Wie die richtige Dosis erkennen?

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

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s.till
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Wie die richtige Dosis erkennen?

Beitragvon s.till » 06.03.2019, 21:30

Hallo zusammen,

seit Samstag bekommt B jetzt Medikinet ret. Wir sollen alle zwei Tage die Dosis um 10mg steigern.
Woran erkennen wir, dass es die richtige Dosis ist? Es sind ja noch Ferien und freiwillig was für die Schule machen käme ihm nie in den Sinn.
Heute bei 30mg hatte ich etwas den Eindruck, dass er ruhiger war und nicht ganz so seine Geschwister beleidigt hat auch ist er nicht bei Essen ständig aufgestanden.
Er selber sagt, dass er nichts merkt außer, dass er besser beim Friseur still sitzen konnte.
Die KJP meinte, dass wr nur so wenig wie nötig bekommen soll und wenn er 40mg bräuchte sollen wir anrufen.

Wie habt ihr die richtige Dosis gefunden?

LG Susanne
M *2010 Frühchen der 27SSW, Pneumothorax, Meningitis, diverse RSV Infektionen, Pneumonien, dystroph, kleinwüchsig, stimulationsbedürftige Apnoen, Asperger Autismus, Koordinationsstörung, PEG/PEJ seit 07/16 weg :D Pflegegrad 4 und SBA von 80% G,aG,B,H
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RikemitSohn
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Beitragvon RikemitSohn » 06.03.2019, 22:08

Hallo,

das was du beschreibst, sind schon gute Anzeichen, dass das Medikament seine Wirkung zeigt.
Mein Sohn merkt den Unterschied auch nicht besonders. Gerade als er jünger war, konnte er gar keine Unterschiede spühren. Ihm fehlt insgesamt ein richtiges Problembewusstsein. Mittlerweile merkt er den Unterschied bei den schulischen Sachen. Ohne Medikament geht fast gar nichts.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

SandyErgo
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Beitragvon SandyErgo » 06.03.2019, 22:24

Innerhalb von 2 Tagen gleich wieder 10 mg höher find ich relativ schnell - wir sind diese Schritte mit höherdosieren im 14 Tages-Abstand gegangen. (Hab aber inzwischen auch mitbekommen, dass es viele Ärzte gibt - die so schnell aufdosieren).
Aus meiner Sicht kann man so - über mehrere Tage - auch sicherer sehen, ob Entwicklungen/Veränderungen konstant bestehen bleiben >> aber auch, was es evtl für Nebenwirkungen schon bei einer niedrigen Dosierung gibt. Und ob diese bei Höherdosieren abnehmen bzw. zunehmen. Bei einer so schnellen Dosissteigerung ist das aus meiner (Laien-) Sicht nicht so wirklich für Nicht- Mediziner feststellbar.

Einen Vorteil hat diese Art der Aufdosierung natürlich - man ist innerhalb von ein paar Tagen durch > kann also gut in den Ferien erfolgen. Andererseits ist dann aber natürlich nicht erkennbar, ob es die Wirkung - die in der Schule hilfreich sein soll - so entfaltet wie gewollt.
Mama 12/77
mit Tochter 11/06 FG 30+6 (nach HELLP-Syndrom) Kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit noch leichter Sprachentwicklungsstörung, Hämochromatose (homozygot C282T im HFE-Gen)
und Sohn 08/09 FG 34+1 ADHS und kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit starker Betonung der aktiven Sprache

Jakobspapa
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Re: Wie die richtige Dosis erkennen

Beitragvon Jakobspapa » 06.03.2019, 23:30

Hallo Susanne,

10mg alle zwei Tage erscheint mir jetzt auch etwas arg schnell, weil da eine genaue Beurteilung der Wirkung recht schwierig ist. Und warum gleich retardiert? I.d.R. wird unretardiert eingestellt, weil da die Wirkung kürzer, aber definierter ist. Beim Retarpräparat ist nie ganz so klar, wann die Einzeldosen (die sind z.T. beschichtet, so dass die Freigabe um Stunden zeitversetzt erfolgt) genau zünden.

Wir haben uns da recht langsam herangetastet, 1-2 Wochen Abstand zwischen den Steigerungen, wobei ich im Nachhinein sagen würde: den Anfang mit 5mg und dann in 5er-Schritten hätte man getrost deutlich straffen können.

Die richtige Dosis ist nach meinem Dafürhalten die, bei der das Verhalten noch nicht umschlägt. Unsere beiden wurde bei zu hoher Dosierung irgendwie zwanghaft; ich weiß nicht genau, wie ich das beschreiben soll, aber es war schon deutlich wahrnehmbar. Du kennst Dein Kind am besten - das wirst Du merken.

