Widerspruch einlegen?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Julia-82
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Widerspruch einlegen?

Beitragvon Julia-82 » 15.03.2019, 13:27

Mein Sohn bekam den Pflegegrad 1 zugesprochen.

Jetzt muss ich hier mal nachfragen,was ich denn unter Ängsten und depressiver Stimmungslage zu verstehen habe.
Denn entweder habe ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt oder mein Sohn erweckte eben den Eindruck,das alles super ist.Es ist ja auch nur eine Momentaufnahme,die Begutachtung.

Mein Sohn ist Asperger Autist und 9 jahre alt.
Es wurde auch ein Besuch bei der Ergo vergessen,der allerdings jetzt keinen Einfluss auf die Punkte hätte.Zusätzlich kommt noch eine Lerntherapie und eine Schulbegleitung wurde auch beantragt.Hätte diese nachträglich Einfluss?

Wird denn immer neu begutachtet? Oder reicht manchmal auch ein ausführliches schreiben,wenn etwas nicht beachtet wurde?
Nachdem ich jetzt alles nochmal am rechner durchgerechnet habe,käme ich gerade so auf den Pflegegrad 2.
Seine Ängste wurde gar nicht gewichtet und mit dem zweiten Besuch der Ergo kommt es hin.

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kati543
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Beitragvon kati543 » 15.03.2019, 14:16

Hallo,
Ängste und depressive Stimmungslage muss von einem Facharzt bestätigt werden. Es reicht also nicht, wenn du das erzählst. Er muss das zwingend als Diagnose haben. Lerntherapie ist so eine Sache...ist sie denn als medizinisch notwendig anerkannt (habt ihr das schriftlich)? Dann könnte es vielleicht klappen.
Schulbegleitung ist ja nur beantragt... sowas hat aber keinen großen Einfluss. Würde dein Kind nun eine 1:1 SB bekommen und kann auch außerhalb der Wohnung nirgends allein hin (nicht mal zum Bäcker nebenan), dann kann man das da nochmal verdeutlichen. Aber sonst wird im Gutachten nur zusätzlich geschrieben, dass es eben eine SB gibt. Einfluss hat das nicht.
Das Gutachten wird bei der nächsten Begutachtung als Vorlage genommen. Sämtliche Gutachter, die ich bisher hatte, gingen dann immer nur die Liste durch und fragten nach Verbesserung/Verschlechterung, ggf. dem Grund und ließen sich das vorführen. Wirklich wichtige Dinge würde ich also zwingend ändern lassen. Schau unbedingt auch auf die Bürokratie (Name, Adresse, Geburtsdatum von dir).
LG
Katrin
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Julia-82
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Beitragvon Julia-82 » 15.03.2019, 14:58

Also es wurde im SPZ Gutachten nicht besonders groß auf seine Ängste eingegangen,ich habe nochmal nachgelesen.Das war auch nicht so das Thema bei der Diagnostik.Wir haben zwar drüber gesprochen,im Eingangs Gespräch,aber das war es auch.Ich habe beim 2.Gespräch nochmal darauf hingewiesen,das es ihm nicht so gut geht und ich mir Sorgen mache.Es ist phasenweise mal besser,mal schlechter.Es kann sein,das er eine weile abends weinend aus dem Bett kommt oder eben auch mal eine zeitlang nicht.Das hängt sehr mit seinem Gemütszustand und dem Thema,worüber er sich sorgt,zusammen.Oft redet er auch einfach sehr besorgt mit mir und kommt eben noch öfter wieder aus dem Bett,weil es ihn beschäftigt.
Morgens möchte er nicht aus dem Bett,hat täglich Bauchschmerzen.Er hat keine Freunde in der Schule,wird oft beleidigt,geärgert,teils wird es auch handgreiflich.Er möchte nicht hin,muss morgens immer wieder geweckt werden bzw auch motiviert werden,überhaupt zur schule zu gehen.
Ich dachte schon,das psychische würde da mehr rein wiegen.
Er wird halt nicht aggressiv oder so dabei,weigert sich halt bis zur letzten sekunde um dann ganz knapp noch pünktlich zur schule zu kommen.

