Impulskontrolle

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

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Lisaneu
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Re: Impulskontrolle

Beitragvon Lisaneu » 12.04.2019, 15:28

Ich kenne einige Kinder, die MPH nur an Schultagen bekommen und an den Wochenenden und in den Ferien nicht, und das klappt sehr gut.
Ja, das hat bei meinen Söhnen auch gut funktioniert, aber erst nachdem sie ordentlich eingestellt waren und die begleitenden Therapien anfingen zu greifen, so ca. nach einem Jahr.
Nur hatte ich bisher keinerlei positive Wirkung, weder mit Ritalin unretardiert noch mit Ritalin LA.
Hat denn irgendjemand mal über einen Präparatwechsel nachgedacht? Meistens sind es die Trägerstoffe, die die Nebenwirkungen auslösen. Mein Jüngster kam immer prima mit Medikinet aus, jetzt mit Kinceteen, der Ältere hat das gar nicht vertragen bzw. war die Wirkung von Medikinet bei ihm gleich Null. Erst der Umstieg auf Equasim brachte die gewünschte Wirkung.
Hallo Regina,

vermutlich hast du mich nicht ganz verstanden. Momentan wollen wir in Einvernehmen mit dem KJP auf eine Medikation verzichten weil beim Kind selbst nicht so viel Leidensdruck besteht und weil sich sein Verhalten auch ohne Medis in den letzten Monaten (auch lt. Lehrerinnen und Hortbertreuerinnen) deutlich gebessert hat.

Andere Medikamente (mit anderen Trägerstoffen) auszuprobieren wären wir dann bereit, wenn die Gesamtsituation noch so wäre wie vor einem halben Jahr, als wir einvernehmlich beschlossen haben, es mit Medikamenten zu probieren. Aber mein Sohn kann sich auch ohne Medikamenten jetzt immer öfter rechtzeitig aus einer Situation "rausnehmen" und was machen, um wieder runter zu kommen. Die Ausgangslage hat sich somit verändert. Vor einem halben Jahr hatten wir ein zwar durchwegs fröhliches, aber isoliertes Kind, mit dem es immer wieder Vorfälle wegen mangelnder Impulskontrolle gab. Das ist jetzt zwar nicht vollständig weg, aber deutlich besser geworden.

Während die Geburtstagspartys in den ersten beiden Schuljahren ein Flop waren (von 6 eingeladenen Kindern kamen 1x immerhin zwei, von 7 eingeladenen Kindern gar keines), waren dieses Mal insgesamt 9 Kinder auf der Geburtstagsfeier meines Sohnes (nur eines hat aus Termingründen abgesagt) und mein Sohn hatte selbst auch die erste Einladung zum Geburtstag eines Schulfreundes. Dort hat er 6 Stunden Feier mit Kino, Spielen und Essen ohne gröbere Probleme durchgestanden. Und laut eigener Aussage hat er sich auch noch wohl gefühlt dabei. Vor einem halben Jahr wäre so was nicht mal vorstellbar gewesen.

Mir ist klar, dass mein Sohn trotzdem kein neurotypisches Kind ist und auch nie eines werden wird. Aber wenn er jetzt selbst lernt, wie er mit stressigen Situationen umgehen kann, dann will ich ihm das auch zugestehen und erst mal mit neuerlichen Medikationsversuchen abwarten, wie mein Sohn sich so (nur mit heilpädagogischem Hort und Kinder-Psychotherapie) weiter entwickelt. Nachdem sich der KJP nach der Häufigkeit der Vorfälle erkundigt hat (wenn mein Sohn z.B. ein anderes Kind körperlich attakiert) meinte er auch, das wäre jetzt nicht so krass, dass eine regelmäßige Medikation aktuell notwendig sei. Sollte sich das Verhalten verschlechtern könnte man es seiner Meinung nach auch mit Strattera versuchen. Von Medikinet und Concerta hat er für meinen Sohn wegen der sehr häufigen Nebenwirkungen eher abgeraten. Da ich mich selbst mit Medis nicht besonders gut auskenne rede ich ihm da auch nichts drein.

