Autimus? Sohn, 3 J., ohne Diagnose

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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Samaya1210
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Re: Autimus? Sohn 3 ohne Diagnose

Beitragvon Samaya1210 » 16.03.2019, 19:02

Die meisten Anzeichen von Autismus treten mit 4-5 Jahren auf. Daher ist in den Fragebögen auch ein sehr großes Augenmerk auf diesen Entwicklungszeitraum gelegt. Davor kann man Autismus nur in sehr offensichtlichen Fällen schon diagnostizieren
Was wären offensichtliche Fälle? Ich lese immer, dass die meisten Anzeichen ab 18 Monaten bemerkbar sind. Bin aber kein Profi.... daher meine Frage... würde gerne mehr dazu erfahren. Danke im Voraus.
Z.B. Kleinkinder, die überhaupt nicht auf ihren Namen, nicht auf ihre Eltern reagieren, keinerlei Kontakt aufnehmen, außer um eigene Bedürfnisse zu befriedigen.

Ich kopiere mal einen Artikel (netdoktor.de):

„Frühkindlicher Autismus: Symptome
Frühkindlicher Autismus zeichnet sich dadurch aus, dass sich die Kinder in die eigene Gedankenwelt zurückziehen. Betroffene Kinder vermeiden den Kontakt zu Menschen, auch zu Eltern und Geschwistern oder beschränken ihn auf das Nötigste. Ihr Interesse ist stärker auf Gegenstände und Dinge gerichtet als auf Menschen. Wenn überhaupt, so suchen sie den Kontakt zu Mitmenschen nur, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen oder Ziele zu erfüllen.

Zwischenmenschliche Beziehungen
Vor allem Eltern leiden häufig unter der vermeintlichen Gefühlskälte ihrer autistischen Kinder. Der Nachwuchs stellt keinen Blickkontakt zur Mutter her, reagiert kaum auf Gefühle wie Fröhlichkeit oder Wut und zeigt häufig keine Anteilnahme. Das Imitieren eines Lachens, welches die Beziehung zur Mutter herstellen soll, kann vollständig fehlen oder sich erst sehr spät einstellen. Lob und Zuwendung der Eltern scheint den Kleinen wenig zu bedeuten. Die Kinder sind komplett in sich gekehrt und spielen lieber alleine als mit Gleichaltrigen, zu denen sie keine freundschaftlichen Kontakte unterhalten.

Gefühle
Menschen mit Kanner-Autismus verstehen Gefühle nicht und zeigen selbst auch keine spontanen Gefühlsregungen. Gesichtsausdrücke, die beispielsweise Zorn, Mitleid, Freude oder Trauer ausdrücken, erahnen sie nicht intuitiv, sondern leiten sie anhand erlernter Erkennungsmerkmale (Muskelbewegungen, Falten) ab. Nicht selten interpretieren sie Gefühlsregungen aus diesem Grund falsch.

Gestörte Sprachentwicklung
Ein Frühkindlicher Autismus beeinträchtigt viele Kinder in ihrer Sprachentwicklung. Sie können sich kaum artikulieren oder ihre Wortwahl ist eingeschränkt. Häufig plappern sie Gesagtes wahllos nach oder wiederholen einen Satz immer wieder. Mitunter bilden sie neue Wörter oder sagen beispielsweise „du“, wenn sie „ich“ meinen. Beim Sprechen unterstützen Autisten das Gesagte nur in geringem Maße mit einer passenden Mimik und Gestik. Auch die Sprachmelodie ist oft monoton ohne Höhen und Tiefen, was roboterhaft klingt.

Stereotypes Verhalten
Autistische Kinder wiederholen bestimmte Verhaltensweisen oder Sätze. Solche repetitiven Handlungen - Stereotypien genannt - treten in verschiedenen Bereichen auf. Das Spiel mit drehenden Rädern beispielsweise erfolgt immer nach dem gleichen Muster, Gegenstände werden exzessiv gesammelt und nach ihrer Größe angeordnet. Beim Spielen picken sich die Kinder oft nur ein ganz bestimmtes Detail des Spielzeugs heraus und beschäftigen sich intensiv damit. Dabei folgt ihr Spiel einem stereotypen Muster und erscheint sehr fantasielos. Wenn andere Menschen die Rituale unterbrechen, entstehen bei den Kindern häufig extreme Angst und Unruhe. Veränderungen machen den autistisch erkrankten Kindern Angst und sollten nur langsam vorgenommen werden.