Macht es Sinn sich nochmal an das SPZ zu wenden? Man merkt ihm das ja so auch nicht direkt an.Das passiert eben alles zuhause.
Laut Gutachten hat er Anspruch auf eine gezielte Förderung im Rahmen einer Lerntherapie.Er hat ja auch eine LRS.

kati543
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Beitragvon kati543 » 15.03.2019, 22:01

Hallo,
also dass Kinder mal Phasen haben, in denen sie ungern zur Schule gehen und nachts aufwachen ist normal. Vielleicht hat das SPZ das jetzt auch eher so einsortiert. Wenn du das schon als eher krankhaft siehst, dann musst du zum Psychiater - das SPZ ist da falsch. Es gibt schon Kinder, die haben eine Depression oder eben Ängste. Nur der Facharzt dafür ist der KJP, nicht das SPZ.
Tja, nur muss die Therapie medizinisch notwendig sein - Anspruch darauf zu haben ist was anderes (da geht es eher darum, dass jemand Fremdes das zahlen soll). Ich habe einen Schriebs, da steht richtig drauf, dass die Lerntherapie medizinisch notwendig ist.
LG
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Julia-82
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Beitragvon Julia-82 » 15.03.2019, 22:47

Ich finde das alles furchtbar kompliziert.Da geht man mit seinen Sorgen zu einem Fachmenschen,fragt auch speziell nach Hilfe und dann wird offensichtlich nicht weiter drauf eingegangen.
Bei meinem Sohn fing das schon früh an.Er schlief sehr ungerne alleine,also viel bei uns und dann fingen diese plötzlichen Gedanken an,wo er eben auch weinend aus dem Zimmer kam.Das war so ab ca. 5jahren und hält bis heute an.Es sind verschiedene Themen,die ihn dann beschäftigen.
Er redet oft von komischen,schlechten Gedanken.Er zittert dann oder hat auch oft bauchschmerzen.
Die Gedanken/Ängste kommen viel abends vor,aber auch mitten am tag sagt er es.Ich finde es absolut nicht normal und altersgerecht und es ist eben keine Phase.Ich habe ausdrücklich beim zweiten Gespräch gefragt,ob und wo wir uns hinwenden können.Ich habe mir zu dem zeitpunkt Sorgen gemacht,das er depressiv werden könnte,so negativ wie er geredet hat.Gerade ist die Phase etwas besser.Aber auch das wird sich sicher wieder ändern,so läuft es ja schon lange.
Er hat bereits einen langen Leidensweg hinter sich in der schule und das führt sicherlich dazu,das er nicht gerne zur schule geht.Das ist keine phase,die mal eben da ist.
In der schule hat er sehr oft und viel geweint,nach der trennung damals täglich.Mittlerweile meist nur noch dann,wenn er mal wieder beleidigt wurde oder halt traurig ist,das er alleine ist.
Ja ich weiß,es ist nichts pflegerisches direkt,aber es benötigt nun mal mehr Aufmerksamkeit und mehr Zeit und ich finde schon,das es in seinem Fall herein gehört.
In der Auflistung der Diagnosen steht die LRS wenigstens drin.Sollte das keine Gewichtung haben,ist es eben so.Mich stört auch mehr,das seine Ängste da eben überhaupt nicht mit rein genommen wurden.Er hat eben viele Besonderheiten,die man eben nicht direkt sieht.Sonst hätte ich nicht so lange mit der Diagnostik gewartet.Ich bin mit dem jüngsten nächsten Monat bei einer KJP,da werde ich mal kurz nachfragen,ob ich ihn vorstellen kann.ich denke das macht auf jeden Fall Sinn.Denn ich selber sorge mich eben auch um ihn und weiß nicht immer so recht damit umzugehen.

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Beitragvon Beate139 » 16.03.2019, 09:26

Hallo Julia,

genauso wie es dir erging, erging es mir mit meinem Sohn letztes Jahr auch. Du kannst erzählen was du willst, solange du keine "Beweise" hast, ist es unwichtig, egal für die Begutachtung.

Selbst bei offensichtlichen Dingen, bei körperlichen Beschwerden und co, hast du ohne Gutachten nur wenig Chancen, das es mit hinein genommen wird. Und selbst wenn sie es im Text erwähnt, heisst es noch lange nicht, das es auch in die Bewertung mit einfliesst.