Die Grundfrage dieses Threads ist auch nicht auf Medikamente bezogen (dazu läuft von mir der Faden "Erstversuch mit Ritalin...") sondern speziell auf Tipps zum besseren Erlernen von Impulskontrolle. Akutell besucht mein Sohn einen heilpädagogischen Hort und geht 1x pro Woche zur Kinder-Psychotherapie. Die Therapeutin arbeitet nach Mate Meo und Hauptaugemerk ihrer Therapie liegt eben auf Impulskontrolle.

Die Frage war, was für Möglichkeiten es sonst noch gibt. Neurofeedback wurde auch vom KJP in den Raum geworfen, nur ist das ziemlich teuer und man braucht etliche Einheiten um überhaupt mal zu sehen, ob es wirkt oder nicht. Aber vielleicht hat hier wer damit Erfahrung und kann berichten. Auch so eine Sozialkompetenzgruppe wäre interessant. Leider hatte die Gruppe, für die ich meinen Sohn anmelden wollte, so schul- und arbeitsunfreundliche Zeiten, dass es nicht möglich war. Wochentags um 13h30 am anderen Ende der Stadt geht nun mal nicht für eine langfristige Therapie, da ich bis 12h30 arbeite und nicht fliegen kann. ABer vielleicht gibt es noch andere, ähnliche Gruppen, die in Frage kommen. Bin grundsätzlich für alles offen, aber Medis sind vorläufig mal vom Tisch!
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
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Re: Impulskontrolle

Beitragvon HeikeLeo » 12.04.2019, 16:11

Liebe Lisa,

nachdem Du Deine Gedanken hier nochmal deutlich formuliert hast, kommt mir noch eine Idee.

Ein Nachbarjunge hier ist auch sehr aktiv, um es mal vorsichtig auszudrücken. Seine Eltern machen ausgedehnte Fahrradtouren mit ihm. Vielleicht wäre ein auspowernder Sport einen Versuch Wert, die Möglichkeiten des eigenen Körpers besser kennenzulernen. Wenn man sein "Werkzeug", also seinen Körper besser kennt, dann wird auch die Impulskontrolle möglicherweise besser.

Liebe Grüße
Heike

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Re: Impulskontrolle

Beitragvon Sandra F » 13.04.2019, 10:43

Hallo, zum Neurofeedback kann ich dir sagen, dass es auch Ergotherapeuten anbieten.
Es braucht Zeit, unserer Meinung nach hilft es unterstützend.

Grüße Sandra
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Regina Regenbogen
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Re: Impulskontrolle

Beitragvon Regina Regenbogen » 13.04.2019, 10:48

Die Ausgangslage hat sich somit verändert.
OK. Das ging ja schnell. Verstanden hatte ich den Eingangsthread vor nicht ganz 3 Wochen an sich aber schon.
mein älterer Sohn (9) hat ADHS und ist Asperger Autist. Im Alltag kommt er gut klar, sein Hauptproblem ist aber die Impulskontrolle. Nachdem er vergangene Woche einen Mitschüler schmerzhaft in die Eier getreten hat, ist die Sache wieder aktuell. Denn so kann es natürlich nicht weitergehen. Im Nachhinein zeigt sich mein Sohn dann einsichtig, es tut ihm leid und er ist offen für das nachdenken über Lösungen für ́s "nächste Mal". Es ist auch nicht so extrem oft, dass so was vorkommt, aber eben auch nicht extrem selten. Und es wird natürlich mit zunehmenden Alter und zunehmender Kraft immer schwieriger.

Auch, wenn die Auslöser öfter mal auf Mißverständnisse zurückzuführen sind, WEISS mein Sohn, dass es keine Lösung sein kann, zuzuschlagen. Trotzdem kommen so Situationen, wo die Hand (bzw. der Fuß) einfach schneller ist, als der Kopf. Hat wer dasselbe Problem bzw. weiß wer einen Weg, damit umzugehen? Medikation versuchen wir gerade (Ritalin und Ritalin LA), bis jetzt ohne Erfolg. Die anderen ADHS-bedingten Schwierigkeiten (Konzentration, Zappeligkeit) sind aktuell nicht so schlimm, dass wir deswegen Medis geben müssten. Es geht wirklich um die Emtionskontrolle. Und wenn ein Medikament, dann sollte es möglichst punktuell eingesetzt werden.
Neurofeedback: Der behandelnde KJP kann eine Ergo-Verordnung ausstellen. Gut aufgestellte Ergo-Praxen bieten Neurofeedback (und auch Verhaltens- und Lerntherapien) an, somit bezahlt die Krankenkasse das dann.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

