Muss Pflegeperson künftig Einnahmen aus Pflege versteuern?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

Moderator: Moderatorengruppe

SybilleKrett
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 55
Registriert: 14.03.2016, 18:41

Muss Pflegeperson künftig Einnahmen aus Pflege versteuern?

Beitragvon SybilleKrett » 13.03.2019, 13:15

Hallo zusammen,

bisher hat meine kleine Schwester die Verhinderungspflege bei meinem Sohn übernommen.

Sie ist seine Tante und somit nur im 3. Grad mit ihm verwand.
Das war bisher auch nie ein Problem, aber jetzt ist sie 19 und hat eine Ausbildung angefangen.
Wir wissen nun nicht, ob wir das Geld, welches ich ihr für die Pflege gebe, nun versteuern müssen bzw. angeben müssen.
Es kommen ja schnell einige hundert Euro im Monat zusammen.

Wäre toll, wenn ihr mir ein paar Infos dazu geben könntet.

LG

Werbung
 
kati543
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 4045
Registriert: 12.05.2009, 17:48

Beitragvon kati543 » 13.03.2019, 14:04

Hallo,
wie schaffst du „einige hundert Euro“ im Monat bei ca. 2500€ Verhinderungspflege...und da ist schon die Kurzzeitpflege dabei?

Zu deiner Frage...es kommt darauf an, wo du wohnst. In Hessen gab es 2013 von der Oberfinanzdirektion ein ganz tolles Urteil diesbezüglich. Die sittliche Pflicht wurde dort sehr weit definiert. Jeder Fremde, der nur EINEN Pflegebedürftigen pflegt, unterliegt nicht der Steuerpflicht - nahe Angehörige sowieso.
Ich mache es derzeit so:
Ich versuche eine Person immer nur über ein Kind abzurechnen und für ein Kind zu beschäftigen (2 pflegebedürftige Kinder). So können diejenigen wählen, ob sie bei der Knappschaft angemeldet werden wollen oder nicht.
Bei der Frau, wo es wirklich unmöglich ist, da sie echt beide Kinder zeitgleich betreut, habe ich die Anmeldung bei der Knappschaft zur Bedingung gemacht.

Also wenn, muss sowieso nicht sie das in ihrer Steuererklärung angeben, da es ein Minijob wäre - du musst sie bei der Knappschaft anmelden.

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Anjali
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2538
Registriert: 15.02.2008, 11:15

Beitragvon Anjali » 13.03.2019, 15:48

Hallo,

ob sich deine Schwester in Ausbildung befindet oder nicht, dürfte eigentlich keine Rolle spielen.

Die Einnahmen aus der Ersatzpflege bleiben solange steuerfrei, solange folgende Bedingungen erfüllt werden:

A) naher Verwandschaftsgrad oder sittliche Pflicht des Ersatzpflegenden
B) die verhinderungspflegende Person darf für die Ersatzpflege im Monat nicht mehr als das monatlich zur Verfügung stehende Pflegegeld erhalten

https://www.familienratgeber.de/forum/b ... nid=391600
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (17 Jahre / Asperger-Autist)

SybilleKrett
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 55
Registriert: 14.03.2016, 18:41

Re:

Beitragvon SybilleKrett » 27.03.2019, 16:04

kati543 hat geschrieben:Hallo,
wie schaffst du „einige hundert Euro“ im Monat bei ca. 2500€ Verhinderungspflege...und da ist schon die Kurzzeitpflege dabei?



Ich habe 2x in der Woche am Abend Unterricht. Da kommt schon was zusammen.
8 Tage monatlich alleine für den abendlichen Unterricht, immer so um die 4 Stunden.

8x4 = 32 Stunden monatlich.

Da kommt bei 10€ in der Stunde einiges zusammen.

Benutzeravatar
JasminsMama
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1401
Registriert: 09.08.2010, 11:27
Wohnort: Region Heidelberg / Baden-Württemberg

Re: Muss Pflegeperson künftig Einnahmen aus Pflege versteuern?

Beitragvon JasminsMama » 27.03.2019, 18:11

Hallo,
ich glaube Katrin meint, dass die 2500€ (inkl. Kurzzeitpflege!) bei einigen hundert Euro im Monat in kurzer Zeit aufgebraucht sind.

D.h. du könntest dann, bei Deiner Rechnung von 32 St. à 10€, nur ca. 7 Monate abrechnen, dann wäre der Topf leer.

LG
Sandra
Sandra 06/76
Jasmin Marie 05/02 globale Entwicklungsverzögerung, vis. Wahrnehmungsstörung, Lernbehinderung, starke Hyperopie rechts, hochpathologisches EEG (Besserung seit Jan. 12),
PG 3, SBA 80% B, G, H
***Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht***

kati543
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 4045
Registriert: 12.05.2009, 17:48

Re: Muss Pflegeperson künftig Einnahmen aus Pflege versteuern?

Beitragvon kati543 » 28.03.2019, 08:47

Hallo Sybille,
Sandra hat recht, genau das meinte ich. Mit der Verhinderungspflege und dem umgewidmeten Geld aus der Kurzzeitpflege kommt man unmöglich auf den Betrag, den du offensichtlich benötigst.
Bei Dir stellt sich gar nicht die Frage, was besser wäre. Du MUSST deine Schwester bei der Knappschaft zumindest für die Zeit anmelden, in der sie nicht über die Pflegekasse abgerechnet wird. Alles andere wäre Schwarzarbeit. Bezahlen musst du es ja eh selbst - das Geld bekommst du nicht wieder, da dein Budget verbraucht ist. Aber du hast durchaus in der Steuererklärung mehrere Möglichkeiten, dieses Geld anzugeben.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)

O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)

D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)


Zurück zu „Rechtliches (Krankenvers., Pflegegeld etc.)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste