Fragen zu Umgang mit JA bei Antrag nach §35a

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Engrid
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Re: Fragen zu Umgang mit JA bei Antrag nach §35a

Beitragvon Engrid » 10.07.2019, 23:00

Hallo,

mach Dir das mal nicht so kompliziert, die Aussagen von Schule und SPZ sind doch eindeutig. Das JA will zuallererst sparen, ich hab noch seltenst gehört, dass das JA von sich aus eine SB empfiehlt.
Eine SB ist kein bloßes Krisenmanagement, sondern sie soll zum Ausgleich der behinderungsbedingten Einschränkungen schon vorher helfen, dann lassen sich Schäden und Krisen vermeiden.

Grüße
Engrid
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Re: Fragen zu Umgang mit JA bei Antrag nach §35a

Beitragvon Sandra F » 10.07.2019, 23:14

Du hast keinen Denkfehler!
Das ist das typische Gebaren von Jugendämtern.
Bleib hartnäckig. Setz ihnen schriftlich eine Frist von 3 Wochen.
Hast du eine Rechtsschutzversicherung?
Überlege, ob du willens bist zu klagen.

Lg Sandra
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Re: Fragen zu Umgang mit JA bei Antrag nach §35a

Beitragvon Regina Regenbogen » 11.07.2019, 08:53

Sophie-11 hat geschrieben:Unser Sohn ist sicherlich ein Grenzfall. Klar ist es (noch?) nicht so schlimm, dass er eine Schulphobie hat oder sich selbst verletzt oder andere schwer verletzen würde.


So schlimm war unser Jüngster damals auch nicht, die Leitung der Grundschule hat allerdings in ihrer schriftlichen Stellungnahme klar zum Ausdruck gebracht, dass sie eine Beschulung unseres Sohnes ohne Schulbegleitung nicht leisten können.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
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Re: Fragen zu Umgang mit JA bei Antrag nach §35a

Beitragvon Sophie-11 » 11.07.2019, 14:39

Danke für Euren Zuspruch!

Regina, danke für Deinen Hinweis. Ich werde mal sehen, eine solche Bescheinigung für die Begründung des Widerspruchs zu erhalten. Die Frage, wann ein Kind nicht mehr beschulbar ist, hängt wohl auch von der Toleranzgrenze der Schule ab. Die ist bei unserer Schule wohl eher hoch - im Prinzip toll, in diesem Fall schlecht. Da morgen hier die Ferien ausbrechen, wird das nur dauern :? .

Rechtschutzversicherung haben wir keine. Trotzdem kann man natürlich mit Klage drohen. Gegen wen würde die sich dann richten, die Sachbearbeiterin, die Leitung des Amtes oder den Träger, sprich die Gemeinde? Denn wenn wirklich Unterbesetzung und zu hohe Arbeitsbelastung der Grund ist, möchte ich ungern den Falschen beklagen. Die Arbeit beim Jugendamt ist sicher auch nicht gerade ein Zuckerschlecken.
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Re: Fragen zu Umgang mit JA bei Antrag nach §35a

Beitragvon Engrid » 11.07.2019, 16:01

Hallo Sophie,

die Klage richtet sich gegen die Behörde, die Euch Euer Recht nicht einräumt, also gegen das JA.

vergiss mal das Ganze mit der Unterbesetzung und so weiter. Das ist nicht Dein Problem, das ist kein Grund sich nicht an Fristen zu halten, das ist schlicht irrelevant. Recht ist Recht, und wird nicht durch Unterbesetzung, Krankheit oder was auch immer für interne Amtswidrigkeiten eingeschränkt.
Wenn sie so unterbesetzt sind, könnten sie ja gradesogut einfach genehmigen, hätten sie weniger Arbeit :mrgreen:

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Re: Fragen zu Umgang mit JA bei Antrag nach §35a

Beitragvon Sophie-11 » 11.07.2019, 18:00

@Engrid: Du hast eine herzerfrischende Art, die Dinge klarzustellen, danke! :D

Leider muss ich noch weiter nerven :oops: : Sie haben ja schon quasi zugesagt, eine Autismustherapie zu genehmigen. Die Sachbearbeiterin war aber regelrecht entsetzt, als sie hörte, dass ich meinen Sohn schon bei zwei Stellen angemeldet habe, ohne eine Kostenzusage zu haben :lol: . Dabei war mir das von zwei Seiten, SPZ und Autismusbeauftragte des Kreises, genau so angeraten worden.

Nun sagte sie aber, es gäbe da zwei Arten Wartelisten, wenn sie dort anfragen würde, kämen wir ganz schnell an die Reihe, und sie bräuchte eine Schweigepflichtsentbindung, damit sie dort anrufen könne. Das stimmt so gar nicht mit dem überein, was ich hier so gelesen habe. Ach so, und sie war sich nicht sicher, ob ich dafür einen neuen Antrag nach § 35a stellen müsse, ich habe sie aber überzeugt, dass ich das so machen würde. Sie wollte mir den Antrag plus diese immer so unabdingbare :wink: Schweigepflichtsentbindung zusenden. Bisher kam nichts, ich werde dann mal den Antrag nehmen, den ich (elektronisch) hier vorliegen habe und neu ausdrucken und ausfüllen.

