"Nachtschreck" bei 11jährigen?

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JohannaG
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"Nachtschreck" bei 11jährigen?

Beitragvon JohannaG » 23.03.2019, 00:01

Hallo Forum,

und gleich noch eine Frage - betrifft meinen 11jährigen Sohn.
Gerade hab ich ihn wieder "aufgegriffen"...

Schon seit er klein ist, ist er immer wieder mal bis zu 2 Std nach dem Einschlafen aufgewacht und war panisch. Wurde uns als "typischer Nachtschreck" erklärt und haben wir auch so akzeptiert.

Nun hat er das aber immer noch - jetzt ist er schon 11. Kennt das noch jemand? Es äußert sich so, daß er aufwacht, aufsteht, weint, desorientiert im Haus herumläuft und ggf auch Sachen ausräumt. Ich muß ihn dann "einfangen" und wieder ins Bett bringen. Dort schläft er in der Regel schnell wieder ein (manchmal will er dann nur bei mir im Bett schlafen). Am nächsten morgen erinnert er sich an nichts.

Eigentlich sollte der Nachtschreck sich ja so mit ca 6-7 Jahren verlieren, aber kann das sein, daß er das immer noch hat?

LG Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
C., (w), 11/2004, adoptiert, FASD, Bindungsstörung, lernbehindert, juvenile Polyarthritis;
J. (m) 01/2008, adoptiert, ADHS; Depressionen und ???,
M. (w) 01/2012 FG bei 23+6 SSW, Kleinwuchs, GÖR, Nahrungsmittelallergien, leichte ICP, Schielen, Weitsichtigkeit, allg Entwicklungsverzögerung

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Alexandra2014
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Re: "Nachtschreck" bei 11jährigen?

Beitragvon Alexandra2014 » 23.03.2019, 08:15

Hallo Johanna,

ich will dir keine Angst machen, aber bei uns sind das epileptische Anfälle des Frontallappens. Auch uns wurde das zu Kleinkindzeiten als Nachtschreck verkauft.
Hatte er schon mal ein Schlafentzugs-EEG?

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

JohannaG
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Re: "Nachtschreck" bei 11jährigen?

Beitragvon JohannaG » 23.03.2019, 09:01

Hallo Alexandra,

nein, ein EEG wurde bei ihm noch nie gemacht. Gar keines. Schien ja nicht nötig.
Merkt ihr von diesen nächtlichen Anfällen tags drauf irgend etwas? Er kann sich, wie gesagt, nicht mehr erinnern, und scheint auch nicht irgendwie beeinträchtigt zu sein. (Allerdings hat er schon so seine Baustellen, aber woher die kommen.... weiß der Himmel. Hat noch keiner rausgefunden. Größtes Problem: sehr niedrige Frustrationstoleranz, "Ausraster" vom feinsten tagsüber. Die haben wir jetzt mit Risperdal zum Glück auf ein erträgliches Maß reduzieren können. Aber kann da ein Zusammenhang bestehen?

LG Johanna
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Alexandra2014
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Re: "Nachtschreck" bei 11jährigen?

Beitragvon Alexandra2014 » 23.03.2019, 10:11

Hallo Johanna,

ja, da kann ein Zusammenhang bestehen. Anfälle im Frontallappen wirken sich auf die Emotionalität aus.
Unser Kind ist am nächsten Morgen auch wieder ganz normal und erinnert sich nicht, dass sie nachts die Spielzeugkiste ausgeräumt hat.
Bei uns ist das mit der richtigen Medikation jetzt komplett weg. Also nachts keine Amokläufe mehr und Kind ist auch tagsüber viel ausgeglichener.
Eine nicht eingestellt Epilepsie kann auch Symptome eines ADHS machen. Vor der Medikation war meine Tochter sehr umtriebig, nicht kritikfähig, wenig kooperativ, hatte Konzentrationsprobleme.

Wichtig wäre, nicht nur ein einfaches Wach-EEG machen zu lassen - die waren bei uns alle in Ordnung - sondern ein Schlafentzugs-EEG und/oder Langzeit-EEG.

Bei uns ist es letztlich auch erst aufgefallen, als ein Anfall nachts generalisiert ist. Wäre er das nicht, wüssten wir vielleicht immer noch nichts von der Epilepsie. :-/

Gruß
Alex
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Anne1301
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Re: "Nachtschreck" bei 11jährigen?

Beitragvon Anne1301 » 23.03.2019, 19:49

Hallo Johanna,
meine Tochter wird zwar im Sommer erst 5 Jahre alt, aber auch sie wurde nachts ständig wach, weinte, war desorientiert und reagierte nicht wirklich. Wir haben es auch lange auf den Nachtschreck geschoben. Aber irgendwann war es jede Nacht und auch mehrmals in der Nacht sodass uns der fehlende Schlaf auch zermürbt hat. Ich habe hier im Forum auch immer wieder von den nächtlichen Anfällen gelesen, es aber lange nicht so recht glauben wollen. Wir haben dann ein einfaches Schlaf-EEG machen lassen und auch in der Klinik wurde noch gesagt das wäre umsonst, das wäre der Nachtschreck. Naja, das EEG war dann so eindeutig, dass wir das Epilepsiemedikament deutlich erhöht haben und seitdem zu 99% eine durchgeschlafene Nacht haben. Seitdem entwickelt sie sich gefühlt auch besser (haben ja auch noch so ein paar Baustellen).
Unsere Große schläft schon lange durch und da beide Töchter die gleiche Erkrankung haben, wurde auch bei ihr das Schlaf-EEG gemacht. Aber ihres war glücklicherweise sauber.

Ich würde also auch ein EEG empfehlen, einfach nur um sicher zu gehen.

Gruß
Anne
A. (*2012) und B. (*2014) vermtl. unbekannter Gendefekt, Epilepsie, Rumpfhypotonie, globale Entwicklungsverzögerung (insbesondere Feinmotorik und Sprache)

JohannaG
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Re: "Nachtschreck" bei 11jährigen?

Beitragvon JohannaG » 23.03.2019, 21:07

Hallo Anne,

danke für deine Nachricht.... ja. Ich werde das mal überprüfen lassen. Denn irgendwie kommt es mir doch langsam sehr seltsam vor.

Liebe Grüße!

Johanna
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