Weitere Symptome
Das Kanner-Syndrom wird häufig von weiteren unterschiedlichen Symptomen begleitet. So sind heftigste, ängstliche Reaktionen auf Veränderungen nicht selten. Die Kinder weigern sich oft, bestimmte Kleidung anzuziehen oder sie lachen und kichern ohne ersichtlichen Grund. Mitunter schätzen sie alltägliche Gefahren wie den Autoverkehr falsch ein. Auch selbstverletzendes Verhalten kann bei autistischen Kindern auftreten. Bei Säuglingen sind zudem Schlaf- und Essstörungen häufig.“

Wenn das alles schon früh sehr ausgeprägt ist, dann kann man die Diagnose auch schon früh stellen, oder zumindest einen konkreten Verdacht darauf äußern.

Gruß
Alex
Vielen Dank!

Ist Echolalie typisch autistisch, auch wenn das Kleinkind teilweise normal spricht? Oder gibt es das auch bei NT Kindern?

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Beitragvon MamaEmiljan » 16.03.2019, 19:08

Hallo samaya,
Hast du einen begründeten verdacht auf eine störung aus dem ass?
Wie verhält sich dein kind?

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Beitragvon Alexandra2014 » 16.03.2019, 19:15

Wie hat sich deine tochter über die jahre entwickelt? Wie lief ihre Sprachentwicklung?
Die motorische Entwicklung war ähnlich wie bei euch, Krabbeln und freies Laufen etwas später, im Rumpf etwas hypoton. Viele Dinge hat sie erst gemacht, wenn sie sie direkt gut konnte. So ist sie erst mit 3,5 Jahren Laufrad gefahren, dafür aber gleich perfekt. Allgemein sieht sie keinen Sinn im Üben und hasst es, zu scheitern. Wenn sie also die Vermutung hat, etwas nicht zu können, lässt sie es lieber, anstatt es auszuprobieren.

Sie fing mit 14 Monaten an zu sprechen, sieben verständliche Worte. Vier Wochen später kam nur noch „Mama, Papa und da“. Der Rest kam einfach nicht mehr raus und auch nichts neues dazu. Erst mit 3,5 Jahren hat sie angefangen nachzusprechen. Es ging aber nur schleppend weiter, trotz Logopädie ab zwei Jahren.
Später wurde dann eine verbale Dyspraxie diagnostiziert (was wohl nicht selten ist bei Autisten).
Sie spricht Heute in ganze Sätzen, ist soweit auch verständlich, beschränkt sich aber oft auf das Nötigste und ist dabei sehr auf sich fixiert. Sie plappert auch gerne überall dazwischen, kann schlecht auch nur eine Minute warten.

Auch die Epilepsie hat ihre Sprache gehemmt. Als diese nämlich diagnostiziert war und sie Medikamente bekam, hatte sie in allen Bereichen einen deutlichen Entwicklungsschub.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon MamaEmiljan » 16.03.2019, 19:17

Wir hatten ja bereits eine autismus Diagnostik ( über Beziehung beruflich meinerseits).
Erst sollte ich seitenlange fragebögen ausfüllen. Diese wurden ausgewertet und als absolut unauffallig eingestuft. Er kam nicht mal ansatzweise an den cut off.
Zur Absicherung und "durchziehen" der Diagnostik wurden 2 Termine zur spielbeobachtung gemacht. Diese wurden ebenfalls als unauffällig eingestuft. Die spielbeobachtung lief nach dem ados.

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Re: Autimus? Sohn 3 ohne Diagnose

Beitragvon Alexandra2014 » 16.03.2019, 19:19

Vielen Dank!

