Verletzung in der Kurzzeitpflege

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IlonaN
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Beitragvon IlonaN » 05.03.2019, 12:31

Dann ist das mindestens fahrlässige Körperverletzung, das darf doch wohl nicht wahr sein, wie müssen die denn mit ihm umgegangen sein :twisted: :twisted: :twisted:
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 05.03.2019, 12:34

Hallo Anke,

den Kampf führen andere (die Polizei) für euch, wenn du Anzeige erstattest. Im Grunde hast du gar nicht viel damit zu tun. Ein Anwalt wird euch da erstmal nicht wirklich weiterbringen.
Du hast ihn gesund abgegeben und mit gebrochenem Oberschenkel abgeholt. Es kann also nur in der Kurzzeitpflege passiert sein. Zum Glück bist du ja auch gleich zum Arzt gefahren.

Aber ich finde, es muss geklärt werden, wie das passieren konnte und warum deinem Sohn niemand (ärztlich) geholfen hat. Allein schon aus Sorge um alle anderen Kinder, die dort betreut werden. Denn das ist ja unter Umständen nicht nur ein Problem, das deinen Sohn betrifft, sondern alle...
Ich könnte damit nicht leben, dass sich eventuell auch andere Kinder dort quälen müssen, nur weil ich mir die Mühe einer Anzeige nicht machen möchte...

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Sabine1970
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Beitragvon Sabine1970 » 05.03.2019, 12:39

Hallo Anke,

ich bekomme gerade Gänsehaut beim lesen Deines und der Beiträge der anderen.
Das darf nicht passieren und muß wirklich aufgeklärt werden.
Anwalt finde ich eine gute Idee, der kann Dir raten, was zu tun ist.
Gute Besserung für Deinen Jungen.

LG Sabine

Lottijoni
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Beitragvon Lottijoni » 05.03.2019, 13:21

Hallo Anke,

das hört sich alles sehr unschön an.
Trotzdem würde ich nicht davon ausgehen, dass jemand zu ruppig oder fahrlässig mit eurem Kind umgegangen ist, oder es gar absichtlich verletzt hat.

Mir ist noch eingefallen, dass unser Kind wegen dem Ellenbogenbruch, noch während der Heilungsphase, einen Termin beim Vertrauensarzt der Berufsgenossenschaft hatte. Das ging automatisch. Er hat sich viel Zeit für die Unteruchung genommen und uns dann zur weiteren Abklärung in die Kinder-Traumatologie überwiesen.
Die Ärzte dort waren zuversichtlich, was die Heilung anbelangt, zum Glück behielten sie ja recht.

Unser Kind war übrigens gerade 11 geworden, ist auf dem geistigen Stand eines 1-2 Jahre alten Kindes.

Wären bleibende Schäden zurückgeblieben, wäre alles weitere auch über die Berufsgenossenschaft gelaufen. Frage doch mal nach, ob das bei euch auch der Fall ist, weil es ja in der Fremdbetreuung passiert ist.

Geklagt hätten wir vermutlich auch dann nicht, die Betreuer waren ehrlich betroffen, von dem, was passiert ist und dass ihnen die Verletzung erst aufgefallen ist, als Stunden später, in der Nacht, der Arm dick wurde (Sie sind dann am nächsten Tag ins Krankenhaus zur Erstversorgung). Alle haben immer wieder nachgefragt, wie der Heilungsverlauf ist und waren sehr froh, dass es gut ausgegangen ist.

Kümmer dich erst einmal um dein Kind und überfordere dich nicht mit zusätzlichen Terminen. Der Fall deines Kindes ist ja dokumentiert, du musst nicht direkt zum Anwalt gehen.

Fühle dich und dein tapferes Kind herzlich umarmt.

Liebe Grüße, Janni

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 05.03.2019, 15:35

Hal Janni,

das ist bei euch aber auch ein völlig anderer Fall. Dein Kind ist gestürzt und es hat keiner sofort mitbekommen. Das kann sicher mal passieren, vor allem, wenn das Kind nicht anhaltend über Schmerzen klagt und vielleicht auch erstmal nichts zu sehen ist.