So "niedrig wie möglich" ist dabei so eine Sache. Im Sinne von: gerade so dass es hilft, fände ich das falsch. Das wäre in etwa so, als ob man einem Brillenträger Gläser gibt, mit denen er "gerade so" sehen kann. Dabei wäre es doch sinnvoll, so gut wie möglich sehen zu können, wenn man schon eine Brille trägt. Zu starke Gläser wären aber auch falsch - denn mit denen wirds nicht noch besser, sondern wieder schlechter. So in etwa verhält sich das auch mit den Medikamenten.

Unser Großer (damals 11) konnte schon nach kurzer Zeit die Wirkung recht klar beschreiben (was höchst spannend war!), unser Kleiner (8) spürt bis heute selbst gar keinen Unterschied, obwohl der ganz objektiv enorm ist. Ich vermute, das ist einfach eine Frage des Alters.

LG
Markus

SandyErgo
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Re: Wie die richtige Dosis erkennen

Beitragvon SandyErgo » 06.03.2019, 23:41

10mg alle zwei Tage erscheint mir jetzt auch etwas arg schnell, weil da eine genaue Beurteilung der Wirkung recht schwierig ist. Und warum gleich retardiert? I.d.R. wird unretardiert eingestellt, weil da die Wirkung kürzer, aber definierter ist. Beim Retarpräparat ist nie ganz so klar, wann die Einzeldosen (die sind z.T. beschichtet, so dass die Freigabe um Stunden zeitversetzt erfolgt) genau zünden.
So hat man uns das auch erklärt - und das klang für mich schlüssig.
Mama 12/77
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JennyK
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Beitragvon JennyK » 07.03.2019, 05:18

Ich wundere mich auch immer wieder, wie alleine mache KJPs die Eltern mit der Dosierung lassen. Wir hatten einen exakten Plan, es wurde in 5mg Schritten erhöht und alle 3-4 Tage sollte ich telefonisch Rücksprache mit der Praxis halten. Einen Unterschied haben wir schon bei 5mg gemerkt, haben dann höher dosiert, sind wegen Kopfschmerzen und Übelkeit wieder etwas runter und nach ein paar Wochen bei 30mg gelandet, die wir bis heute halten. Es war ein längerer Prozess, unter Einbindung der Schule und ich bin echt froh, dass wir damals zu dieser Praxis gewechselt sind, die örtliche KJP macht das nicht so gut.

Wenn du unsicher bist, frag in der Praxis nach, in der er die Rezepte bekommt...
Sohn 1 (06), ADS und Asperger Autismus; PG 3; SBA 50 mit B, G, H
Sohn 2 (13), Asperger Autismus, leicht ausgeprägt

s.till
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Beitragvon s.till » 07.03.2019, 09:05

Hallo,

das Problem ist, dass die Praxis zu hat. Sollten Probleme auftreten, dann sollen wir die Tabletten weglassen und warten bis sie aus den Ferien wieder da sind.
Ich werde versuchen die Praxis zu wechseln. Der Neurologe, der die anderen Untersuchungen macht, der verschreibt die Medikamente auch. Ee besteht aber auf eine enge Kontrolle alle 3Monate und er will wohl mehr Rückmeldung von den Eltern haben.

Das nächste Problem ist, dass der Klassenlehrerin nichts auffällt. Er für sie völlig normal ist. Wenn man allerdings seine Zeugnisse liest, sieht das anders aus. Von ihrer Seite kann ich keine wertvolle Hilfe erwarten.

LG Susanne
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Jakobspapa
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Beitragvon Jakobspapa » 07.03.2019, 09:20

Hallo Susanne,

habe mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen; die 10er-Schritte und die Dosen passen schon, den Medikinet retard zündet hälftig in zwei Einzeldosen. Ein kleiner bekommt derzeit also quasi 2x15mg. Das ist noch nicht besonders viel, und die Aufdosisrung entspricht den klassischen 5er-schritten. Nur retard dafür ist etwas ungewöhnlich.

LG
Markus

s.till
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Beitragvon s.till » 07.03.2019, 11:03

Hallo,

die KJP meinte da er schon 10 ist und wir schnell einen Erfolg sehen sollen hat sie es mit den retard gemacht. Ist es wirklich so, dass es dann "nur" 2x15mg sind? Dachte, dass 30mg in den ersten4 Stunden freigegeben werden und dann nach 4 Stunden die nächsten 30mg. Finde das verwirrend.

LG Susanne
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Jakobspapa
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Beitragvon Jakobspapa » 07.03.2019, 12:07

Hallo,

die KJP meinte da er schon 10 ist und wir schnell einen Erfolg sehen sollen hat sie es mit den retard gemacht. Ist es wirklich so, dass es dann "nur" 2x15mg sind? Dachte, dass 30mg in den ersten4 Stunden freigegeben werden und dann nach 4 Stunden die nächsten 30mg. Finde das verwirrend.

LG Susanne
Nein, das ist der Gesamtgehalt an Wirkstoff, bei Präparaten die 3x freisetzen, wäre die nötige Dosis dann 45mg, die dann auf 9 Stunden verteilt werden. Ist definitiv verwirrend, auch für so manchen Kinderarzt 😁.


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