Autismustherapie - vormittags?

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Alexandra2014
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Autismustherapie - vormittags?

Beitragvon Alexandra2014 » 04.03.2019, 16:00

Hallo!

Unsere Therapie hat noch gar nicht angefangen und ich bin schon genervt von dem Durcheinander, das im ATZ herrscht.
Der eine sagt so, der andere so. Den Vertrag habe ich, ohne jede Erklärung, per Mail geschickt bekommen, sollte ich unterschrieben zurückschicken.
Plan war, auch Musiktherapie mit einzubinden. Dann habe ich erfahren, dass die Therapeutin reine Musiktherapeutin ist.

Kind ist im Ganztag in einer Förderschule, hat aber Donnerstag und Freitag Mittag Schluss.

Erst hieß es vom ATZ, die Therapie findet Montag Nachmittag (eher Mittag) statt, es gebe aber eventuell bald die Möglichkeit auf Freitag Nachmittag zu wechseln (da ist ja sowieso schulfrei).
Nun bekomme ich eine Mail, dass ab nächster Woche die Therapie Freitag Vormittag stattfindet.
Da wir auch noch ein Stück fahren müssen, bedeutet das, dass mein Kind Freitag gar nicht zur Schule gehen kann.
Wir waren zur Therapie noch nicht einmal da und nun so ein Durcheinander...

Sicher, die Therapie ist wichtig. Ich bin allerdings von „mehr“ als einer reinen Musiktherapeutin ausgegangen. Und es wurde ja auch anders formuliert, nämlich dass die Musiktherapie an einzelnen Tagen quasi als „Goodie“ zusätzlich zur „normalen“ Therapie stattfindet.

Ich fühle mich ehrlich gesagt veräppelt.
Ich hatte schon x Telefonate mit dem Chef des ATZ, weil man dort nicht in der Lage ist, zu kommunizieren. Z.B. war eine Schul-Hospitation geplant und bereits ein Termin dafür festgelegt. In der Schule hieß es dann am besagten Tag, es war niemand da...
Das macht einfach auch einen miesen Eindruck bei allen Beteiligten.

Wie läuft das bei euch? Ist das Durcheinander normal, macht die Schule das mit, wenn das Kind einen Tag pro Woche wegen der Therapie nicht kommt?

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Boelle
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Beitragvon Boelle » 04.03.2019, 21:32

Hallo,

Dieses durcheinander ist ja echt blöd. Das macht auch ehrlich gesagt keinen guten Eindruck. Wir sind seit einem Jahr in einem ATZ zur Therapie. Sie findet nachmittags statt für Schulkinder. Zusätzlich kommt die Therapeutin einmal im Monat zu uns nach Hause um die Therapie in alltagssituationen zu machen. Wir haben regelmäßig elterngespräche, es würde in der schule hospitiert, wir bekommen viele arbeitsmaterialien zur Unterstützung. Z.b. individueller tagespan. Also ganz anders als bei euch. Habt ihr noch ein ATZ in der Nähe?

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 04.03.2019, 21:44

Danke Boelle,

in der Nähe nicht wirklich. Es sind ca. 50 Minuten Fahrt bis zum nächsten ATZ.
Ich weiß auch nicht, ob wir nun noch wechseln können, nachdem der Vertrag unterschrieben ist. :?

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 05.03.2019, 03:23

Hi Alex,

also, ich würde einen Vormittagstermin höchstens für einige wenige Male akzeptieren, bis ein passender Nachmittagstermin frei ist. Kannst auf die Schulpflicht verweisen. Das Kind braucht Struktur, Regelmäßigkeit und Routinen und deshalb einen verlässlichen Schultag.
Welche Qualifikation hat denn die Musiktherapeutin? Welche Qualifikation haben die anderen Therapeuten? Sind Verhaltenstherapeuten, nehme ich an? Das würde ich, wenn es nicht der Abmachung entspricht, auch nicht akzeptieren, reine Musiktherapie.
Wenn es von Hause aus die Therapie der Wahl und eine besonders breit aufgestellte Theraoeutin wäre, wäre es vielleicht was anderes. Aber nachdem das anders besprochen war, klingt es nun doch sehr nach Verlegenheitslösung.

Lies mal den Vertrag genau durch, was Du da unterschrieben hast. Wenn Du eine Spülmaschine kaufst, brauchst Du Dir auch keine Waschmaschine andrehen lassen, ...

Kann mir auch vorstellen, dass das Amt eine reine Musiktherapie nicht übernimmt ohne zu murren ...

