Schiel-OP und Verbesserungen

Hier könnt ihr euch über Hör- und Sehbehinderung austauschen.

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Sheila0505
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Schiel-OP und Verbesserungen

Beitragvon Sheila0505 » 01.04.2019, 19:33

Hi, hier hatten doch bestimmt schon einige Kinder, eine oder gar mehrere Schiel-OP's. Wie war das denn bei euch hinsichtlich des Stereosehens und der Sehschärfe nach der OP? Konnten hier große Verbesserungen erzielt werden?
Wie schnell habt ihr - was hoffentlich der Fall war - Verbesserungen festgestellt?
Konnte der Visus verbessert werden? Um wieviel wurde es besser?

Vllt auch doofe Fragen, sorry. Aber darüber mache ich mir zur Zeit Gedanken...

Junior hat mit Brille einen Visus von 0,4 und 0,5, Strabismus divergens (kein Stereosehen) und eine durch die Hirnblutungen verursachte Sehnervschädigung.

Ich habe etwas Angst, dass ich mir "zu viel" erhoffe. Sein Visus ist mit 0,4 bzw 0,5 nicht all zu schecht, dass ist mir klar. Aber er sieht oft Sachen nicht, wenn sie direkt vor ihm sind und das ist manchmal echt schade. Z.B. waren wir im Tierpark und er konnte die meisten Tiere hinter den Fenstern nicht sehen/erkennen.
Naja, vllt mag ja jemand berichten wie sich eine Schiel-OP bei euren Zwergen ausgewirkt hat/te? Unser Kleiner ist unkorrigiert 4 J.

Liebe Grüße, Sheila

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LovisAnnaLarsMama
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Re: Schiel-OP und Verbesserungen

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 01.04.2019, 19:43

Hallo Sheila, ich kann jetzt nur aus eigener Erfahrung sprechen. Bei mir war die erste OP mit fünf Jahren, dann eine mit 7 weil überkorrigiert wurde und letztens musste ich auch nochmal korrigieren lassen weil ein äußerer Muskel schmerzhaft nach außen gezogen hat.
Räumliches Sehvermögen war niemals da. Autofahren geht auch ohne, Ballspiele etc. auch, aber man muss etwas mehr üben... Von der Sehschärfe her haben die Op's auch nichts gebracht. Das Auge war früher aber auch nicht ganz so schlecht. Inzwischen ist die Hornhaut leider ziemlich kaputt.
Lg
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

nina-st
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Re: Schiel-OP und Verbesserungen

Beitragvon nina-st » 01.04.2019, 20:00

Der Kniprs hatte ein rein kosmetische Schiel-OP als er 2 Jahre alt war. Es war vorher klar, daß es keine Sehverbesserung geben wird.

Das eine Auge war so weit außen, daß die Iris nicht sichtbar war. Das hat sich gut gebessert. Aber funktionell hat das nichts genützt.
Pflegesohn ,traumatisiert, blind, 6. Klasse Blindenschule

Annemaries Mama
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Re: Schiel-OP und Verbesserungen

Beitragvon Annemaries Mama » 01.04.2019, 20:14

Hallo Sheila,

Annemarie hatte mit gut 5 1/2 ihre Schiel-OP. Es wurde nur der Schielwinkel korrigiert, der mit Brille noch vorhanden war. Als Bonus hat sie nun auch räumliches Sehen. Das räumliche Sehen wurde bei der Nachuntersuchung festgestellt.
LG Kerstin

mit Annemarie *2011 (ADS) und Konrad *2015

Sheila0505
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Re: Schiel-OP und Verbesserungen

Beitragvon Sheila0505 » 01.04.2019, 22:22

Danke Euch für die schnellen Antworten bzw. das Teilen eurer Erfahrungen hinsichtlich Schieloperationen.
Also wenn es das Stereosehen möglich machen könnte, wäre das ja wahnsinnig toll. Auch wenn die Chance darauf gering wäre (ich weiß es nicht, nur mal angenommen), so wäre das klasse. Ich hatte blöderweise irgendwie gar nichts gefragt, aber diese Fragen sollte ich wohl dann auch dem Operateur bei der Besprechung stellen. Der Termin steht bei uns noch an.

Lieben Dank Euch, Sheila

Lisaneu
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Re: Schiel-OP und Verbesserungen

Beitragvon Lisaneu » 06.04.2019, 09:27

Mein Mann hatte als Kind mehrere Schiel-OPs (er glaubt 3). Das schielen selbst haben diese OPs komplett korrigiert. Geblieben ist die Rot-Grün-Blindheit (eh klar, ist ja ganz was anderes), die starke Kurzsichtigkeit und der Astigmatismus. Da das mit Brille relativ gut korrigiert werden kann, ist er im Alltag kaum eingeschränkt. Der Sehtest für den Führerschein (mit 18) war jedenfalls kein Problem, da man da ja mit beiden Augen schaut, dürfte stereosehen also möglich sein. Und rein subjektiv sieht mein Mann beim Auto fahren besser als ich :P (wobei ich ebenfalls stark kurzsichtig bin mit Astigmatismus, aber nie geschielt habe).
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Annemaries Mama
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Re: Schiel-OP und Verbesserungen

Beitragvon Annemaries Mama » 06.04.2019, 13:58

Die Wahrscheinlichkeit, dass räumliches Sehen möglich wird, war, glaube ich, gering. Bei Annemarie wurde auch eine neue OP-Methode angewendet, die sog. Y-Operation.
LG Kerstin

mit Annemarie *2011 (ADS) und Konrad *2015

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Re: Schiel-OP und Verbesserungen

