Ausbildungsbafög bekommt das Landratsamt...

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Ausbildungsbafög bekommt das Landratsamt...

Beitragvon Janet mit Pia » 27.03.2019, 18:13

Hallo alle Zusammen,

vielleicht kann mir jemand weiterhelfen...

Meine Tochter lebt im Sonnenhof in Schwäbisch Hall auf einer Gruppe und ist im Sommer von der Hauptstufe in die Berufsschulstufe gewechselt.
Promt hatte ich einen Antrag auf Ausbildungsbafög im Briefkasten. Wer ihn gestellt hatte, soll das Landratsamt selbst gewesen sein. Dies bekam ich nur über sieben Ecken heraus... Ich weiß bis heute nicht, wieso ich diesen Antrag ausfüllen sollte und hatte ihn auch erst einmal liegen gelassen. Schließlich wird für meine Tochter alles bezahlt.
Ich bekam schließlich einen weiteren Antrag und habe ihn widerwillig ausgefüllt.

Nun lag der Bescheid vom Antrag in meinem Briefkasten und ich verstehe die Welt erst einmal überhaupt nicht mehr.
Der Empfänger des Bafögs ist niemand anderes, als das Landratamt selbst... und mit einer Summe, die wir nicht mal Brutto, geschweige denn Netto zusammen haben.
Wir müssen zwar nichts dazu zahlen, doch darf mein Mann wirklich nicht kein Cent zuviel verdienen, geschweige ich darf nicht arbeiten gehen, bis auf meinen Mini-Job! Aber genau das wollte ich eigentlich wieder, denn mit dem Geld, das uns zur Verfügung steht, kommen wir gerade so über die Runden. Da ist nicht viel Schnickschnack drin. Nicht mal wirklich Urlaub... Verdiene ich aber jetzt dazu, bleibt ja, wegen dem Bafög (ich muss es ja dann angeben) genauso viel übrig!

Gibt es hier welche Eltern, die das auch so erlebt haben?
Ist es normal, dass ein Bafögantrag, bei einem Kind mit Heimunterbringung, beantragt werden muss, sobald es in die Berufsschulstufe wechselt?

Ich stehe gerade echt konfus... und frage mich, ob ich mein Kind nun aus dem Heim rausnehmen muss, weil das Landratsamt so toll mit uns spielt? Seit Pia nun auch 18 Jahre geworden ist, zahle ich ja auch schon die knappen 60€ an das Landratsamt.

Zudem kommt ja noch, dass das Bafög dann ja bei der Jahresabrechnung (Ich habe die gesetzliche Betreuung) dazuzählt, oder irre ich mich? Denn dann würden wir oder meine Tochter ja ein nettes Sümmchen an den Staat zurück zahlen müssen, weil sie ja ordentlich über den Betrag liegt, den sie haben darf...

Ich habe zwar noch keine wirklich tollen Jahre mit meinem Behinderten Kind bei Ämtern gehabt und ich denke, das kennen viele Eltern nur zu gut. Aber manches Mal glaube ich, dass sie einfach zu weit gehen.

Freue mich auf einen netten Austausch und auch darüber, dass vielleicht jemand etwas Licht in mein dunkles Hirn bringen kann...

Liebe Grüße
Janet mit Pia
Pia *25.01.01 Gehirntumor Astrozytom II°, Epilepsie, AS-Autist (nicht diagnoziert), globale soziale Entwi.verzögerung (stand ca.5-8 Jahre)
Ronja *17.03.03
Viktor Zero *16.04.11
Freya Ostara *21.04.2016
Mama und Papa beide schwerhörig, Papa mit Hörgeräten versorgt

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Anja mit Tristan
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Re: Ausbildungsbafög bekommt das Landratsamt...

Beitragvon Anja mit Tristan » 28.03.2019, 10:10

Hallo Janet,

hättest Du nicht eine betreuungsgerichtliche Genehmigung für den Bafög-Antrag gebraucht?

Liebe Grüße
Anja
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Janet mit Pia
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Re: Ausbildungsbafög bekommt das Landratsamt...

Beitragvon Janet mit Pia » 28.03.2019, 11:31

Hallo Anja,

davon ist mir nichts bekannt! Im Antrag stand nur, ob meine Tochter einen Betreuer hat und welches Aktenzeichen und seit wann. Ich werde aber noch einmal googlen. Die Betreuung habe ich auch erst seit letzter Woche. Der Antrag hatte sich etwas in die Länge gezogen. Offiziell ist der Bafög-Antrag ja noch vor ihrem 18ten Geburtstag gestellt worden (vom Landratsamt)

Liebe Grüße
Janet Jäckel
Pia *25.01.01 Gehirntumor Astrozytom II°, Epilepsie, AS-Autist (nicht diagnoziert), globale soziale Entwi.verzögerung (stand ca.5-8 Jahre)
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Michaela44
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Re: Ausbildungsbafög bekommt das Landratsamt...

Beitragvon Michaela44 » 20.04.2019, 19:09

Ich kenne die gesetzlichen Grundlagen nicht und bin mir nicht sicher, was Berufsschulstufe bedeutet, aber bei gesunden Kindern ist es so:

Die Eltern sind während der Ausbildung unterhaltspflichtig. Haben die Eltern nicht genügend Einkommen, kann das Kind BAföG beantragen. Was alles förderungswürdig ist, ob die Berufsschulstufe dazu zählt, weiß ich nicht. Meines Wissens ist BAföG vorrangig vor anderen Sozialleistungen. Weil deine Tochter in einem Heim wohnt und dort unterhalten wird, geht das BAföG an das Amt, das die Heimunterbringung bezahlt.

Stellt sich die Frage, was passiert, wenn ihr über der Einkommensgrenze fürs BAföG liegt. Bekommt das Landratsamt dann schlicht weniger Geld oder müsst ihr den fehlenden Betrag bezahlen? Und wenn ja, auf welcher gesetzlichen Grundlage? Ich kenne auch nur die knapp 60 €, die ihr bereits bezahlt.
Asperger Autistin
mit neurodiverser Familie


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