Und auch die Aussage : ist beantragt oder er bekommt seit letzter Woche - welche Therapie auch immer - ist unwichtig, solange nicht der erste Bericht von dort vorliegt

Wir warten zur Zeit auf die Begutachtung einer Höherstufung, haben gegen den Bescheid vom letzten Jahr zum Pflegegrad 1 Widerspruch und eine Klage laufen.
Und ich habe mir Hilfe geholt für den Widerbegutachtungstermin, denn nochmal werde ich nicht vor einer Person sitzen wollen, die alle gesagten Worte im Mund verdreht

Julia-82
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Beitragvon Julia-82 » 16.03.2019, 09:40

Hallo Beate,
also wir haben eigentlich einen guten Gutachter da gehabt,für beide Jungs denselben.Ich muss den Fehler eher bei mir suchen,denn ich habe es einfach nicht ausdrücklich genug erwähnt oder besser darüber erzählt.An dem Tag war mein jüngster auch da und ich war einfach dadurch abgelenkt.Ich brauche immer Ruhe um mich zu konzentrieren bei so wichtigen Dingen.
Aber ich schreibe dennoch jetzt einen Widerspruch und auch wenn man beim Autismus ja generell mehr Ängste hat,gehört es doch irgendwie festgehalten.Denn es stimmt ja einfach nicht,das keine da sind.
Er ist sehr sensibel und dadurch auch schon anfälliger für Ängste.
Mein Sohn hat das ja in den unterschiedlichsten Situationen und es kommt auch einfach so,das er sagt,das er schlechte Gedanken hat.Das meiste bezieht sich allerdings wirklich auf den Abend und teils morgens.Und er hat oft Bauchschmerzen. Ja,man kann es ihm so nicht ansehen.Aber es begleitet ja dennoch seinen Alltag und dadurch auch meinen.

kati543
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Beitragvon kati543 » 16.03.2019, 12:01

Hallo Julia,
bei Begutachtungsterminen verbanne ich immer die restliche Familie aus der Wohnung. Weder der ebenfalls pflegebedürftige Bruder, noch der Papa dürfen da anwesend sein. Sowas stört mich massiv. Der Papa erzählt nämlich immer am allerliebsten, was die Kinder schon alles so toll können - ist nur leider bei dem PG nicht gerade hilfreich. Ist ja auch schön, dass der Kleine mit 11 Jahren „schon“ Selbstständig die Hände waschen kann - dass ich ihm die Ärmel hochziehen, die Seife auf die Hände geben Wasser an/ausmachen und das Handtuch reichen und weglegen muss, vergisst er großzügig. Das sind halt die verschiedenen Betrachtungswinkel.
Tja...und ein anderes Geschwisterkind noch gleichzeitig mit im Auge zu haben ist bei einer Begutachtung die Hölle. Das kann eigentlich nur nachteilig sein für den PG. Entweder die Geschwister vertragen sich und sind bereits angepasst, dann kann das andere Geschwisterkind die Behinderung des zu begutachtenden Kindes ziemlich „herunterspielen“. Entweder das Geschwisterkind ist gesund und weiß daher wie es auf problematische Situationen zu reagieren hat und entschärft diese schon im Voraus oder das Geschwisterkind ist auch behindert und dem Gutachter wird gezeigt, dass das zu begutachtende Kind quasi deutlich weniger betroffen ist. Der Vergleich ist ständig da.
An deiner Stelle würde ich definitiv einen Widerspruch versuchen, jedoch gleichzeitig auch einen Termin in der KJP für die Diagnostik machen. Vielleicht ist da ja wirklich etwas. Falls dort noch etwas anderes herauskommen sollte, kannst du einen Höherstufungsantrag stellen.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)

O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)

D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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Beitragvon Julia-82 » 16.03.2019, 14:08

Hallo Katrin,
ja du hast völlig recht.Ich hätte das alleine machen müssen,aber außer meinem Vater habe ich hier niemanden und den wollte ich so früh nicht schon wieder einspannen,er macht sowieso schon jeden Tag die Fahrten für uns und den schlaf braucht er.
Ich ärgere mich schon über mich selber.Wir haben das Thema nur kurz angesprochen,ich sagte auch,das er oft Angst vor Feuer usw. hat,aber eben nicht so deutlich,das es hier eben sehr präsent ist und in unseren Alltag gehört.Es vergeht kaum ein Tag,an dem er nicht darüber spricht.Es gehört seit vielen Jahren zu ihm,mal mehr,mal weniger ausgeprägt.Ich werde da definitiv nochmal nachhaken und ihn dann bei der KJP vorstellen.
Er ist oft einfach sehr traurig und niedergeschlagen,aber all das sieht man ihm eben nicht an.
Auch ich muss das erst noch begreifen,ich kann ihn auch nicht immer verstehen.Ich versuche es,aber wenn er gegenteiliges Verhalten äußert,ist es schon schwer.
Bei ihm ist es eben nicht so offensichtlich,da muss ich schon eine guten Widerspruch schreiben.
Er überspielt Situationen,in denen er Angst/Sorgen hat mit lachen,an der Kleidung rumziehen und sehr viel reden.


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