Beitragvon Anna-Alice » 06.04.2019, 16:11

Hallo Sheila,

ich hatte als Kind mehrere Schiel-Ops - Stereosehen wurde aber nie erreicht (ob sich an der Sehschärfe, die bei mir aber gar nicht so schlecht ist, was getan hat, müsste ich meine Eltern fragen).
Kein räumliches Sehen ist allerdings (alleine) nicht so schlimm, wie man es sich vielleicht als Stereosehender vorstellt: Das Gehirn lernt im Laufe der Zeit, das zu berechnen, was das Auge nicht sehen kann. Ich habe im Kindergartenalter noch viele Gläser umgeworfen, viel daneben gefasst, öfter auch mal die Treppe "mitgenommen" - nichts davon passiert mir heute noch und wenn man mich nicht sehr gut kennt, dann merkt man auch nicht, dass ich ein paar Sachen irgendwie anders (nicht schlechter) mache als andere Menschen (ich kann z.B. nur mit einer Hand Gläser voll schenken, ohne zu verschütten).
Unbestritten ist es bestimmt toll, wenn man räumlich sehen kann (ich stelle mir manches "selbstverständlicher" vor)... aber recht viele Leute können es nicht (bzw. wissen es gar nicht, besonders bei älteren Leuten kommt das vor) und kommen hervorragend zurecht, weil das Gehirn so toll dazu lernt. Schwieriger wird es natürlich, wenn es mehr "Baustellen" im Bereich des Sehens gibt, die können sich ungünstig gegenseitig beeinflussen.

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Re: Schiel-OP und Verbesserungen

Beitragvon Sheila0505 » 22.06.2019, 13:13

Danke Anna-Alice für das Teilen deiner Erfahrungen.
Also bei uns steht die Augenmuskeloperation nun fest, in 1,5 Monaten wird er an beiden Augen operiert.

Bei einem Auge wird verkürzt, beim anderen Auge verlängert. Auch wenn es keine besondere OP ist, graut mir davor.
Aber nun gut, sie ist nötig - also muss es sein. Bei ihm ist es laut Operateur rein aus funktionellen Gründen erforderlich, nicht aus kosmetischen Gründen. Zur Zeit meint unser Kind, dass er doppelt sieht. Laut Operateur ist das Doppeltsehen als gutes Zeichen zu werten, weil das Gehirn wohl noch beide Seheindrücke verarbeitet.

Liebe Grüße, Sheila

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Sheila0505
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Re: Schiel-OP und Verbesserungen

Beitragvon Sheila0505 » 04.08.2019, 10:33

Hi, also wir haben die OP nun hinter uns gebracht - vor 1 Woche. Überraschenderweise wurde nur 1 Auge operiert, also nicht Beide. Da hatten der Operateur und ich aneinander vorbei geredet, da er von „links und rechts“ sprach, jedoch aber 2 Muskeln in einem Auge meinte und ich hingegen dachte, er redet von linkes Auge und rechtes Auge. So kann’s gehen :)

Der Grund wieso ich nochmal hier schreibe: bisher gehen die Doppelbilder nicht weg. Vor der OP waren die Doppelbilder lt unserem Jungen nicht so arg und beständig. Nach der OP sind sie jedoch deutlich und andauernd da. Er kneift auch oft das operierte Auge zu, weil es ihn stört und deutet ins Leere wenn er was zeigen möchte. Die OP an sich verlief gut, aber 3 Tage lang hatte er Schmerzen und auch jetzt nach einer Woche ist es für ihn noch unangenehm und tut manchmal weh. Nochmal so eine OP würde er nicht freiwillig mitmachen. Die Narkose hingegen hatte er glücklicherweise super gut vertragen, das ist immerhin auch schon viel wert.

Am Folgetag der OP meinte die Klinik, dass Doppelbilder sogar aus gutes Zeichen gedeutet werden, weil es bedeutet, dass das Gehirn den neuen Seheindruck verarbeitet. Aber ich hatte nicht gefragt wie lange das andauern darf.
Nun waren wir zur Nachkontrolle in unserer ansässigen Augenklinik (unser Operateur operiert hier auch) und die Augenärztin dort meinte, dass die Doppelbilder schon hätten verschwinden müssen. Mitte nächster Woche sollen wir - unmittelbar vor der Sommerpause - erneut kommen, falls die Doppelbilder bis dahin noch immer vorhanden sind, weil der Operateur an diesem Tag vor dem Urlaub das letzte Mal im Hause ist. Bis heute sind die Doppelbilder vorhanden.

Haben eure Kinder/Ehemänner/ihr selbst nach dieser OP auch noch Doppelbilder gesehen? Wenn ja: wie lange bis es besser wurde?

Habe im Netz gelesen, dass manchmal Prismenfolien oder erneuter Eingriff notwendig sind und Doppelbilder nicht anhalten sollten und einer Behandlung bedürfen.

Außerdem wirkt es so, als würde unser Kleiner nun nach innen schielen. Orthoptistin meinte aber, das würde aufgrund des Blutergusses täuschen. Aber für uns schaut es wirklich so aus, als würde er einwärts schielen und die Augen irgendwie gar nicht mehr zusammenkommen. Wir müssen wohl abwarten bis es ausgeheilt ist.

Liebe Grüße, Sheila


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