlafphase geweckt wird. Daher würde ich die Ablehnung deines Mannes, die "Nachtschichten" zu übernehmen, nicht als persönlichen Angriff gegen dich und deine Bedürfnisse sehen, sondern als Abgrenzung auf Grund des eigenen Gefühls und der eigenen Belastungsgrenze. Auch, wenn Männer WISSEN, dass ihnen dieses oder jenes "zu viel" ist, kommunizieren sie es oft nicht. Einerseits gestehen sie ungern Schwächen ein und andererseits wollen sie oft auch nicht, dass die Ehefrau das "Meinem Mann ist es zu viel,...." mit Freundinnen und Bekannten zum Thema macht. Da können sie oft noch eher damit leben, der "unwillige" oder "nicht empathische" Typ zu sein, der eben nicht auf das einsteigt, was die Partnerin von ihm will...

Bei uns war und ist die Lösung sicher nicht ideal, aber machbar. Mein Mann schläft mit unserem jüngeren Sohn in einem Bett (ein) und irgenwann mal, während der Nacht (zwischen 2h und 6h), kommt dieser Sohn dann zu mir gewandert, die ich mit dem älteren Bruder im Zimmer schlafe, und legt sich zu mir ins (Einzel-) Bett dazu. In der Zeit, wo man gemeinsam mit dem Kind im Bett schläft, passen sich nämlich die Tief- und Leichtschafphasen instinktiv gegenseitig an. Sprich: wenn das Kind unruhig wird, zappelt und im Halbschlaf um sich schlägt, kommt auch der daneben schlafende Erwachsene raus aus der Tiefschlaf-Phase. Und da genügt oft nur eine Umarmung, ein Griff nach der Hand, und schon wird weiter geschlafen. Wenn hingegen das Kind im eigenen Zimmer wach wird muss es sich erst mal bemerkbar machen, der Erwachsene muss raus, egal wie tief er geschlafen hat, und dann muss das Kind erst mal wieder "runter kommen" um wieder einschlafen zu können, was dem Erwachsenen dann nicht immer möglich ist. So gesehen sind wir mittlerweile zum Schluss gekommen, dass "Alexander im Elternbett" für mehr Ruhe sorgt als "Alexander im eigenen Bett/Zimmer". Insgesamt wird Alex pro Nacht 3-5x wach und wenn da jedes Mal wer (egal wer von uns) erst aufstehen, Händchen halten, in-den-Schlaf-begleiten müsste, um DANN wieder ins eigene Bett zurückzukehren, wären wir vermutlich viel übermüdeter als wir es so sind.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

HeikeLeo
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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon HeikeLeo » 14.04.2019, 16:55

Liebe Larissa,

wir haben nur viele Jahre mit Familienbett überlebt. Das schläft sich nicht so gut, wie allein in einem Bett oder als Ehepaar, aber man kann ÜBERHAUPT schlafen. Gerade wie Lisa sagt - wenn das nähebedürftige Kind direkt daneben ist, muss man sich nicht erst aufquälen, sondern man dreht sich rum, deckt mal zu und jeder kann weiterschlafen. Das hatte ich schon in der Stillzeit so - dafür gibt es jetzt diese Bettbalkone.

Und wie Ayden schreibt: Wir haben hier auch mehrere Jahre mit Au-Pair-Mädchen als zusätzliche Unterstützung überlebt. Manchmal hat man mega-Glück, manchmal hat man auch Pech. Aber auf Au-Pair-Seiten suchen, ist beinahe wie in einem Katalog blättern.

Liebe Grüße
Heike

RikemitSohn
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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon RikemitSohn » 14.04.2019, 18:37

Hallo,

ich möchte mich doch noch einmal zu diesem Thema melden. Ihr sagt, dass der Mann von Larissa es nicht schafft sie nachts zu unterstützen. Er würde damit über seine Grenzen gehen und er achtet einfach auf sich. Das ist eigendlich richtig, da jeder Mensch auf sich achten sollte. Es gibt aber Situation, da muss man auch mal über seine Grenze gehen und besonders bei Kindern kommt das vor. Was passiert wenn auch Larissa sagt, dass sie nachts nicht mehr kann und nicht mehr aufstehen möchte? Wer übernimmt das kurzfristig oder hat Larissa als Mutter nicht das Recht auf ihre Grenzen?
Es geht mir nicht um dauerhafte Lösungen, denn die müssen her, wenn Larissa nicht umkippen möchte. Das wird bei einem so schwer kranken Kind aber nicht kurzfristig gehen. Larissa schrieb, dass es momentan durch Ausfall von Pflegekräften besonders schwer ist und ihr würde ein Teil der Nächte mit Schlaf gut tun. Sie hat nicht geschrieben, dass ihr Mann immer aufstehen soll.
Ich sehe bei beiden Elternteilen das gleiche Recht auf Ruhe. Wenn der Vater es tatsächlich von seinen Kräften nicht schaffen sollte, könnte er wenigstens bei der Suche nach Hilfe unterstützen.
Je weiter der Thread läuft, umso fordernder wird Larissa nach meinem Empfinden dargestellt.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

melly210
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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon melly210 » 14.04.2019, 21:34

