Medikamente fürs Kind "tarnen"

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LovisAnnaLarsMama
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Medikamente fürs Kind "tarnen"

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 17.03.2019, 10:07

Hallo,
ich brauche kreative Ideen, wie man Medikamente ins Kind bringen kann.
Bei uns ist es so, dass der Kleine Medikamente per Spritze nimmt- dann kam eine Phase, wo er gerne etwas aus dem Mund laufen ließ..

Inzwischen gibt es das Medikament in Tablettenform. Wir teilen die Tablette (Viertel) und versenken die Stücke in Jogurt oder Pudding.
Mein Mann hatte sie auch schon in welcher Zwiebelmettwurst getarnt.
Was habt ihr noch an kreativen Ideen? Das Problem ist, dass das Präparat etwas bitter schmeckt und vom Kind recht schnell entdeckt wird... Das heißt wir müssen die Tablette öfter mal in andere Sachen stecken.
Zermahlen ist nicht erlaubt, aber die Stücke lösen sich relativ gut in feuchter Umgebung wie dem Jogurt...
Lg
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

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RikemitSohn
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Beitragvon RikemitSohn » 17.03.2019, 12:06

Hallo,

mein Sohn war früher auch eine Katastrophe bei der Medieinnahme. Daher verstehe ich dich.
Allerdings wäre ich vorsichtig mit dem Untermischen. Dein Sohn scheint euch zu durchschauen und das birgt die Gefahr von generellem Misstrauen gegenüber Essen. Vorher soll er wissen, wann ihr ihn ,,veräppelt".
Ich würde es eher mit Reden und Belohnung versuchen. Mein Sohn kriegt bis heute bei bitteren Tabletten Schokolade zum neutralisieren. Damit ist seine Furcht besser geworden.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

Katja_S
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Beitragvon Katja_S » 17.03.2019, 12:45

Hallo LovisAnnaLarsMama,
richtig kreativ ist meine Idee jetzt nicht, aber mein Sohn bekommt sein Antiepileptikum (Levetiracetam) als Granulat (mehrere kleine Kügelchen) immmer mit Obstmus - entweder auf ca. 50-100 g selbstgekochtem Mus oder auf diesen 100g Fruchtbechern von Hipp, wenn wir weg/unterwegs sind. Einfach, weil man die Becher gut mitnehmen kannm, diese nicht so schnell schlecht werden und ich die von denen auch immer einen in der Notfalltasche lassen kann, falls wir abends mal spontan länger unterwegs sind. Den Rest vom Mus darf er dann noch zu Ende essen, auch wenn das Medikament geschluckt ist (meist mit den 1. 2-3 Löffeln). Das funktioniert bei uns ganz gut, ganz einfach auch, weil er es jetzt schon jahrelang so gewöhnt ist. Ich glaube auch nicht, dass man das Granulat da so arg rausschmecken kann (weiß ich aber nicht, ich habe es nicht probiert). Inzwischen ist er aber zum Glück auch so verständig, dass er weiß, dass das Medikament wichtig ist und erinnert mich sogar dran. Große Probleme hat er beim Medinehmen zum Glück auch nie gemacht
Ich kann aber gut vertsehen, dass das ein Problem ist, wenn ein Kind ein Medikament nehmen muss (und dann auch noch auf alle Fälle vollständig) und sich dagegen wehrt.
Ich hoffe, ihr findet eine gute Möglichkeit für euch und andere haben bessere Tipps :D .
Viele Grüße
Katja
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung

kati543
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Beitragvon kati543 » 17.03.2019, 13:32

Hallo,
mein Sohn ist da auch sehr empfindlich. Sein erstes Antiepileptikum (vom einstellenden Krankenhaus) ging gar nicht. Unser weiterbehandelnder Neurologe gab uns dann ein anderes Präparat (gleicher Wirkstoff, gleiche Darreichungsform, anderes Unternehmen) und schon klappt es. Seitdem bekommen wir bei aut item ein Kreuz. Vielleicht könnt ihr diesbezüglich auch etwas ändern?
Diese Antiepileptika nimmt er wirklich ohne Murren und passt auch selbst auf. Bei einer akuter Erkrankung bekomme ich nichts außer Ibuprofen in ihn rein. Bei Antibiotika mache ich es üblicherweise so, dass ich klar kommuniziere, dass dies das Medikament ist und genommen werden muss, aber danach gibt es eine gutschmeckende Belohnung.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
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D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

MajaJo
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Beitragvon MajaJo » 17.03.2019, 13:35

Hallo,

meine Tochter hat so einen Ekel vor Medikamenten, dass sie diese wieder postwendend erbricht. Wir haben Tabletten geteilt und in aufgeschnittenen Gummibärchen verpackt. Zunächst haben wir Gummibärchen schlucken geübt und anschließend hat sie dann die gefüllten Gummibärchen geschluckt.

