Hüft-OP

Mit einem besonderen Kind sind Eltern oft Dauergäste beim Kinderarzt. Hinzu kommen Krankenhausaufenthalte und Besuche bei Spezialisten und im Sozialpädiatrischen Zentrum.
Welche Untersuchungen machen Sinn? Wo ist mein Kind in guten Händen? Zahlt die Krankenkasse alle Behandlungen? Fragen über Fragen...

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Dorit79
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Hüft-OP

Beitragvon Dorit79 » 23.03.2019, 12:46

Hallo zusammen,

Wir haben diese Woche erfahren, dass unser Sonnenschein (bald 7 Jahre) eine Hüft-OP benötigt (Hüftdysplasie). Sie hat erst mit 5 1/2 Jahren, nachdem sie aufgrund der recht späten Diagnose „Hackenfüße“ mit Orthesen versorgt wurde, laufen gelernt. Aktuell trägt sie nur noch Einlagen, kann mittlerweile aber auch problemlos barfuß laufen und ist dabei das selbständige Treppenstufensteigen zu erlernen. Die Ärzte wollen ihr noch ein Dreivierteljahr geben, um den nächsten motorischen Entwicklungsschritt Treppe zu erlernen und zudem, dass sie noch sicherer im Laufen wird, denn die Erfahrung besagt, dass Kinder, die bereits sicher gelaufen sind, danach besser zu mobilisieren sind.

Neben unzähligen anderen Fragen gehen mir folgende durch den Kopf, die ihr vielleicht beantworten könnt.

1. ist es möglich, durch gezielten Muskelaufbau vor der OP, den Verlust von Muskelmasse zu begrenzen? eigenen sich dafür Galileo/Powerplate? Unsere Tochter ist vom Muskeltonus leider eher schlapp.
2. erfolgt nach der OP bereits in irgendeiner Weise eine Mobilisierung oder liegt das Kind dann 6 Wochen nur im Gips?
3. Welche Hilfsmittel könnt ihr empfehlen, die für die Zeit während der Liegezeit und in der Mobilisierungszeit vorteilhaft sind?
4. welche Rehaeinrichtung kommt in Betracht? Wir wohnen in Berlin. Ich hatte gedacht, dass wir (wieder) nach Hohenstücken fahren, aber das ist ja eine neurologische Reha und die Hüft-OP eine orthopädische Sache.

Ich freue mich auf Antworten.
Viele Grüße
Dorit

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MamavonTom
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Re: Hüft-OP

Beitragvon MamavonTom » 23.03.2019, 19:17

Hallo Dorit 79,
leider kann ich dir auf deine Fragen keine Antwort geben, aber und steht vor Ostern auch die Hüft OP auf dem Programm.
Tom wird in Arnstadt operiert, bei ihm soll die linke Hüfte gemacht werden, mit Adduktorentenotomie und Wadenmuskulaturverlängerung auf beiden Seiten.
Mir graut es auch vor der Zeit zu Hause, unser Tom ist kognitiv ein fittes Kerlchen ich hoffe er versteht warum das alles gemacht werden muss.

Liebe Grüße Franziska, die Mama von Tom
Tom, geb. 2012, ehemaliges Frühchen der 30.SSW
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Jörg75
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Re: Hüft-OP

Beitragvon Jörg75 » 23.03.2019, 19:42

Hallo Franziska,

unser K. wurde im letzten Sommer an beiden Hüften operiert - DVO beidseits und Acetabuloplastik links. Er ist kognitiv ebenfalls weitgehend fit und hat sehr gut verstanden, warum die OP's sein mussten und was das bedeutet. Die Zeit nach den OP's war nicht schön, aber auch bei weitem nicht so schlimm, wie ich mir das vorher vorgestellt habe. Wir hatten kein Gipsbett, sondern ein Weichschaumlagerungskissen!
K. wurde auch bereits einige Tage nach den OP's wieder sanft mobilisiert, also im Liegen durchbewegt - auch die Hüften sehr vorsichtig und eingeschränkt.

Was wir sehr gut fanden war ein Liegerolli, so dass wir trotgz liegenmüssen rausgehen konnten.

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
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Re: Hüft-OP

Beitragvon MamavonTom » 23.03.2019, 19:54

Hallo Jörg,

Danke für deine Antwort.
Bei uns wird die DVO und Acetabuloplastik links gemacht, rechts ist im nächsten Jahr angedacht.
Wo habt ihr operieren lassen? Frau Dr Bollmann hat zu uns gesagt, nach der OP kommt er ins Gipsbett.
Ich habe aber auch schon von anderen gehört, dass der Gips aufgeschnitten wurde und schon mit mobilisieren angefangen wurde.
Wir lassen es auf uns zukommen.
Das mit dem Liegerolli ist ein super Tipp!
Hattet ihr ein pflegebett für die Zeit?

