Anke mit Arthur, milde ICP - Regelkita?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Anke85
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Anke mit Arthur, milde ICP - Regelkita?

Beitragvon Anke85 » 20.03.2019, 19:21

Hallo nachdem mein kleiner Sohn jetzt 2,5 Jahre in der 30.ssw per notsectio mit mehrfacher nabelumschlingung geboren wurde, ist nun eine ICP, hemiparese rechts verblieben.

Zu unserem großen Glück in einer milden Form. Das heißt er kann frei laufen, nun auch Treppen steigen, Laufrad fahren...er kann beidhändig agieren...
Man merkt aber insbesondere bei der rechten Hand, dass sie nicht so funktioniert wie sie sollte und das laufen ist ein wenig unrund...

Nun wird er im August 3 und wir suchen nach einer Betreuung bei der Tagesmutter nun einen Kindergartenplatz...

Die Frage, die ich mir stelle ist, ob für Arthur eine regelkita völlig ausreicht oder braucht er trotz der geringen Einschränkung doch einen i-Platz? Gibt es da Erfahrungen gerade mit Blick auf vor- und Nachteilen eines i-Platzes?

Lg Anke und Danke für die Rückmeldungen...

LovisAnnaLarsMama
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Re: Anke mit Arthur, milde ICP

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 20.03.2019, 19:39

Hallo Anke, erstmal wilkommen hier!
Ich finde dein Sohn kann schon ganz schön viel.
Ich habe auch ein Hemikind das fast 3 1/2 Jahre ist. Treppen steigen und Laufrad fahren kann er noch absolut nicht, schnell laufen auch nicht, er läuft eigentlich nur sehr kurze Strecken dazu noch zig Nebenkampfplätze: Sprache, Epilepsie und noch einige mehr... Wir hatten bisher keine I- Kraft- was aber auch an der Situation im Kindergarten liegt.
Ich würde den Kindergarten erst mal ganz normal probieren. Am Anfang sind die Kleinen sowiso noch recht unselbstständig und man merkt ziemlich schnell, ob und wie er klarkommt. Dazu kommt aber auch die Frage, wie die Erzieher eingestellt sind.
Wie schaut es denn mit seiner Sprache aus? Ist da alles im Rahmen?
Lg LovisAnnaLarsMama
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

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Re: Anke mit Arthur, milde ICP

Beitragvon Anke85 » 20.03.2019, 20:22

Danke für die schnelle Antwort

Ein guter Gedanke, klar brauchen alle Kinder in dem Alter noch viel Unterstützung und dann schaut man wie es weitergeht...

Ich wünsche mir auch lieber eine regelkita hab nur da manchmal so meine Angst, dass man nicht achtsam genug ist, weil er manche motorischen Anforderungen nicht so ganz sicher kann wie andere...nur nicht das er sich verletzt...

Sprachlich ist er vom Verständnis Mega auch kann er seine Wünsche in Sätzen äußern...aber teilweise undeutlich...

Wann hat dein Sohn die Epilepsie entwickelt? Das ist einer meiner größten Ängste....

LovisAnnaLarsMama
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Re: Anke mit Arthur, milde ICP

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 20.03.2019, 20:34

Hallo Anke,
die Epilepsie kam vor fast einem Jahr auf, wir haben dann noch lange gebraucht, bis eine Diagnose/ Medikament stand.
Da bei uns die Kommunikation ein großes Problem ist, was den Kleinen auch ziemlich ärgert, haben wir uns um einen Platz im Heilpädagogischen Kindergarten beworben.
Lg
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Anke85
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Re: Anke mit Arthur, milde ICP

Beitragvon Anke85 » 20.03.2019, 20:45

Hallo lovisannalarsmama,

Ich kann euch nur wünschen das die Epilepsie dann wenigstens gut eingestellt ist!!!

Haben die sprachlichen Probleme mit der hemi zu tun? Ich habe da nur mal so quer gelesen und „weis“ daher dass von einer Lähmung auch das Gesicht/ der Mund betroffen sein kann...wird wohl auch unsere nächste Baustelle, da der Speichelfluss enorm ist

Susi2015
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Re: Anke mit Arthur, milde ICP

Beitragvon Susi2015 » 20.03.2019, 21:09

Hallo Anke,

ich finde es toll was dein Sohn trotz ICP alles kann. Ich habe ein Hemikind (fast 3,5 Jahre, arm- und beinbetont) durch eine Gehirnblutung aufgrund der extremen Frühgeburt. Laufrad fahren kann er z.B. noch nicht, da er hierbei große Probleme mit dem Gleichgewicht hat, laufen, Treppen steigen etc. kann er, aber es strengt ihn mehr an als seinen Bruder.

Bisher war er in der Kinderkrippe ohne I-Kraft und es hat super geklappt. Jetzt wechselt er in den Regelkindergarten und von Kindergartenseite ist dies kein Problem. Wir haben eine begleitende Hilfe genehmigt bekommen, die ihn bei alltäglichen Dingen unterstützen soll und auch stundenweise eine I-Kraft. Es kommt von Kindergarten zu Kindergarten an wie sie zu zusätzlichen Hilfen stehen. Bei uns nimmt der Kindergarten diese gerne an. Ich kann gerne berichten wie es läuft.

