Einstellung mit Medikinet (retard)

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Kiki802
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Einstellung mit Medikinet (retard)

Beitragvon Kiki802 » 07.03.2019, 17:31

Hilfe ich weiß nicht mehr weiter!
Es geht um meinen 7 jährigen Sohn (33 kilo).
Bei ihm wurde im Dezember 2018 Ads diagnostiziert.. Ende Januar gaben wir mit der Einstellung auf Medikinet begonnen, erst mit 5mg und es gesteigert bis Ende Februar auf 15mg.
Bis dahin war alles gut..
Seit letztem Dienstag bekommt er 20mg Medikinet retard + 5mg unratiertes am Morgen. Am ersten Tag ist er noch gut gelaunt nach Hause gekommen ab dem zweiten Tag nicht mehr.
Die letzten Tage war er extrem weinerlich und wusste gar nichts mit sich anzufangen,ein reines Nervenbündel unter Dauertränen .
Wir haben gerade Ferien in Bayern, so konnte ich es gut mitbekommen..in der Schule bin ich ja ansonsten nicht dabei.
Heute habe ich auch mit dem Arzt telefoniert und er meinte das ich noch 2-3 Wochen warten solle bis er sich daran gewöhnt hat.
Am liebsten würde ich es ganz weg lassen, so kenne ich meinen Sohn nicht und so möchte ich ihn auch nicht haben. Mir ist bewusst das es auch nicht die Lösung ist,denn das Problem Schule bleibt ja bestehen.
Aber so kann ich ihn doch nicht mit gutem Gewissen die nächsten 2-3 Wochen in die Schule schicken!
Ich weis im Moment wirklich gar nicht mehr was richtig und was falsch ist.
Vielleicht hat ja hier jemand der das ganze schon durch hat einen Rat für mich.

Lg

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RikemitSohn
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Beitragvon RikemitSohn » 07.03.2019, 17:41

Hallo,

dieses unnatürliche Verhalten kenne ich von meinem Sohn auch. Er war dann fast depressiv, unglücklich und hat geweint. Er war überdosiert. Wenn das der Fall ist, kann die Stimmung kippen. Mir wurde gesagt, dass ich sofort wieder runtergehen soll mit den Medikamenten. Danach war wieder alles in Ordnung. Gib doch einfach etwas weniger und schaue, ob es einen Unterschied macht. Mehrere Wochen würden ich diese Situation nicht hinnehmen.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

Kiki802
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Beitragvon Kiki802 » 07.03.2019, 18:42

Halll Rike,danke für Deine Antwort!
Ich kann es ja mal ohne die 5mg am morgen ausprobieren.. oder auf die 15mg unratiert zurück gehen?!
Aber der Arzt wird sich ja dann auch irgendwann fragen warum ich eines der beiden Medikamente in Zukunft nicht mehr verschreiben lasse..?
Ist es denn legitim wenn ich das ganz alleine entscheide/ausprobiere?

LG Tanja

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Beitragvon RikemitSohn » 07.03.2019, 18:57

Hallo,

du bist die Mutter. Natürlich darfst du entscheiden. Ich würde es dem Arzt aber sagen und auch erklären, warum du so gehandelt hast. Medikinet ist ein Medikament, mit dem ruhig etwas probiert werden darf, ohne dass etwas passiert.
Wenn du unsicher bist, rufe den Arzt noch einmal an und erzähle ihm im Vorfeld von deinem Plan.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

JennyK
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Beitragvon JennyK » 07.03.2019, 20:22

Ich würde auch sagen, nochmal anrufen und erklären, dass du erst nochmal weniger geben willst. Warum gibt man unretadiert und retardiert gleichzeitig? Ich kenne es eher so, dass man morgens retardiert nimmt und evtl mittags nochmal unretadiert... kann man das 7nretadierte weg lassen? Aberbitte immer in Absprache mit dem Arzt!
Sohn 1 (06), ADS und Asperger Autismus; PG 3; SBA 50 mit B, G, H
Sohn 2 (13), Asperger Autismus, leicht ausgeprägt

Kiki802
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Beitragvon Kiki802 » 07.03.2019, 20:42

Hallo,
ich habe gar nicht gewusst das man es normaler Weise nicht zusammen gibt.
Der Arzt meinte mit einer halben unratierten dazu am Morgen, hätten wir die gleiche Dosierung wie bisher. Da die andere hälfte des ratierten ja später erst im Körper frei gegeben wird um die Wirkung zu verlängern.

Ich werde Morgen nochmal anrufen und ihm Bescheid geben. Mal sehen was er dazu sagen wird.
So kann es auf keinen Fall bleiben..

Vielen Dank für eure Antworten!

Lg Tanja

Jakobspapa
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Beitragvon Jakobspapa » 07.03.2019, 21:35

Hallo Tanja,

morgens eine kleine Dosis unretardiert zum Retardpräparat ist nicht ganz unüblich, damit die Wirkung schneller einsetzt, und auch schon in der 1. Schulstunde vorhanden ist. Der maximale Serumsspiegel der Retardpräparate kommt etwas verzögert um 1-2 Stunden gegenüber einem nichtretardierten Präparat. Manchmal wird auch abends eine kleine, unretardierte Abschlussdosis gegeben, um einem Rebound entgegenzuwirken.

