Autimus? Sohn, 3 J., ohne Diagnose

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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MamaEmiljan
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Beitragvon MamaEmiljan » 17.03.2019, 18:53

Tatsächlich scheint jeder eine andere meinung zu den diagnosekriterien zu haben. Dass FKA früh nur in der Sprachverzögerung auffallen, habe ich bisher nicht rausgelesen. Eher waren es doch verhaltensauffalligkeiten oder bausteine der kindlichen Entwicklung die nicht da waren...geteilte aufnerksamkeit etc.

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 17.03.2019, 19:20

Tatsächlich scheint jeder eine andere meinung zu den diagnosekriterien zu haben. Dass FKA früh nur in der Sprachverzögerung auffallen, habe ich bisher nicht rausgelesen. Eher waren es doch verhaltensauffalligkeiten oder bausteine der kindlichen Entwicklung die nicht da waren...geteilte aufnerksamkeit etc.
FKA ist ja noch am leichtesten zu erkennen. Bei Asperger ist es schon deutlich schwieriger, auch wenn die Kinder da oft schon deutlich älter sind.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 17.03.2019, 19:27

So diagnostische „Haarspaltereien“ machen Sinn für den Austausch rund um Autismus, im Abgleich von Innensicht/persönlicher Erfahrung und den scheinbar „harten“ fachlichen Kriterien. Also für Leute, die tief drinstecken.
Für besorgte Eltern auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage „Ist mein Kind autistisch oder nicht?“ eher nicht so. :wink:

Autismus ist etwas ungemein Vielschichtiges. Selbst wenn man sich lange und intensiv damit beschäftigt, lernt man nie aus.
Mit den Jahren lernt man aber, die scheinbaren oder tatsächlichen Widersprüchlichkeiten in Büchern, Berichten usw einzuordnen.
Wenn man aber noch nie innig (also privat in der Familie oder beruflich mit spezieller Qualifikation) mit Autismus zu tun hatte, schwimmt man da zwangsläufig.

Deshalb kommt einem dann die Diskussion hier vielleicht komisch vor. :P Wobei ich persönlich mich an der Sortierung der Auffälligkeiten nach Asperger oder FKA oder zwischen vor 18 Monaten/ nach 18 Monaten usw nicht aufhängen würde ... :wink:

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 17.03.2019, 20:25

Tatsächlich scheint jeder eine andere meinung zu den diagnosekriterien zu haben. Dass FKA früh nur in der Sprachverzögerung auffallen, habe ich bisher nicht rausgelesen. Eher waren es doch verhaltensauffalligkeiten oder bausteine der kindlichen Entwicklung die nicht da waren...geteilte aufnerksamkeit etc.
Von „nur“ Sprachverzögerung hat keiner geschrieben. Es ist aber häufig ein Teil der Problematik. Wenn sie auftritt, dann aber beim FKA und dort relativ häufig. Eine Sprachverzögerung galt zum Beispiel lange als Ausschlusskriterium für Asperger Autismus. Allerdings werden die Grenzen da auch weicher, denn theoretisch kann man auch beides haben, nämlich Asperger und eine Sprachentwicklungsstörung (anderer Ursache). Motorische Auffälligkeiten hingegen, wurden wohl eher dem Asperger zugeschrieben und sollen beim FKA weniger vorkommen. Das heißt aber z.B. nicht, dass ein FKA nie motorische Probleme haben kann.

Insgesamt verändern sich die Differenzierungen zwischen den einzelnen Autismusspektrumstörungen. In Zukunft soll nicht mehr zwischen atypisch, frühkindlich und Asperger unterschieden werden.
Es wird dann Autismusspektrumstörung genannt, mit oder ohne Sprachentwicklungsstörung und mit oder ohne Intelligenzminderung.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Samaya1210
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Beitragvon Samaya1210 » 17.03.2019, 20:35

Danke für eure Erläuterungen und Erfahrungen. Ich kann es nur immer wieder sagen, ich habe in diesem Forum sehr viel gelernt. Egal, was mein Kind letzten Endes hat, ich habe dazugelernt. Habe mich quer durch viele Themen gelesen.... und mit einigen von euch geschrieben. Man kann so viel aus Literatur entnehmen... Habe viele Studien aufmerksam durchgelesen... aber die Erfahrung von Eltern ist nochmal was ganz anderes.