Ist Echolalie typisch autistisch, auch wenn das Kleinkind teilweise normal spricht? Oder gibt es das auch bei NT Kindern?
In gewissem Alter ist Echolalie wohl auch normal.

Hier ist ein Artikel zum Thema:

https://autismus-kultur.de/autismus/ech ... ismus.html
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon MamaEmiljan » 16.03.2019, 19:26

Die Sprachentwicklung hat bei uns jetzt und sehr schnell eingesetzt. Tiergeräusche sicher auf nachfrage. Wenn er das Wort kennt sagt er es zum zeigen also z.b. trinken oder "arm" wenn er hoch will.
Nachplappern fängt er auch an und freut sich nen kullerkeks wenn er banane sagen kann... :D
Mehr als Entwicklung abwarten wird mir wohl nicht übrig bleiben.
Hatte deine tochter irgendwelche "spleens"? :lol:

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Beitragvon Alexandra2014 » 16.03.2019, 19:26

Wir hatten ja bereits eine autismus Diagnostik ( über Beziehung beruflich meinerseits).
Erst sollte ich seitenlange fragebögen ausfüllen. Diese wurden ausgewertet und als absolut unauffallig eingestuft. Er kam nicht mal ansatzweise an den cut off.
Zur Absicherung und "durchziehen" der Diagnostik wurden 2 Termine zur spielbeobachtung gemacht. Diese wurden ebenfalls als unauffällig eingestuft. Die spielbeobachtung lief nach dem ados.
Das wäre bei meinem Kind in dem Alter vermutlich ähnlich gewesen. Auch die Erzieherinnen im Kiga fanden sie in den ganzen vier Jahren nicht autistisch (obwohl der Kontakt zu anderen Kindern nur daraus bestand, anderen etwas wegzunehmen).
Die Bezugserzieherin (wir treffen uns ab und an beim Einkaufen) wollte es mir sogar nach der Diagnostik nicht glauben. :roll:

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon Samaya1210 » 16.03.2019, 19:29

Hallo samaya,
Hast du einen begründeten verdacht auf eine störung aus dem ass?
Wie verhält sich dein kind?
Ich schreibe nachher ausführlich. Hatte schon mal was gepostet zu meiner jetzt fast 3 jährigen Tochter. Ich kann nur grade nicht viel tippen. Schreibe nachher gern ausführlich. Verfolge auch deine Beiträge, unsere Kinder haben viele Ähnlichkeiten :lol: bis später

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Beitragvon Alexandra2014 » 16.03.2019, 19:34

Die Sprachentwicklung hat bei uns jetzt und sehr schnell eingesetzt. Tiergeräusche sicher auf nachfrage. Wenn er das Wort kennt sagt er es zum zeigen also z.b. trinken oder "arm" wenn er hoch will.
Nachplappern fängt er auch an und freut sich nen kullerkeks wenn er banane sagen kann... :D
Mehr als Entwicklung abwarten wird mir wohl nicht übrig bleiben.
Hatte deine tochter irgendwelche "spleens"? :lol:
Tiergeräusche waren bei uns auch kein Problem. Wir haben viele Wimmelbücher angesehen und auf Nachfrage hat sie alles gezeigt, kannte Fasan, Rebhuhn, Auerhahn, Erpel und Ente, Hirsch, Reh, Elch, Fuchs, Dachs, Mader, Wolf, Uhu usw. Nur gesagt hat sie es nicht. :?

Spleens, hm, jaaa... seit einem halben Jahr etwa, sitzt sie dauernd vor Waschmaschine und Trockner und schaut beim Drehen zu. Besonders beliebt ist das Schleudern... Aber wie gesagt, das macht sie noch nicht lang.
Auch Echolalie und Stereotypen sind nicht wirklich stark ausgeprägt.
Aber sie kann ein wütendes Gesicht, nicht von einem staunenden Gesicht unterscheiden und sie versteht die Zusammenhänge von Erzählungen nicht, also warum jemand etwas tut, wie es dazu kam etc.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon Samaya1210 » 16.03.2019, 19:35

Ps es tut mir leid, ich hab vom Thema abgelenkt :oops:


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