Im Prinzip hat der Doc schon recht: 20mg Retard sind zwei zeitversetzte Einzeldosen zu 10mg, mit den 5mg unretardiert wären es also vormittags wieder 15mg. Nur weiß man nie so genau, wie lange eine Einzeldosis tatsächlich wirkt, und wie groß der Zeitversatz ist, großen Einfluss hat das Frühstück und der allgemeine PH-Wert im Magen-/Darmtrakt.
Bei unseren Kindern gab es unter Medikinet retard Mittags starke Einbrüche, weil der Wirkstoff offenbar zu schnell verstoffwechselt wurde.

Das könnte aber auch gegenteilig laufen, so dass sich im Extremfall beide Dosen und ggf. auch noch ein Rest der unretardierten überlagern. Die Weinerlichkeit würde ich ggf. auch als Überdosierung deuten. Bzgl. Rechtfertigung gegenüber dem Arzt musst Du Dir keine Sorgen machen. Es passiert ja nichts schlimmes, wenn Du ggf. zu gering dosierst. Und nach Rücksprache mit dem Arzt nochmal eine höhere Dosis testen kann man ja jederzeit wieder. Überdosiert wäre für Dein Kind aber eine unnötige Belastung.

Ebenfalls möglich, ohne den Teufel an die Wand malen zu wollen, wäre, dass Dein Kind das Präparat einfach nicht gut verträgt. Depressionen sind eine mögliche Nebenwirkung. Dann müsste ggf. das Präparat gewechselt werden (es gibt zum Glück noch einige Alternativen). Als Sofortmaßnahme würde ich reduzieren, und so bald wie möglich den Arzt konsultieren.

LG
Markus

Kiki802
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Beitragvon Kiki802 » 08.03.2019, 16:46

Hallo Markus,

heute habe ich mit dem Arzt telefoniert und es ihm mitgeteilt das ich jetzt erstmal die 5 mg unretadierte weg lassen werde.
Er hat tatsächlich Wortlos zugestimmt.
Und ich muss sagen,es lief heute auch schon viel besser auch wenn er immer noch keine Lust auf nichts hatte heute,die weinerlichkeit war aber nicht.
Anscheinend war es wirklich etwas zu viel für ihn.
Die Wirkung war erst nach 1 - 1,5 std bemerkbar.
Die erste Schulstunde wird dann wohl nicht abgedeckt sein.
Aber lieber so,als ein Nervenbündel würde ich sagen.

LG Tanja

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Beitragvon Jakobspapa » 08.03.2019, 17:24

Hallo Tanja,

das freut mich zu hören! Vielleicht muss er sich auch erst an das Medikament gewöhnen, nicht nur an die Substanz, sondern auch an die veränderte Wahrnehmung. Es kann durchaus erschreckend sein, wenn man plötzlich seine Umgebung realisiert, die vorher von Chaos im Kopf überdeckt wurde. Ich würde die Dosis so erst mal etwas länger halten und beobachten. Sehr hilfreich für mich war, mich intensiv mit dem Thema ADHS zu befassen, da kann man gar nicht genug Bücher lesen. Der Arzt besitzt zwar (hoffentlich) die Fachkompetenz, sieht Dein Kind nur alle paar Wochen für wenige Minuten, daher ist das elterliche Urteil in meinen Augen sehr wichtig.

Die erste Stunde lösen wir so, dass unsere Kinder ihr Medikament (in unserem Fall ein anderer Wirkstoff, der aber auch etwas Zeit bis zum Wirkungseintritt braucht) ca. 1,5h vor Unterrichtsbeginn bekommen. Das genügt noch einigermaßen für Appetit beim Frühstück, und im Unterricht ist die Wirkung bereits voll da.

Ich drücke Euch die Daumen!

LG
Markus

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Kiki802
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Beitragvon Kiki802 » 08.03.2019, 23:46

Hallo Markus,

ja das weiß ich mit der Wahrnehmung.
Ich habe noch einen Sohn,er ist 5 Jahre alt und Autist.
Seit ca drei Jahren seitdem Verdacht auf Autismus das erste mal geäußert wurde,bin ich eine fleißige Mitleserin geworden bei REHAkids und habe so schon vieles erfahren dürfen.
(Auch etwas über eure Geschichte habe ich vor ein paar Tagen erst gelesen. )
Aber es ist dennoch ein großer Unterschied zwischen, es wissen und es dann am eigenen Kind mitzuerleben.

Ich werde das Medikament auch erstmal so weitergeben und hoffen das sich in naher Zukunft wenn auch nur kleine Erfolge für ihn einstellen werden. Was mich wiederum bestärken würde zu wissen,das es die richtige Entscheidung war mit der Medikation zu beginnen.

Ich habe die Praxis sorgfältig ausgesucht fühlen uns dort auch gut aufgehoben.
Wir waren zuvor auch schon in einer anderen Praxis, in der mir der Ablauf gar nicht zusagte.

Und danke für den Tip mit der Einnahme in der früh!

LG Tanja


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