SimoneChristian
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Re: Impulskontrolle

Beitragvon SimoneChristian » 13.04.2019, 12:27

Hallo Lisa,

ich habe den Ausgangsbeitrag nicht gelesen. ;)

Es kommt ein wenig auf die Situationen an und auf das Grundgefühl, was den Impuls auslöst.
Bei negativen Dingen fällt mir komischerweise mehr ein, als bei positiven. :icon_scratch:

- Gesellschaftsspiele, gerade das klassische Mensch ärgere dich nicht z.B. (dann hat man auch noch Turn taking etc. dabei)
- Sportarten, die Planung und Koordination voraussetzen z.B. Klettern
- Atemtechnik und langsam bis 10 zählen, bevor man reagiert
- kurz die nächste Szene im Kopfkino anschauen und überlegen, wie der andere reagiert

Wenn ähnliche Situationen immer wieder vorkommen, auch gerne Comic Strip Conversations oder Social Stories.

LG
Simone
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)

Lisaneu
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Re: Impulskontrolle

Beitragvon Lisaneu » 14.04.2019, 12:58

@Regina regenbogen: Der Eingangsthread war unmittelbar nach einem Vorfall geschrieben und entsprechend präsent war die Sache bei mir. dabei war das der einzige Vorfall innerhalb von 2 Monaten. Also nicht das einzige Mal, wo mein Sohn Probleme mit Impulskontrolle hatte, aber das einzige Mal, wo er jemand anderen damit verletzt/beeinträchtigt hat. Ich hatte NACH der Erstellung dieses Threads noch je ein Gespräch mit der Lehrerin und einer Hortbetreuerin meines Sohnes, wo ich sie klar auf die Impulskontrolle angesprochen habe. Und beide meinten (unabhängig voneinander, sie kennen sich nicht mal) die Impulskontrolle hätte sich in den letzten Monaten ihrer Beobachtung nach deutlich gebessert. Das war für mich eine neue Info, da ich ja nicht in Schule und Hort anwesend bin und ohne feedback nicht beurteilen kann, wie es dort läuft.

Es ging mir aber von Anfang an nicht um Ermutigung, andere Medikamente auszuprobieren (da halte ich mich an unseren KJP, dem ich in der Hinsicht vertraue) sondern um alternative Möglichkeiten, an der Impulskontrolle zu arbeiten.

Danke für den Tipp wegen Neurofeedbach beim Ergotherapeuten! Ich werde mich schlau machen, ob das hier (in Wien) auch möglich ist.

@SimoneChristian: Danke für deinen Input. "Mensch ärgere dich nicht" spielen geht gar nicht, das schafft mein Sohn gerade so lange, bis zum ersten Mal eine seiner Figuren rausgeworfen wird. Aber dafür merke ich bei anderen Spielen schon eine deutliche Besserung. Vor einigen Tagen waren wir gemeinsam Bowling und Darts spielen, da hat es zwar immer wieder mal kurz Drama gegeben, wenn ein Wurf von ihm nicht so gelungen ist, wie er das wollte, aber er war wirklich DEUTLICH besser als noch vor einem halben Jahr. Vor allem das kreischen ist deutlich leiser und (von der Dauer her) kürzer geworden.

Wegen Sportarten, die Planung und Korrdination voraussetzen: da hat mein Sohn mal tauchen ausprobiert und es hat ihm ganz gut gefallen. Vielleicht kann man das weiter führen. Vor allem kann man unter Wasser schlecht mit anderen Kindern streiten :-D. Klettern ist nicht so ideal, mein Sohn hat (wie ich) ziemlich Höhenangst. Und Teamsport geht gar nicht, da ist er ein einziges Nervenbündel.

Das runterzählen könnte er mal probieren, danke für den Tipp. Das "nachdenken, wie der andere reagieren könnte" wird meinem Sohn sehr wahrscheinlich nicht möglich sein, wenn er schon mal ROT sieht. Abgesehen davon kann er die Reaktionen anderer auch in guter Stimmungslage nur sehr schlecht einschätzen. "Die nächste Szene im Kopfkino anschauen" konnte ich selbst erst als Erwachsene und ich vermute stark, dass mein Sohn mir in der Hinsicht (wieder mal) ähnlich ist.

