Was unterschiedet Kurzzeitwohnen von gastweiser Unterbringung?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Birte Müller
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Was unterschiedet Kurzzeitwohnen von gastweiser Unterbringung?

Beitragvon Birte Müller » 27.02.2019, 10:28

Hallo Leute,
ich könnte mal wieder irre werden beim Behördenkram.
Wir wohnen in Hamburg. Wir waren Anfang diesen Jahres mit Willi eine Woche im Kupferhof (Hände für Kinder e.V.) in den Ferien. Leider ist der Tagessatz dort über 500€! Finanziert haben wir es aus der Kurrzeitpflege und mit Mitteln aus der Eingliederungshilfe, beantragt über das Fachamt Eingliederungshilfe. .
Jetzt geht Willi im Frühjahr und Sommer noch eine Woche allein in die Ferienfreizeit vom Rauhen Haus. Bis jetzt haben wir das immer komplett aus mit den Mitteln der Kurzzeitpflege finanziert, die ja aber nun teilweise schon aufgebracht ist.
Also kam mir die Idee, dass wir ja auch das Rauhe Haus aus beiden Töpfen finanzieren könnten, denn die Eingliederungshilfe für das sogenannte Kurzzeitwohnen können wir bis zu 28 Tage im Jahr bekommen.
Soweit so gut, telefonisch auch alle zugesagt, aber nun abgelehnt, WEIL das beim Rauhen Haus kein Kurzzeitwohnen ist, sondern Gastweise Unterbringung.
Kurzzeitwohnen gäbe es in Hamburg nur im Kupferhof (Hände für Kinder e.V.).
Was allerdings der Unterschied ist, zwischen Kurzzeitwohnen und der Gastweisen Unterbringung kann mir die Behörde nicht sagen. Sie wissen es selber nicht!
Ich finde weder online dazu irgendwelche Kriterien, noch konnte mir bis jetzt das Rauhe Haus sagen, warum das bei Ihnen nicht Kurzzeitwohnen heißt.
Ich möchte gerne gegen den Bescheid Widerspruch einlegen, aber ich habe gar keinen Ansatz. Denn wenn keiner mal "Kurzzeitwohnen" oder "Gastweise Unterbringung" für mich definieren kann, kann ich ja auch nicht argumentieren.

Vielleicht ist hier ja schon jemand einen Schritt weiter!

Herzliche Grüße und vielen Dank,
Birte
Birte *73 mit Willi *24.3.07:Down-Syndrom, Z.n. Tracheostoma, BNS-Epilepsie, sehr verhaltensoriginell, tiefbegabt, toll! *Olivia 26.1.09: Glitzer-Prinzessinen-Syndrom, auch toll ;-)

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monika61
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Beitragvon monika61 » 27.02.2019, 12:06

Hallo Birte,

schau mal hier:

…"Im Gegensatz zur Leistung "Gastweise Unterbringung" verfolgt das Kurzzeitwohnen einen familienbezogenen Ansatz, bei dem die Eltern- und Geschwister in die Betreuung mit einbezogen werden können. Die Unterbringung der Eltern ist nicht Gegenstand der Eingliederungshilfeleistung. "...

…"3. Abgrenzung zu anderen Leistungen
3.1 Gastweise Unterbringung
Die Leistungen Kurzzeitwohnen und Gastweise Unterbringung schließen einander aus:
Leistungsberechtigte Kinder, die das Kurzzeitwohnen in Anspruch genommen haben, können für das Kalenderjahr der Inanspruchnahme keine Pauschale der Gastweisen Unterbringung mehr erhalten. Der Ausschluss gilt nicht für die Regelung der Not- und Krisenunterbringung.
Umgekehrt können leistungsberechtigte Kinder, die bereits die Pauschale der Gastweisen Unterbringung für ein Kalenderjahr bewilligt bekommen haben, keine Leistungen des Kurzzeitwohnens mehr in Anspruch nehmen.
Es ist jedoch möglich, die Pauschale der Gastweisen Unterbringung für den Aufenthalt des leistungsberechtigten Kindes ohne Begleitung der Eltern zu nutzen."...


Komplette Info:
https://www.hamburg.de/basfi/ah-sgbxii- ... eitwohnen/



…"6.3 Kurzzeitwohnen Kupferhof
Eine gleichzeitige Gewährung des Kurzzeitwohnens im Kupferhof und der Gastweisen Unterbringung innerhalb eines Kalenderjahres ist nicht möglich"...