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

JennyK
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Beitragvon JennyK » 05.03.2019, 06:11

Das ist echt blöd gelaufen bei euch. Was mich am meisten stören würde, ist die schlechte Kommunikation. Kannst du evtl einen Termin für ein klärendes Gespräch machen? Ich kann mir kaum Vorstellen, dass eine reine Musiktherapeutin eine Autismustherapie machen „darf“.
Sohn 1 (06), ADS und Asperger Autismus; PG 3; SBA 50 mit B, G, H
Sohn 2 (13), Asperger Autismus, leicht ausgeprägt

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Beitragvon EvaHH » 05.03.2019, 09:17

Hallo Alex,

also das hört sich alles nicht so gut an:-(
mir wollten die auch Starter Projekt andrehen, weil die da wohl noch Kinder brauchten. 2 x die Woche genau um die Mittagszeit. ich habe denen eine Rückmeldung gegeben, dass die Zeiten bei einem Autisten sehr schlecht sind (hat die nicht wirklich interessiert). Er müsste an 2 Tagen aus der Kita rausgenommen, gerade um die Mittagszeit und dann wieder in die Kita gebracht.
So ein Durcheinander ist bestimmt nicht gut für einen Autisten.
Wir haben somit gewartet und bekommen jetzt die richtige Autismustherapie. Einmal die Woche um 15:00. Das kann man gut organisieren.
Wenn das mit Euch so nicht abgesprochen war und euch das nicht passt, würde ich es auch nicht akzeptieren.

ich wünsche Euch viel Glück!

LG
Eva
Eva mit Sohn 2012 (MRD7 bei Mutation im DYRK1A-Gen, ASD II, Veränderung der weißen Substanz mit Hypomyelinisierung, ASS, expressive Sprachstörung,frühkindlicher Autismus...)

Vicki
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Beitragvon Vicki » 05.03.2019, 10:46

Hallo Alex,
mit der Therapeutin, dass sollte natürlich abgeklärt werden. Es sollte ja schon Autismustherapie sein, obwohl das eine (Musiktherapie) das andere ja nicht ausschließt.

Unsere Tochter hat Schulalltag und Therapie nur eine kurze Zeit zusammen geschafft.

Dann ging das nicht mehr. Auch Therapie ist anstrengend für Autisten. Wir haben an dem Tag keine Schule mehr gemacht.

Auch heute noch (unsere Tochter ist 16, besucht eine Webschule) schafft sie nicht beides an einem Tag, so dass die Schule immer an dem Tag der Therapie ausfallen muss

Wir haben auch einen Fahrtweg von 45 bis 50 Minuten, das stresst zusätzlich.

Das würde ich halt abwägen und die Schule muss das natürlich auch mitmachen.

Das andere würde ich auf jeden Fall erstmal abklären.

Gruss Vicki

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 05.03.2019, 11:16

Hallo!

Wir haben schon immer Therapie an den Nachmittagen gehabt (Logo, Ergo), daher kennt unser Kind es gar nicht anders. Mit einer Pause dazwischen, klappte das eigentlich immer gut. Was nicht ginge, ist, das Kind aus der Schule abholen und direkt zur Therapie fahren. Das funktionierte noch nie.  8)

Ich habe der Therapeutin jetzt nochmal eine ausführliche Mail geschrieben, auf die kontroversen Punkte hingewiesen und um Klärung gebeten.
Im Antrag des ATZ steht eindeutig drin, dass die Therapie nach TEACCH erfolgen und Musiktherapie „eingebaut“ werden soll. Tatsächlich ist ja nun so, dass die Musiktherapeutin die komplette Therapie macht, da es dort gar keinen anderen Therapeuten gibt.

Ich habe eben mit einem anderen ATZ telefoniert. Die fanden es auch höchst fraglich, die Therapie vormittags durchzuführen bei einem Schulkind.
Auch sie hätten tatsächlich noch Kapazitäten frei - nachmittags! Das ganze Gespräch wirkte schon sehr viel professioneller. Allerdings beträgt die Fahrt dorthin 47 Minuten (statt 15 zum jetzigen). :? Aber es hilft ja nichts. Es soll ja auch zielführend sein.

Mit dem Amt habe ich auch schon telefoniert. Ein Wechsel ist möglich.

Nun bin ich mal gespannt, wann ich von der Therapeutin (oder ihrem Chef) etwas höre und entscheide dann...

Gruß
Alex
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Angela77
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Beitragvon Angela77 » 05.03.2019, 11:20

Hallo Alex, ich glaube kaum, dass ihr eine Schulbefreiuung wegen ATZ kriegt. ich glaube, ich würde lieber warten, bis sie euch einen Nachmittagstermin anbieten können und nochmal klar machen, dass euer Schwerpunkt nicht auf Musiktherapie liegt.
Schnelle Grüße vom.Handy
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 05.03.2019, 12:06

Hallo Alex,

am Rande, „Therapie nach TEACCH“ ist ein bisschen so, als würde man bei einem Kochrezept schreiben „mit Kleinschneiden“. Auf deutsch: TEACCH sollte überall drin sein, wo jemand mit Autisten therapeutisch und pädagogisch arbeitet. Es gehört selbstverständlich dazu. Aber alleine TEACCH, das ist noch keine Therapie. Es ist ja keine Therapiemethode, sondern ein Ansatz zur Strukturierung und Visualisierung. Da muss eine Ebene drüber schon ein therapeutischer Ansatz sein.
Stand das da echt so drin? Hat das ATZ ein Leitbild?

Grüße
Engrid
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