Chef lehnt Pflegezeit ab

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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kati543
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Beitragvon kati543 » 08.03.2019, 13:51

Hallo,
du beantragst das doch nicht. Du teilst das mit und fertig. Allerdings wäre das doch eigentlich Familienpflegezeit, oder?
Dagegen kann er nur etwas haben, wenn ihr zu wenig volle Mitarbeiter seid. 60 Mitarbeiter klingt zwar viel und liegt eigentlich auch gut drüber, nur wieviel davon sind Lehrlinge oder arbeiten auf Teilzeitbasis?
LG
Katrin
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Beate139
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Beitragvon Beate139 » 08.03.2019, 14:33

Hallo kati,

wir haben keine Azubis. Wieviele Teilzeitkräfte wir haben, weiß ich garnicht genau. Von vier Kolleginnen weiß ich, aber die meisten arbeiten Vollzeit.

kati543
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Beitragvon kati543 » 08.03.2019, 14:55

Hallo Beate,
dann geh zur Pflegekasse und beantrage dort Pflegezeit. So wie mir das gesagt wurde, muss man das bei der Pflegekasse machen.
Wir überlegen nämlich auch gerade...
Mir wurde gesagt, dass der MdK das dann bewilligt oder eben nicht. Nur meine Jungs haben ja PG2 und PG4, also ist das wohl nur pro forma. Es geht ja auch um diesen Kredit.
Im Zuge des Antrags kann dann wohl auch über einen neuen PG entschieden werden.
Also wenn ihr gar keine Azubis habt und nicht mindestens die Hälfte bei euch Teilzeit arbeiten, sehe ich für den AG keine Chance. Das hätte alles schon eine sehr hohe Anzahl sein müssen.
LG
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SonjaSo
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Beitragvon SonjaSo » 08.03.2019, 21:57

die pflegekasse hat mit der Pflegezeit gar nichts zu tun..wie kommt ihr darauf?
Der MDK entscheidet da auch gar nichts,der entscheidet über euren PG,mehr nicht.

Es ist ganz einfach..seit 2015 ist das neu geregelt(Pflegestärkungsgesetz).Wenn folgende Vorraussetzungen gegeben sind
Ihr pflegt eine Pflegebedürftige Person ( naher stehenden Angehörigen)
Der Betrieb hat mindestens 15 vollzeitmitarbeiter.
Dann habt ihr Anspruch drauf, der AG MUSS das aktzeptieren.Früher musste er zustimmen,das ist NICHT mehr so.

Dann beantragt ihr mind 10Tage vor Beginn schriftlich, dass ihr in Pflegezeit geht.Diese geht Max 6Monate und man kann sich komplett freistellen lassen,danach kann man in Familienpflegezit..kombiniert sind das 24Monate.Ich war 24Monate und durchgehend 25h beschäftigt.Beim schriftlichen Antrag muss ein Nachweis der Pflegebedürftigkeit beigelegt werden.Ich hab den Brief der KK kopiert,die den festgelegten PG mit mitgeteilt hat.
Ihr bekommt dann das Gehalt über die Stunden die ihr arbeitet.
Alles weitere im Arbeitsvertrag bleibt unangetastet,nach der Pflege/Familienpflegezeit ist alles wie vorher von den Stunden.[Ich bin danach direkt in Teilzeit, das regelt das Teilzeitgesetz)
Über die Hälfte der Differenz eures Gehaltsverlustes könnt ihr ein zinsloses Darlehen beantragen beim Amt für Familie und zivilgesellschaftliche Angelgenheiten.Die Rückzahlungsmodalitäten sind sehr flexibel,lasst euch beraten.mann bekommt das zB teils gestundet,wenn sich die pflegerische Situation nicht gebessert hat und man nicht mehr so arbeiten kann wie vorher.Das war bei uns so.

Steht hier drin:
Gesetz über die Familienpflegezeit (Familienpflegezeitgesetz - FPfZG)
§ 2 Familienpflegezeit

Bei mir war es so, dass ich es schriftlich beantragt habe(über eine Anwältin aus versch Gründen),mein AG hat so reagiert wie vermutet..brüllend.Nach einem Anruf bei seinem Anwalt lief es urplötzlich ohne Probleme.
Generell beantragt man schriftlich,bzw teilt schriftlich mit.Wenn er dann ablehnt ,muss er das auch schriftlich.Das wird für ihn schwierig,denn es ist ja Gesetz.Wenn das nicht klappt,wird es eben der Weg über einen Anwalt.
ich glaube wichtig ist informiert zu sein,also selbstsicher das einfach mitzuteilen,dass man 24Monate in Familienpflegezeit geht.Doofe AG gibt es leider überall:-(
Sonja(*03/78)mit Chaos-Chefengel R.(*01/09).SSW 34+1,Mikrodeletion 2p 16.3,ASS und ADHS,Pflegegrad 5
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Beitragvon Beate139 » 16.03.2019, 09:39

Hallo,

ich wollte euch mitteilen, das mein Chef inzwischen eingelenkt hat. Ab dem 1.4.2019 habe ich - vorerst für 6 Monate - die Pflegezeit.
Ich gehe dann von 39 Stunden auf 30 Stunden runter und habe einen Flex-Tag, sprich, ich kann entscheiden, welchen Tag ich frei haben möchte. Die restlichen Minuten/Stunden (je nachdem, welchen Tag ich in der Woche nehme, habe ich zwischen 45 Minuten und 2 Stunden zusätzlich frei) kann ich dann ebenfalls frei verplanen.

Mir fällt sowas von einem Stein vom Herzen, diese Vereinbarung nimmt mir erstmal den ständigen Stress und das ewige, mir schon extrem peinliches nachfragen, ob ich frei bekommen kann oder früher gehen kann. Facharzttermine lassen sich leider irgendwie nie in die Nachmittagsstunden verlegen.

Ich bin so happy :D :D :D

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Beitragvon SonjaSo » 16.03.2019, 09:54

Ich freu mich sehr
Lg
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Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 16.03.2019, 12:19

Hallo Beate139,

super dass es doch noch so schnell geklappt hat! Das mit dem flexibel-frei bekommen ist Gold wert!

Ich weiß noch, wie schwer es für mich war, mit ohnehin nur 20-Stunden-Woche (MO-FR vormittags) immer wieder EXTRA für Vormittage frei zu nehmen. Vor allem vor Alexanders Einschulung hatte ich immer wieder Termine in der Schule und da ging einfach nur vormittags. Und obwohl ich immer genug Stunden Zeitausgleich gesammelt hatte, musste ich erst mal mit den Kollegen und dann mit den Vorgesetzten jeden einzelnen Tag noch mal abklären, und kam mir dabei wie ein Bittsteller vor.

So gesehen TOLL, dass es so flexible Möglichkeiten gibt und dass du eine "erwischt" hast :D
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)


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