Aber das Kind der TE kann sich selbst nicht fortbewegen. Ein Sturz, ohne dass das jemand bemerkt hat, ist also quasi ausgeschlossen. Es muss also etwas vorgefallen sein (und damit meine ich nicht absichtlich), das zu diesem Bruch geführt hat. Irgendwer verschweigt dort also etwas... und hat durch sein Schweigen dafür gesorgt, dass dem Kind nicht geholfen wurde.
Das sind Dinge, die geklärt werden müssen, damit sie so nicht wieder passieren.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon RikemitSohn » 05.03.2019, 15:47

Hallo,

ich bin etwas erschrocken, wie viele hier der Meinung sind, dass das halt passiert und nichts unternehmen würden. Ein Knochen bricht ohne eine Vorerkrankung bei einem Liegekind nicht von alleine. Das darf nicht vertuscht werden, sondern gehört aufgeklärt. Auf welchem Wege muss die Teilnehmerin entscheiden.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

Lottijoni
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Beitragvon Lottijoni » 05.03.2019, 16:39

Hallo Rike,
Hallo Alexandra

Anke hat das Forum um seine Meinung gebeten.
Mir ist bewusst, dass sich unsere Fälle nicht gleichen, jedoch hat sich bisher niemand anderes gemeldet, dessen Kind sich in der Kurzzeitpflege schwer verletzt hat. Ich wollte einfach nur schildern, wie wir vorgegangen sind.

Falls der Eindruck entstanden ist, ich wäre dafür, dass auf Kosten Kinder Unzulänglichkeiten vertuscht werden soll: Dem ist natürlich nicht so!!

Weitere Kritik an mich bitte einfach per PN, damit Ankes Beitrag nicht "zerschossen" wird.

Ich wollte einfach nur helfen :(

Liebe Grüße,
Janni

Helena*
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Beitragvon Helena* » 05.03.2019, 16:46

Hallo Anke,
wichtig ist vor allem doch auch, dass dein Kind nun bestmöglich medizinisch versorgt wird und das auch falls nötig in der Zukunft, falls sich mögliche Komplikationen oder dauerhafte Schäden ergeben.

Falls es ein Unfall war, wäre die Versicherung bzw. Berufsgenossenschaft für die Erstattung der Behandlungskosten zuständig und die sind oft auch großzügiger was notwendige Heilmittel wie Physiotherapie, Massagen etc. angeht.
Ausserdem muss man bei Unfall keine Zuzahlungen leisten. Was habt ihr da in der Notaufnahme angegeben?

Auch eure Krankenkasse würde einen Verursacher für die Kosten in Regreß nehmen wollen.

Schon allein deshalb gehört das genau aufgeklärt, aber natürlich auch um evtl. andere zu schützen.

Ich glaube eine Anzeige würde ich erst machen, wenn die Pflegeeinrichtung sich nicht kooperativ zeigt und nicht wirklich aufklären hilft, sondern abwiegelt.

Schnell gute Besserung für euren Sohn.

LG, helena

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Beitragvon Anke0104 » 06.03.2019, 10:48

Hallo,

ich habe noch nicht entschieden wie ich weiter mache. Ich möchte ersteinmal hören was die Leiterin bei ihren Mitarbeitern in Erfahrung bringen konnte. Sollte man sich da quer stellen, mache ich sicherlich eine Anzeige. Und dann werde ich auch anwaltlichen Rat einholen. Mit meiner KK habe ich schon geredet, die schicken mir einen Unfallbericht zu um zu klären wer am Ende die Kosten tragen muss.

In der Notfallaufnahme habe ich angegeben, das ich gerade aus der Kurzzeitpflege komme und was mir dort gleich aufgefallen ist. Ich selbst befand mich zu der Zeit selbst im Krankenhaus für eine kleine OP sonst hätte ich meinen Sohn nicht abgeben müssen. Viel Angaben konnte ich also nicht machen, weil die Mitarbeiterin die ihn Samstag morgen übernommen hat mir nur sagte das er sehr viel jammert. Aber der Sache auf den Grund gegangen ist sie anscheinend auch nicht. Das der Oberschenkel deutlich geschwollen war, war nicht zu übersehen.
LG Anke

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Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 06.03.2019, 13:16

Hallo,

erst einmal Gute Besserung!

2. Klar sollte das untersucht werden!

3. Aber ja, es kann "einfach so" passieren. Ohne große Krafteinwirkung...
ALLERDINGS merkt man das eigentlich! Außer es ist ein Spontanbruch, wie er bei Spastikern (vorallem liegenden mit reduzierter Knochendichte) vorkommen kann, auch wenn kaum eine Eigenbewegung möglich ist.

Informiere Deine KK, diese wird einen "Unfallbericht" anfordern und prüfen, ob eine andere Versicherung die Kosten übernehmen muss

Dann könntet Ihr überlegen, ob Ihr Schmerzensgeld... fordern wollt. Dafür muss es keine polizeilichen Ermittlungen und kein Strafverfahren geben ...

Es ist ja eindeutig, dass der Bruch in der KZP passiert ist. Die Einrichtung müsste beweisen, dass sie keine "Schuld" trifft, denke ich.

Aber dass Euer Schatz und Ihr jetzt erstmal den Schaden habt und das schmerzlich ist und nervt, verstehe ich gut.

Möge alles komplikationslos heilen!

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.


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