@HeikeLeo: Ja, auspowern halte ich für eine gute Sache. Das blöde daran ist, dass es an mir hängen bleibt, und ich mache bei Gott schon genug Sport und bin wirklich sehr aktiv. Aber meinem Mann kann ich neben Vollzeitjob, Hilfe im Haushalt, eigener, zeitintensiver (Langzeit-)Therapie und Familien-Aktivitäten an den Wochenenden nicht zumuten, das (auspowern) auch noch zu übernehmen. Mein Sohn ist nicht der Typ, der freiwillig aufs Rad steigt, laufen geht oder sonst was macht. Der braucht schon für eine Runde Federball im Hof den sprichwörtlichen Tritt in den Allerwertesten. Daher scheue ich das antreiben und durchstreiten noch mehr als das eigentliche auspowern. Und mir fällt spontan niemand ein, der das sonst übernehmen könnte. Wir haben weder Großeltern noch sonstige Verwandte in der Nähe. Dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass es langfristig hilfreich wäre.
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Re: Impulskontrolle

Beitragvon SimoneChristian » 14.04.2019, 13:50

Hallo Lisa,

ja, die von mir genannten Strategien passen nicht für alle. ;)
Und erlernen muss man sie eben auch. Das ist ja auch bei NT Kindern nicht unbedingt anders.
Danke auch für die Ideen mit Dart und Bowling. Die Minigolf Saison startet ja auch wieder.
Um den Bogen zum Auspowern zu schlagen: Cross Boule vielleicht?

Bezüglich auspowern:
Wir haben jetzt Pokemon Go als Familien-"Sport" entdeckt. Ist auch nicht jedermanns Sache, aber so bekommt man den Outdoormuffel gut vor die Türe.
Geocaching könnte auch eine Alternative sein.
Gemütliches spazieren, dafür aber auch gerne mal mehrere Stunden, ist auch auspowern.
Aber hier wohnt ja auch nur ein Junge. Ob du damit deine beiden unter einen Hut bekommst, weiß ich natürlich nicht.

Klettern gibt es auch mit wenig Höhe. Das heißt dann Bouldern.
Oder ein Kampfsport. (Ich habe da zwar auch immer Bedenken.) Ich war hier schon mal länger mit Freunden beim Box-Training. Ausdauer, Disziplin, Kameradschaft werden da groß geschrieben, völlig unabhängig von Alter (8 bis 80 Jahre waren es bei uns), Geschlecht und Können.

LG
Simone
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Re: Impulskontrolle

Beitragvon HeikeLeo » 14.04.2019, 16:43

Hallo Lisa, Simone,

zum Auspowern habe ich das Laufband erst einmal für MICH gekauft. Ich gehe gemütliche Spaziergeschwindigkeit beim Fernsehen. Dann ist das Laufband auch nicht so laut. Hilft mir enorm bei Rücken.
Sohn geht jetzt auch jeden Tag 10 Minuten aufs Laufband mit seinem Tablet. Wir werden sowohl Tempo als auch Dauer steigern. Aber jetzt am Anfang sind es erst einmal 10 Minuten. Das ist schon genug Herausforderung - aber gehört jetzt zum Abendritual. Er teilt sich das Tempo selbst ein. Ist zwar wahrscheinlich nicht so gut wie draußen rennen, aber besser als gar nichts.
Und mir hilft es schon, auch wenn es nach wenig klingt.

Liebe Grüße
Heike

Lisaneu
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Re: Impulskontrolle

Beitragvon Lisaneu » 15.04.2019, 10:14

@SimoneChristian: Alexander "unter den Hut" zu bringen in Sachen spazieren gehen wäre kein Problem. Nur ist es bei unserem Zeitmanagement unter der Woche nur schwer möglich und leider hasst mein älterer Sohn nichts mehr als zu Fuß gehen. Als ich mal Kandidatin bei der "Millionenshow" war hat er sich schon ausgemalt, was ER mit meinem Gewinn machen will und da war ein "elektrischer Rollstuhl" ein fixer Wunsch, damit er nicht so viel gehen muss :roll: .

Bouldern ist auch nicht sein Ding, vor allem weil es meinem Sohn auch da ab ca. 2 Meter Höhe zu gruselig wird. Er ist außerdem eher mollig (und daher schwerer) und er kann nicht sonderlich gut klettern, was ihn schnell aufgeben lässt.