GRÜßE
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Re: Hüft-OP

Beitragvon Rita Schmidt » 23.03.2019, 19:58

Hallo Doris,
unser Pflegesohn wurde auch in Berlin an einer Hüftdysplasie operiert. Wir waren anschließend auch in Hohenstuecken zur Rehabilitation, geht also auch bei Hüft OP. Ob es sinnvoll ist vorher Muskelmasse aufzubauen kann ich nicht genau sagen, schaden kann es nie. Leider lag unser PS nur im Gips, habe erst später von der Möglichkeit der Lagerungsbloecke gehört. Wir hatten einen umgebauten Rehawagen zum Gips ablegen. Leider muss er jetzt noch an den Knien operiert werden, diesmal aber in Arnstadt, gleich nach Ostern. Da seid ihr, Franziska, sicher schon wieder zu Hause

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Re: Hüft-OP

Beitragvon Jörg75 » 23.03.2019, 21:33

Hallo Franziska,

wir haben in Hannover im Annastift von Dr. Herold operieren lassen. Das Annastift ist der orthopädische Teil der Medizinischen Hochschule Hannover, Dr. Herolds Team macht letztlich den ganzen Tag nichts anderes als entsprechende Operationen an Kindern und Jugendlichen. Wir haben uns dort sehr wohlgefühlt.

In Hannover arbeitet man am liebsten mit Weischschaumlagerungsblöcken, die sind einfach angenehmer als Gipsbett. Allerdings wird die Entscheidung, ob tatsächlich Weichschaum genommen werden kann oder Gips nötig ist, erst während der OP getroffen.

Pflegebett haben wir sowieso, insofern hatten wir kein zusätzliches während der Zeit. Was wir selber gemacht hatten war eine große leichte "Holzplatte" mit Griffen, auf die wir K. mit Lagerungsblock legen konnten und in so im Haus durch die Etagen bringen konnten und auch draußen im Schatten auf niedrige "Böcke" an den Sandkasten bringen konnten, so dass er spielen konnte. Nach etwa 10 Tagen haben wir uns aber auch getraut, ihn einfach mit dem Weichschaumlagerungsblock auf dem Arm durch die Gegend zu tragen ... ging auch gut.

Gruß
Jörg
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Re: Hüft-OP

Beitragvon Dorit79 » 23.03.2019, 22:19

Liebe Rita,
Alles Gute für die Knie-OP!!! Wurde die Hüft-OP bei eurem Pflegesohn im Berhing gemacht?

Lieber Jörg, der Tipp mit dem selbstgemachten Liegebrett ist gut! Wir wohnen leider gar nicht barrierefrei und ich überlege schon immer, wie wir sie transportieren können. Kann man ein Pflegebett ausleihen für die Zeit nach der OP? Zwischendurch (in der Liegezeit mit Gips oder Blöcken) werden doch sicher auch Arztbesuche anstehen oder? Kann man dort einen Krankentransport bekommen und holen die dann das Kind auch aus dem Haus liegend ab? Wir haben eine große Treppe zu unserem Haus (29 Stufen!).

Liebe Grüße!

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Re: Hüft-OP

Beitragvon Jörg75 » 23.03.2019, 22:27

Hallo Dorit,

meines Wissens kann man Pflegebetten auch für eine begrenzte Zeit ausleihen, ja. Wir wurden jedenfalls gefragt, ob wir für die Zeit eines bräuchten ... hatte sich aber bei uns erledigt.
Den einzigen Arztbesuch, den wir in der Zeit hatten, war einmal Fädenziehen ... und vor dem Wiedereinrücken zur Mobilisierung dann die Untersuchung auf Infektfreiheit. Das haben wir per Hausbesuch mit dem Kinderarzt geregelt. Physiotherapie in der Zeit haben wir ebenfalls per Hausbesuch geregelt.
Das Wiedereinrücken ins Krankenhaus zur Mobilisierung und Kontrolle haben wir per Liegendtransport gemacht, klar. So sind wir nach den OP's ja auch nach Hause gekommen.

Gruß
Jörg
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Re: Hüft-OP

Beitragvon Dorit79 » 24.03.2019, 08:20

Vielen Dank für die Infos, Jörg!

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Re: Hüft-OP

Beitragvon MamavonTom » 24.03.2019, 09:59

Der Tipp mit der Platte und den Griffen zum Transportieren des Kindes ist echt klasse!
Wir wohnen auch nicht bei dir frei und haben überlegt wie wir das Kind von A nach B transportieren können.
Liebe Rita, wir werden am 18.04 operiert und sollen dann 14 Tage im Krankenhaus bleiben. Sicher kann sich unser Aufenthalt überschneiden.
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