Aber soll ich eine Schweigepflichtsentbindung ausstellen, damit sie sich bei den Therapieanbietern melden kann, bekämen wir dann wirklich schneller einen Platz? Oder soll ich auf Kostenzusage bestehen, und mich selber bemühen? Wir haben da ja auch ein Wahlrecht, stimmt's?
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Re: Fragen zu Umgang mit JA bei Antrag nach §35a

Beitragvon Sophie-11 » 14.07.2019, 13:29

Bitte entschuldigt, wenn ich weiter nerve :oops: :oops: , aber ich weiß immer noch nicht, wie ich am Besten weiter vorgehen soll.

Sophie-11 hat geschrieben:Aber soll ich eine Schweigepflichtsentbindung ausstellen, damit sie sich bei den Therapieanbietern melden kann, bekämen wir dann wirklich schneller einen Platz? Oder soll ich auf Kostenzusage bestehen, und mich selber bemühen? Wir haben da ja auch ein Wahlrecht, stimmt's?


Ich habe mich mal bemüht, eine Schweigepflichtsentbindung zu formulieren, wäre die so brauchbar?
Hiermit ermächtigen wir, [...], als Eltern von [...], den Servicebereich Kinder-, Jugend- und Familienhilfe [...], in Person von [...], zur Weitergabe von Informationen über unseren Sohn zum Zwecke der Anmeldung zu einer Autismustherapie bei entsprechenden Einrichtungen und entbinden dafür die oben genannten MitarbeiterInnen vorübergehend von der Schweigepflicht. Weitergegeben werden dürfen nur die für eine Anmeldung relevanten Daten. Die Schweigpflichtsentbindung erlischt unverzüglich nach Widerruf oder spätestens der verbindlichen Zusage eines Therapieplatzes.

Die Mitarbeiter(innen) des Servicebereichs Kinder-, Jugend- und Familienhilfe [...] sind zum besonderen Vertrauensschutz in der persönlichen und erzieherischen Hilfe gemäß § 65 SGB VIII verpflichtet.


Der letzte Satz stammt von dem Originalformular vom JA.
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Re: Fragen zu Umgang mit JA bei Antrag nach §35a

Beitragvon Sophie-11 » 24.07.2019, 12:08

Hallo,

es gibt Neuigkeiten: Ein Anruf von der Sachbearbeiterin. Wir haben jetzt einen Kennlerntermin mit einem Anbieter für Autismustherapie, der uns schon ab Ende September einen Platz anbieten könnte. Mit diesem Anbieter hat das JA wohl schon "öfter erfolgreich zusammengearbeitet", und laut ihrer Homepage sind sie auf Autismus spezialisiert. Sie stellen auch Schulbegleiter, wenn wir in Zukunft doch mal einen genehmigt bekommen sollten :roll: (so ähnlich die Sachbearbeiterin). Denn die Ablehnung des Antrags auf Schulbegleitung ist jetzt durch und wird uns zugestellt.

Was mich ein bisschen misstrauisch macht, dieser Anbieter ist mir komplett neu und wurde mir bisher weder vom SPZ noch von der Autismusbeauftragen des Kreises genannt. Wieso ist der dort unbekannt? Oder bin ich nur so misstrauisch, weil ich eine generell ablehnende Haltung gegenüber dem JA entwickelt habe?

Jedenfalls wird zu dem Kennlerntermin auch die Sachbearbeiterin mitkommen, das ist aber vermutlich normal, da sie ja die Kosten tragen werden, oder? Falls Ihr Tipps habt, was ich für diesen Termin vorbereiten sollte an Fragen, worauf wir achten sollten, immer her damit :D ! Auf jeden Fall will ich versuchen, positiv daran zu gehen, denn eine gute Therapie wünschen wir uns auf jeden Fall. Nur bezweifle ich, dass sie kurzfristig bei den Problemen in der Schule wird helfen können. Das will ich jedenfalls fragen, inwieweit sie da Chancen sehen, dass sich sein Verhalten dort bald bessert.

Sobald die schriftliche Ablehnung hier ist, wird der Widerspruch retour gehen. Kann man eigentlich irgendwie erwarten oder verlangen, dass der Widerspruch (auch) von einer anderen Person bearbeitet wird? Denn unsere Sachbearbeiterin wird ihn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ablehnen, sie sieht die Probleme in der Schule ja als (noch) nicht gravierend an :? .

Tut mir Leid, wenn ich hier so viel und oft nerve, aber ich suche halt ein bisschen Bestätigung und Sicherheit, richtig zu liegen :oops: .

Danke und LG!
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Re: Fragen zu Umgang mit JA bei Antrag nach §35a

Beitragvon Regina Regenbogen » 24.07.2019, 12:17

Sophie-11 hat geschrieben:Jedenfalls wird zu dem Kennlerntermin auch die Sachbearbeiterin mitkommen, das ist aber vermutlich normal, da sie ja die Kosten tragen werden, oder?

Nein, das ist nicht normal. Die Sachbearbeiterin hat beim Kennenlerntermin NICHTS zu suchen, dafür gibt es Hilfeplangespräche.

Falls Ihr Tipps habt, was ich für diesen Termin vorbereiten sollte an Fragen, worauf wir achten sollten, immer her damit :D !


Unbedingt nachfragen, auf welcher Basis therapiert wird. Hat dieser Anbieter eine HP? Genau lesen!
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Beitragvon Engrid » 24.07.2019, 12:20

Ich unterschreibe bei Regina. Beides.
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