VG
Susi

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Re: Anke mit Arthur, milde ICP

Beitragvon melly210 » 20.03.2019, 21:36

Hallo :-) Ich finde es auch toll, was dein Sohn schon kann, klingt super ! Mein Sohn hat zwar keine ICP, sondern "nur" eine leichte Muskelhypotonie und Wahrnehmungsstörungen, aber von dem was dein Sohn kann klingt es ca ähnlich wie bei meinem. Bzw deiner ist teilweise sogar schneller. Gelaufen ist er noch im normalen Zeitfenster, mit 17 Monaten. Er konnte mit 2,5 zwar auch Treppen steigen, aber länger als so richtig Laufrad ist er erst mit 3,25 gefahren. Er konnte zwar ab 2 fahren, aber nach so 10 Min ist ihm immer die Kraft ausgegangen und er wollte nicht mehr. Er war sprachlich auch immer altersgerecht, hat aber undeutlich gesprochen und sehr viel gesabbert. Er spricht jetzt mit 4 immer noch undeutlich, es ist aber schon viel besser geworden. Sabbern tut er noch wenn er sich sehr konzentriert, müde oder verkühlt ist. Sauber ist er auch noch nicht. Da macht ihm seine Wahrnehmungsstörung einen Strich durch die Rechnung. Die Feinmotorik ist auch noch eher grottig, dh Stifthaltung passt noch nicht, schneiden auch noch nicht. Sein Sprachverständnis war schon immer sehr gut, kognitiv ist er so auch gut drauf, er konnte mit 3 alle Ziffern lesen und mit 3,25 hat er die Uhr sinnerfassend abgelesen.

Er ist als Regelkind in einem stinknormalen Kiga. Allerdings in einem bekannt guten. Er mag es sehr, daß er dort auch mal "einer von Vielen" sein kann und zur Abwechslung nicht so genau darauf geachtet wird wie gut er schon malt etc wie zuhause oder bei der Therapie. Er kommt auch mit den anderen Kindern gut zurecht, hat schon ein paar Freunde dort :-) Die einzige Sonderbehandlung die es bisher gab ist daß ihn jetzt eine Entwicklungspsychologin vom Kindergartenträger in der Gruppe beobachtet um der Kindergärtnerin dann Tipps geben zu können wie sie in manchen Situationen besser mit ihm umgehen kann. Er hat nämlich zb nachwievor Angst vor Kerzen und hellem Licht und isst sehr, sehr selektiv. Da lassen wieder die Wahrnehmungsstörungen grüßen.

Ich würde auch meinen versuch es im Regelkiga. Spielt beim Kindergarten mit offenen Karten, sagt von vorne herein, daß er Baustellen hat und wo es eventuell Probleme geben könnte, dann seht ihr ja was sie sagen.

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Re: Anke mit Arthur, milde ICP

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 20.03.2019, 23:25

Hallo Anke, die Sprachprobleme sind teils motorischer Natur, zum anderen lag es wohl auch an der Epilepsie und an anderen Gründen: das Bedürfnis irgendetwas nachzusprechen fehlte völlig, manche Worte wurden wieder vergessen, manchmal wollte er sich nur mit " da da dadada" ausdrücken- obwohl das passive Sprachverständnis ziemlich normal ist. Da die Sprachentwicklung mehrfach wieder am Anfang des Lautierens begann, könnte es auch sein, dass schon früher anfallsmäßig etwas gelaufen ist. Richtige Erklärungen habe ich bisher nicht dafür. Manche besonders interessante Worte funktionieren richtig gut, andere wie " Ja" und "nein" werden gerne mal zu "da" und "na"...
Lg
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Re: Anke mit Arthur, milde ICP

Beitragvon Luuri » 21.03.2019, 08:33

Hallo Anke,

Du kannst mächtig stolz auf deinen Sohnemann sein:) einfach toll. Mein Sohn war kein Frühchen, hatte aber eine Hirnblutung im Mutterleib. Naja dadurch auch so einige Baustelle. Er krabbelt jetzt seit 2 Wochen richtig:) das freut uns mega! Laufen kann er nicht, macht aber die erste Schritte am Lauflernwagen.
Zu deiner Frage. F. Ist seit September 2018 als I-Kind in einem Regelkindergarten. Anfang war noch unklar, ob er dort bleiben kann (Hab ich jetzt im Gespräch mal so rausgehört- wobei mir das auch klar war!)
Es klappt wunderbar und wir sind super zufrieden, alle geben sich große Mühe und lieben ihn:) hihi
Den I Status haben wir auf Grund seines Shunts und den anderen Diagnosen für den gesamten Kitazeitraum erhalten, müssen nicht erneut begutachtet werden.
Ein I-Status bringt meines Erachtens viele Vorteile, da der Personalschlüssel besser wird. So ist es jedenfalls in Berlin. Sicherlich haben wir deshalb auch sofort eine Zusage bekommen. Aber es klappt wirklich gut!
Ich wünsche euch weiterhin so tolöe Fortschritte

LG Laura
F. 26.08.2017 IVH 2-3. Grades links im Mutterleib, Hydrocephalus, shuntversorgt, entwicklungsverzögert, fokale Epilepsie, V.a. Hemiparese rechts

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Re: Anke mit Arthur, milde ICP - Regelkita?

Beitragvon Anke85 » 12.11.2019, 18:09

Hallo mal wieder

Danke für die vielen Antworten...Arthur geht jetzt als regelkind in eine KITA...wir üben zu Hause viel das selbstständige an-und ausziehen, ich glaube das ist sehr wichtig, um wie „normal“zu sein, gerade bei dem betreuungsschlüssel..aber das klappt gut

Ich glaube es war die richtige Wahl, gerade weil wir Arthur eigentlich immer „normal“ behandelt haben ( heißt zB anderekinder bekommen ihr laufrad mit 2 und wir haben es auch so gemacht...und ich es klappt...)


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