Hallo,

ich möchte mich doch noch einmal zu diesem Thema melden. Ihr sagt, dass der Mann von Larissa es nicht schafft sie nachts zu unterstützen. Er würde damit über seine Grenzen gehen und er achtet einfach auf sich. Das ist eigendlich richtig, da jeder Mensch auf sich achten sollte. Es gibt aber Situation, da muss man auch mal über seine Grenze gehen und besonders bei Kindern kommt das vor. Was passiert wenn auch Larissa sagt, dass sie nachts nicht mehr kann und nicht mehr aufstehen möchte? Wer übernimmt das kurzfristig oder hat Larissa als Mutter nicht das Recht auf ihre Grenzen?
Es geht mir nicht um dauerhafte Lösungen, denn die müssen her, wenn Larissa nicht umkippen möchte. Das wird bei einem so schwer kranken Kind aber nicht kurzfristig gehen. Larissa schrieb, dass es momentan durch Ausfall von Pflegekräften besonders schwer ist und ihr würde ein Teil der Nächte mit Schlaf gut tun. Sie hat nicht geschrieben, dass ihr Mann immer aufstehen soll.
Ich sehe bei beiden Elternteilen das gleiche Recht auf Ruhe. Wenn der Vater es tatsächlich von seinen Kräften nicht schaffen sollte, könnte er wenigstens bei der Suche nach Hilfe unterstützen.
Je weiter der Thread läuft, umso fordernder wird Larissa nach meinem Empfinden dargestellt.

LG Rike
Sie hat gefordert, daß er jede zweite Nacht statt ihr die Nachtschicht übernimmt. Dh doch, sie fordert, daß er mit ihr gleichberechtigt aufstehen soll. Es wäre was anderes, wenn sie dies am Wochenende einfordert oder mal ausnahmsweise ein paar Mal unter der Woche weil sie besonders fertig ist, da ist es einzusehen und machbar, aber sie wollte das regelmäßig und unter der Woche, obwohl ihr Mann Vollzeit arbeitet.

Anjali
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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon Anjali » 15.04.2019, 07:20

Ob fordernd oder nicht, Larissas Lösungsvorschlag prallte offensichtlich an ihrem Mann ab.
Jetzt kann man sich entweder darüber schwarz ärgern oder weiter nach Alternativen suchen,
auf die sich beide Seiten einlassen wollen/können.
Sonst bleibt es halt beim Alten.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (18 Jahre / Asperger-Autist)

Emma5
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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon Emma5 » 15.04.2019, 13:19

Hallo Larissa,

ich habe zwei Kinder im Abstand von 1,5 Jahren. Das heißt, am Anfang musste ich jede Nacht mehrmals aufstehen und konnte irgendwann nicht mehr einschlafen. Irgendwann hat mein Mann selbst vorgeschlagen, dass er erstmal Nachts aufsteht. Am Anfang bin ich trotzdem immer aufgewacht aber nach ca. 1 Monat konnte ich weiterschlafen. Meinem Mann hat es nicht so viel ausgemacht, weil er bis dahin ja immer durch geschlafen hat. Nach ca. 3 Monaten konnte ich wieder besser schlafen. Das heißt es braucht einfach Zeit, bis man wieder normal schlafen kann.

Übrigens gehe ich selbst arbeiten und kann dazu nur sagen, dass ein Arbeitstag viel einfacher zu bewältigen ist als ein Tag mit Kindern. Kinder insbesondere behinderte oder kranke Kinder brauchen die Aufmerksamkeit einfach viel mehr und man kann einfach nichts vernünftig fertig machen, ohne dabei 10 mal unterbrochen zu werden. Dieser Zustand zermürbt total. Ich gehe viel lieber arbeiten als mit einem kranken Kind zuhause zu bleiben, aber ich bin die Mutter und bleib deswegen auch zuhause. Das heißt nicht, dass ich mein Kind nicht liebe. Es heißt nur, dass man für die Kinderbetreuung mehr Kraft und Nerven braucht, als für den Beruf.

Im Übrigen ist er der Vater der Kinder und kann sich genauso um sie kümmern wie du. Du kannst nach 8 Stunden Kinderbetreuung und Haushalt auch nicht sagen, dass du jetzt Feierabend hast.

Liebe Grüße
Emma
Tochter 7 Jahre mit Absence Epilepsie (Lamotrigin und Petnidan)

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GretchenM
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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon GretchenM » 15.04.2019, 14:44

Hallo,

mich erstaunt ehrlich, wie viele offenbar glauben, dass ein Arbeitstag außerhalb so viel anstrengender ist als das alltägliche ständige Kümmern um ein aufmerksamkeitintensives Kind...

Ich erlebe das mit meinem Kind echt anders. Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich, wäre ich gesund gewesen, doch besser früher meine Arbeit außerhalb haben hätte sollen -meinen Nerven geht es seit ich arbeiten gehen kann besser, selbst und gerade wenn mein Junior mal wieder mehr Aufmerksamkeit braucht. Übermüdet zuhause alles hinzubekommen und nicht depressiv zu werden ist in meinen Augen eine Kunst - außerhalb arbeiten ist übermüdet auch nicht toll, aber immerhin hat man dann einen festen Feierabend und kommt schlichtweg mal raus aus der ewig gleichen Umgebung im Hamsterrad.

Dem generellen: es ist nicht zumutbar nach einem Arbeitstag noch nachts aufzustehen kann ich nichts abgewinnen. Arbeit außerhalb muss keineswegs anstrengender als Arbeit zuhause, das stimmt so einfach nicht.

Außerdem ist für mich Arbeit um Geld zu verdienen nicht mehr wert als das Kümmern um ein Kind. Beides ist gleichermaßen notwendig, keiner darf dabei wegbrechen weil er zusammenbricht.

Es ist nicht nur ihr Kind. Es ist auch seines, und doch, ich finde es zumutbar trotz Arbeit zumindest häufiger mal auch unter der Woche nachts aufzustehen. Das muss sie ja auch, und tagsüber trotzdem genauso funktionieren wie er. Nur dass sie von Seiten des Vaters offenbar keine Anerkennung dafür bekommt sondern eher Verachtung (weil sie kein Geld verdient?)

Schönen Gruß,

GretchenM


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