Liebe Grüße
Maja
Maja m. Jo (*10) Neurod., Ichth. vulgaris, Asthma, Allergien m. Anaphylaxie, GdB 70 H, A (*05) Chêneau-Korsett versorgte Skoliose und Sternenenkel (3/18-5/18)

Jonas2015
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Beitragvon Jonas2015 » 17.03.2019, 14:55

Wir haben das „Glück“ nichts tarnen zu müssen aber wir helfen geschmacklich etwas nach. Das Orfiril long bekommt er mit Quetschis weil wir die Kapsel öffnen müssen und die einzelnen Kügelchen sonst nicht runter gehen. Die liebt er und die gehen immer. Die Tabletten lösen wir in einem Löffel Wasser auf (haben auch schon Saft genommen was den Geschmack kaschiert) aber da gehen bestimmt auch Quetschis. Nur das 3. als Saft bekommt er pur. Anfangs haben wir versucht ihm die Sachen unterzujubeln was nur geklappt hat bis er das erste Mal auf ein Tablettenstück gebissen hat. Danach war Alarm angesagt wenn wir mit den Medis um die Ecke kamen..... Da gab es dann eine Zeit lang als Belohnung 3 Gummibärchen (für jedes Medikament eins) hinterher. Seit dem sagen wir immer an das es Medizin ist und er versteht mit seinen 3 Jahren gut das das wichtig ist und kein Weg daran vorbei führt.

Viele Grüße

Britta70
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Beitragvon Britta70 » 17.03.2019, 18:27

Hallo,

es gibt in der Apotheke auch so "Überzüge" für Tabletten, die schwer zu schlucken sind oder bitter schmecken. Sie sind dann sehr glatt, schmecken nach Zitrone und lösen sich im Magen sofort auf. Leider weiß ich den Namen nicht.

LG
Britta
Amelie (*05), hypoxischer Hirnschaden durch near-missed SIDS, Z. n. BNS-Epilepsie, Button, Tetraspastik, Tetraparese, cerebral blind, Hüftluxation links (operiert 2014), starke Skoliose (operiert 2016)

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Beitragvon RolliTanteSilvi » 17.03.2019, 18:34

LovisAnnaLarsMama,

schau mal - das ist der Überzug den Britta70 meint -
https://www.eurapon.de/medcoat-schluckh ... 1948_10_20__

LG Silvi
Moritz (geb.2007) - richtiger Sonnenschein und "Wirbelwind" mit Muskeldystrophie des Typs Duchenne - hat beide Eltern bei einem Autounfall verloren - seit 2017 Diffuser Ösophagusspasmus (Schluckstörung) - seit 2018 Tracheastoma & GastroTube
" Auch aus Steinen, die Dir in den Weg gelegt werden, kannst Du etwas bauen". (Erich Kästner)

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Beitragvon Silke H-S » 17.03.2019, 19:02

Hallo,
das Problem ist uns gut bekannt. Unser Sohn nimmt Medikamente grundsätzlich nur in Nutella - Tabletten (wobei er Ospolot bekommt und die schmecken wirklich sehr bitter) aber auch andere Tabletten, Flüssigkeiten, homöopatische Kügelchen, also alles, was so ins Kind muss. Alle Versuche, das er sie irgendwie anders einnimmt, sind krachend gescheitert.
viele Grüße
Silke

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LovisAnnaLarsMama
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Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 17.03.2019, 19:13

Also Tablette komplett würde er auch mit Schluckhilfe niemals schlucken. Er schluckt nur breiiges, bzw. inzwischen auch richtig gut gekautes. In Apfelmus haben wir auch mal ausprobiert, das funktionierte bei ihm nicht richtig. Nutella finde ich gut, das probiere ich irgendwann mal im Notfall aus, wenn sonst nichts geht.
Gummibären merke ich mir auch ;)
Lg LovisAnnaLarsMama
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt


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