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 17.03.2019, 20:57

Liebe Samaya,

das geht mir ganz genauso! 👍🏻

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

MamaEmiljan
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Re: Autimus? Sohn, 3 J., ohne Diagnose

Beitragvon MamaEmiljan » 04.06.2019, 21:31

Mal ein kleines Update :-).
Dank diesem Forum habe ich einen wunderbaren Menschen kennengelernt, der mir sehr ans Herz gewachsen ist. Ein Treffen nächstes Jahr ist geplant.
Nun aber zu meiner Eule:
Mittlerweile hat sich wieder einiges getan...was mich sehr sehr freut, auch wenn der Weg wohl noch mit einigen Höhen und Tiefen verbunden ist.
Wir haben einen I Platz in der kita mit 45 min heilpädagogik am Tag. Eine aufstockung auf 90 min ist ab September geplant.

Zwergi macht in jedem Bereich gute Fortschritte. Die aktive Sprache ist aber nach wie vor die Hauptbaustelle.
Motorisch geht er mittlerweile die Treppen im wechselschritt hoch, runter frei und mit nachstellschritt. Er hüpft jetzt und versucht sich alleine auszuziehen. Beim anziehen hilft er schön mit. Fahrzeuge fahren fällt ihm extrem schwer. Alles was eigenständige Handlungsplanung und koordination erfordert. Aber er übt fleissig.

Das sprachverständnis wächst und gedeiht. Zu Aufforderungen und wo und wie fragen sind jetzt "möchtest du" fragen hinzugekommen. Das wort nein ist nun zum absoluten Lieblingswort ernannt zumindest wenn es um die frage geht ob wir ins bett wollen. Zum kopfschütteln wird es mit nein untermalt... :-) :-) :-)
Er kann mittlerweile alle Körperteile zeigen vom haar bis zum Zeh. Er erkennt mittlerweile 5 formen und kann sie zielsicher bringen.
Feinmotorisch...wir stecken geld in spärbüchsen, er öffnet seinen joghurt alleine. Wir üben selbstständige handlungsabläufe ( Löffel in spülmaschine bringen etc - besteht ja aus mehreren Teilen:-) ).
Spielverhalten: er liebt es seine kuscheltiere zu füttern... mit echtem essen und Spielessen, bringt sie ins bett etc. er telefoniert gerne, guckt gerne mit mir bilderbücher an, spielt steckpuzzle ( wird immer besser), baut türme und probiert grade viel aus...lego, spielzeugfiguren werden in schaukeln gesetzt etc.malen und macht das was wir machen. Klobürste und spülen ist auch der grosse hit...

Grösstes problem noch die aktive Sprache aber vielleicht bin ich zu ungeduldig. :-)

Momentan sind wir viel im garten. Matschküche, fussball spielen etc. Und natürlich am see. Da kann ich mich auch mal ne stunde ins wasser setzen und ihn beim spielen zugucken. Er buddelt, matscht, holt wasser und ist auch immer wieder neugierig auf andere kinder. Er versucht ins spiel mit einzusteigen oder seine Spielsachen abzugeben. Am Wochenende waren es dann plötzlich 5 kinder...wechselseitig unf miteinander.

Mal schauen wo uns unser weg hinführt. Aber mit liebe schaffen wir alles....

Anjali
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Re: Autimus? Sohn, 3 J., ohne Diagnose

Beitragvon Anjali » 09.06.2019, 11:57

Hallo,
das liest sich alles sehr gut.
Wenn ich z.B. daran denke, dass mein Sohn in diesem noch nicht selbst sein Joghurt öffnen konnte. Wow!

Mit Liebe dabei sein und begleiten, das finde ich ein sympathisches „Motto“.

Weiterhin alles Gute!

LG
Anja
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (18 Jahre / Asperger-Autist)

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Re: Autimus? Sohn, 3 J., ohne Diagnose

Beitragvon Anjali » 09.06.2019, 13:01

Upps, der Wortklauer war unterwegs.

„(...) in diesem Alter (...)“ sollte es heißen.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (18 Jahre / Asperger-Autist)


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