Kampfsport haben wir schon ausprobiert. Bei uns in der Nähe ist ein Kung Fu Center. Aber mit dem Training in der Gruppe hat es gar nicht gekappt weil mein Sohn nie mitgemacht hat, was vorne vorgeturnt wurde. Daher hat er Einzelstunden bekommen, was ihm eine Zeitlang gefallen hat, aber dann hat er das Interesse verloren. Und ich bin nicht bereit, viel Geld für teure Einzelstunden zu zahlen, wenn ich mein Kind dann erst dazu nötigen muss, überhaupt hin zu gehen.

Mir hätte ja Judo für meinen Sohn gut gefallen, das habe ich selbst viele Jahre betrieben, bevor ich verletzungsbedingt aufhören musste. Aber das will er überhaupt nicht.

Am meisten Spaß macht meinem Sohn schwimmen. Wir sind als Familie oft im Bad, spielen dort auch Wasserball und da machen alle freudig mit. Heuer waren wir schon 6x im Hallenbad bzw. in der Therme plus täglich im Urlaub (Kinderhotel). Aber das ist eben nichts für täglich zu Hause, es gibt auch in unserer Wohnnähe gar kein Hallenbad.

Und eben tauchen, die Schnupperstunde hat ihm zumindest recht gut gefallen. Das würde für mich aber eher unter "Sport-Hobby" fallen, nicht unter "tägliches auspowern". Auch nicht schlecht, nur halt wieder mit Organisationsaufwand verbunden (Kind hinbringen und abholen) und nicht gerade billig. Trotzdem würden wir es unserem Sohn ermöglichen, aber eben nur, wenn es ihm wirklich Freude macht und nicht als Zwangsbeglückung.

@HeikeLeo: Unsere Wohnung ist nicht so riesig, dass wir ein Laufband reinstellen können, ohne dass es uns deutlich Platz wegnimmt. Das ist eher für Leute geeignet, die ein Haus und somit kein Platzproblem haben. Früher (vor den Kindern) hatten wir mal einen Hometrainer, der wurde dann auch aus Platzgründen verkauft. Ich selbst fahre ohnehin mindestens 50km pro Woche draußen mit dem Rad (im Sommer noch deutlich mehr) und da habe ich zu Hause keine Lust mehr dazu.

Was ich mir aktuell (vor allem wenn es endlich wärmer wird) gut vorstellen kann ist eine kurze Radfahrt zum Fitness-Spielplatz. Das ist ca. 1km von uns entfernt (zum gehen für meinen Sohn VIEL zu weit :roll: ) und dort stehen im freien so Trainingsgeräte für Erwachsene. Nur, dass diese ohnehin fast nur von Kindern genutzt werden (direkt daneben ist der Kinderspielplatz). Vielleicht schaffen wir es 2 oder 3x pro Woche für insgesamt 1/2Stunde dort hinzufahren.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
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AnnalenaO
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Re: Impulskontrolle

Beitragvon AnnalenaO » 15.04.2019, 11:08

Hallo Lisa!
Wir haben in Sohns Zimmer so Sicherheitshaken in die Decke gedübelt an denen man verschiedene Schaukelgeräte aufhängen kann. Für viele der Geräte brauch es Platz drumrum zum schaukeln, wir haben aber auch so einen Strickleiterturm den man einhängen kann der gerne susgiebig beklettert wird. Das sind drei Strickleitern im Dreieck zusammengefügt. Man kann aussen klettern, innen klettern, drumrum klettern. Die Ringe mit Trapez kann man auch gut benutzen ohne dass man damit schaukeln muss (wegen dem Platz). Salto, Kopfüber hängen, knie im Tropez einhaken, sich auf das Trapez hochziehen zum sitzen, eindrehen usw. Das war die Beste Investition die wie gemacht haben, die Sachen sind ständig in Benutzung. Sohn sitzt ja viel am Rechner, zwischendurch wird aber immer wieder eine Runde geturnt oder geklettert. Das nimmt auch nicht so viel Platz weg. Man kann es ja auch zwischendurch ganz abhängen.
Viele Grüsse, AnnalenaO
Sohn 5/2009 Asperger Syndrom
Tochter 10/2012 Topfit


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