Komplette Info:

https://www.hamburg.de/basfi/fa-sgbxii- ... ii-54-fep/


LG
Monika

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Birte Müller
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Beitragvon Birte Müller » 27.02.2019, 15:07

Danke Monika, das ist schon mal viel, viel mehr, als ich bis jetzt gefunden habe und die Verantwortlichen selber wissen!
Birte *73 mit Willi *24.3.07:Down-Syndrom, Z.n. Tracheostoma, BNS-Epilepsie, sehr verhaltensoriginell, tiefbegabt, toll! *Olivia 26.1.09: Glitzer-Prinzessinen-Syndrom, auch toll ;-)

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Beitragvon Andest » 27.02.2019, 17:52

Hallo,

das ist doch eine Frechheit, die beiden Möglichkeiten so gegeneinander auszuspielen, abgesehen davon, dass selbst die Leistungserbringer den Unterschied nicht kennen.
Ich sehe auch gar keinen Sinn oder Notwendigkeit darin das so zu unterscheiden oder verstehe ich da etwas nicht? Beides dient doch der Entlastung der Familie, nur dass der Ansatz der Einrichtungen ein anderer ist. Der Aufenthalt der Familie im Kupferhof wird ja privat gezahlt (abgesehen vom Aufenthalt des Leistungsnehmers - hier Willi).

Was ist denn wenn ‚das Kind‘ ohne Familie im Kupferhof Zeit verbringt?

Wird dann die gleiche Unterscheidung gemacht?

Ich muss sagen ich bin baff, dass man jetzt hier einen Widerspruch formulieren muss für etwas dessen Erklärung selbst die Leistungserbringer nicht kennen- wie kompliziert kann man es uns Eltern denn bitte noch machen??

Ich drücke die Daumen für eine schnelle Klärung!

VG
Andest
Lisa, geb. 09/2008, Rett Syndrom, Epilepsie, PEG seit Sept. 2016
kl. Maus, geb. 08/2012, topfit

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Birte Müller
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Beitragvon Birte Müller » 27.02.2019, 18:01

Ja, das ist wirklich absurd, denn wenn Willi (wie viele Kinder) allein im Kupferhof wäre, wäre es tatsächlich auch Kurzzeitwohnen!
Außerdem steht da deutlich für die Leistungen des Kurzzeitwohnens:

"2.3 Leistungen
Die Leistung Kurzzeitwohnen umfasst folgende Möglichkeiten des Aufenthalts:
Die Kinder wohnen allein in der Einrichtung ohne Begleitung der Eltern
Die Kinder werden von den Eltern oder einem Elternteil sowie eventuellen Geschwisterkindern begleitet.
Die Leistungsgewährung ist im Kalenderjahr für einen Zeitraum von mindestens 7 bis maximal 28 Tagen möglich."

Ich glaube, sie haben sich da einen neunen Begriff ausgedacht, damit man damit nur zum Kupferhof kann, aber sonst nirgendwohin. Aber natürlich ist der Kupferhof mittlerweile in den Ferien absolut überfüllt und vor allem mit einem Tagessatz von über 500€ frisst er ruckzuck die Leistungen Kurzzeitpflege zusätzlich auf.

Ich mache jetzt mal einen formlosen Widerspruch, weil dort eindeutig steht, die Eltern müssten nicht dabei sein. Ich brauche ja gar nicht Geld aus beiden Töpfen, ich will nur den einen für beides nutzen dürfen.
Aber echt zum Kotzen!
Grüße Euch!
Birte
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Beitragvon Engrid » 27.02.2019, 18:28

Hallo,

kann es sein, dass die Kinderbetreuung des Rauhen Hauses nicht die Zulassung als stationäre KZP hat? Und infolge auch die Eingliederungshilfe dafür nicht zahlt? Ist die gastweise Unterbringung nicht ein Terminus aus der Jugendhilfe (auch SGB, aber andere Hilfeform)?

Grüße
Engrid
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Beitragvon Andrea5 » 27.02.2019, 19:09

Hallo,

bei uns macht der Landkreis keinen Unterschied. Die Unterbringung im "Kupferhof" lief trotz Beantragung über die Eingliederungshilfe über Hilfe zur Pflege mit Kopie vom Steuerbescheid aus dem letzten Jahr. Sonstige Vermögensnachweise brauchten wir nicht bringen. Und der Rest natürlich über die Kurzzeitpflege. Und für die Kupferhof-Unterbringung finde ich den Antrag Hilfe zur Pflege stellen auch schon reichlich unverschämt, weil es sonst die ganzen Jahre über Eingliederungshilfe lief.


Und die Unterbringung im Rauhes Haus läuft bei uns ganz normal über die Kurzzeitpflege und die Investitionskosten laufen über die restlichen Entlastungsbeträge aus dem Jahre 2018.


LG Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD) blockadefrei, Legasthenie mit kormobide AVWS
Ben 01/04 KISS(KIDD) blockadefrei , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, expressive Sprachstörung , Hyperakusis und
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"WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT" (von Peter Thorwarth)


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